Raub, Mord und ... Smalltalk?

Bisher hat keiner bewertet.

von Gefreite Ayure Namida (RUM)
Online seit 30. 09. 2007
PDF-Version

Ein Raub, ein Mord und jede Menge Kommunikationsprobleme.

Dafür vergebene Note: 11

Ein dumpfes Zuschlagen der Tür kündigte das Gehen ihres Kollegen an. Sophie Souffle war alleine in der großen Küche, welche ihr neuer Arbeitsplatz war. Seit einigen Wochen war sie nun Chefköchin im "Unique" und das Restaurant hatte einen unheimlichen Aufschwung erlebt. Doch eigentlich ging es der kleinen, etwas molligen, Frau mit der rot-weiß-karierten Schürze nicht um das Geld, welches sie verdiente. Sie wollte mehr. Ihr Ziel war es das beste Gericht zu entwickeln. Ein Gericht, dem niemand widerstehen konnte. Geistesabwesend steckte sie die Strähnen ihres aschblonden Haares zurück, die sich aus dem dicken Haarknoten gelöst hatten und ging zu einem Unterschrank in der Ecke der Küche. Sie öffnete den Schrank und verrückte einige verstaubte Flaschen. Das Etikett war auf allen Flaschen gleich. "Schnappers einmahlik fruchtieger Esssig mit Salzzugabe" verkündeten die fleckigen Etiketten in so stark verschnörkelten Buchstaben, dass man sie kaum entziffern konnte. Ein Lächeln breitete sich auf Sophies gutmütig wirkendem Gesicht aus. Wahrscheinlich hatte sich ein Lehrling das Zeug andrehen lassen. Für sie war es das perfekte Versteck - niemand würde das Zeug anrühren. Sorgfältig ordnete sie die Flaschen wieder an, nachdem sie das Gesuchte gefundne hatte. In ihren Händen hielt sie einen kleinen unscheinbaren Zettel. Sie kehrte zur Arbeitsfläche zurück und betrachtet ihn nachdenklich. Mit diesem Rezept würde sie den Wettbewerb gewinnen. Daran bestand kein Zweifel. Monatelang arbeitete sie nun schon an diesem Rezept. Es war unschlagbar.
Es knarrte. Erschrocken drehte sich die Köchin um. Ihre Finger verkrampften sich um den Zettel, als sie erkannte woher das Knarren kam. War es möglich, dass jemand im Speisesaal war? Es gab nur eine einzige knarrende Diele, aber die Bediensteten wichen ihr aus, wenn sie... wenn sie den Zugang zur Küche erreichten. Ganz langsam ging auf die Schwingtür zu. Auf dem Weg griff sie instinktiv nach einer schweren Eisenpfanne.
Noch drei Schritte.
Ihre rechte Hand verkrampfte sich um den Pfannenstiel, die linke drohte das Rezept zu zerreißen.
Zwei Schritte.
Die andere Seite der Tür schien beunruhigend ruhig...
Ein Schritt.
Es lauerte.
Mit einem beherzten letzten Schritt und erhobener Pfanne warf sie sich gegen die Tür.
Um sie herum wurde alles schwarz.
Irgendetwas ist schief gelaufen.

***

Nachdenklich blickte Romulus von Grauhaar, Abteilungsleiter der Abteilung R.U.M., aus dem Fenster seines Büros. Er hatte einen guten Blick auf den Eingang des Wachhauses am Pseudopolisplatz und beobachtete die Wächter, die geschäftig hin und her eilten. Ab und an konnte er auch Zivilisten ausmachen. Ein Klopfen, welches den Eindruck erweckte gut geplant und exakt ausgeführt zu sein, scheuchte ihn aus seinen Gedanken. Er drehte sich um und bat die Person mit einem einfachen "Ja" hinein. Die Tür öffnete sich prompt und eine junge Frau in einem grau-roten, sehr ordentlichen Kleid öffnete die Tür, trat hinein und knickste. Lächelnd beobachtete Romulus, wie seine Stellvertreterin Ophelia Ziegenberger die Tür leise schloss. Sie würde sich das Knicksen wohl nie abgewöhnen können. Die Wächterin drehte sich um und begrüßte ihn mit einem warmen Lächeln. Romulus deutete ihr an Platz zu nehmen und setzte sich seinerseits auf den Platz hinter seinem Schreibtisch. Ophelia, welche aufrecht auf ihrem Stuhl saß, musterte ihn neugierig.
"Du hast nach mir geschickt um etwas Wichtiges zu besprechen." Es war eine Feststellung - keine Frage. Romulus nickte still, ehe er ihr antwortete.
"In letzter Zeit habe ich den Eindruck, als sei unsere Abteilung ein wenig eingeschlafen." Er beließ es vorerst dabei, um seiner jungen Kollegin die Gelegenheit zu geben darüber nachzudenken.
"Wie kommst du zu diesem Schluss? Ich hatte den Eindruck R.U.M sei eine sehr arbeitsfreudige Abteilung. Es mangelt uns nicht an Fällen und wir haben eine gute Rate was die Lösungen der Fälle angeht." Man konnte ihr deutlich ansehen, wie stolz sie darauf war ein Mitglied dieser Abteilung zu sein. Romulus schaute sie offen an.
"Aber das meiste geschieht in Einzelarbeit oder in bereits gefestigten Thiems! Es gibt kaum Kontakt zwischen den einzelnen Wächtern. Und wir verlieren dadurch ganz eindeutig an Spannkraft!"
Ein wenig beschämt senkte Ophelia den Blick. War es möglich, dass ihr der Blick für diese Art der Betrachtung noch fehlte? Sie fasste sich jedoch schnell wieder. Entschlossen richtete sie sich noch mehr auf.
"Doch wie können wir diesen Punkt der Abteilungszusammenarbeit gemeinsam angehen und optimieren?" Man konnte ihr deutlich ansehen, wie angestrengt sie darüber nachdachte.
Es klopfte an der Tür und ein Rekrut betrat zögernd das Büro. Beim Anblick der beiden Offiziere wurde er sichtlich nervös und das Salutieren wollte ihm nicht recht gelingen.
"Es wurde ein Mord gemeldet, Sir!" Mit einem Blick auf Ophelia fügte er hastig ein "Mä'äm" hinzu.
"Danke, ich schicke gleich jemanden zum Tresen. Du darfst jetzt gehen"
Das ließ sich der Rekrut nicht zwei mal sagen und eilte fast hinaus ohne die Tür zu schließen. Nachdenklich starrte Romulus die Tür an, als seine Kollegin einwarf: "Wir könnten dafür sorgen, dass sich schon erfahrene Wächter mit den Neulingen zusammentun. Anders würden sie wohl nie Kontakte knüpfen." Romulus Miene erhellte sich.
"Kolumbini hat momentan keinen Fall. Wen würdest du als Kollegen vorschlagen?"
"Wie wäre es mit Gefreiten von Nachtschatten? Sie ist noch neu in der Abteilung, aber bereits fertig ausgebildet." Romulus, der den Ermittler Kolumbini gut kannte, musste bei diesem Vorschlag grinsen.
"Ja, ich denke das können wir versuchen. Fred kommt viel zu wenig unter die neuen Kollegen. Ich bin gespannt wie die zwei miteinander klar kommen."

