Joyride

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von Wächter Pyronekdan (GRUND)
Online seit 26. 10. 2002
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Für Rekruten (erste Mission):
Auf dem heutigen Ausbildungsplan steht: Nichts. Was ist denn jetzt auf einmal los? Gibt es denn nichts mehr zu lernen??

Dafür vergebene Note: 8

Die Karawane bestand nur aus fünf unbewaffneten Reitern und einem kleinen Wagen.
Sie zog durch die Morpork Berge drehwärts auf die Sto-Ebene zu.
Karl hatte zwar den Zauberer bemerkt, aber sein silbernes Amulett würde ihn vor Magie beschützen.
Hell strahlte es im Sonnenlicht, als er es sich um den Hals hängte.
Einer alten Tradition folgend, brachte er den schweren Felsbrocken mit einem Hebel über der engen Schlucht in die richtige Position.
Jetzt brauchte er nur noch den richtigen Moment abzuwarten, um ihn auf die Gruppe Fallen zu lassen.

Die reichen Kaufleute wollten in Ankh-Morpork wertvolle Edelsteine aus den Bergen verkaufen.
Sie kannten die Gefahren der Reise, vertrauten aber auf den Schutz durch Pyronekdan, der sie schon über hundert Meilen begleitet hatte.
Die Schlucht durch die sie gleich reiten würden besorgte Godo, einen erfahrenen Kaufmann aus Ankh, ein wenig.
Deshalb ritt Pyronekdan ein Stück voraus, um die Lage zu erkunden.

Er untersuchte einen losen Stein aus der Felswand, und sah sich den Weg genau an.
"Der Weg sieht passierbar aus." sagte er zu sich selbst.
"MAN KANN NIE WISSEN." erwiderte der finstere Reiter, der Plötzlich neben ihm ritt.
"Hast Du hier in der Gegend zu tun ?" fragte Pyronekdan den Tod gelassen, ohne sich zu ihm umzudrehen.
Als Zauberer wußte er natürlich Monate im voraus, wann er sterben würde, und daß seine Zeit noch nicht gekommen war.
"DAS WIRD SICH ZEIGEN." meinte Tod und blickte auf ein fast abgelaufenes Stundenglas, auf dem vier Buchstaben standen.
Pyronekdan ließ die Kaufleute aufschließen, die natürlich nichts von der Unterhaltung bemerkt hatten.
Normale Menschen konnten den Tod nur einmal sehen. Wenn er sie betraf.

Jetzt war der Moment gekommen.
Der Wegelagerer versuchte den Brocken über die Kante zu schieben, aber dieser bewegte sich einfach nicht, so sehr er sich auch anstrengte.
Ein kleiner Stein lag unter ihm, und blockierte den Brocken.
Ärgerlich trat er noch einmal mit dem Fuß dagegen.
"Mist" fluchte er, und ging humpelnd zu seinem Pferd, um die Karawane zu verfolgen.

"Ein guter Trick." meinte Godo zu Pyronekdan, als der Stein in dessen Hand plötzlich wieder auftauchte. "Ich dachte, man kann Dinge nicht einfach verschwinden lassen."
"Kann man auch nicht." erwiderte dieser. "Man kann sie aber schnell 'bewegen'."
"Außerdem sagtest Du nicht, Du würdest nur dann Magie anwenden, wenn es sich nicht vermeiden ließe."
"Stimmt!", sagte der Zauberer, und ließ den Stein achtlos fallen.

Ein lauterer Knall hallte durch die Schlucht.
"Das ist nicht fair!", rief Karl, als er sich selbst unter dem Felsbrocken sah. "Ich hatte doch ein Amulett!".
"WAS IST AN EINEM FALLENDEN FELSBROCKEN DENN MAGISCH ?" fragte Tod.


Als sie Ankh-Morpork erreichten, freute sich Pyronekdan schon darauf endlich eine Woche Urlaub zu machen.
Er erhielt seinen Lohn für die sichere Begleitung der Karawane.
"Merkwürdig, daß niemand versucht uns anzugreifen, wenn Du uns begleitest." meinte Godo noch.

Von Godo wußte er auch, daß Tricia McMillan jetzt in der Wache die Abteilung RUM leitete.
Pyronekdan kannte aus der Zeit, in der sie in der Unsichtbaren Universität lebte.
Er erwischte sie einmal dabei, wie sie sich verkleidet in eine seiner Gast-Vorlesung mogelte, die er von Zeit zu Zeit dort hielt.
Statt sie zu verraten, versuchte er ihr ein Studium zu ermöglichen, denn er hatte ihr magische Talente gespürt.
Da er aber nur selten in der Universität war, und die anderen Magier seine Toleranz nicht teilten, wurde leider nichts daraus.

Das war jetzt aber schon lange her.
Trotzdem entschloß er sich ihr einen Besuch abzustatten.
Er band seinen Schimmel auf dem Pseudopolis-Platz an einen Pfahl fest, und betrat die Wache.
Niemand würde so dumm sein, das Pferd eines Zauberers zu stehlen, und das vor diesem Gebäude.

Rugosch Hammerfaust, der am Tresen Dienst hatte, war gerade dabei ein Liebesgedicht zu schreiben.
Pyronekdan störte ihn dabei, wie er zum siebenundachzigsten mal das Wort Gold niederschrieb.
Rugosch mußte zweimal nach oben schauen, um dem 195 cm großen Zauberer in die Augen sehen zu können.
"Was kannst Du für mich tun ?", war seine Frage, bevor er den spitzen Hut bemerkte.
"Zum Beispiel Dich nicht in eine Ratte verwandeln", war dessen Antwort.
"Gute Idee", pflichtete der Zwerg ihm darauf kleinlaut bei.
"Ich möchte zu Trica McMillan", forderte Pyronekdan. "Kannst Du mich zu ihr bringen ?"
"Komm bitte mit", sagte Rugosch, der die Klappe vom Tresen beim durchgehen nur deshalb geöffnet hatte, weil ihm der Verein 'Gleiche Höhe für Zwerge' das empfohlen hatte.

