Komplott mit Kompott Version 2.0

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von Hauptgefreiter Pyronekdan (RUM)
Online seit 16. 06. 2004
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Ein Trio plant einen Anschlag auf HEX. Kann dieser sich selbst davor schützen, oder muß die Wache eingreifen? (Dieses Update enthält jetzt wirklich 77 Pokalwörter (alle bis August 2004).)

Für diese Mission wurde keine Note vergeben.

Eine Dunkle Gestalt irrt nachts durch die Schatten. Sie versucht sich dabei an den richtigen Weg zu erinnern. Mehr durch Glück, als durch Überlegung, erreicht sie schließlich das richtige Haus. Vorsichtig klopft sie an die Tür der Blutsbrüder vom schwarzen Webel.
"Wer ist da?", meldete sich eine Stimme von drinnen mit Flüsteratem.
"Der Welpendompteur," antwortet die Gestalt scherzhaft. "Alfred Almheiser natürlich, wer sonst."
"Passwort?"
"Erkennst du mich denn nicht, Äh, Bruno?", antwortet die Gestalt, die nicht nur den Weg, sondern auch das Passwort vergessen hatte. "Steh nicht da, wie ein Streikposten, sondern laß mich endlich rein."
"Aber nach unserem Kodex mußt du erst das Passwort sagen."
"Kannst du mir nicht einen kleinen Hinweis geben? Es fällt mir im Moment nämlich nicht ein."
"Ok, ich glaube, es gibt keine Regel, die das verbietet. Es handelt sich um eine Tier mit einem besonders geformten Kopf."
"Ist es vielleicht das Nashorn?"
"Nein, es ist ein Fisch."
"Vielleicht die Flunder?"
"Nein, ein Raubfisch. Und der Name enthält eine Waffe."
"Hammerhai?"
"Nein, es heißt Schwertfisch!", schrie Bruno, der jetzt die Geduld verlor.
"Geht das nicht etwas leiser", beschwerte sich ein Nachbar durch sein geöffnetes Fenster, der um seinen nicht unbedingt gerechten Schlaf gebracht worden war.
"Kann ich jetzt reinkommen?", fragte Alfred.
"Erst mußt DU das Passwort sagen."
"Wie hieß es noch gleich?"
"Schwertfisch!!!", riefen die inzwischen versammelten Nachbarn im Chor, und fingen an mit einem Bettvorleger und anderen Dingen nach dem Ruhestörern zu werfen.

"Ich wußte gar nicht, daß man auch Schwertfisch essen kann", meinte Pyronekdan zu Ponder Stibbons, im Speisesaal der Unsichtbaren Universität.
"Warum nicht? Solange er nicht aus dem Ankh geangelt wurde. Er schmeckt sogar fast so gut wie der Sumpfdracheneierpunsch."
"Ja, nur ein bisschen zu salzig und etwas ledrig."
"Also wie das Brot von Starkimarm."
"Hat unser Schmalzbrotlieferant nicht versprochen etwas weicheres Brot zu machen?"
"Das war wohl ein Eichhörncheneid."
"Vermutlich hat er Narrenfreiheit, weil er den Erzkanzler gut kennt."
"An sonsten wäre wohl schon längst eine Degradierung für ihn fällig gewesen."
"Gehst du eigentlich auch morgen zu dem Ankhlaufen?".
"Auf keinen Fall!", erwiderte Ponder.
"Bist du etwa ein Hydrophober?"
"Nein, ich muß mich mit HEX beschäftigen. Er benimmt sich in letzter Zeit etwas merkwürdig. Er schreibt Worte wie Infiltrationsmanöverdemonstration."
"Das hört sich aber sehr merkwürdig an. Hat das etwas mit der neuen Tabaksteuer zu tun?"
"Vermutlich hat es eher etwas mit Kellerasseln zu tun. Die scheinen HEX neuerdings über ein Käsemobile mit Informationen zu versorgen."
"Ich dachte er benutzt dazu die Nachrichtentürme."
"Nur für große Entfernungen. Für kleinere Aufgaben benutzt er jetzt die kleinen Tiere."