***

"Hast du schon gehört? Mitten in der Nacht soll eine ganze Gruppe ungesehen dort eingebrochen sein! Die Frau hatte keine Chance, wo sie doch alleine war"
"Was? Ich dachte es war ein einziger Mann und er sei mitten am Abend einfach rein marschiert! Angeblich hat er sechs Personen ermordet!"
"Stimmt es, dass der Koch vom "Savoureux" die Köchin herausgefordert hatte?"
"Genau! Bei diesem Kochwettbewerb, der nächsten Dienstag stattfinden soll."
"Ich wette der war es! Das ist doch völlig klar!"
Ankh-Morpork tratschte. Wie üblich hatten sich mehrere Bürger vor dem vermeidlichen Tatort versammelt und tauschten jetzt ihre fachkundigen Meinungen aus. Eine junge Frau mit schwarzem, zu vielen einzelnen Zöpfen geflochtenem, Haar und einem langen Kapuzenmantel stand unbemerkt im Schatten einer engen Gasse und kritzelte eifrig in ein kleines Notizheft. Ihre grauen Augen funkelten vergnügt, als sie sich die wildesten Theorien anhörte. Es war wirklich erstaunlich, wie viel Unsinn ein menschliches Gehirn fabrizieren konnte. Andererseits war bei jedem Gerücht auch ein Kern Wahrheit, oder zumindest ein Anhaltspunkt, auf den man sich stützen konnte. Mina kreiste den Namen des Restaurants und das Stichwort "Kochwettbewerb" ein und machte sich vorerst auf den Weg ins Wachhaus.

***

Ein leises, etwas gedämpftes Klirren erklang, als Kolumbini in einer Manteltasche herum wühlte. Ungläubig beobachtete seine junge Kollegin, wie er zwei Tassen und und zwei kleine Kramiktöpfchen hervorholte. Als dann noch eine Teekanne folgte, in der man den Inhalt umher schwappen hören konnte, starrte sie ihn förmlich an. Unschuldig wie ein frommes Lamm schaute der Ermittler Mina an.
"Auch etwas Tee?" Die junge Frau brachte nur ein zustimmendes Murmeln hervor. Während der Inspäctor den Tee eingoss[1] musterte er seine Kollegin. Sie war neu in der Wache, er hatte sie noch nie gesehen. Und sie war schön. Sie war jung. Innerlich schnaubte er. Er hielt nicht viel von jungen und schönen Frauen. Irgendwie hatte er das Gefühl, dass sie im eher eine Last sein würde als eine Hilfe. Wieso konnte Romulus ihn nicht einfach alleine arbeiten lassen? Anscheinend hatte Mina seinen Blick bemerkt, denn sie lächelte ihn etwas schüchtern an. Fast hätte er die Teekanne fallen lassen. Wie hatte er übersehen können, dass sie ein Vampir war? Es war so offensichtlich! Eiskalte Finger schienen sich auf seinen Nacken zu legen.
Erkenne ich Vampire erst wenn sie mich gierig angrinsen und ihre Zähne zeigen?
Er konnte einfach nicht glauben, dass er es nicht gesehen hatte. Immerhin kam er aus Überwald! Wahrscheinlich hatte er sich von ihrem jungen und unschuldigen Aussehen blenden lassen.
"Alles in Ordnung Kollege?" Mina fühlte sich langsam etwas unwohl. Kolumbini räusperte sich und setzte sich auf den Stuhl, der hinter seinen Bürotisch stand.
"Natürlich, lass uns anfangen. Was hast du herausgefunden?" Er schien es plötzlich sehr eilig zu haben.
"Das Opfer heißt Sophie Souffle, das Alter habe ich nicht herausbekommen. Sie war seit einigen Wochen Chefköchin im "Unique" und eine sehr begehrte Köchin. Da es Streit zwischen den vier besten Restaurants in Ankh-Morpork darüber gab, welche Küche die beste sei, sollte in drei Tagen ein großer Kochwettbewerb starten, der diese Frage endgültig klären soll. Die anderen Köche sind Patrick Patissier vom " Savoureux", Marvin Muffel vom "Le Foie Heureux" und natürlich Hektor Hefe vom "Heiß und Fettig". Die drei sollten wir uns wohl mal anschauen. Ein Motiv wäre vorhanden."
Eine Stille legte sich über das Büro, als Mina auf eine Antwort wartete. Etwas ungeduldig beobachtete sie wie Kolumbini seinen Tee mit Honig und Milch verfeinerte. Sorgfältig achtete er auf die exakte Menge und schien völlig darauf konzentriert zu sein. Er hatte sich ein wenig hinunter gebeugt, so dass seine Augen auf einer Höhe mit dem Tassenrand waren.
"Ähm... Korporal?"
"Mhm?" Er ließ einen einige weitere Tropfen Milch in die Tasse fallen, hielt einen Moment inne und gab dann noch einen einzigen Tropfen hinzu. Zufrieden richtete er sich auf und rührte den Tee vorsichtig um. Dann nahm er einen großen Schluck und brummte zufrieden.
"Ahh. So muss Tee schmecken." Er bemerkte den fassungslosen Blick seiner Kollegin.
"Ist etwas?" Als er bemerkte, dass seine Vampirkollegin anscheinend etwas sauer war[2] vergrößerte er den Sicherheitsabstand vorsorglich ein wenig.
Mina atmete tief durch und fragte dann betont ruhig:"Hast du gerade überhaupt zugehört?"
Verwundert antwortete er: "Natürlich. Wir haben drei Verdächtige, Kochwettbewerb am Dienstag und so weiter." Er tippte sich an den Kopf und grinste "Alles hier drin".
Dann fügte er im ernsten Tonfall hinzu: "Übrigens war sie 36 Jahre alt. Und wir fanden einen Zettel in ihrer Hand. Oder besser ein Fetzen eines Zettels."
Er kramte kurz in seinen Taschen und holte dann eine durchsichtige Klarsichtfolie hervor, in der eine abgerissene Ecke eines Zettels zu sehen war. Mina nahm das Beweisstück und sah sich den Zettel an.
"ka rosenscharf" las sie laut. "Was soll das sein?"
Der Ermittler zuckte zur Antwort mit den Schultern.
"Ich werde das erst ein mal zu SUSI bringen und es auf Spuren untersuchen lassen."
"Steht denn schon eine Todesursache fest?"
Der Blick des Ermittlers verfinsterte sich.
"Anscheinend fand ein Kampf statt. Als Todesursache vermute ich das Loch an ihrem Hinterkopf, sie scheint gegen eine Tischkante gestürzt zu sein. Mal sehen was SUSI uns noch schlaues erzählen kann." Er erhob sich.
"Jedenfalls haben wir sehr wahrscheinlich Hautpartikel des Täters unter den Fingernägeln des Opfers. Wir können Verdächtige leicht überprüfen."Er ging Richtung Tür und sagte beim Hinausgehen nur noch: "Du kannst kaum etwas tun, mach dir einen schönen Tag."
Mit diesen Worten ließ er Mina allein.