Er brachte Den Zauberer zu ihrem Büro und klopfte an die Tür.
"Herein", sagte eine gereizte Stimme von drinnen.
Als er die Tür öffnete, und die Wächterin Pyronekdan erkannte, viel ihr vor erstaunen die volle Kaffeetasse aus der Hand.
Zum Glück blieb sie der Luft stehen, und bewegte sich langsam auf den einzigen freien Platz auf dem Schreibtisch, anstatt sich über die Formulare zu ergießen.
Rugosch schlich sich daraufhin vorsichtig wieder nach unten.
"Hallo Pyro!" stieß Tricia überrascht hervor. "Was machst Du denn hier ?"
Nach einer stürmischen Begrüßung erzählte Tricia von ihren ersten Erfolgen im 'Borgen', und wie sie ihre Eltern gefunden und wieder verloren hatte.
"Jetzt ist mir klar, woher Dein Talent für die Magie kommt!", sagte er. "Es kommt nicht oft vor, das beide Eltern magisch begabt sind."
"Weißt Du zufällig, wer in Ankh-Morpork magische Amulette verkauft ?"
"Ich möchte ihm nämlich dafür danken, daß sie das Sonnenlicht so gut reflektieren."
Plötzlich wurden sie durch lautes Gelächter im Erdgschoß gestört.
Tricia und Pyronekdan gingen daraufhin neugierig die Treppe hinunter.

T-m-s-i-d-R-Schnapper stand wütend in der Eingangshalle, und alle anwesenden Wächter krümmten sich vor lachen.
"Was ist denn hier los ?" wollte Tricia wissen.
Es dauerte eine Weile, bis ich einer der Wächter soweit erholt hatte, daß er ihr erklären konnte, daß man Schnapper seien Bauchladen gestohlen habe.
Als sie fragte, was daran so komisch sei, antwortete er, daß er ihn gerade trug, und den Dieb nicht einmal gesehen hat!
Erneut brach Gelächter aus.

Als es etwas ruhiger wurde, also sehr viel später, behauptete Schnapper, das es sich nur um einen von den verrückten Zauberern handeln konnte.
Erschrocken fuhr er zusammen, als er plötzlich Pyronekdan bemerkte.
Am liebsten wäre er im Boden versunken.
Sein zweiter Gedanke war, daß das tatsächlich gleich passieren könnte!
"Ich glaube nicht, daß die Zauberer verrückt genug dazu sind" sagte Pyronekdan und lächelte.
Dadurch wurde Schnapper ein zweites Mal von einer Last befreit.
Pyronekdan erklärte sich bereit, Tricia und Schnapper zum Hier Gibt's Alles-Platz zu begleiten, um festzustellen, ob der peinliche Verlust etwas mit Magie zu tun hatte.


Auf dem Weg dorthin begegneten sie weiteren Opfern des unsichtbaren Diebes.
Allen waren Gegenstände, die sie in der Hand hielten, oder umgehängt hatte, plötzlich abhanden gekommen.
Schnapper machte sich eine gedankliche Notiz, demnächst Handtaschen anzubieten.
Sie folgten der Spur des Verbrechens, indem sie immer in die Richtung gingen, wo das Geschrei ein wenig lauter war, als sonst.
Dann sah Pyronekdan auf einmal einen jungen Reiter auf einem weißen Pferd, den sonst niemand zu bemerken schien.
Gerade ritt er auf Frau Willichnicht zu, und nahm ihr ihre Tasche weg, worauf diese sich verdutzt und erschreckt umsah.
"Das gibt Ärger!", stöhnte Tricia, die sich Rugosch dabei noch ein bißchen kleiner verstellte.

Pyronekdan tat so, als würde er den Reiter ebenfalls nicht sehen.
Er klimperte wie unabsichtlich mit seinem Geldbeutel, den er am Gürtel trug.
Das zeigte Wirkung.
Der Dieb steuerte auf ihn zu, um ihn von seinem Lohn für den Schutz der Kaufleute zu befreien.
Als er nach dem Beutel griff, packte Pyronekdan ihn am Arm, und zog ihn vom Pferd.
"Es ist nicht gerade sehr klug Tod's Pferd zu stehlen!" sagte er dem jungen Dieb. "Was hast Du Dir dabei gedacht ?"
Doch der war noch viel zu überrascht, um darauf zu antworten.
Blinky trabte weiter zu seinem Besitzer, der das Pferd gerade erst vermißt hatte.
"WIR SEHEN UNS NOCH!" meinte er nur.

Später stellte sich heraus, daß der Junge Mann der achte Sohn eines achten Sohns war, und deshalb magische Fähigkeiten besaß.
Da seine Mutter von seinem Vater vor seiner Geburt verlassen wurde und sie dabei gestorben war, hatte niemand darauf geachtet.
Er hatte das Pferd nur genommen um ein bißchen zu reiten.
Als er bemerkte, daß niemand ihn und das Pferd sehen konnte, nutzte er die Gelegenheit, um unerkannt zu stehlen.

Da die Wächter Mitleid mit ihm hatten, und vielleicht auch etwas Furcht, wurde er in die Unsichtbare Universität gebracht, um dort richtig ausgebildet zu werden.
Die Wache dankte Pyronekdan für die Mitarbeit, und dieser bot an, auch weiterhin bei magischen Problemen zur Seite zu stehen, wenn er sich in Ankh-Morpork aufhält.



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