Diebe, Wächter und viel Käse

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von Korporal Sillybos (SUSI)
Online seit 30. 11. 2003
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Die Wache muss ihre Finanzen in Ordnung bringen. Doch das zieht ganz andere Probleme nach sich: Auf einmal muss man die Echtheit eines nachgemachten Käsemobiles beweisen und Spuren eines Verbrechens finden, das gar nicht stattgefunden hat. Ein Kriminalstück in vier Akten.

Dafür vergebene Note: 14

Akt I

Szene 1

Diebesgilde. Boggis sitzt an seinem Schreibtisch. Auftritt Hopfen.

HOPFEN: Guten Tag, Herr. Ich hatte mich um eine Gildenmitgliedschaft beworben...
BOGGIS: (schaut auf.) Ah, richtig. Sehr gut. Setz' dich.
(Hopfen setzt sich auf den Stuhl vor dem Schreibtisch. Boggis nimmt ein Blatt Papier in die Hand, das auf seinem Schreibtisch liegt.)
BOGGIS: Dein Name?
HOPFEN: Hopfen, Herr. Fester Hopfen.
BOGGIS: Hast du irgendwelche Referenzen?
HOPFEN: Nun, in Quirm war ich ein recht erfolgreicher Taschendieb...
BOGGIS: Organisiert?
HOPFEN: Nein, ich habe allein gearbeitet.
BOGGIS: Also ein Gelegenheitsdieb?
HOPFEN: Nun ja... (Pause.) Aber es gab schon recht viele Gelegenheiten.
BOGGIS: In Ordnung. Um Mitglied unserer Gilde zu werden, musst du unser Gildeninitiationsritus ablegen. Es besteht darin, dass du von einer bestimmten Person einen bestimmten Gegenstand stiehlst.
HOPFEN: Ja, Herr. Das ist mir bekannt.
BOGGIS: Es handelt sich dabei um einen simulierten Diebstahl; ein echter Diebstahl ist verboten, weil du noch kein Mitglied der Gilde bist. Die Person heißt Ederik und wird morgen auf dem Hier-gibt's-alles-Platz anzufinden sein. Der Mann steht dort mit seinem Bauchladen, ist kaum zu verfehlen. Er ist in unser Aufnahmeritual eingeweiht und wird später über dein Diebstahl berichten. Dann werde ich entscheiden, ob du aufgenommen wirst oder nicht.
HOPFEN: Und was für einen Gegenstand soll ich stehlen, Herr?
BOGGIS: Ein Käsemobile.
HOPFEN: Ein was bitte?
BOGGIS: Ein Käsemobile. Das ist ein kleines Gestell aus Bindfäden und Holzstäbchen, an deren Enden kleine Käsestücke hängen. Das erkennst du dann schon.
HOPFEN: Äh, in Ordnung... (steht auf und will gehen.) Ach, eine Frage noch, Herr. Was ist dieser Ederik für ein Kerl?
BOGGIS: Er war früher mal Mitglied unserer Gilde in der Personalabteilung, bevor er sich entschieden hat, die Branche zu wechseln. Da er jedoch das beste Gespür für fähige Neumitglieder hat, haben wir mit ihm eine Vereinbarung getroffen, so dass er weiterhin für die Aufnahmeprüfungen bei uns zuständig ist.
HOPFEN: Und woran werde ich ihn erkennen?
BOGGIS: Er ist gar nicht zu verfehlen. Er ist ein Vampir. Und er ist Zahnarzt.
(Hopfen ab.)

Szene 2

Hier-gibt's-Alles-Platz. Verschiedene Händler bauen ihre Stände auf. Auftritt Ederik. Er trägt einen Bauchladen.

EDERIK: So, dann wollen wir mal sehen, ob alles da ist. (prüft seinen Bauchladen.) Bohrer, Zange, Hammer, Füllungen... alles soweit da. Auch dieses verhasste Käsemobile, das mir inzwischen schon ziemlich auf die Nerven geht. Hoffentlich kommt der Kandidat schon bald, dieses Mobile behindert mein Geschäft, und das Geld, das ich von der Gilde dafür bekomme, ist kein richtiger Ausgleich.
(Auftritt Hegelkant. Er schaut sich den verschiedenen Ständen um.)
EDERIK: Im Prinzip ist es mir ja egal, wen sie nun als Dieb aufnehmen. Und solange sie mir noch vertrauen und mir mein Geld bezahlen, ist es doch in Ordnung. Vielleicht sollte ich ihnen den nächstbesten Mann schicken, so krieg ich mein Geld und bin das Mobile los. Solange sich keiner beschwert, ist das durchaus legitim.
HEGELKANT: Guten Morgen. Sind Sie neu hier? Ich habe Sie hier noch nie gesehen.
EDERIK: Ah, guten Morgen! In der Tat, ich bin ein Reisender, bin mal hier, mal dort und stets zur Stelle, wenn meine Dienste benötigt werden. Was kann ich für dich tun?
HEGELKANT: Darf ich fragen, was für Dienste Sie anbieten?
EDERIK: Aber natürlich! Mein Name ist Ederik und ich bin ein vampirischer Zahnarzt.
HEGELKANT: Oh. Und da stehen Sie hier auf dem Markt? Ich dachte, Zahnärzte hätten einen Praxisraum.
EDERIK: Ja, hatte ich auch mal. Aber da ist man so unflexibel: Man hat Öffnungszeiten, man hat Wartezimmer, ein Kunde kommt, trägt sich in die Liste ein, nimmt Platz, wartet bis er aufgerufen wird und so weiter. Bis zur Behandlung vergehen Ewigkeiten! Dabei ist es so einfach. Man kommt her, sagt, wo's weh tut, ich schau rein, behandle den Patienten, er bezahlt mich und geht wieder. Ohne die ganze unnötige Bürokratie.
HEGELKANT: Aber brauchen Sie nicht auch die nötigen Instrumente dazu?
EDERIK: Ich habe alles da. (präsentiert seinen Bauchladen.) Einen Bohrer zum Bohren, Füllmaterial, Hammer und Meißel, um die Ecken abzurunden, eine Zange zum Ziehen und einen großen Hammer, falls der Patient eine Betäubung wünscht. In dem Fall steht ihm dort drüben noch ein bequemer Klappstuhl zu Verfügung. (deutet zur drei Meter entfernten Mauer.)
HEGELKANT: Und bei ihren Kunden kommen ihre Methoden gut an?
EDERIK: Oh ja. Besonders bei Vampiren, die sich nur selten zu menschlichen Zahnärzten begeben. Oder andersrum gesagt, nur wenige menschliche Zahnärzte sind bereit, einen Vampir zu behandeln. Was die Zahnbehandlung angeht, sind die Leute gerne unter Gleichgesinnten, verstehen Sie? Man könnte sogar sagen, dass ich mich in gewisser Weise auf Vampire spezialisiert habe, denn über die Hälfte meiner Stammkunden gehören dieser Spezies an. Ich bin sozusagen ein vampirischer Vampirzahnarzt, haha.
HEGELKANT: (inspiziert den Bauchladen.) Und was ist das da für ein hübsches Käsemobile?
EDERIK: Ahhh... schön, dass du danach fragst. Freut mich, dass es dich interessiert. Nun, das Käsemobile gehört natürlich nicht zu meiner Praxis.. (flüstert.) Aber das weißt du ja sicherlich.
HEGELKANT: (flüstert ebenfalls.) Was weiß ich sicherlich?
EDERIK: (flüstert.) Ich weiß, dass du dir sicherlich einen exzellenten Plan ausgedacht hast, um an das Mobile zu kommen, aber um ehrlich zu sein, mir wäre es lieber, wenn du es einfach so nehmen würdest, Das spart uns beiden eine Menge Zeit.
HEGELKANT: (flüstert.) Aber ich möchte das Mobile gar nicht.
EDERIK: (flüstert.) Auch die Masche hatte ich schon zig Mal. Hier, nimm es einfach, und ich sage dann, du hättest es mir mit einem raffiniertem Trick abgenommen. (reicht Hegelkant das Käsemobile.)
HEGELKANT: (flüstert.) Nein danke, ich brauche es nicht. (gibt Ederik das Käsemobile zurück)
EDERIK: (flüstert.) Hör zu, ich weiß, dass du es brauchst, und ich brauche es nicht. Ist doch ganz einfach. (Gibt es Hegelkant wieder.)
HEGELKANT: (flüstert.) Warum flüstern wir eigentlich? (gibt Ederik das Käsemobile zurück)
EDERIK: (flüstert.) Du bist ganz schön hartnäckig, wie? Hast bestimmt einen ganz besonderen Plan. Aber darauf kann ich verzichten. Hier, nimm und verschwinde. (drückt Hegelkant das Mobile entschlossen in die Hand.)
HEGELKANT: Moment, ich...
EDERIK: (laut.) Zahnbehandlungen! Zahnbehandlungen! Bohren, füllen, schmirgeln, Prothesen, und alles ohne Bürokratie! (flüstert zu Hegelkant.) Bist 'n prima Kerl, aber wenn du mal die Beute hast, solltest du schleunigst verschwinden. Kleiner Tipp für deine spätere Karriere. Und nun hau ab. (laut.) Zahnbohrungen zum halben Preis! Jetzt mit neuer Gratis-Betäubung!
(Ederik ab. Hegelkant schaut ihm irritiert nach und geht dann langsam ab.)


Szene 3

Besprechungsraum der Wache. Die Abteilungsleiter von SUSI, DOG, RUM, FROG. GRUND und SEALS sitzen am bzw. auf dem Tisch. Auftritt Rince.