"Hast du es mitgebracht?", fragte Kuno Kunstverstand Alfred Almheiser.
"Bestimmt hat er auch das vergessen", meinte Bruno Buch, der Verschwörungstheoretiker und Kassenwart der kleinen Gruppe. "Zumindest hat er mir noch keine Quittung vorgelegt."
"Ich habe die Zartbittermarmelade dabei", erwiderte Alfred stolz, und zeigte den anderen das Glas. "Nur die Rechnungen für das Anfängerkochbuch, den Kartoffelschäler, das Fallobst und das Arsen habe ich vergessen."
"Dann können wir unseren Plan ja endlich in die Tat umsetzten", sagte Kuno triumphierend.
Gleichzeitig schlug er mit einem Schreibtischplattenpoliturlappen nach einem Ungeziefer [1], das über den Tisch lief, traf es aber nicht.
"Äh, was war noch einmal der Plan?", fragte Alfred, der sich fühlte, wie ein Gelegenheitsdieb der beim Knieweich-Diebstahl erwischt worden war.
"HEX's Bienen zu vergiften, um an die in den Waben oktal gespeichert Daten zu kommen", erklärte Bruno Alfred so langsam, daß selbst er es beleidigend auffaßte. "Der Ankhlauf ist eine ideale Gelegenheit völlig unverdächtig zur Magieendlagerstätte zu kommen, und den Köder für die Bienen auszulegen."
"Du wirst aussehen wie ein Vergnügungssüchtiger, der sich nur das Spektakel ansehen will, und in der Menge untertauchen", fuhr Kuno etwas schneller fort.
"In der Menge, oder im Ankh?", fragte Alfred nervös.

Die Teilnehmer des Ankhlaufs hatten sich alle möglichen Konstruktionen ausgedacht, um nicht im Ankh zu versinken. Ein Mir-graut-vor-gar-nichts-Mann im gestreiften Badeanzug und dazu passenden Ringelsocken hatte sogar ein Gestell-mit-zwei-Reifen-dran-zum-durch-die-Gegend-rollen umgebaut, um sich über Wasser [2] zu halten. Trotzdem glich die Veranstaltung mehr einem kneippen oder sogar Ankhschlamm-Wettrinken. Zum Glück war auf beiden Seiten der Strecke ein Ölteppichauffangnetz gespannt, an dem sich die weniger erfolgreichen Teilnehmer wieder an Land ziehen konnten. Für den Notfall stand auch noch ein Mann mit einer Taucherausrüstung bereit. Leutnant Tricia und der Hauptgefreite Pyronekdan standen auf der Vertragsbrücke und sahen dem Spektakel unter sich zu.
"Das ist bestimmt gut gegen Winterdepression", meinte Pyronekdan zu seiner Kollegin.
"Und auch für die Blutegel. Was dem Tourismus heutzutage nicht alles geboten wird. Ich wette einen Silberling, daß der es nicht schafft", bot Tricia Pyronekdan an.
"Ich halte dagegen", antwortete der Zauberer.
"Aber nicht mogeln!", forderte Tricia, die sich an das Spezialgebiet des Zauberers erinnerte.
"Natürlich nicht. Ich habe übrigens gehört, die Narren wollen den Lauf bei jedem Vollmond als Gildeninitiationsritus einführen."
"Besser als die üblichen Schläge."
"Vielleicht auch nicht", meinte Pyronekdan, als er sah, wie sich der letzte Teilnehmer an Land zog. "Du hast die Wette gewonnen."

