Stille Wasser

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von W Fakim el Serif (GRUND)
Online seit 04. 03. 2002
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Auf der Flucht vor unlizensierten Dieben findet Fakim : sich selbst.

Dafür vergebene Note: 10

Fakim rannte was das Zeug hielt, und verwünschete den närrischen Heldenmut, der gerade in der falschen Sekunde aus ihm herausgebrochen war, und genauso schnell verschwunden wie gekommen war.
Sicher hatten ihn die restlichen Wächter mit irgendetwas infiziert, denn typischerweise neigte er nicht zu sinnloser Selbstzerstörung. Und was anderes war es, fünf unlizensierte Diebe daran zu hindern eine junge Frau zu überfallen? Im selben Moment wie er "Stadtwache! Ihr seid verhaftet!" gerufen hatte, war ihm klar geworden, daß etwas mit ihm nicht stimmte. Die mit gezückten Schwertern auf ihn zukommenden Verbrecher unterstrichen diese Umstand nur noch. Er war gut in Laufen, Klettern - Flüchten im allgemeinen, und hatte nur wenig Erfahrung im Nahkampf.
Umso mehr verwirrten ihn die Bilder die sich in seinem Kopf abspielten. Ein blitzschneller Tritt gegen die Kehle des Ersten. Den Schwertarm des Zweiten packen und mit seiner Waffe erst Nummer drei abstechen dann Schlag gegen die Schläfe. Dolch auf Nummer vier werfen, und Nummer fünf, der sein Schwert wie eine Keule hielt, dezent abstechen.
Fakim hatte mittlerweile einen gehörigen Abstand zu den Unlizensierten geschaffen, wollte aber auf Nummer sicher gehen und lief weiter.
Er wußte überhaupt nicht, was er in der Wache wollte. Eigentlich wollte er sich nur eine Weile in Ankh-Morpork verstecken, und jetzt saß er (schon sehr lange) in der Grundausbildung der Stadtwache. Er fühlte keinen Ehrgeiz im hyrarchischen System der Wache aufzusteigen, allerdings versetzte es ihm immer einen kleinen Stich, wenn er seine ehemaligen Mitrekruten hochdekoriert über die Strasse gehen sah.
Was sollte es. Würde er eben als ältester Rekrut in die Geschichte der Wache eingehen. Recht zuversichtlich, daß er seine Verfolger jetzt abgehängt hatte, ging er Richtung Kröselstrasse, als ein Schrei ihn verharren ließ.
Es war wohl in der Parallelstrasse, den der Lärm kam von oben, und war seltsam gedämpft.
Ohne weiter nachzudenken, benutzte er die Fassade des nächsten Hauses als Leiter und kletterte hoch.
Er fühlte sich wie betrunken, als er von etwa 10 Meter auf die Stadt hinuntersah. Offenbar machte ihm die Höhe nichts aus. Im Gegenteil. Erneut ein Schrei, und nun sah Fakim, daß er nicht von der Strasse, sondern von einer Wohnung im Dachgeschoß des Hauses auf der gegenüberliegenden Seite kam. Durch das Fenster sah er einen am Boden liegenden offenbar toten Mann, einen weiteren in der offiziellen Uniform der Assassinengilde und eine junge Frau die sich mit ihrem Kind in die Ecke drückte und - offenbar vergebens - um Gnade wimmerte. Der Killer kam mit einem häßlich gebogenen Krummdolch auf sie zu, und während Fakim gerade noch "Tja das wars dann" murmelte, war ein anderer Teil seines Verstandes bereits dabei die Distanz zu berechnen.
Eine Sekunde später fand sich Fakim selbst das Dach hinunterlaufen, springen und durch das halb geöffnete Fenster krachen. Elegant rollte er sich ab, und der Meuchler, sah in verwirrt an. "Dies ist eine offizielle Angelegenheit der Gilde der Assassinen, Wächter. Verschwinde sonst muß ich gegen Dich vorgehen!"
Fakim kannte die Kaltschnäuzigkeit der Gilden in dieser Stadt, und das Gefühl, das ein Mörder bei seiner Tat hat ebenso. Wieso eigentlich?
Doch etwas in der Szene berührte ihn persönlich, weckte etwas das friedlich geschlummert hatte. Ohne ein Waffe zu ziehen, griff er den Mann an, täuschte links an, und schlug mittig zu. Der Mörder war mindestens so überrascht wie Fakim, doch letzterer war nicht in Stimmung darüber nachzudenken, woher seine Nahkampfkenntnisse plötzlich kamen. Schnell segelte der Krummdolch davon, und beide Kontrahenten standen unbewaffnet voreinander. Doch der Assassine war nun nicht mehr überrascht, und es begann ein verzweifelter Kampf bei dem es nicht darum ging, den anderen zu überwältigen sondern zu töten. Fakim fühlte Adrenalin durch seine Adern rauschen, und dachte daran welche Augen die anderen machen würden. Abgelenkt durch die Vision der Lorbeeren die erst noch verdient sein wollten, ging ein Schlag durch seine Deckung und traf ihn so hart am Kopf, daß er nach hinten geschleudert wurde, und einen Tisch zertrümmerte.
Seltsame Bilder zogen an seinem inneren Auge vorbei, Bilder eines Wüstencamps , seltsamer Apparate , Training in glühender Hitze, Kämpfe mit verbundenen Augen, Schmerzen immer wieder Schmerzen, ein Auftrag.
Fakim spürte den Schlag kommen und blockte ihn knapp vor seinen Augen ab. Gleichzeitig zog er seinem Gegner die Füße unter den Beinen weg, schnappte sich ein Tischbein, und pfählte in einer fließenden Bewegung.
Die junge Frau, hatte den Kampf mit fiebernden Augen mitverfolgt, und war sich unsicher, was sie wohl weiters zu erwarten hatte.
Der Wächter rappelte sich auf. Er wußte nun, warum er hier war, wer und was er war. Er dachte kurz daran, die junge Frau zu töten, aber sie hatte wohl schon genug Probleme.
"Du mußt so schnell wie möglich aus der Stadt verschwinden. Jemand hat den Auftrag gegeben, Euch zu töten, und das Interesse der Gilde ihren Auftrag auszuführen wird steigen, wenn sie den hier finden."
Er durchsuchte den Meuchler und fand einen recht prallen Geldbeutel, den er der jungen Mutter zuwarf "Hier! Geh nach Sto Lat , oder sonstwo hin! Vor Anbruch des Morgens solltest Du eine Erinnerung sein."
Er verließ das Haus, und ging in die Haifischgasse. Hinter dem Eingangsschild einer ehemaligen Tischlerei warteten seine Anweisungen auf ihn. Es war nur noch wenig Zeit.




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Feedback:

Von Irina Lanfear

20.03.2002 14:49

So, da sich scheinbar keiner drübertraut, muss ich wohl auch hier meinen Senf dazugeben.

Deine Single war ...interessant. Ich denke mal, du hast es hervorragend geschafft, dich näher vorzustellen ohne viel über dich zu erzählen. Respekt, das schaffen nicht viele.

Hm, was fällt mir noch ein? Flüssiger Stil ist auch vorhanden, es war sehr angenehm zu lesen. Besser, zumindest meiner Meinung nach, als die erste Single. Allerdings muss ich dazusagen, dass ich die ICH-Erzäler Stories weniger mag (obwohl die darstellung von Larius in deiner ersten Single, die war grenzgenial :DRina

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