RINCE: Ich will gleich zur Sache kommen. (drückt jedem Abteilungsleiter ein Blatt in die Hand.) Das ist die Kostenentwicklung über die letzten drei Jahre. Unsere Ausgaben haben sich in dieser Zeit mehr als verdoppelt. Der Patrizier ist sehr verärgert über diese Entwicklung und bat mich höflichst, in Zukunft doch mehr auf unsere laufenden Kosten zu achten. Daraufhin bin ich mal die Bücher durchgegangen und habe feststellen müssen, dass der größte Anstieg im Bereich Waffen und Material zu verzeichnen ist. Unser Arsenal ist voll mit allem möglichen Zeug, das wir größtenteils gar nicht brauchen! Wir haben drei MUTs, aber nur einen, der sie bedienen kann. Kann mir jemand den Sinn davon erklären?
VENEZIA: (steht auf.) Wenn ich mich recht entsinne, hast du alle unsere Ausgaben genehmigt. Du hast jeden einzelnen Antrag unterschrieben.
RINCE: Ich habe jeden Tag so viel Zeugs zu unterschreiben, da kann ich nicht jeden Kleinkram lesen und vor allem nicht die Notwendigkeit beurteilen.
DAEMON: Ich bezweifle auch die Notwendigkeit von drei MUTs. Das Budget von DOG ist gerade mal halb so groß wie eures.
VENEZIA: Ihr sitzt euch ja auch den ganzen Tag nur den Hintern platt, während wir lebensgefährliche Einsätze durchführen!
HUMPH: Wenn ich mich recht entsinne, dürfen Waffen, insbesondere Schusswaffen, nur im Extremfall eingesetzt werden.
VENEZIA: Warum hackt ihr eigentlich alle auf mir rum? SUSI hat auch ein nur geringfügig kleineres Bugdet!
PISMIRE: Moderne Ikonographen, Vergrößerungsdämonen und Laborgeräte haben nun Mal ihren Preis. Allerdings müssen sie nicht nach jedem Einsatz ersetzt werden.
HUMPH: Ich will hier nur kurz erwähnen, dass meine Abteilung nur Holzschwerter verwendet, und die müssen die Rekruten sogar selbst anfertigen. Günstiger geht's wohl kaum.
VENEZIA: Wir reden hier nicht von Spielkram, sondern von echten Einsätzen! Da braucht man nun mal eine erstklassige Ausrüstung!
DAEMON: Eine, ja. Aber nicht drei.
RINCE: Gegenseitige Schuldzuweisungen bringen uns hier nicht weiter. Ich muss mich darauf verlassen können, dass meine Abteilungsleiter wirtschaftlich denken und handeln können!
PISMIRE: Wir werden in Zukunft mehr darauf achten.
RINCE: Das erwarte ich auch von euch. Insbesondere von dir, Venezia.
VENEZIA: Also, das ist doch...
RINCE: Aber ich habe auch bemerkt, was es für eine Arbeit war, die Bücher nach den Ausgaben durchzuschauen. Es war ein heilloses Durcheinander! Wir müssen mehr Ordnung in unsere Finanzen bringen.
DAEMON: Und wie sollen wir das anstellen?
RINCE: Wir werden einen Kassenwart einstellen. Jemanden, der die Bücher ordentlich führt und über die Notwendigkeit eurer Anträge entscheidet.
DAEMON: Wenn er darüber entscheiden soll, muss er aber auch die notwendige Sachkenntnis haben. Ein gewöhnlicher Buchhalter kann wohl kaum entscheiden, ob wir eine MUT brauchen oder nicht.
RINCE: Das ist richtig. Ich habe eine entsprechende Anzeige in die 'Times' gestellt, die heute erscheinen wird. Atera, du wirst die Bewerbungsgespräche führen. Ich verlange einen hochqualifizierten Angestellten, möglichst mit Wache- und Buchhaltungs-Erfahrung. Bis dahin habe ich Sillybos beauftragt, sich mit unserer Buchführung auseinanderzusetzen und sie auf den neuesten Stand zu bringen. Um da durchzublicken, muss man schon Philosoph sein.

Szene 4

Wachhaus, Büro des Kassenwarts. Sillybos sitzt am Schreibtisch und blättert zahlreiche Aktenordner durch. Auftritt Hegelkant.

HEGELKANT: Seid gegrüßt, Herr. Habt Ihr gerade viel zu tun?
SILLYBOS: Es geht. Wir bekommen demnächst einen Kassenwart, und bis dahin hat Rince mich gebeten, mich um die Buchführung zu kümmern und später dann den neuen Kassenwart einzuarbeiten. Eine Woche ist dafür angesetzt.
HEGELKANT: Ach, wo Ihr es gerade erwähnt, Herr, ich habe Euch noch etwas mitgebracht. Es soll euch an den Fluss der Zeit erinnern.
(Er holt das Käsemobile hervor.)
SILLYBOS: Was ist es?
HEGELKANT: Es ist ein Mobile, Herr. In Klatsch wird so etwas als eine Art Wochenkalender verwendet. Jeden Tag setzt ein anderer Käse Schimmel an, so dass man den Verlauf der Woche gut verfolgen kann. Hier in Ankh-Morpork erfüllt es allerdings einen anderen Zweck. Es wird von Zahnärzten verwendet.
SILLYBOS: Danke, Hegelkant. Möge mich der Geruch nicht allzu sehr von der Arbeit ablenken.
HEGELKANT: Ich finde den Geruch eigentlich recht angenehm. Er erinnert mich an Klatsch und bietet auch eine interessante Abwechslung zur Ankh-Morporkischen Stadtluft.
SILLYBOS: Interessant, das ist wahr. Hegelkant, ich muss jetzt weiterarbeiten. Wir sehen uns dann heute Abend.
HEGELKANT: In Ordnung, Herr. Es gibt Hähnchenbrust in Sahnesoße mit pürierten Kartoffeln und Koriandersalat...
SILLYBOS: Dazu ephebianischen Rotwein?
HEGELKANT: Wie immer, Herr.
SILLYBOS: Und gar nichts Süßes?
HEGELKANT: Zum Nachtisch, Herr.
SILLYBOS: Sehr gut, Hegelkant. Bis heute Abend dann!
(Hegelkant ab.)
SILLYBOS: (betrachtet das Käsemobile.) Hm. Das hier ist aber kein Käse. Eher ein kleines Windspiel. Vielleicht ein Etikett des Herstellers? (schaut genauer hin.) 'Echtheits-Zertifikat der Diebesgilde'. Hm. Ich sollte Hegelkant bei Gelegenheit fragen, wo er dieses Mobile her hat.

Szene 5

Diebesgilde. Boggis sitzt an seinem Schreibtisch und liest die 'Times'. Auftritt Daemon.

BOGGIS: Ah, Hauptmann Daemon. Was verschafft mir die Ehre?
DAEMON: Ich will gleich zur Sache kommen. Ich brauche mal wieder eine aktuelle Mitgliederliste, damit wir auch weiterhin wissen, ob wir die richtigen Diebe verhaften.
BOGGIS: Das ist kein Problem. (greift in eine Schublade und holt eine Liste heraus.) Allerdings ändern sich unsere Mitgliederdaten nicht so schnell. Die Quoten des Patriziers sind knapp bemessen, und solange die nicht steigen, werden wir unsere Mitgliederzahl konstant halten. Das bedeutet, dass wir nur neue Diebe aufnehmen, wenn andere zuvor die Gilde verlassen haben. Das hat der Gildenrat beschlossen. (gibt Daemon die Liste.)
DAEMON: Schön, wenn es in einer Welt des Wandels zumindest noch ein paar Konstanten gibt.
BOGGIS: (fährt fort, ohne auf Daemon zu achten.) Im Moment ist nur noch eine Stelle frei, und der Bewerber ist gerade dabei, sein Gildeninitiationsritus abzulegen.
DAEMON: Ist es ein schweres Ritus?
BOGGIS: Wie man's nimmt. Es geht um den Diebstahl eines Käsemobiles.
DAEMON: Ein Käsemobile?
BOGGIS: Ja. Du musst das nicht verstehen, du bist schließlich kein Dieb. Und bevor du fragst, es ist fälschungssicher. Jedes Mobile ist mit einem Windspiel ausgestattet, einem Echtheitszertifikat unserer Gilde. Wir nehmen nur echte Diebe, keine Fälscher.
DAEMON: Na, da bin ich ja beruhigt. Wir sehen uns.
(Daemon ab.)
BOGGIS: Das werden wir, Hauptmann. Ich bin sicher, das werden wir.

Szene 6

Hier-gibt's-Alles-Platz. Auftritt Ederik.