Alfred Almheiser stand derweil mit dem Glas unter den Zuschauern, und versuchte sich daran zu erinnern, was er tun sollte. Als einer der Teilnehmer gerade einen Husarenritt auf einem Dämoneninstrument versuchte, das in einer Folterkammer besser platziert schien, wurde er plötzlich von einem Schwarm Bienen angegriffen.
Eine Frau die aussah, als wäre sie beim Vampirzahnarzt gewesen rückte gerade einen ihrer Spagettiträger zurecht, als sie zwischen zwei Hutkrempen hindurch, den Mann bemerkte, der, mit Stichwunden übersät, in einen kleinen Blumengarten gefallen war, bei dem allerdings wegen der Nähe zum Ankh, alle Blumen welk waren, und dabei ein Windspiel beschädigt hatte. Da sie der Hausfrauenselbsthilfegruppe angehörte, versuchte sie erste Hilfe zu leisten. Als diese jedoch erfolglos blieb, da sie nur eine Puderquaste dabei hatte, winkte sie die Wächter von der Brücke herbei.
Die Wächter bahnten sich einen Weg zu der Frau. Eine Trollbande, die es mit einer liegenden Kunstturmattrappe versuchen wollten, den Ankh zu überqueren, behinderte sie besonders stark.
"Mir nicht verstehen Rotationsprinzip", meinte einer von ihnen, der offensichtlich besondere Schwierigkeiten mit Pronomen hatte.
"Wir einfach gehen im Turm", erwiderte ein anderer, der wie sein Doppelgänger aussah. "Dann Turm rollen übers Wasser."
"Und was, wenn etwas stehen im Weg?"
"Dann es werden zu Dackelsaft."
"Seien jetzt endlich alles Marmor?", fragte ein dritter, der aussah, als sei er bei einem Vulkanausbruch entstanden, bevor sie endlich losliefen.

Als die Wächter schließlich bei der Frau ankamen, entdeckten sie auch Alfred der aussah wie ein Warzengnom nach dem entgnomen.
"Ich glaube, der ist reif für die Körperwelten", meinte der Zauberer und pfiff eine kleine Todessymphonie.
"DAS GLAUBE ICH AUCH", bestätigte ein dunkel gekleideter Mann, mit einer Sense in der Hand, die das Licht wie ein Katzenauge reflektierte.
"Hallo, viel zu tun heute?", wollte der Zauberer wissen.
"ICH MUSS GLEICH NOCH ZU DEM OPFER VON EINEM Erbschleicher DER MIT EINEM Dachziegel ERSCHLAGEN WIRD", entnahm Tod seinem Stundenbuch.
"Mit wem redest du da", wollte Tricia wissen, die sich momentan zu sehr auf den Toten konzentrierte, um den Tod zu sehen.
"Ach nur mit einem alten Bekannten, dessen Gesellschaftsfähigkeit durchaus in Frage gestellt werden kann."
"IN DER TAT SEEEHR ALT", meinte Tod, und machte sich auf den Weg.

"Etwa 50 Jahre, würde ich sagen", schätzte Isis das Alter des Opfers ein, nachdem sie es im Labor untersucht hatte. "Wegen des stark entstellten Gesichts kann ich aber auch daneben liegen."
"Und was ist mit dem Glas?", wollte Tricia wissen.
"Es enthält eine leckere Marmelade [3], und wenn man unserem Fingerabdrucksystem glauben kann, hat nur er das Glas angefaßt."
"Vermutlich wollte er die Bienen füttern, und ist dabei zu Tode gestochen worden", meinte Tricia.
"Dann können wir den Fall wohl zu den Akten legen", meinte Pyronekdan, und verließ die beiden in Richtung Kaffee-Dämon.

Die Tatsache, daß in den folgenden Tagen zwei weitere Männer durch Bienenstiche starben, muß wohl ein Zufall gewesen sein.

[1] bei dem es sich nicht nur zufällig um eine Kellerassel handelte

[2] oder dem, was in der Stadt daraus geworden war

[3] Alfred hatte wohl doch das Arsen vergessen.




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