***

"Haben sie eine Ahnung wie wertvoll die sind?"Die Stimme schien sich nicht zwischen Weinen und Schreien entscheiden zu können. Was dabei herauskam klang am ehesten nach einem schrägen Heulen.
"Jetzt beruhigen sie sich doch erst ein mal," versuchte die junge Frau den völlig aufgelösten Mann zu besänftigen. Doch er ließ sich nicht beruhigen und grummelte ein wenig unverständliches Zeug vor sich hin. Da es sich offensichtlich um ein Selbstgespräch handelte nutzte Ayure die Gelegenheit um sich umzusehen. Sie stand in einem sehr kleinen Laden. In der Luft vermischten sich die verschiedensten Gerüche. In den zwei Regalen, die die seitlichen Wände komplett bedeckten, befanden sich viele schlichte Metallbüchsen mit kleinen Aufklebern. Auf dem Boden standen mehrere große Jutesäcke. Gegenüber der Tür stand ein breiter Tresen mit einem kleineren Regal dahinter. In diesem Regal befanden sich mehrere kleine Büchsen, Dosen und Säckchen. Allerdings waren sie alle aufgerissen oder umgestoßen. Es war kaum zu übersehen, dass dort intensiv nach etwas gesucht worden war.
"Meine schönen Cucurbita Palmata..." es war kaum mehr als ein Flüstern. Verwundert schaute die Ermittlerin den Ladenbesitzer an.
"Was ist ein Ku.. Kucku.."
"Cucurbita Palmata! Das ist eine seltene Kürbisart. Und ich hatte eine ganze Dose von den Kernen! Und nun ist sie weg." Ein lautes Schniefen beendete diese Ausführung.
"Ihnen wurde also ein... Kürbiskern gestohlen?" Ayu wollte ihren Ohren nicht glauben. Erst neulich musste sie verdammte Blumen suchen gehen und jetzt soll sie einen Kürbiskerndieb verfolgen? Dafür war sie eigentlich nicht zu der Abteilung Raub und Mord gegangen.
"Es war nicht nur einer! Es war eine ganze Dose voll!" Mit diesen Worten eilte er zum Tresen und hob eine heruntergefallene Dose auf, aus der Pfefferkörner fielen. Die Dose war ungefähr so groß wie ein gewöhnliches Glas.
"Diese Kerne waren mindestens fünfzig Dollar wert!" Nur knapp konnte sich Ayu ein bewunderndes Pfeifen verkneifen. Stattdessen holte sie ihr kleines Notizheft hervor und fing mit der Befragung an. Aus den Augenwinkeln nahm sie eine Bewegung wahr und musste schmunzeln. Ihr kleiner Freund wurde wirklich immer besser.