EDERIK: (laut preisend.) Zahnbohrungen, Füllungen, Zahnprothesen, alles ohne große Bürokratie! Kein Anstehen, keine unnötigen Formulare, hier werden Sie sofort bedient! Jetzt auch mit Zahn-zurück-Garantie!
(Auftritt Hopfen).
HOPFEN: Äh, verzeihen Sie, sind Sie Ederik, der Vampirzahnarzt?
EDERIK: So ist es. Was kann ich für Sie tun, junger Mann?
HOPFEN: (geht auffällig unauffällig um Ederik herum.) Och, nichts...(murmelt.) Nanu? Wo ist es denn...? (schaut Ederik kritisch über die Schulter auf den Bauchladen.)
EDERIK: Sind Sie sicher, dass ich Ihnen nicht helfen kann?
HOPFEN: Oh ja, ja. (bückt sich und schaut unter den Bauchladen. ) Es muss doch hier irgendwo sein...
EDERIK: Suchen Sie etwas Bestimmtes?
HOPFEN: Ich darf nichts sagen, oder? Das gehört zur Prüfung, nicht wahr?
EDERIK: Sind Sie von der Diebesgilde?
HOPFEN: Wer? Ich? Wie kommen Sie denn darauf?
EDERIK: Wenn Sie das Käsemobile suchen, das ist bereits weg.
HOPFEN: Was? Wie das?
EDERIK: Es ist heute morgen geklaut worden. Von einem recht fähigen jungen Mann, wie ich denke. Beherrscht die Kunst der unauffälligen Auffälligkeit wesentlich besser als Sie.
HOPFEN: Mir wurde nichts von einem Konkurrenten gesagt.
EDERIK: Tja, er war eben schneller.
HOPFEN: Aber ich muss unbedingt in diese Gilde. Ich habe nie etwas anderes gelernt, und ohne Gildenausweis kann ich hier nicht arbeiten.
EDERIK: Die Plätze sind rar, mein Freund, und die Quoten sind knapp bemessen. Ich hatte nur ein Käsemobile, und derjenige, der es stahl, ist das neue Mitglied der Gilde. Einen anderen Weg gibt es leider nicht.
HOPFEN: Hmm. (Pause.) Wie sah das Käsemobile denn aus?
EDERIK: Oh, im Prinzip ganz einfach. Ein Faden mit einem Holzstäbchen, an dessen Enden wiederum zwei Holzstäbchen befestigt waren und an deren Enden noch einmal. Insgesamt also vier frei hängende Stäbchen mit acht Enden. An sieben dieser Enden hing ein kleines Stück Käse, am achten ein Echtheitszertifikat der Diebesgilde.
HOPFEN: Und was war das für Käse?
EDERIK: Für jedes Ende ein anderes. Lass mich mal überlegen. Ich hatte Quirmer Starkriech, Überwälder Wolfskäse, Falschen Klatschkäse, Omnischen Schwarzfußkäse, Gewöhnlichen Ankh-Käse, gezuckerten Krull-Käse und... was fehlt? Ach ja, der schwatzende Fallrein-Käse.
HOPFEN: (überlegt.) Hmm... das hört sich ja lecker an. Wissen Sie, wo hier der nächste Käsehändler ist?
EDERIK: Oh, schau mal dort hinten, da findest du bestimmt jemanden.
HOPFEN: Danke. (beiseite.) Vielleicht ist da ja doch noch was zu machen...
(Hopfen ab.)
EDERIK: Ein komischer Kauz. Er wäre bestimmt kein guter Dieb gewesen.
(Ederik ab.)

Szene 7

Wachhaus, Ateras Büro. Atera sitzt an ihrem Schreibtisch und trinkt eine Tasse Kaffee. Auftritt Daemon.

DAEMON: Und sind schon Bewerber eingetroffen?
ATERA: Keine ernstzunehmenden. Die meisten scheinen irgendwelche Vorbehalte gegenüber der Wache zu haben. Wir sollten bei Gelegenheit etwas für unseren Ruf tun.
DAEMON: Sicher. Aber eines nach dem anderen. Ich habe hier noch die Mitglieder der Diebesgilde für dich, damit du nicht aus Versehen einen von denen einstellst. (reicht Atera die Liste.)
ATERA: Danke, ich werde darauf achten.
(Auftritt Gina von Dalismus.)
GINA: Ein weiterer Bewerber ist eingetroffen.
ATERA: Na dann mal los.
DAEMON: Alles klar, wir sehen uns dann später.
(Gina und Daemon ab. Auftritt Nostor.)
NOSTOR: Guten Tag. Ich bin wegen des Stellenangebots hier.
ATERA: Sehr gut, setz dich. Kaffee?
NOSTOR: (setzt sich.) Nein danke, ich trinke keinen Kaffee.
ATERA: (schenkt sich Kaffee ein.) Ach so, naja, bestimmt hast du andere Qualitäten. Erzähl' was von dir.
NOSTOR: (reicht Atera seine Bewerbungsunterlagen.) Ich stamme aus Klatsch und war dort jahrelang Mitglied der staatlichen Wache und habe mich bereits dort um die Finanzen gekümmert. Aus persönlichen Gründen verlies ich das Land und kam nach Ankh-Morpork und bin hier auf der Suche nach einer neuen Arbeit.
ATERA: (liest die Unterlagen und trinkt.) Das hört sich doch schon sehr gut an. Welchen Dienstgrad hattest du bei deiner Entlassung?
NOSTOR: Ich bin ein Webel.
ATERA: (verschluckt sich an ihrem Kaffee.) Ein was?
NOSTOR: Ein Webel. Ein Webel der Reserve, um genau zu sein.
ATERA: Ähm, bei uns hat dieses Wort eine etwas andere Bedeutung.
NOSTOR: Oh, und welche?
ATERA: Ach, das wirst du sicher bald herausfinden, ich will den anderen den Spaß nicht verderben. Ansonsten scheinst du hervorragend geeignet. Du bist eingestellt.


Akt II

Szene 1

Hier-gibt's-Alles-Platz. Auftritt Hopfen mit einer Tüte.

HOPFEN: (prüft den Inhalt der Tüte.) So. Käse ist da, die Holzstäbchen und Bindfaden habe ich auch. Wollen doch mal sehen, wer hier der neue Dieb wird. Ich brauche nur noch ein Echtheitszertifikat, und schon habe ich eine perfekte Fälschung.
(Auftritt Dieb.)
DIEB: Hopfen? Fester Hopfen?
HOPFEN: Ja, das bin ich. Was gibt's?
DIEB: Herr Boggis schickt mich. Er lässt fragen, ob du das Käsemobile schon besorgt hast.
HOPFEN: Um ehrlich zu sein, noch nicht ganz... Ich bin aber dabei.
DIEB: Nun, ich soll dir ausrichten, dass du dich nicht mehr bemühen brauchst. Er hat bereits eine andere Lösung gefunden.
HOPFEN: Aber das ist nicht gerecht! Ich hätte es genauso gut gemacht. Gebt mir noch eine Chance!
DIEB: Mehr kann ich dazu nicht sagen. Wende dich an Herrn Boggis, wenn du noch Fragen hast.
(Dieb ab.)
HOPFEN: Und was mach ich jetzt mit meinem Käse? Wär' doch schade drum... (Pause.) Nein, so schnell gebe ich mich nicht geschlagen. Ich werde ihnen zeigen, dass ich hier der beste bin. Ich werde ihnen das perfekteste Käsemobile präsentieren, dass sie je gesehen haben!
(Hopfen ab.)

Szene 2

Vor dem Wachhaus. Atera und Nostor kommen heraus.

ATERA: So, Mittagspause. Die dauert bei uns eine Stunde, in der Zeit kannst du in der Stadt was essen gehen. Wir haben zwar auch eine Kantine, aber nun ja... billiges Essen bedeutet halt nicht immer auch gutes Essen.
NOSTOR: Und in einer Stunde treffen wir uns dann wieder hier?
ATERA: Ja. Nach der Mittagspause wird Korporal Sillybos dir dein neues Aufgabengebiet zeigen und dir unser Buchhaltungssystem erklären. Während der ersten Woche wird er dich einarbeiten.
(Boggis tritt aus dem Schatten.)
BOGGIS: Stabsspieß Atera, sehr erfreut.
ATERA: Oh, Boggis, wie komme ich zu der Ehre.
BOGGIS: Ach, ich wollte nur mal schauen, ob ihr mal wieder zufällig ein paar unlizenzierte Diebe gefasst habt, um die eigentlich wir uns kümmern sollten.
ATERA: Soweit ich weiß, nicht.
BOGGIS: Willst du mich dem Herrn etwa nicht vorstellen?
ATERA: Oh, natürlich. Boggis, Präsident der Diebesgilde, Nostor, neuer Angestellter der Wache.
BOGGIS: Ah ja, ich habe die Anzeige in der Times gelesen.
NOSTOR: Diebesgilde?
BOGGIS: Sag bloß, du hast ihn nicht mit dem Gildensystem vertraut gemacht?
ATERA: Ich hatte bisher noch keine Gelegenheit dazu. Nachher vielleicht, jetzt werde ich erst mal meinen Kohldampf stillen. Bis später.
(Atera ab.)
BOGGIS: Nun, das müssen wir auf jeden Fall nachholen. Ankh-Morpork ist eine erstaunliche Metropole, und gewisse grundlegende Dinge sollte man einfach wissen, wenn man sich hier niederlässt.
NOSTOR: Und die wären?
BOGGIS: Lassen Sie uns einen Happen essen gehen, dabei werde ich Ihnen dann ein paar interessante Geschichten über diese schöne Stadt erzählen. Es lohnt sich auf jeden Fall...
(Nostor und Boggis ab.)


Szene 3

Hier-gibt's-Alles-Platz. Ederik behandelt einen Patienten.

