Harte Steine

Bisher hat keiner bewertet.

von W Lector
Online seit 22. 12. 2000
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Venezia ist entsetzt.
Nach einem bunten Abend im "Eimer" ist ihr teuerstes Familienerbstück, der wohlbekannte Gnomensäbel, verschwunden.
Hilf ihr!

Dafür vergebene Note: 10

Es war ein kalter veregneter Tag, an dem ich meine erste Mission begann. Es war ein Oktotag an dem ich über die Ponsbrücke in Richtung Eimer in der Schimmerstraße lief und an der Bettlergilde ein par Taubenfedern auf dem Plaster entdeckte, woraufhin ich General Abfluss begrüßte. Ich bewegte mich mit dem Rythmus eines Lieder vorwärts, das ich vor einiger Zeit in Jimkin Bärdrückers Whiskybrennerei gehört hatte. Ich glaubte zu wissen, dass der Troll der es sang Truermit hieß... eigentlich war er gar nicht mal so schlecht...allerdings war es an jenen Abend auch ziemlich kalt bei Jimkin weshalb Truemit einen verständlichen Text sang.

Das war also mein erster Auftrag...ich bin also dazu berufen worden den Gnomensäbel wiederzufinden. Nun,eigentlich war ich ja ganz zufrieden mit ihm! Immerhin konnte ich meine Ermittlungen in meiner Stammkneipe starten, wo der bunte Abend von Venezia, der Besitzerin des Gnomensäbel, stattfand. Und einer von diesen illustren Gästen, die wahrscheinlich so iluster waren, dass sie es eigentlich nicht nötig gehabt haben sollten, etwas zu stehlen, sollte oder vielleicht sogar musste das Erbstück gestohlen haben.
Im Eimer war an diesem Abend nicht viel los. An einem Tisch saßen drei Zwerge die sich darüber stritten, welches Kampfbrot das beste sei. Zumindestens zwei von ihnen. Der dritte lehnte Kampfbrot ab und plädierte für Wurfbrötchen.
Ich verschwendete aber nicht meine wertvolle Zeit -2 Ankh-Morpork-Dollar ist sie sicher wert - damit, die drei zu beobachten sondern wandte mich sofort an Herrn Käse.
“Tag Herr Käse! Ich komme heute ausnahmsweise mal im Auftrag der Wache...du kannst mir trotzdem ein Bier bringen. So schnell können die mich gar nicht rausschmeißen!”
“Im Auftrag der Wache... du weißt das ich meine Ware nicht von T.M.S.I.D.R.-Schnapper beziehe!”
Leider lief mein erstes Verhör nicht so, wie es Kommandeur Rince nach laufen sollte. Ich musste Herrn Käse mit 50 Ankh-Morpork-Dollarn bestechen, damit er überhaupt gestand einen bunten Abend veranstaltet zu haben. Doch an Details konnte er sich trotz des Geldes nicht erinnern - nur daran,dass die Stimmung nicht gerade gut war, was seiner Meinung nach am mangelnden Alkoholgenuss der Gäste lag. Auch der Sänger, den Venezia engagiert hatte konnte den Abend nicht lustiger gestalten.
Mehr war aus Herrn Käse nicht rauszuholen. Ich hatte mir die Ausbeute im Eimer schon etwas größer vorgestellt. Nicht mal ein Freibier (obwohl ich drei Stück von Herrn Käses Überwälder-Schwarzbier getrunken hatte!)! Aber immerhin konnte ich gute Informationen zu dem Sänger bekommen, der bei Venezias Feier sang. Herrn Käse war er nämlich gleich aufgefallen, weil er sich so sehr von den ganzen Snobs unterschied und dem Besitzer vom Eimer deshalb sehr sympathisch war. Ich wusste jetzt, das es ein ziemlich guter Sänger war. Nun, es gibt ziemlich viele ziemlich gute Sänger in Ankh-Morpork...aber ziemlich gute Troll Sänger konnte man vermutlich an einer Hand eines Schreiners abzählen.