***

Als Ayure und Septimus ihr Büro betraten war es bereits später Abend. Mina, die an ihrem Schreibtisch saß und ein dickes Buch wälzte, schaute kurz auf und grüßte ihre Kollegen, mit denen sie sich ein Zimmer teilte.
Die beiden Freunde kämpften sich durch einen Haufen Papier zu Ayures Schreibtisch vor. Beim Anblick der beiden musste Mina unweigerlich grinsen.
"Seid ihr sicher, dass ihr das nicht mal aufräumen wollt?" fragte sie von ihrem sehr ordentlichen Arbeitsplatz aus. Die Unordnung, welche Septimus und Ayu zu hinterlassen pflegten, störte sie wirklich sehr. Doch die beiden gaben ihr nur ein gemeinschaftliches Grummeln zur Antwort, das sowohl zustimmend als auch abweisend gedeutet werden könnte. In Angesicht der anscheinend miesen Laune von ihren Kollegen vergrub sie ihre Nase wieder in das Buch. Irgendwo muss doch stehen was rosenscharf sein soll! dachte sie ein wenig niedergeschlagen. Es war bereits das dritte Buch, dass sie durchsuchte. Eigentlich wollte sie längst zu Hause sein, aber sie wollte dem Korporal beweisen, dass sie sich nützlich machen kann. Nur nebenher vernahm sie das Gespräch von Septimus und Ayure.
"Wenigstens habe ich dich dabei, wenn der Fall schon so langweilig ist." Ayure seufzte.
"So langweilig finde ich ihn gar nicht! Immerhin geht es hier um eine äußerst seltene Pflanzengattung. Der Cucurbita Palmata ist wirklich außergewöhnlich. Erst neulich habe ich eine Abhandlung über dieses wirklich eindrucksvolle Gewächs gelesen. Er wächst nur in einem kleinen Teil von Llamedos und ist äußerst schwer zu finden. Ihn hier zu züchten gilt als äußerst schwer, wenn nicht sogar unmöglich." Der kleine Gnom hob seine Fäuste, als er weiter sprach.
"Wenn ich diesen respektlosen Dieb in meine Finger kriege...!" Beim Anblick ihres pflanzen liebenden Kollegen konnte sich Ayu ein leises Lachen nicht verkneifen. Eigentlich war der Fall so absurd, dass er schon wieder lustig war. Beim Anblick ihrer neuen Kollegin, die immer noch angestrengt das Buch las, verging ihr das Lachen. Vielleicht brauchte sie eine kleine Aufmunterung? Wenn sie hören würde, was für einen Fall die beiden bekommen hatten, würde sie sich sicher ein wenig besser fühlen. Sie setzte gerade zum Sprechen an, als Mina plötzlich aufsprang.
"Na endlich! Es ist ein Gewürz! Ein simples Gewürz!" triumphierend schaute sie die beiden an, welche Mina ihrerseits mit einer Mischung aus Schock und Zweifel anstarrten. Als ihr bewusst wurde, wie sie sich so eben benommen hatte, räusperte sich Mina würdevoll. Ayu grinste. Anscheinend brauchte sie keine Aufmunterung mehr.
"Der Lösung ein Stückchen näher gekommen?" fragte sie die Vampirin um eine peinliche Stille zu unterbrechen.
"Das weiß ich noch nicht, aber es könnte sein - ja."
Jetzt schaltete sich auch Septimus ein, der sonst nicht sehr kontaktfreudig war.
"Worum geht's denn? Ein Mord?" Als Mina diese Frage bejahte seufzte die Ermittlerin.
"Du Glückskeks! Wir dürfen einem gemeinen Kleindieb hinterher jagen. Und jetzt rate mal was er gestohlen hat..."
"Tut mir Leid, ich habe jetzt leider keine Zeit mehr," entschuldigte sich Mina lächelnd und verstaute ihre Sachen.
"Bis Später, viel Erfolg euch beiden!" Damit verließ sie das Büro.

***

"Darf ich?" Mit fragendem Blick und die Pfeife ein wenig erhoben schaute Kolumbini Romulus an. Dieser winkte ab.
"Natürlich." Während der Korporal zufrieden seine Pfeife stopfte öffnete der Feldwebel eine Dose Superbulle und lehnte sich ein wenig zurück. Beide genossen die entspannte Atmosphäre. Offiziell handelte es sich um eine abteilungsinterne Besprechung über den aktuellen Mordfall. Jedoch würde ein Blick auf die beiden Wächter einem Beobachter das Bild eines freundschaftlichen Gespräches vermitteln.
"Nun, wie weit seid ihr zwei bisher gekommen?"
"Wir haben drei Hauptverdächtige, ein Stück Papier, sowie eine Analyse der Hautpartikel, die wir unter den Fingernägeln des Opfers gefunden haben. Der Papierfetzen scheint von einem Rezept zu sein, was der Arbeit des Opfers und der Verdächtigen entsprechen würde. Wenn wir Glück haben, hat der Mörder es versäumt das Diebesgut zu entsorgen und wir haben ein zusätzliches Beweisstück. Sollte dem nicht so sein, können wir uns ganz einfach auf die hinterlassenen Spuren verlassen. Um den Verdacht von sich abzuweisen müssen sie uns einfach nur eine kleine Probe geben. Damit wären sie entlastet. Wer dem nicht zustimmt macht sich zusätzlich verdächtig. Sie haben eigentlich keine Wahl. Wahrscheinlich werde ich nicht mehr lange brauchen. In zwei Tagen soll der Kochwettbewerb stattfinden, bis dahin wüsste ich den Schuldigen gerne gefasst." Als er mit dem ausführlichen und zweifellos korrekten Bericht abgeschlossen hatte nickte sein Vorgesetzter. Er hatte nichts anderes von ihm erwartet.
"Und wie läuft die Zusammenarbeit mit der Gefreiten von Nachtschatten?" Es war ihm keineswegs entgangen, dass Kolumbini davon sprach, dass er den Fall bald gelöst haben würde. Dem Blick seines Kollegen entnahm Romulus, dass er genau wusste, worauf er hinaus wollte.
"Gut," war anscheinend alles, was er dazu sagen wollte. Auf einen viel bedeutenden Blick von Romulus fügte er hinzu: "Sie hat ganz gute Arbeit geleistet. Besser als ich gedacht hätte."
"Lass mich raten, du hast ihr so wenig Aufgaben wie möglich zugeteilt." Ein Grummeln als Antwort genügte. Romulus seufzte.
"Du musst lernen mit anderen zusammen zu arbeiten. Trau ihnen ein wenig mehr zu. Auch den neuen Kollegen. Und auch, wenn es sich um junge Frauen handelt." Beim letzten Satz konnte er sich ein kurzes Grinsen nicht verkneifen.
"Irgendwie habe ich geahnt, dass das Absicht war." Das Grinsen weitete sich.
"Es scheint doch zu funktionieren, also beschwere dich nicht. Wenn ihr den Fall gelöst habt, kannst du wieder alleine arbeiten. Zumindest ab und an."