EDERIK: (hantiert mit einer Zange im Mund des Patienten rum.) So, jetzt mal ganz still halten...
PATIENT: (versucht sich zu wehren.) Mmmmhhhh!
EDERIK: Schön still halten... und hepp!
(Ederik zieht einen Zahn heraus. Der Patient stöhnt vor Schmerz.)
PATIENT: Aaaauuuoooo!
EDERIK: Soo, das war's. Und ist sogar der richtige. Das macht dann drei Dollar und siebzig Cent. Haben Sie's passend?
PATIENT: (hält sich die Backe.) Mmmmmh...
EDERIK: Zunächst tut's vielleicht noch ein bisschen weh, aber das legt sich schnell. Allerdings sollten Sie in den nächsten Stunden keine feste Nahrung zu sich nehmen.
PATIENT: (kramt mit der anderen Hand in der Hosentasche.) Mhmhhh... (legt das Geld auf den Bauchladen.)
EDERIK: Vielen Dank und beehren Sie mich bald wieder.
(Patient ab. Auftritt Hopfen).
HOPFEN: So, Herr... Ederik. Da bin ich wieder...
EDERIK: (seufzt.) Ich sagte doch, dass ich kein Käsemobile mehr habe. Wenn Sie keine Zahnbehandlung wollen, lassen Sie mich in Ruhe.
HOPFEN: Nein, mein Herr, ich wollte Ihnen nur etwas zeigen... (präsentiert Ederik sein nachgemachtes Käsemobile.)
EDERIK: Oh, Sie haben es dem Dieb abgenommen?
HOPFEN: Wollen Sie damit sagen, es sieht genauso aus wie das von Ihnen?
EDERIK: Hm? (betrachtet es genauer.) Oh, nein, nicht ganz. Das Echtheitszertifikat fehlt natürlich. Es muss abgerissen sein.
HOPFEN: Aber ohne dieses Zertifikat ist es vermutlich nicht viel wert...
EDERIK: Natürlich nicht. Sie können es sich zu Hause an die Decke hängen oder als klatschianischen Kalender verkaufen, wenn Sie wollen, aber bei der Diebesgilde wird man es natürlich als Fälschung erkennen, solange das Echtheitszertifikat fehlt. Und nur ich habe solche Zertifikate. (holt ein paar Windspiele aus seiner Tasche, zeigt sie kurz und lässt sie wieder dort verschwinden.) Allerdings darf ich Ihnen keines geben, sie müssen schon das abgerissene wiederfinden.
HOPFEN: Oh, das ist natürlich schade. Aber gut, kann man nichts machen. Ich geh' dann mal. (wendet sich zum Gehen und stößt dabei mit Ederik zusammen. Ein paar Instrumente fallen herunter.) Oh, Hoppla.
EDERIK: Oh nein, jetzt muss ich die Sachen schon wieder so gründlich reinigen! Jedesmal dasselbe! (bückt sich, um die Sachen aufzuheben.)
HOPFEN: Ich bin wirklich untröstlich... (bückt sich ebenfalls.)
EDERIK: Machen Sie bloß, dass sie verschwinden! Lassen Sie mich und meine Praxis in Ruhe! (beginnt, seine Instrumente zu reinigen.)
HOPFEN: Ich bitte vielmals um Verzeihung... (beiseite.) vor allem dafür, dass ich ein Echtheitszertifikat gestohlen habe. Hehe, damit ist meine Käsemobile-Fälschung perfekt.
(Hopfen ab.)

Szene 4

Wachhaus. Büro des Kassenwarts. Nostor sitzt am Schreibtisch und studiert Akten. Auftritt Sillybos mit einem großen Stapel Aktenordner.

SILLYBOS: Und dies sind die Buchungsunterlagen der einzelnen Abteilungen. (legt die Ordner auf dem Schreibtisch ab.) Damit hätten wir alles, was du brauchst. Den Ordner mit dem Verzeichnis der einzelnen Buchungen, den Ordner mit den Formblättern, einmal die Bedarfsmeldungen der Abteilungen und hier den aktuellen Bestand der Abteilungen. Weiter haben wir den Materialordner, den Ordner mit den Ein- und Ausgaben, nach Abteilung geordnet, den Ordner mit den zugelassenen Anträgen und schließlich den Ordner mit den Zusatzbegründungen für extrem hohe Ausgaben zur Vorlage beim Patrizier. So. Und nun...
NOSTOR: Was ist denn das hier für ein interessantes Käsemobile? Ein Kalender?
SILLYBOS: Wie? Oh, das hat mir mein Sklave heute mitgebracht. So, jetzt wird's vielleicht ein bisschen kompliziert... Moment, ich seh gerade, es fehlt noch der Ausrüstungskatalog, anhand dessen du den Preis des Anforderungsobjekts prüfen musst... Warte, ich hol ihn kurz.
(Sillybos ab. Nostor betrachtet interessiert das Käsemobile.)

Szene 5

Wachhaus. Pismire sitzt in seinem Büro am Schreibtisch. Auftritt Leopold von Leermach.

LEOPOLD: (hält sich die Backe.) Sir, ich möchte mich für heute Nachmittag krank melden.
PISMIRE: (schaut nicht auf.) Antrag abgelehnt.
LEOPOLD: Aber Sir, ich habe starke Zahnschmerzen.
PISMIRE: Hindert es dich an der Ausübung deines Berufs?
LEOPOLD: Nun, nicht direkt, Sir...
PISMIRE: Na also.
LEOPOLD: ... aber es stört meine Konzentration.
PISMIRE: Hättest du das nicht in der Mittagspause erledigen können?
LEOPOLD: Nun Sir, in der Mittagspause ist das Problem ja sozusagen aufgetreten. Der Hase, den ich hatte, hatte eine recht eigentümliche Anatomie...
PISMIRE: Wie bitte?
LEOPOLD: Nun, als man mir den Hasen verkaufte, versicherte man mir, dass man ihn extra für Vampire magisch behandelt hat, um ihn noch schmackhafter zu machen. Naja, und als ich dann hineinbiss...
PISMIRE: Erspare mir die Details. Du bist eindeutig krank. Sieh zu, dass du zum Zahnarzt kommst.
LEOPOLD: Ja, Sir, danke, Sir.
(Leopold salutiert mit der anderen Hand und geht ab.)


Szene 6

Wachhaus. Auftritt Cim Bürstenkinn und Daemon.

DAEMON: Du hast ja bisher bei uns ganz schön Karriere gemacht, mein lieber Chief-Korporal.
CIM: Hehe, na ja, man tut, was man kann.
DAEMON: Nicht mehr lange, und du wirst Feldwebel sein.
CIM: Und bekomme endlich meinen eigenen Webel.
(Daemon hebt die Augenbrauen.)
CIM: Dann musst du mir nur noch zeigen, wie man damit umgeht.
DAEMON: Nun, ich...
(Auftritt Robin Picardo.)
ROBIN: Habt ihr schon gehört. Rince hat dafür gesorgt, dass wir einen neuen Webel bekommen.
DAEMON: Er hat was?
ROBIN: Naja, ist wohl seine Kiste, er ist alleine dafür verantwortlich. Er ist auch ziemlich stolz drauf.
DAEMON: Aber er hat doch schon einen Webel.
ROBIN: Es ist auch nur ein Webel der Reserve.
DAEMON: Wie, der Reserve?
ROBIN: Ja. Rince meinte, das sei dringend notwendig.
CIM: Ist sein anderer schon abgenutzt? So lange wie der schon dabei ist...
ROBIN: (zuckt mit den Schultern.) Keine Ahnung.
CIM: Krieg ich denn später auch einen Reservewebel?
ROBIN: Das müsstest du schon Rince fragen, ich kenn‘ mich da nicht aus.
CIM: Und taugt der auch was?
ROBIN: Weiß nicht. Atera hat ihn getestet und meinte, er sei bestens geeignet.
DAEMON: Atera hat was?
ROBIN: Im Moment ist allerdings Sillybos dabei, ihn einzuarbeiten.
DAEMON: Einarbeiten? Sillybos?
CIM: Aber er ist doch nur Korporal. Ich will ihn auch einarbeiten.
DAEMON: Ich glaube, das ist keine gute Idee. Geh in dein Büro und setz dich dort hin. Ich glaube, ich muss mal ein Wörtchen mit Rince reden. Kann doch nicht sein, dass die ganze Wache darüber spricht.
(Daemon ab.)

Szene 7

Wachhaus. Vor dem Büro des Kassenwarts. Auftritt Rince und Sillybos.

RINCE: Wie ich hörte, scheint unser neuer Kassenwart ein recht tüchtiger Kerl zu sein.
SILLYBOS: Er bemüht sich zumindest eifrig, Sir.
RINCE: Eine noble Eigenschaft, die ich nicht bei allen Wächtern erkennen kann.
SILLYBOS: Ich tue nur meine Pflicht, Sir.
RINCE: Oh, das war mehr so allgemein gemeint. Ich freue mich nur darüber, dass wir einen verantwortungsvollen Mann für eine verantwortungsvolle Aufgabe gefunden haben.
SILLYBOS: Auch er tut nur, was von ihm verlangt wird, Sir.
RINCE: Wohl wahr, aber von ihm habe ich immerhin noch kein Jammern und Klagen gehört.
SILLYBOS: Er ist auch erst einen Tag hier, Sir.
RINCE: Wie dem auch sei, ich bin bisher sehr zufrieden mit ihm und gedenke, ihm ein paar motivierende Worte zu schenken. Motivierte Mitarbeiter sind die besten Mitarbeiter. (er öffnet die Tür zum Büro des Kassenwarts.) Guten Tag, ich möchte Ihnen im Namen der Wache noch mal ein großes... nanu? (er schließt die Tür wieder.) Wo ist er hin, Korporal?
SILLYBOS: Ist er nicht in seinem Büro?
RINCE: Wie es aussieht, nicht.
SILLYBOS: Aber es war doch gar nicht abgeschlossen.
RINCE: Er wird vermutlich nur kurz wohin gegangen sein.
SILLYBOS: Dennoch sollte man stets sein Büro abschließen, es könnte etwas gestohlen werden. Ich schau' noch mal nach. (er betritt das Büro.)
RINCE: Das stimmt natürlich, das gilt besonders für das Büro des Kassenwarts. Nicht auszudenken, wenn unsere Kasse...
SILLYBOS: (kommt wieder aus dem Büro.) Unsere Kasse ist gestohlen worden!
RINCE: Was? (geht in das Büro.)
SILLYBOS: In solchen Fällen muss man rational überlegen, was passiert sein könnte. Auf jeden Fall sollte man stets die Ruhe bewahren...
RINCE: (kommt aus dem Büro.) Die Kasse ist gestohlen worden! Verdammt, das ganze Geld ist weg! Sillybos, sag sofort Pismire Bescheid, er soll alles Nötige veranlassen. Schnell, jede Sekunde zählt!
SILLYBOS: Ja, Sir, ich eile Sir!
(Sillybos ab.)