Mein nächstes Opfer sollte Venezia sein. Zum Glück war ihr “Haus” ja ganz in der Nähe. Ich war nämlich etwas zu angetrunken um lange Strecken zu gehen und mir war auch etwas schlecht vom Alkohol-der Gestank des Ankh hätte mich wahrscheinlich Ermittlungs-unfähig gemacht.
Es dauerte nicht lange bis ich mich durch den Keller des Eimers bis zu ihrem Fass durchgekämpft hatte. Ich kannte ihre Behausung nur aus Erzählungen und war mir bewusst, dass ich mit allem zu rechnen hatte. Doch an einen goldenen Klopfer in Form eines Gnomenkopfes, an der “antiken Eichenpforte” angebracht hatte ich nicht gedacht.. Ich betätigte ihn und musste nicht lange warten, bis mir Venezia das Fass öffnete.
“Ah!Truermit!Da bist du ja!Oh...”
“Tut mir leid!Aber gut das sie da sind! Ich nehme an sie sind informiert?”
“Nun ja...ich weiß das ihr Gnomensäbel verschwunden ist!” ich wollte sie mit dem Wort “verschwunden”vielleicht ein wenig provozieren. Wahrscheinlich aber nicht. Aber wenn doch dann war es unabsichtlich!
“Gestohlen worden ist er! Aber kommen sie am besten rein...”
Venezia erzählte mir alles von ihrem Erbstück. Wie alt er war (nämlich exakt 385 Jahr; 6 Monate; 3 Tage; 5 Stunden;36 Minuten und 3;4;5...Sekunden!), von seinem rühmlichen Einsatz im Krieg gegen Omnien und von seinen eher weniger rühmlichen Einsätzen als Brieföffner, als der er diente, nachdem er in den verschiedenen Schlachten so stumpf geworden und vom vielen wieder-scharf-schleifen so dünn geworden, dass er beim nächsten Schleifen unter Garantie zerbrochen wäre.. Leider half mir das alles nicht weiter; also fragte ich Venezia nach irgentwelchen sonderbaren Zwischenfällen an ihrem bunten Abend. Das war die einzige sich lohnende Frage...und sie verneinte sie. Also verlies ich sie wieder, um der nächsten Spur zu folgen. Allerdings nicht ohne einer Liste aller geladenen Personen der Feier im Eimer. Doch zunächst beschloss ich zu Jimkin Bärdrückers Whiskybrennerei (und Teich) zu gehen. Denn ich kannte den Mann, mit dem mich Venezia verwechselt und den sie offenbar sehr dringend erwartet hatte. Es war Truermit,den ich vor einiger Zeit in der bereits erwähnten Kneipe singen hörte. Auch wenn es nur Glück war;vielleicht war das meine heiße Spur!
Mein Ziel war ziemlich weit entfernt vom Eimer. Aber irgendwann geht,selbst in Ankh-Morpork, auch die längste Strecke zu Ende.
Die Tür knarzte wie immer als ich sie aufstoß um einzutreten...es hatte etwas beruhigendes. Jimkin Bärdrückers Whiskybrennerei war an diesem Abend nicht sonderlich gut besucht. Ich mochte das. Allein war es immer etwas schöner sich zu besaufen (und zu keinem anderen Grund gehe ich in meine Lieblingskneipe normalerweise). Zu meiner Freude war Truermit noch immer bei Jimkin beschäftigt. Ich ging zu ihm...
“Guten Abend Truermit!” begrüßte ich ihn.
“Was du wollen?”
“Nein!Ich stelle hier die Fragen!” ich war mir bewusst,dass es riskant war,so mit einem Troll zu sprechen... auch als Wehrwolf, aber ich musste es riskieren. Vielleicht war er der Schlüssel zur Lösung meiner Mission.
“Also, wieso bist du gestern zu Venezia?”
“Ich die Wahrheit sagen muss?” “Ja...ich erzähls auch nicht weiter! Und wenn du es mir nicht sagen willst...wir haben eine Zelle in die sogar du passen könntest!”
“Ich etwas böses gemacht Herr...”
“Rekrut Lector”
“...Herr Rekrut Lector.”
“Ich ihr wollte bringen den Brieföffner.”
“Hast du den Gnomensäbel gestohlen Truermit?”
“Ich wären dumm wie Troll wenn ich jetzt sagen würde ja!”Er war anscheinend sehr stolz auf diesen Satz denn er grinste über sein ganzes,breites,steinernes Gesicht.
“Aber du bist ein Troll!”
“...das richtig sein!Ich dir sagen muss?!Ich haben gemacht etwas was dir nicht gefällt!”
Dann packte Truermit aus. Alles fing damit an,dass er letzte Woche einen,so sagte er,magischen Brief bekam,den er nicht öffnen konnte. Und er dachte,dass der einzige, der ihm in dieser Situation helfen könnte der Gnomensäbel war. Und als er dann als Sänger für Venezias bunten Abend engagiert wurde war es natürlich seine Chance das Erbstück zu stehlen. Truermit war der Dieb.Doch nach der Tat reute es ihm, das gute Teil gestohlen zu haben und wollte es Venezia unter einem Vorwand wieder in ihr Fass schmuggeln...wenn Truermits schlechtes Gewissen nicht gewesen wäre, hätte ich den Fall vermutlich nicht lösen können, aber so war ich glücklich, meine erste Mission erfolgreich abgeschlossen zu haben. Nur eine Frage quälte mich noch: wie war Truermit in der Lage einen, für einen Troll, so klugen Plan auszuhecken? Als ich spät in der Nacht wieder in die eiskalten Straßen Ankh-Morporks trat begriff ich...



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