***

Totenstille herrschte in dem kleinen Raum. Nur gelegentlich wurde sie zaghaft vom Rascheln von Papier unterbrochen. Wäre eine Fliege im Raum gewesen, hätte das Geräusch ihres Flügelschlages zweifelsohne eine ohrenbetäubende Lautstärke angenommen.
Plötzlich erschallte ein dumpfes Knallen den Raum. Das Rascheln stoppte abrupt.
Zögernd streckte Ayure die Hand aus und gab dem Gnom, der auf ihrem Tisch lag und wütend die Decke anstarrte, einen leichten Stoß. "Septimus?"
"Was?!" sein Kopf drehte sich ruckartig zu ihr um. Erschrocken nahm sie die Hand weg.
"Ähm... Ich habe mich nur ein wenig über deinen... Fall gewundert."
"Ich kann nicht mehr! Das ist doch total sinnlos! Was will der Dieb nur mit diesen Kernen? Sie haben keinerlei besonderen Eigenschaften. Sie zeichnen sich nur durch ihren Geschmack aus, das ist alles. Keine magischen, medizinischen oder berauschenden Eigenschaften, nichts!" Er richtete sich in eine sitzende Postion auf und hielt sich mit beiden Händen den Kopf als habe er Kopfschmerzen. Mitleidig schaute Ayu ihn an.
"Ich weiß was du meinst. Wir können ausschließen, dass es sich um einen Diebstahl handelt, der sich nur um Geld drehte, denn dann wäre wohl mehr als nur eine bestimmte Dose mitgenommen worden. Viele der achtlos umgeworfenen Waren waren genauso viel oder mehr wert. Aber es ergibt keinen Sinn. Wer würde schon ein solches Risiko eingehen um seine Suppe oder sonstiges zu verfeinern?"
Sichtlich wütend sprang Septimus auf und sprang auf einem großen Haufen Papier herum.
"Das ist alles Müll! Müll, Müll, Müll!!" Ein wenig besorgt vergrößerte die Ermittlerin so unauffällig wie möglich den Abstand zu dem Gnom. Was sie jetzt vorhatte würde nicht leicht sein. Und sie verspürte keine Todessehnsucht. Sie räusperte sich.
"Hey, beruhige dich. So kommen wir auch nicht weiter." Seine Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen.
"Du bist ein Baum!" sagte Ayu hektisch. Verdutzt starrte er sie an.
"Genau.. Du bist ein Baum. Deine Äste schwanken sachte Im Rhythmus des Windes. Er fährt dir durch die Blätterkrone und umarmt dich." Erleichtert beobachtete sie, wie der kleine Naturfreund seine Augen schloss. Ein seliges Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus, während sie sprach und er schien sogar ein wenig hin und her zu wippen. Sie gab ihn ein paar Minuten um sich zu beruhigen. Zum Glück wusste sie, wie man ihn zur Ruhe bringen konnte, wenn er wütend war.
Ein wenig zögernd öffnete er die Augen und sah entschuldigend zu ihr auf.
"Tut mir Leid. Aber es ist wirklich zum Haare raufen." Ein verlegenes Scharren mit den Füßen begleitete seine Entschuldigung. Ayure, welche genau wusste wie schwer im soziale Kontakte fielen lächelte ihn aufmunternd an.
"Schon okay. Ich kann das nur zu gut verstehen. Immerhin sind wir jetzt schon seit zwei Tagen an dem Fall dran und haben kaum etwas herausgefunden. Das kann doch nicht so schwer sein!" Mit einem Blick auf ihren Schreibtisch, der vollständig mit allen möglichen Büchern und einzelnen Blättern bedeckt war seufzte sie.
"Selbst die Literaturrecherche hat nichts gebracht."
"Immerhin weiß ich jetzt, dass es besondere Klöppel gibt, mit denen man spezielle... Pflanzenfasern mit als Tarnung zu Spitzen verarbeiten kann." Sein absolut trockener und monotoner Tonfall widersprachen dem Inhalt so sehr, dass Ayu sich ein Lachen nicht verkneifen konnte. Septimus grinste zur Antwort.
"Ich bin nur zufällig darüber gestolpert, als ich diese Kerne auf berauschende Wirkungen untersucht habe."
"Na dann hat sich die Recherche ja doch gelohnt." Sie zwinkerte ihm zu.
"Lass uns weiter machen. Wenn wir mit denen hier fertig sind lassen wir uns was neues einfallen. Vielleicht hat Thask ja neue Informationen für uns." Ein synchrones Seufzen erklang, als die zwei sich wieder an die Arbeit machten.