- Pause -




Akt III

Szene 1

Wachhaus. Büro des Kassenwarts. Charlie Holm und Alice durchsuchen akribisch das Büro.

ALICE: (nach einer Weile.) Wonach suchen wir eigentlich?
CHARLIE: Nach Spuren, die uns zum Dieb der Kasse führen.
ALICE: Aber was soll der schon groß für Spuren hinterlassen? Er kommt rein, nimmt die Kasse und geht wieder.
CHARLIE: Die Kasse war immerhin in dieser Schublade. (er deutet auf die oberste Schublade des Schreibtischs.) Der Täter wusste, wo er suchen musste.
ALICE: Vielleicht hat der Täter alles auch nur ordentlich hinterlassen?
CHARLIE: So einfach ist es gewiss nicht. Wir müssen versuchen, uns in den Täter hineinzuversetzen...
ALICE: War eigentlich sonst noch was in der Kasse drin, außer dem Geld?
CHARLIE: Wie? Oh, laut Sillybos nur noch ein paar Ein- und Auszahlungsbelege, die noch nicht verbucht waren. Nun, das Fenster ist unversehrt, also wird er durch die Tür gekommen sein. Wir müssen davon ausgehen, dass er gesehen wurde, allerdings hatte wohl niemand Verdacht geschöpft...
ALICE: Hier liegt ein Zettel... (nimmt den Zettel aus der Schublade.) Steht 'Quittung' drauf.
CHARLIE: Sie wird vermutlich versehentlich aus der Kasse gefallen sein. Nun, nehmen wir also an, der Täter kam durch die Tür und hatte nicht viel Zeit, es könnte jederzeit ein Wächter kommen, und...
ALICE: Hier steht noch 'Vielen Dank für die Kooperation, Ihre Gilde der Diebe, Einbrecher und artverwandter Gewerbe'.
CHARLIE: (hört ihr nicht zu.) ... ich vermute, dass der Täter schon auf dem Weg nach Sto Lat ist, das würde wiederum zu dem Artikel in der 'Times' passen, den ich heute gelesen habe...
ALICE: Unterschrieben von Nostor.
(Auftritt Pismire.)
PISMIRE: Und? Schon irgendwelche Spuren.
CHARLIE: Nichts konkretes...
ALICE: Bis auf diese Quittung...
CHARLIE: Nun, ich habe da eine Theorie...
ALICE: Sie ist von der Diebesgilde.
PISMIRE: Von der Diebesgilde? Zeig her. (nimmt die Quittung.) Unglaublich. Was für eine bodenlose Frechheit, die Wache zu bestehlen! Hier Alice, bring dies zu Rince, das ist sehr wichtig. Und sag Daemon Bescheid.
ALICE: Ja, Sir.
(Alice nimmt die Quittung und eilt ab.)

Szene 2

Diebesgilde. Boggis sitzt am Schreibtisch. Auftritt Nostor.

BOGGIS: Ah, unser fleißiges Neumitglied. Hat alles geklappt?
NOSTOR: Ja, Herr. Hier ist das gewünschte Mobile... (reicht Boggis das Käsemobile.)
BOGGIS: Mit Zertifikat, sehr schön.
NOSTOR: Und hier die Kasse der Stadtwache mit 1407 Dollar und 48 Cent. (reicht Boggis die Kasse.)
BOGGIS: Ah, sehr gut. (nimmt die Kasse und schaut hinein.) Ausgezeichnet. Du hast eine Quittung ausgestellt, nehme ich an?
NOSTOR: Ja, ganz wie verlangt.
BOGGIS: Hervorragend. Wenn du weiterhin so gute Arbeit leistest, steht dir bei uns eine große Zukunft bevor. Und nun geh', ich erwarte Besuch, der auf dich zurzeit nicht sehr gut zu sprechen sein dürfte.
NOSTOR: Ich werde mich dann mal meinen neuen Kollege vorstellen.
BOGGIS: Ja, tu das. Ich rufe dich, wenn ich dich brauche.
(Nostor ab. Boggis legt die Kasse in eine Schublade des Schreibtischs.)
BOGGIS: So, dieser Schachzug dürfte den Herren am Pseudopolisplatz eine hübsche Lektion sein. Ohne Kasse ist die Wache so gut wie handlungsunfähig, kein Apparat dieses Umfangs vermag es, einen Monat ohne Geld auszukommen, bis die nächsten Gehälter eintreffen. Das drückt die Stimmung unter den Wächtern, führt zu Streit und Unfrieden, und schließlich wird Rince eingestehen müssen, dass er schlicht und einfach machtlos ist. So werden die Verhältnisse in Ankh-Morpork wieder zurecht gerückt.
(Auftritt Daemon.)
BOGGIS: Hauptmann Daemon, ich habe dich erwartet.
DAEMON: Red' nicht lang um den heißen Brei. (holt die Quittung hervor.) Was soll das hier?
BOGGIS: Eine Quittung, ausgestellt von unserem jüngsten Mitglied, nach einem ordnungsgemäßen Diebstahl. Wo ist das Problem?
DAEMON: Das Problem ist, dass er unsere Kasse gestohlen hat!
BOGGIS: Ich wüsste nicht, warum die Wache nicht bestohlen werden darf.
DAEMON: Und ich wüsste nicht, dass Nostor ein Mitglied der Diebesgilde ist!
BOGGIS: Ich verstehe, dass dich das wundert. Nun, ich habe mich entschlossen, die Anwerbungsstrategie zu ändern. Eine gezielte, offensive Mitgliederpolitik verschafft unserer Gilde wesentlich mehr Möglichkeiten, gewisse Einsatzgebiete zu erschließen. Und der rasche Erfolg gibt mir recht.
DAEMON: Aber was hat das mit uns zu tun?
BOGGIS: Schon eine ganze Weile glaubt die Stadtwache, sich um die Bekämpfung von unlizenziertem Diebstahl kümmern zu müssen. Das ist aber laut Vereinbarung mit dem Patrizier unsere Aufgabe. Dieser Diebstahl sollte eine kleine Lektion sein, damit ihr mal seht, wer hier am längeren Hebel sitzt. Ihr seid nicht allmächtig. Hah! Ich hätte nur zu gerne Rince' Gesicht gesehen, als er den Diebstahl entdeckte.
DAEMON: Schon gut, wir haben die Lektion gelernt. Jetzt rück die Kasse wieder raus.
BOGGIS: Gib's auf, Hauptmann! Die Kasse ist hier und sie bleibt hier! Alles ist im Rahmen der Gesetze abgelaufen, alles ist legal. Wie ihr damit klar kommt, ist wahrlich nicht mein Problem. Vielleicht solltet ihr in Zukunft etwas besser aufpassen!
DAEMON: Das letzte Wort in dieser Sache ist noch nicht gesprochen. Ich komme wieder!
(Daemon ab.)
BOGGIS: Soll mir nur recht sein. Ts. Schlechte Verlierer.
(Auftritt Hopfen.)
HOPFEN: So, Herr, da bin ich wieder mit dem gewünschten Käsemobile.
BOGGIS: Wie? Ich verstehe nicht...
HOPFEN: (reicht Boggis sein Käsemobile.) Hier, bitte sehr. Ihr werdet feststellen, dass ich den Auftrag zu eurer vollsten Zufriedenheit erfüllt habe.
BOGGIS: (ist verwirrt.) Wo hast du denn das Mobile hier her?
HOPFEN: Von dem Vampirzahnarzt, ganz wie gewünscht. Ich habe es mit einem ausgeklügelten Plan gestohlen.
BOGGIS: Ja, aber... hat dich denn mein Bote nicht erreicht, dass ich dich nicht mehr brauche?
HOPFEN: Wie? Äh... nein. Nun, er war schon dort, aber da war ich mitten im Begriff, den Plan auszuführen. Für ein Zurück war es bereits zu spät, und ich werde Euch als Dieb sicher nicht enttäuschen, Herr.
BOGGIS: Äh... aber ich habe bereits ein neues Mitglied, der mir ebenfalls ein Mobile brachte. (holt Nostors Mobile hervor.)
HOPFEN: Das... Das ist gefälscht, jawohl! Ich habe es gestohlen, meins ist das echte, das müsst ihr mir glauben!
BOGGIS: Im Moment glaub ich gar nichts, ich will Beweise sehen. Einen einwandfreien Beweis für den Diebstahl des Käsemobiles.
HOPFEN: Keine Sorge, Herr, den werde ich schnell besorgen.
(Hopfen ab.)
BOGGIS: Was ist denn hier los? Ich brauche Klarheit, und zwar auf der Stelle. Ansonsten gewinnt die Sache noch an Brisanz, und ich nicht weiß, wo das endet. Ich muss sofort mit Ederik sprechen.
(Boggis ab.)

Szene 3

Hier-gibt's-Alles-Platz. Ederik behandelt Leopold von Leermach.

