Peinliche Magie

Bisher hat keiner bewertet.

von G Eisblut
Online seit 08. 07. 1999
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Ein Schaf sitzt im Wachhaus. Was hat es dort zu suchen? Will es ein Verbrechen melden?

Dafür vergebene Note: 9

Es war gegen 2 Uhr Morgens im Wachhaus am Pseudopolisplatz. Dies war meine erste Arbeitsnacht. Anfangs war ich sehr aufgeregt gewesen, aber jetzt langweilte ich mich nur noch. Neben mir saß meine Mitgefreite, die Wasserspeierin MCat. Als ich mich zum achtunddreißigsten Mal über mangelnde Aufträge beschwerte (Ich habe mitgezählt, hatte ja sonst nichts zu tun), meinte sie ich solle mich doch um das Schaf kümmern, das betrübt in der Mitte des Raumes stand.
"Möchtest du Anzeige erstatten?", fragte ich das Schaf.
Das Schaf stieß mich mit dem Kopf an und lief nach draußen. Es führte mich in eine Seitengasse, dann sagte es: "Ich brauche deine Hilfe"
Ich war reichlich überrascht. Ich hatte nicht damit gerechnet, es wirklich sprechen zu hören, doch ich habe schon seltsameres gesehen... äh gehört.
"Was kann ich denn für dich tun?", fragte ich.
"Ich bin ein Zauberer", erklärte das Schaf, "Ich habe den falschen Spruch benutzt. Ich brauche das Buch mit dem Gegenzauber. Ich komme aber nicht dran, weil ich dazu eine Leiter hochklettern müsste. Schafe sind zum klettern nicht gut ausgerüstet."
"Warum fragst du denn keinen Mitzauberer?"
"Damit er mich auslacht? Nein. Ihr Leute von der Nachtwache seid doch dazu da den Bürgern zu helfen?"
"Im Ernst? Doch könnte sein... irgend so etwas war da in unserem Eid. Aber eigentlich, dachte ich, wir sollten Verbrechen aufklären."
"Na schön, wenn du mir hilfst, werde ich mich der Wache freiwillig stellen. Ich habe nämlich dem Zauberlehrling Ybab Senielk Pfefferminzbonbons im Wert von einem Ankh-Morpork Dollar gestohlen. Ohne Diebeslizens."
"Einverstanden.", sagte ich und folgte ihm. Er führte mich in ein verfallenes Lagerhaus. Es roch nach altem Blut. Ich wurde ziemlich unruhig, weil mir einfiel, dass ich schon lange nichts mehr gegessen hatte. Das Buch war leicht zu finden, aber es lag noch eine Menge seltsames Zeug dabei, Siegel, Kreide, Kerzen, Folterinstrumente...
Ich brachte ihm das Buch runter und er verwandelte sich zurück in einen schmierigen, spindeldürren Menschen (als Schaf sah er wesentlich besser aus) Er lud mich ein bei ihm zu bleiben, aber ich meinte ich hätte keine Zeit mehr. (Das stimmte auch. Es begann nämlich zu dämmern.) Er versuchte mich mit einem Zauber zum bleiben zu bewegen, aber der prallte von mir ab. Da ich untot bin wirkt auf mich nur jeder zweite Zauber. In der nächsten Nacht stellte ich fest, dass er sich nicht gestellt hatte. Ich ging los um mich zu beschweren, aber als ich ins Lagerhaus trat, stellte ich fest, dass sich etwas verändert hatte. Jemand sang und es roch nicht mehr nach altem Blut, sondern nach frischem. In der Mitte des Raumes war irgend so ein okulter Kreis aufgezeichnet (mit Blut), in der Mitte lag eine gefesselte Frau. Das Blut stammte von ihr. Das ehemalige Schaf unterbrach seinen Gesang, als ich eintrat.
"Lass mich raten? Du bist gar kein Zauberer, sondern ein Dämonenbeschwörer stimmts? Und du hast dich auch nicht selbst in ein Schaf verwandelt, sondern bist von einem wütenden Dämon verwandelt worden. Oder hast du dir versehentlich eine Hexe als Opfer gesucht?", fragte ich freundlich.
Der Mann reagierte nicht so freundlich und stürzte mit dem Dolch in der Hand auf mich zu. Ich war reichlich verwirrt und zog mich sicherheitshalber auf die Leiter zurück. Aber der Mann war kein Schaf mehr und kletterte hinterher. Ich kletterte weiter nach oben. Er murmelte irgendetwas von keine Zeugen übriglassen und sprach wieder einen Bannspruch. Es war der zweite, daher funktionierte er. Er war ziemlich verblüfft. Leider trieb er mir dann doch den Dolch ins Herz (Ein Glück, dass es kein Pfahl war). Er lachte und wollte wieder herunterklettern. Ich merkte, dass ich mich wieder bewegen konnte und zog den Dolch heraus. Ich wollte ihn zurück geben (Ich will keinen Ärger mit der Diebesgilde). Er starrte mich verblüfft an. Zur Erklärung bleckte ich meine Reißzähne. Aus irgendwelchen Gründen erschreckte ihn das und er fiel von der Leiter. Als ich unten nachsah stellte ich fest, dass er sich das Genick gebrochen hatte und gestorben war. Ich hatte ganz vergessen wie empfindlich Menschen sind. Ich befreite die Frau im Kreis. Sie war etwas ängstlich (Könnte damit zu tun haben, dass ich erst noch das Schaf ausgesaugt habe. Es war immerhin schon tot und man soll nichts verschwenden. War das falsch?) Dann durchwühlte ich seine Geldbörse, entnahm ihr einen Anhk-Morpork Dollar und überbrachte ihn Ybab Senilk. Den Rest habe ich mit auf die Wache gebracht, da ich die Dienstvorschriften für diesen Fall nicht genau kannte. Was ich aus diesem Fall gelernt habe? Ich darf meine Reißzähne nicht zeigen, wenn ich mit einem Menschen auf der Leiter stehe und Ybab Senilk sieht wahnsinnig gut aus.



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