***

Ein paar Stunden später hatten Septimus und Ayure das Büro verlassen und Mina saß nun alleine an ihrem Schreibtisch.. Den Kopf mit der linken Hand gestützt, mit einem etwas leeren Blick, schrieb sie den Schlussbericht für ihren Fall. Nachdem sie die drei Verdächtigen mit den Fakten konfrontiert hatten, hatte Patrick Patissier sofort gestanden. Die Beweislast war erdrückend. In seiner Wohnung hatte man sogar den Rest zu dem Papierfetzen gefunden. Ihre Vermutung waren richtig, es handelte sich wirklich um ein Rezept. Beim Verhör kam heraus, dass er das Opfer eigentlich hatte erpressen wollen, damit er den Wettbewerb gewinnt. Doch es kam zu einem Kampf und die Köchin stürzte tödlich.
Mina seufzte. Irgendwie hatte sie sich den Fall interessanter vorgestellt. Sie hatte nicht ein mal richtig verdeckt ermitteln können. Anscheinend gehörten solche Fälle genauso zum Wachealltag wie die spannenden und komplizierten. Sie konnte nur hoffen, dass der nächste Einsatz eine größere Herausforderung sein würde.
Und dabei hatten Septimus und Ayure sie doch um ihren interessanten Fall beneidet. Die Armen. Ihr Fall war wahrscheinlich noch simpler und entsprechend langweilig gewesen. Bestimmt hatten sie bereits neue Aufträge und jagten eine geheime Untergrundorganisation, die mysteriöse Morde beging. Ihr Blick schweifte in die Ferne. Sich als verdeckter Ermittler in eine Geheimorganisation einschleusen - das wäre eine Herausforderung!
Der Stift glitt ihr aus der Hand und fiel scheppernd zu Boden. Das Geräusch zerrte sie unsanft zurück in die Wirklichkeit.

***

"Mhm."
Finger trommelten auf der Tischplatte.
"Mhmmhm..."
Der Rhythmus des Trommelns änderte sich leicht und schien die Richtung zu wechseln.
"Frän!"
Erschrocken blickte die Vampirin auf. Ihr gegenüber saß Ayure und schaute sie ungeduldig an. Frän räusperte sich.
"Verzeihung. Wie lange war ich .. ähm-..abwesend?"
"Ach nicht lange. Nur in etwa zwanzig Minuten." Die Ermittlerin rollte mit den Augen.
"Tut mir Leid, aber das ist wirklich nicht einfach. Die Infos die wir zur Verfügung haben sind ziemlich nichts sagend. Darauf ein püschologisches Profil zu erstellen..." Sie griff nach einem Notizblock.
"Alles was ich sagen kann ist, dass er definitiv nur auf die gestohlenen Kürbiskerne aus war und nicht an Profit gedacht hat. Und man kann sagen, dass er alles gut geplant hat. Aber daraus mehr schlussfolgern? Tut mir wirklich Leid, aber ich denke nicht, dass ich euch weiter helfen kann."
"Na gut, es war einen Versuch wert. Vielleicht hat Septimus bei seinen Ermittlungen mehr Glück. Er wollte sich noch ein mal in der Nachbarschaft umhören."
"Wie lange seid ihr denn schon mit diesem Fall beschäftigt?"
"Schon zwei Tage. Und wir haben nicht mal einen Anhaltspunkt. Keine Zeugen, keine Spuren - keine Verdächtigen." Es folgte eine Pause. Beide Frauen schauten einander an und doch aneinander vorbei, in ihren eigenen Gedanken versunken. Schließlich brach Frän die Stille.
"Und?" Ayure blinzelte überrascht.
"Was und?"
"Naja. Wie geht's dir eigentlich? Ich meine.. nach der Sache mit..." Weiter kam sie nicht, denn Ayu sprang vom Stuhl auf.
"Mir geht es sehr gut. Danke für deine Hilfe, ich werde jetzt gehen und noch ein paar Sachen nachschlagen." Die Tür fiel hinter ihr ein wenig lauter als gewöhnlich zu.