EDERIK: (schaut in Leopolds Mund.) Ah ja, da haben wir ja den Übeltäter. Hast ganz schön zugebissen, wie? Aber so schlimm ist's nicht, der Zahn ist im Prinzip noch ganz, nur – nun ja – der Biss hat ihn ein wenig verzogen. Ich wird' ihn ein bisschen glatt schmirgeln und dann mit einer kleinen Spange zurecht rücken.
LEOPOLD: Aber er tut trotzdem verdammt weh.
EDERIK: (nimmt eine Drahtrolle von seinem Bauchladen und wickelt etwas Draht ab.) Ja, er drückt jetzt ziemlich stark gegen den Knochen, aber mit der Spange ist das Problem bald behoben. So. Ich werde jetzt ein bisschen schleifen und dann einen Zahnabdruck nehmen, damit ich die Spange anpassen kann. (nimmt etwas Schmirgelpapier.) Das kann jetzt ein bisschen weh tun, bitte nicht erschrecken.
LEOPOLD: Ich werde mir Mühe geben.
(Ederik behandelt Leopold. Auftritt Boggis.)
BOGGIS: Verdammt Ederik, was hast du denn nun schon wieder angestellt?
EDERIK: Boggis, meine Güte! Ich bin mitten in einer Behandlung.
BOGGIS: Und ich würde dich nicht stören, wenn's nicht wichtig wäre. War heute morgen ein Dieb bei dir und hat ein Käsemobile gestohlen.
EDERIK: Ja sicher. Wieso?
BOGGIS: (holt ein Käsemobile hervor.) Und war es dieses Käsemobile hier, das er gestohlen hat?
EDERIK: So sah es aus, ja. Das Windspiel ist dran, dann wird's das wohl gewesen sein.
BOGGIS: (holt das andere Käsemobile hervor.) Oder war es dieses hier?
EDERIK: Zwei?
BOGGIS: So ist es. Zwei Käsemobiles, von zwei verschiedenen Dieben, und beide behaupten, sie hätten es bei dir gestohlen.
EDERIK: Das verwundert mich, ich hatte definitiv nur ein Käsemobile.
BOGGIS: Aber sie haben beide das Echtheitszertifikat.
EDERIK: Gerade deswegen wundert's mich ja.
BOGGIS: Kannst du mir sagen, welches das echte ist?
EDERIK: (schaut sich die Mobiles genauer an.) Die sehen sich schon recht ähnlich. Der Käse ist bei beiden gleich alt. Bei dem einen hier sind die Stücke etwas größer, aber ich weiß ehrlich nicht, welches von beiden das echte ist. Ich dachte, das Zertifikat beweist, ob eines echt ist.
BOGGIS: Ja, wenn du etwas besser auf die Zertifikate aufpassen würdest, gäbe es auch nur ein Mobile. Verdammt. Kannst du mir zumindest sagen, wie der Dieb aussah?
EDERIK: Hör zu, ich bin mitten in einer Behandlung...
BOGGIS: Es ist wichtig! Es geht um das Geld der Stadtwache!
EDERIK: Herrje, du hast Großes vor, wie? Er war dunkelhäutig. Recht groß. Kein Einheimischer. Aus Klatsch, würde ich sagen.
BOGGIS: Das würde auf Nostor passen. Perfekt. Ich danke dir!
(Boggis ab.)
LEOPOLD: Hören Sie, die Behandlung muss leider warten, ich muss dringend weg.
EDERIK: Und deine Schmerzen?
LEOPOLD: Die sind jetzt nicht so wichtig. Ich komme später wieder!
(Leopold ab.)

Szene 4

Wachhaus. Rince geht aufgeregt auf und ab. Auftritt Sillybos.

SILLYBOS: Sir, ich habe hier vier neue Ausrüstungsanträge, die Sie unterschreiben müssten...
RINCE: Sillybos, meine Güte, ich habe wirklich Wichtigeres zu tun als diesen ganzen Mist! (reißt ihm die Anträge aus der Hand.) Außerdem haben wir gar kein Geld, schon vergessen?
SILLYBOS: Ja, Sir, ich werde sie vertrösten, Sir.
(Sillybos ab. Auftritt Atera.)
ATERA: Rince, die Stimmung in der Truppe ist gereizt, um es mal vorsichtig zu formulieren. Es gehen Gerüchte um, dass wir diesen Monat keinen Sold bekommen würden. Die Wächter verlangen Klarheit.
RINCE: Sie werden ihr Geld bekommen, jeder einzelne. Sag ihnen das. Jeder wird seinen Sold pünktlich zur Monatsmitte erhalten. (beiseite.) Ich weiß nur noch nicht wie.
ATERA: In Ordnung, das wird sie hoffentlich besänftigen.
(Atera ab. Auftritt Gina von Dalismus.)
GINA: (salutiert.) Sir, Sie haben soeben eine Vorladung zum Patrizier bekommen.
RINCE: (entnervt.) Auch das noch. Worum geht's diesmal?
GINA: Er möchte wissen, warum Sie auf Kosten der Stadt eine zusätzliche Kraft einstellen, wo Sie doch dazu angehalten sind, Kosten zu sparen.
RINCE: Na, weil das eigentlich genau deren Aufgabe war! Verdammt! Geh wieder zum Tresendienst, ich muss nachdenken.
(Gina salutiert und geht ab.)
RINCE: Wir müssen die Kasse wiederbekommen, koste es, was es wolle. Die ganze Wache ist lahmgelegt ohne die finanziellen Mittel. Ts! Gestohlen von der Diebesgilde. Das ist ja wohl der Gipfel der Dreistigkeit! Und dann auch noch der Patrizier. Wenn der davon erfährt, ist's endgültig aus.
(Er setzt sich auf einen Stuhl und vergräbt das Gesicht in seinen Händen. Auftritt Daemon.)
DAEMON: Schlechte Neuigkeiten.
RINCE: Auch das noch.
DAEMON: Ich habe eben mit Boggis gesprochen. Er freut sich diebisch über seinen gelungenen Coup. Er hat unseren neuen Kassenwart nur wenige Minuten nach seiner Einstellung bei uns direkt angeworben, eine Nebentätigkeit als Dieb ist gesetzlich nicht verboten. Tja, und just als unser Webel sein Gildeninitiationsritus abgelegt hatte, was er wohl in der Mittagspause erledigt hat, tja, schon hat er sich als erste Beute unsere Kasse gesichert. Als offizielles Mitglied der Diebesgilde, mit Quittung und allem drum und dran. Da ist rechtlich nichts zu machen.
RINCE: Und was sollen wir jetzt tun?
DAEMON: Ich habe nicht die geringste Ahnung. Vielleicht zum Patrizier gehen?
RINCE: Keine Chance. Er wird wer weiß was mit mir machen, aber auf keinen Fall Verständnis für meine Lage haben.
DAEMON: Einen anderen Vorschlag habe ich auch nicht.
RINCE: (steht auf.) Tja, dann war's das. Wir können einpacken. Fertig, aus.
(Auftritt Gina von Dalismus.)
GINA: (salutiert.) Sir, hier ist jemand, der sich selbst anzeigen möchte. Er behauptet, er habe ein Käsemobile gestohlen.
DAEMON: Ein Käsemobile?
RINCE: (resigniert.) Schick ihn zu SEALS, die kümmern sich drum.
DAEMON: Moment, warte mal. Das hab ich heute doch schon mal gehört. Schick ihn her, Gina, mal sehen, was er zu sagen hat.
GINA: Ja, Sir.
(Gina salutiert und geht ab.)

Szene 5

Wachhaus. Die Vorigen. Auftritt Hopfen.

HOPFEN: Herr, ich möchte mich selbst anzeigen. Ich bin schuldig. Ich habe einen Diebstahl begangen. Würden Sie mir eine Bestätigung des Diebstahls ausstellen?
DAEMON: Moment, eines nach dem anderen. Wer bist du und was hast du gestohlen und von wem?
HOPFEN: Hopfen, Herr. Fester Hopfen. Ich habe von einem Herrn Ederik ein Käsemobile gestohlen und möchte mich nun selbst anzeigen.
DAEMON: Hm. Was erhoffst du dir von einer solchen Anzeige?
HOPFEN: Nun, ich dachte, wenn der Diebstahl offiziell in Ihren Akten verzeichnet ist, so ist es doch gewiss möglich, als Betroffener auch eine Bescheinigung dafür zu bekommen. Und die brauch ich...
DAEMON: Wofür brachst du die?
HOPFEN: Nun, naja, nicht so wichtig...
DAEMON: Hat das zufällig mit dem Gildeninitiationsritus der Diebesgilde zu tun?
HOPFEN: Ich...äh...Sie wissen davon?
DAEMON: Schon. Aber bis eben glaubte ich, ein anderer hätte jenes Käsemobile gestohlen.
RINCE: Ich verstehe im Moment nur noch Käse. Könnte mich vielleicht jemand mal aufklären?
(Auftritt Leopold von Leermach.)
LEOPOLD: Sir, ich denke, ich kann da behilflich sein. Ich komme gerade vom Zahnarzt und habe da ein interessantes Gespräch mitbekommen, von dem ich meine, dass ich es melden sollte. Es geht um das Gildeninitiationsritus...
RINCE: Moment, Moment, was denn eigentlich für ein Ritus?
DAEMON: In Ordnung, für den Chef ganz langsam zum Mitschreiben. Das Gildeninitiationsritus der Diebesgilde, das man ablegen muss, um offizielles Mitglied zu werden, besteht aus dem Diebstahl eines Käsemobiles...
LEOPOLD: ... und zwar vom Vampirzahnarzt namens Ederik.
DAEMON: Richtig. Jeder neue Dieb muss es bestehen. Dann bringt er das Käsemobile zu Boggis, und der erklärt ihn zum neuen Mitglied.
HOPFEN: Ja! Ja! Das hab ich auch genau so gemacht!
LEOPOLD: Aber diesmal scheint etwas schief gelaufen zu sein. Es gibt nämlich zwei Käsemobiles...
HOPFEN: Es gibt nur ein echtes und das habe ich gestohlen!
DAEMON: Unser Kassenwart hatte ebenfalls eins. Boggis zeigte es mir.
LEOPOLD: Ja, aber Boggis hat keinen Beweis dafür, welches das echte ist. Was wiederum bedeutet...
DAEMON: ... dass er nicht weiß, wer der echte Dieb ist. Mir geht langsam ein Licht auf.
LEOPOLD: Genau. Und jetzt sucht er nach Beweisen, um herauszufinden, wer es denn war.
HOPFEN: Ja, ich weiß. Und darum brauch' ich ja die Bescheinigung!
RINCE: Moment. Wenn du der echte Dieb bist, dann wäre Nostor doch der falsche. Und das wiederum bedeutet, dass er kein rechtmäßiges Mitglied der Diebesgilde ist...
DAEMON: Das würde heißen, dass er die Kasse gar nicht stehlen durfte.
RINCE: Es gibt vielleicht doch noch so was wie Hoffnung. Wir bestätigen, dass Hopfen hier der echte Dieb ist und kriegen so unsere Kasse wieder.
HOPFEN: Nun ja...
RINCE: Oder etwa nicht?
HOPFEN: Okay, okay, mein Käsemobile war gefälscht. (Pause.) Aber er war eine gute Fälschung!
RINCE: Hm. Aber solange niemand weiß, wer der echte Dieb ist, können wir es doch durchaus so auslegen, oder?
DAEMON: Das Problem ist nur, dass Boggis sich nicht hinters Licht führen lässt. Er will Beweise dafür, dass der Webel der Dieb ist, weil er dann die Kasse behalten darf.
RINCE: Herrje, dann müssen wir es eben hieb- und stichfest beweisen. Wir werden Nostor ein bombensicheres Alibi verschaffen, Sillybos wird das sein. Und SUSI wird Hopfen, sein Käsemobile und diesen Zahnarzt so mit Spuren überhäufen, dass an dem Diebstahl nicht mehr der geringste Zweifel bestehen kann. Wir sind die Meister im Spuren finden, wäre doch gelacht, wenn wir nicht auch welche legen könnten.

Szene 6

Sillybos' Fass. Sillybos sitzt am Tisch.

SILLYBOS: Ach, Hegelkant...?
(Auftritt Hegelkant. Er trägt eine Kochmütze und eine Schürze.)
HEGELKANT: Ja, Herr?
SILLYBOS: Woher hattest du eigentlich das Käsemobile von heute Morgen?
HEGELKANT: Ein Zahnarzt gab es mir, der es anscheinend nicht mehr benötigte.
SILLYBOS: Es stand nämlich 'Diebesgilde' drauf, deswegen frage ich. Von einem Zahnarzt? Hm. (überlegt.) Und nachdem du es mir gegeben hast, hast du es später aus dem Büro wieder mitgenommen, als ich nicht mehr da war?
HEGELKANT: Nein, Herr. Ich bin gleich darauf nach Hause gegangen.
SILLYBOS: Merkwürdig. Denn als ich später wieder hineinging, war es nicht mehr dort.
HEGELKANT: Vielleicht ist es runtergefallen?
SILLYBOS: Wir haben eigentlich das ganze Büro durchsucht, wegen der Kasse.
HEGELKANT: Dann weiß ich es auch nicht, Herr.
(Es klopft.)
HEGELKANT: Ich werde öffnen.
(Hegelkant ab.)
SILLYBOS: Hm. Recht eigenartig, die ganze Geschichte.
(Auftritt Hegelkant.)
HEGELKANT: Das war Gefreite Alice, Herr. Ihr sollt dringend zum Wachhaus kommen, es geht um ein Alibi.
SILLYBOS: In Ordnung. Hegelkant, du kommst mit und hilfst mir dann später, im Wachhaus nach dem Käsemobile zu suchen. Ich glaube, es ist wichtig.
HEGELKANT: Ich bin gerade am Kochen, Herr...
SILLYBOS: Ich weiß, Hegelkant, aber nach fertiger Arbeit schmeckt es doppelt so gut.
HEGELKANT: In Ordnung, Herr.
(Sillybos und Hegelkant ab.)

Szene 7

Wachhaus. Pismire begutachtet Hopfen, der von Alice hergerichtet wird. Lady Rattenklein sitzt auf Hopfens Schulter und entnimmt eine Haarprobe.

PISMIRE: In Ordnung, wir haben Folgendes zu tun. Wir müssen dein Aussehen so verändern, dass du wie Nostor aussiehst. Dein Gesicht wird mit dunkler Farbe angemalt werden, zusätzlich wirst du einen tiefen Hut tragen, damit dein Gesicht nicht von weitem erkennbar ist und der Zahnarzt zumindest in Erwägung zieht, dass auch du der Täter sein könntest.
(Alice trägt braune Farbe auf dem Gesicht auf.)
PISMIRE: Lady Rattenklein wird ein paar Haare von dir entnehmen und sie beim Zahnarzt verteilen. Das Problem sind die Fingerabdrücke, wir können deine nicht unbemerkt beim Zahnarzt hinerlassen. Also wirst du mit Handschuhen gearbeitet haben, und wir werden eventuelle Fingerabdrücke von Nostor verwischen.
RATTENKLEIN: Dürfte kein Problem sein.
PISMIRE: Wichtig ist das Käsemobile. Da habe ich noch keine Idee, wie wir das am besten machen.
HOPFEN: Hm. Ich habe hier noch die Reste der Käsestücke, aus denen ich das Mobile gebastelt habe. Könnten die helfen?
PISMIRE: Ja, Hervorragend. Wir werden Spuren davon beim Zahnarzt hinterlassen und dann im Labor nachweisen, dass sie von deinem Mobile stammen. Da die Spuren beim Zahnarzt waren, ist das ein Beweis dafür, dass auch sein Mobile vom gleichen Stück Käse stammte und dein Mobile somit das echte ist.
RATTENKLEIN: (hüpft von Hopfens Schulter.) So, die Haare hab ich. Gib mir noch den Käse, und dann mach ich mich auf zum Zahnarzt.
HOPFEN: (holt eine kleine Papiertüte aus seiner Jackentasche und reicht sie Lady Rattenklein.) So, das sind die Reste. Nimm dir, was du brauchst.
RATTENKLEIN: (nimmt sich etwas Käse.) So, das müsste reichen, es soll ja auch nicht zu auffällig sein. Ich mach mich dann auf den Weg, wünscht mir Glück!
(Lady Rattenklein ab.)
ALICE: Ist es so gut?
PISMIRE: Schon nicht schlecht. Du brauchst noch eine andere Jacke, Nostor hatte einen halblangen Mantel. Aber ansonsten könnte er schon fast als Nostor durchgehen. Wichtiger ist jedoch, dass die Spuren beim Zahnarzt richtig gesetzt werden.

Akt IV

Szene 1

Wachhaus. Rince' Büro. Auftritt Sillybos.

SILLYBOS: Sie wollten mich sprechen, Sir?
RINCE: Ja, Sillybos, ich habe einen speziellen Auftrag für dich. Du weißt, dass unsere Kasse gestohlen wurde...
SILLYBOS: Ja, Sir, ich war dabei.
RINCE: Nun, wir haben jetzt einen Weg gefunden, wie wir sie zurückbekommen können.
SILLYBOS: Das klingt großartig, Sir.
RINCE: Nun, der Weg besteht darin, dass du bezeugen musst, dass Nostor den gesamten Nachmittag mit dir in seinem Büro war und du ihn in die Arbeit als Kassenwart eingewiesen hast.
SILLYBOS: Aber Sir, das stimmt nicht, ich war...
RINCE: Ich weiß, dass es nicht stimmt. Aber es ist leider die einzige Möglichkeit, an die Kasse zu kommen.
SILLYBOS: Nun ja, Sir...
RINCE: Du müsstest es allerdings auch vor Gericht beschwören können.
SILLYBOS: Sir, das wäre dann sogar Meineid. Darauf steht eine hohe Strafe.
RINCE: Ja, Sillybos, ich weiß. Aber es geht hier immerhin um die Zukunft der Wache. Ich würde dich nicht darum bitten, wenn es nicht dringend notwendig wäre.
SILLYBOS: Ihr verlangt ziemlich viel von mir, Sir...
RINCE: Ich kann es nicht ändern. Wenn du es allerdings nicht tust, wirst du diesen und nächsten Monat wohl leider keinen Sold bekommen können...
SILLYBOS: (seufzt.) Also gut, Sir.

Szene 2

Hier-gibt's-Alles-Platz. Ederik sortiert seinen Bauchladen. Auftritt Lady Rattenklein.

EDERIK: Was für ein anstrengender Tag. Immer nur Ärger mit der Diebesgilde. Ich sollte in Erwägung ziehen, mich aus dem Geschäft ganz zurückzuziehen und mich ganz meiner Praxis widmen.
RATTENKLEIN: Sag, bist du Ederik, der Vampirzahnarzt?
EDERIK: Ja, das ist mein Name. Was kann ich für dich tun?
RATTENKLEIN: Heb mich hoch, von hier unten aus redet sich's schlecht.
EDERIK: Wie du meinst. (hebt Lady Rattenklein auf seinen Bauchladen.) Tut mir Leid, aber ich behandele keine Gnome.
RATTENKLEIN: (verteilt unauffällig kleine Käsekrümel und Haare auf dem Bauchladen.) Ach, und wieso nicht? Bist'n Speziesist?
EDERIK: Ich habe kein passendes Werkzeug.
RATTENKLEIN: Achso, naja, nicht so wild. Ich wollte dich auch was ganz anderes fragen. Es geht um ein Käsemobile...
EDERIK: (genervt.) Was, du auch noch? So klein und will Dieb werden? Ihr geht mir alle gewaltig auf die Nerven!
RATTENKLEIN: Nur eine kleine Frage...
EDERIK: Nein, jetzt reicht's! Genug ist genug. Ich werde mich bei Boggis beschweren!
(Er lässt Lady Rattenklein unsanft auf den Boden fallen und eilt ab.)
RATTENKLEIN: Au! Verdammter Mist. Aber immerhin habe ich meinen Auftrag erfüllen können. (reibt sich die Hüfte.) Hoffentlich hat sich die Mühe auch gelohnt... (ab.)