***

"Drei Tage..." Die Enttäuschung in Septimus' Stimme war kaum zu überhören. Er und Ayure hatten sich zum Tagesbeginn im Büro verabredet um die weitere Vorgehensweise zu besprechen.
"Hat dein Gespräch mit der Püschologin etwas ergeben?" Er glaubte ein kurzes Zusammenzucken bei der Ermittlerin zu bemerken.
"Nein, gar nichts. Sie konnte mir auch nicht mehr erzählen als das, was wir sowieso schon wussten."
Nach einer kurzen Pause fügte sie hinzu: "Wir müssen irgendetwas übersehen haben. Es gibt kein perfektes Verbrechen. Jeder macht Fehler."
"Dann machen wir den Fehler die Fehler nicht zu sehen."
"Wie ich gehört habe haben Mina und Korporal Kolumbini den Mordfall bereits aufgedeckt..." Die beiden ließen gemeinschaftlich den Kopf hängen. Sie hörten die Schritte auf dem Flur nicht. Ebenso das Öffnen der Bürotür.
Mina betrat das Büro. Der Anblick der sich ihr bot strahlte Resignation aus. Es hatte schon etwas skurriles wie ihre zwei Kollegen dort am Tisch saßen. Oder besser am und auf dem Tisch. Beide hatten den Kopf gesenkt als würden sie die Lösung ihres Problems auf dem Boden oder der Tischplatte finden. Für einen kurzen Augenblick bildete sich Mina ein eine große schwarze Wolke über den beiden zu sehen. Betont energisch schlug sie die Tür zu. Widerwillig schauten die beiden auf.
"Morgen Mina." Ayure blinzelte ein wenig als wäre sie soeben aufgewacht. Septimus brummelte etwas unverständliches, was wohl ebenfalls etwas wie "Guten Morgen" heißen sollte. Mina stämmte die Hände in die Hüften und legte den Kopf ein wenig schief.
"Was ist denn mit euch los?" Septimus und Ayure wechselten einen kurzen Blick ehe Septimus antwortete.
"Stecken in 'nem Fall fest. Das' alles." Minas Augen begannen zu leuchten als sie an die Geheimorganisation dachte.
"Worum geht es? Ein Mord?" fragte sie eifrig. Ayure schaute sie verwundert an.
"Hatten wir dir nicht von dem Diebstahl erzählt?" Das Leuchten in Minas Augen verschwand.
"Ihr seid immer noch mit dem Diebstahl beschäftigt?"
Eisige Messer bohrten sich in die Körper der beiden Freunde. Die Wächterin begriff, dass sie einen Fehler gemacht hatte. Dabei war sie einfach nur überrascht gewesen.
"Verzeiht, so war das nicht gemeint..." Sie war erleichtert, als die beiden sie wieder normal anschauten. Ayure bemühte sich die Stimmung ein wenig zu heben.
"Erzähl doch mal von eurem Fall. Hab gehört, dass ihr den mit links gelöst habt." Ein wenig verlegen schaute sie Richtung Fenster.
"Wir hatten Glück, es gab viele eindeutige Hinweise und wir konnten ihn dadurch schnell ausfindig machen." Septimus grummelte leise vor sich hin. Mina glaubte ein paar Flüche zu hören. Wenigstens Ayure schien sich wieder ein gekriegt zu haben.
"Da hast du dann aber wirklich Glück gehabt. Alles was wir haben ist die Tatsache, dass eine Dose mit wertvollen Kürbiskernen gestohlen wurde."
"Wie oft denn noch Ayu? Das sind keine einfachen Kürbiskerne, es sind Cucurbita Palmata!" warf Septimus ein. Er konnte einfach nicht nachvollziehen, dass bei der Ermittlerin jede Pflanze einfach nur "Grünzeug" oder höchstens noch "Blume", "Baum" oder "Busch" hießen. Irgendetwas regte sich in Mina. Sie wusste nur nicht warum.
"Kannst du noch mal wiederholen, was du eben gesagt hast?" Septimus, der Ayu soeben wieder einen Vortrag darüber halten wollte, dass sie unmöglich mit ihrer Topfpflanze umging, runzelte die Stirn.
"Ich hab Ayu eben gesagt, dass Pflanzen gefälligst unterscheiden soll."
"Nein, da war noch was anderes. Irgendein Name..." Jetzt schaltete sich Ayure ein.
"Cucurbita Palmata?" Sie warf Septimus einen triumphierenden Blick zu. Sie konnte es, sie wollte es nur nicht. Die beiden waren so mit einem stummen Duell beschäftigt, dass sie nicht bemerkten, wie Mina zu ihren Schreibtisch ging und eine Akte öffnete.
"Das ist es!" rief sie.
"Hä?" brachten ihre Kollegen gleichzeitig hervor.
"Der Mörder, den wir festgenommen haben, hat das Opfer wegen eines Rezeptes getötet. Das Rezept wurde bei ihm aufgefunden." Aufgeregt hielt sie den beiden einen zerknitterten Zettel hin
"Cucurbita-Palmata-Kerne" las Ayu laut vor. Es dauerte einen Moment, ehe die beiden begriffen was das bedeuten könnte.
"Soll das heißen, dass der Mörder, der seit gestern festgenommen ist... wahrscheinlich auch der Dieb ist, den wir seid Tagen suchen?" Septimus blickte ein wenig schief drein. Ayure starrte noch immer den Zettel an.
Zwei Minuten später waren sie auf den Weg zu den Zellen.

***

Ein vertrautes Klopfen erklang von der Tür. Romulus wusste sofort wer es war. Nur eine Person klopfte immer gleich gesittet. Ophelia betrat das Büro und knickste.
"Was gibt es?"
Ophelia lächelte ihn an, als sie antwortete.
"Der zweite Fall wurde mittlerweile gelöst. Es hat sich herausgestellt, dass die zwei Fälle unmittelbar miteinander verbunden waren und der Täter in beiden Fällen identisch ist." Romulus nickte anerkennend, bevor sie fort fuhr.
"Die verwickelten Wächter sind an mich herangetreten und haben mir einen Vorschlag unterbreitet. Sie hatten die Idee eine Art Informationstafel für die gesamte Abteilung einzurichten. Auf dieser sollen dann alle Hauptinformationen zu aktuellen Fällen aufgeführt werden sodass eventuelle Vernetzungen schneller erkannt werden können und die Zusammenarbeit optimiert wird." Romulus nickte zufrieden.
"Ich denke das ist eine Überlegung wert."
[1] Irgendwie überraschte es Mina nicht mehr, dass dieser dampfte als wäre er eben erst frisch aufgebrüht worden

[2] er wusste gar nicht warum

Zählt als Patch-Mission.



Für die Inhalte dieses Textes ist/sind alleine der/die Autor/en verantwortlich. Webmaster und Co-Webmaster behalten sich das Recht vor, inhaltlich fragwürdige Texte ersatzlos von der Homepage zu entfernen.

Feedback:

Von Harry

01.11.2007 10:16

</b><br><br>Von einem dramaturgischen Standpunkt her ist die Reihenfolge, in der die Fälle gelöst werden, eher ungünstig, meinst Du nicht? Ein Mord wird gelöst, und das Ende der Geschichte ist, dass der Mörder auch für den Diebstahl von Kürbiskernen verantwortlich ist... andersherum wäre der Spannungsbogen deutlich sinnvoller gewesen.<br><br><b>