Szene 3

Diebesgilde. Boggis sitzt an seinem Schreibtisch. Auftritt Rince, Daemon.

BOGGIS: Ah, die Herren Stadtwächter. Was kann ich für euch tun? Möchten sie vielleicht einen kleinen Kredit aufnehmen?
RINCE: Boggis, ich fordere dich hiermit auf, die Kasse der Stadtwache rauszurücken und uns zu übergeben. Dein angebliches neues Mitglied hat das Gildeninitiationsritual nicht bestanden und ist somit kein rechtliches Mitglied der Gilde.
BOGGIS: Tut mir Leid, Kommandeur, aber ich fürchte, du hast da was falsch verstanden. Er hat das Käsemobile gestohlen und mir überbracht, ich habe es hier. (holt Nostors Käsemobile hervor.) Des weiteren habe ich die Bestätigung von Ederik, dass er der Dieb ist.
RINCE: Irrtum. Ederik sagt lediglich, dass es ein großgewachsener dunkelhäutiger Mann war. Eine sehr vage Beschreibung.
BOGGIS: Aber auf Nostor trifft sie zu, auf Hopfen nicht.
RINCE: Da irrst du dich. Komm rein, Hopfen.
(Auftritt Hopfen und Sillybos. Hopfen trägt Schuhe mit dicken Sohlen, einen halblangen Mantel und einen Hut. Er geht sehr behäbig.)
BOGGIS: Was ist denn das für eine alberne Verkleidung?
HOPFEN: So war ich bei dem Zahnarzt, als ich das Mobile gestohlen hatte. Das gehörte alles zu meinem Plan, damit der Verdacht nicht auf mich fällt.
BOGGIS: Aber es war doch nur eine Simulation. Welchen Sinn macht es, sich da zu verkleiden?
HOPFEN: Was ich tue, tue ich gründlich.
RINCE: Des weiteren werden wir mit Sicherheit bei Ederik noch Käsespuren seines Mobiles finden, anhand derer wir feststellen können, welches denn nun das echte Mobile ist. Außerdem kann Sillybos hier bezeugen, dass Nostor gar keine Zeit hatte, das Mobile zu stehlen.
SILLYBOS: Das ist richtig. Wir waren die ganze Zeit im Büro und haben die Buchführung der Stadtwache besprochen. Ich war die ganze Zeit bei ihm. (schaut skeptisch zu Rince rüber, der den Blick auffordernd erwidert.) Das schwöre ich.
BOGGIS: Kommandeur Rince, das ist ein äußerst erbärmlicher Versuch, eure Kasse wieder zu bekommen. Ederik hat den Dieb beschrieben und wird bei einer Gegenüberstellung Nostor einwandfrei als den wahren Dieb identifizieren.
(Auftritt Ederik.)
EDERIK: Also so einen Tag habe ich selten erlebt. Boggis, unsere Abmachung war, dass ein Dieb kommt um das Mobile zu klauen und ich dann in Ruhe gelassen werde. Stattdessen werde ich den ganzen Tag über mit dieser Sache belästigt. Es reicht!
BOGGIS: Gut, dass du da bist, Ederik. Tut mir Leid, dass du Unannehmlichkeiten hattest, aber du kannst hier eine kleine Streitfrage klären. (er deutet auf Hopfen.) Ist dies dort der Mann, der dein Käsemobile gestohlen hat?
EDERIK: Was, in der albernen Verkleidung? Nie im Leben.
RINCE: Was? Wie kannst du dir so sicher sein?
EDERIK: Das ist doch mehr als offensichtlich. So was auffälliges.
BOGGIS: Da siehst du's, Kommandeur.
RINCE: Aber die Käsespuren. Sie werden den endgültigen Beweis liefern.
BOGGIS: Wenn du noch mehr Gewissheit haben willst, Ederik wird keine Probleme haben, den wahren Dieb zu identifizieren. (ruft nach hinten.) Ich möchte Nostor in meinem Büro sprechen.
RINCE: Das ist doch alles ein abgekartetes Spiel.
BOGGIS: Nein, es ist alles im Rahmen der Gesetze.
(Auftritt Nostor.)
NOSTOR: Sie haben gerufen?
RINCE: Verräter!
BOGGIS: Ja... Nun, Ederik, ist dies hier der Dieb des Käsemobiles?
EDERIK: Der Mann da? Nee, der auch nicht.
BOGGIS: Wie?
RINCE: Hah!
EDERIK: Der Dieb war viel größer. Mindestens eins neunzig. Und hatte so einen breiten Mund...
Boggis: (erregt.) Wer ist denn nun unser neues Mitglied?
(Auftritt Hegelkant.)
HEGELKANT: Tut mir Leid, Herr. Ich kann das Käsemobile nirgends finden. Schade, dabei war es so ein schönes Exemplar...
EDERIK: (ruft.) Das ist er! Das ist der Dieb!

Szene 4

Vor der Diebesgilde. Auftritt Daemon und Rince mit der Kasse.

DAEMON: Da sind wir ja noch mal mit heiler Haut davon gekommen.
RINCE: Kein Wort mehr davon. Hauptsache wir haben unsere Kasse wieder. Alles andere ist Geschichte.
(Auftritt Nostor.)
RINCE: Und du Verräter, tritt du mir bloß nicht unter die Augen. Du hast mich bitter enttäuscht.
NOSTOR: Ist das eine Art, seinen Mitarbeiter zu behandeln?
RINCE: Ehemaligen Mitarbeiter.
DAEMON: (abfällig.) Webel 'der Reserve'.
NOSTOR: Trotzdem möchte ich Ihnen danken, Kommandeur. Sie haben mich viel über Ankh-Morpork gelehrt.
RINCE: Und das wäre?
NOSTOR: Niemandem zu vertrauen.
DAEMON: Das hat er dich gelehrt?
NOSTOR: Nun, indirekt. Er war das Negativbeispiel.
RINCE: (verärgert.) Du wirst schon sehen, was du davon hast. Lass uns gehen.
(Rince und Daemon ab.)
NOSTOR: Ein interessante Stadt, ich muss schon sagen. Nicht besonders hübsch, aber dennoch sehr faszinierend und voller Möglichkeiten. Ich denke, hier lässt es sich aushalten.
(Nostor ab. Auftritt Sillybos und Hegelkant.)
SILLYBOS: Und du bist nur gekommen, um mir zu sagen, dass du das Mobile nicht gefunden hast?
HEGELKANT: Nun, Herr, wo ihr doch sagtet, es sei wichtig...
SILLYBOS: Woher wusstest du eigentlich, das ich hier bin?
HEGELKANT: Gefreite Alice sagte es mir, als ich im Wachhaus nach euch suchte. Und dann bin ich hierher geeilt.
SILLYBOS: Gutgut. Freut mich übrigens, dass du die Gildenmitgliedschaft abgelehnt hast und dich entschlossen hast, mein Sklave zu bleiben.
HEGELKANT: Es ist mir lieber so, Herr. Sklave, bleib bei deinem Herrn, heißt es.
SILLYBOS: Und was hat du mit deiner Ernennungsurkunde gemacht?
HEGELKANT: Ich habe zugunsten eines Mannes verzichtet, der die Gildenmitgliedschaft sicher besser gebrauchen kann als ich, Herr.
SILLYBOS: Na dann ist ja alles bestens. Lass uns nun heim gehen und endlich essen.
HEGELKANT: Das Essen, Herr! Ich habe das Essen auf dem Herd vergessen!
(Hegelkant läuft ab.)
SILLYBOS: Hm. Vielleicht schmeckt das Essen nach fertiger Arbeit doch nicht doppelt so gut.
(Sillybos ab. Auftritt Boggis und Hopfen mit Hegelkants Ernennungsurkunde.)
HOPFEN: Ende gut, alles gut, Herr.
BOGGIS: Ich werde mich damit trösten, der Wache zumindest einen kleinen Streich gespielt zu haben.
HOPFEN: Und danke, dass ihr euch von meinen Fähigkeiten habt überzeugen lassen und dass ihr mich als Neumitglied aufnehmt.
BOGGIS: Du hast gewisses Talent, das kann man dir nicht absprechen. Aber in Zukunft werden wir unser Gildeninitiationsritus wesentlich vereinfachen.
HOPFEN: Was hat es eigentlich mit dem Käsemobile auf sich?
BOGGIS: (holt Hopfens Käsemobile hervor.) Es ist eine Tradition. Früher war ein Käsemobile ein Statussymbol. Nur die reichsten Familien hatten in ihren Häusern so viele verschiedene und exotische Käsesorten. Wer dort stehlen und aus so vielen verschiedenen Käsesorten ein Mobile basteln konnte, galt als ein Meisterdieb.
HOPFEN: Die Zeiten haben sich geändert.
BOGGIS: Ja. (betrachtet das Käsemobile.) Es beginnt zu stinken.

Vorhang.



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