Von Ophelia Ziegenberger

01.11.2007 10:16

</b><br><br>Deine Geschichte fängt vereinzelte Eindrücke der Abteilungsarbeit ein und bringt sie, wie lose Fäden in einem Webstück, zusammen. Du hast verschiedene RUM-Wächter auftreten, ermitteln und berichten lassen, wobei Du jede Figur ihre jeweiligen Stärken und Schwächen zugestanden hast, die sie auszeichnen, ohne sie dabei bloßzustellen. Du hast der Abteilung zwei verschiedene Fälle vorgelegt, die sich letztlich als miteinander verknüpft erwiesen, was jedoch nur durch die Kommunikation der verschiedenen Beteiligten miteinander herauskommen konnte. Der Wunsch, die Zusammenarbeit innerhalb der Abteilung zu verbessern, wurde nicht nur direkt thematisiert, sondern durch alle Abläufe und Dialoge in der Geschichte dem Leser immer wieder vor Augen gehalten. Diese Art RUM dar- und vorzustellen hat mir sehr gut gefallen. Ebenso die Tatsache, dass tatsächlich mal ein einfacher Fall gelöst wurde, bei dem es kein Wenn und Aber gab, da die Fakten und Indizien für sich sprachen – nicht jedes Verbrechen kann ein perfektes sein und sämtliche Ermittlungskräfte herausfordern. ;) Wodurch natürlich aber auch kein nennenswerter Spannungsbogen entstand, was ein bissel schade war. Aber nicht dramatisch! Was mich an der Single etwas störte, das waren häufige Zeitfehler, sowohl im Fließtext, als auch teilweise in den wörtlichen Reden oder Gedanken. Aus meiner persönlichen Sicht hat die Single die Pokalanforderungen gut erfüllt.<br><br><b>

Von Amok Laufen

01.11.2007 10:16

</b><br><br>Die Ansätze und deine Idee fand ich wirklich gut... aber die letztendliche Umsetzung war wohl doch schwerer. Positiv aufgefallen ist die Darstellung von Septimus und Ayure. Die Situation, in der er wütend ist, war wirklich eine kurze, aber dennoch gelungene und vor allem amüsante Schilderung. Das Zusammenführen der Stränge war gut. Auch, dass die Geschichte in sich sehr rund war, fand ich prima, denn die Szenen mit Ophelia und Romulus eröffnen bzw. beenden die Handlung.<br>Allerdings sind mir auch einige negative Dinge aufgefallen:<br>Grammatische und orthographische Missgeschicke machen das Lesen teilweise schwer. Besonders am Anfang, wo es doch eigentlich wichtig ist den Leser beim Lesen zu halten, kann das doof enden... vielleicht einfach genauer nachlesen (ich habe ja dasselbe Problem ^^)<br>Zudem kamen die sprachlichen Mittel, die die Atmosphäre kreieren, meiner Meinung nach einfach zu kurz. Das hat mit einfach sehr gefehlt. Ich bin ein großer Fan davon, wenn man auch mal die Umgebung beschreibt, oder einfach Details mit einbezieht- Gefühle, Emotionen. Mir fielen auch noch ziemlich abrupte Szenenwechsel auf. Manchmal dachte ich: "nanu- das war es?" Die Handlung plätscherte auch Zeitweise irgendwie vor sich hin. <br>Die Wörter hast du gut verarbeitet, aber du hättest das auch noch besser hinbekommen ;)<br>Alles in allem eine gut gelungene Mission, die sich in ihrer Qualität von Absatz zu Absatz positiv entwickelt.<br>Gratuliere dir übrigens schon mal, egal was für ein Platz es ist :)<br><br><b>

Von Kannichgut Zwiebel

01.11.2007 10:16

</b><br><br>Ein sehr guter Einstieg in die Geschichte. Du lässt etwas passieren und wirfst sofort die Frage auf: "Was ist passiert?" Neugier ist ein starker Motor. Leider stimmt dann das Erlebte vom Anfang nicht mit dem Ermittlungsergebnis überein. Zumindest wird gerade die Spannung erzeugende Aussage "Irgendwas ist schief gelaufen" im Verlauf der Geschichte nicht befriedigend geklärt.<br><br>Stellenweise wirkten die Wort- und Satzkonstruktionen etwas gequält und nicht locker flockig, etwas mehr Fein-Tuning hätte da gut getan. Aber du hast deine Abteilung sehr gut rüber gebracht und die Pokalwörter gut eingesetzt. Ophelia würde sicher etwas schreiben wie: "Aus meiner mir eigenen Sicht hast du die Pokalanforderungen gut erfüllt."<br><br>Hm und zur Lösung des Falls? Der Mann, der wegen Mordes oder Totschlags oder was auch immer zur Rechenschaft gezogen wird, muss sich am Ende auch noch wegen gestohlener Kürbiskerne rechtfertigen? Das macht den Kohl dann doch auch nicht mehr fett. Anders herum hätte ich das aber als geniale Verwicklung abgehakt. Dann wäre auch keine unplausible DNA-Probe von Hautresten zur Überführung als Mörder notwendig gewesen.<br><br>Und noch eine kleine Anmerkung zum Schluss: Weder Ophelia noch Romulus sind Offiziere ... ;)<br><br><br><b>

Von Ruppert von Himmelfleck

01.11.2007 10:16

</b><br><br>Mir hat die Idee, zwei Fälle zu verknüpfen gut gefallen. Auch die verstärkte Zusammenarbeit, bzw. das Bemühen darum, war gut. <br>Mehr geben meine Notizen leider nicht her.

Von Kannichgut Zwiebel

01.11.2007 12:19

[quote="Forendämon"][b]Von Kannichgut Zwiebel[/b]

...Ophelia würde sicher etwas schreiben wie: "Aus meiner mir eigenen Sicht hast du die Pokalanforderungen gut erfüllt."



[b]Von Ophelia Ziegenberger[/b]

... Aus meiner persönlichen Sicht hat die Single die Pokalanforderungen gut erfüllt.[/quote]

Das war [i]nicht [/i]abgesprochen! 8) Grats zum ersten Platz!

Von Ophelia Ziegenberger

01.11.2007 13:48

:D Ah, in Wirklichkeit lasse ich mir die Kritiken immer von Kannich schicken und kopier die nur noch. Zu dumm, dass ich diesmal nicht darauf geachtet habe, noch irgendwo ein Wort zu ändern. ;)

Die Stadtwache von Ankh-Morpork ist eine nicht-kommerzielle Fan-Aktivität. Technische Realisierung: Stadtwache.net 1999-2024 Impressum | Nutzungsbedingugnen | Datenschutzerklärung