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Was ist blau, hat dreißig Beine und frisst alles, was ihm in den Weg kommt?
Auf jeden Fall ist es in der Stadt und bedroht die Bürger!
Beendet das!!
Dafür vergebene Note: 12
Ranobis betrat die Wache, es war schon dunkel. Im Aufenthaltsort des Wachhauses hielten sich noch ein weiterer Wächter auf, an Abzeichen auf der Schulter konnte man erkennen, dass er Gefreiter waren.
"Äh, hallo. Ich bin Ranobis und noch ziemlich neu hier.", stellte sich der ankommende vor.
"Nenn mich Sidarrtha.", entgegnete der andere.
Ranobis konnte erst jetzt erkennen, dass es sich bei seinem Gegenüber um einen Vampir handelte. Schon nach wenigen Minuten gelangten die beiden ins Gespräch, als einige Zeit später, plötzlich alle Alarmglocken der Stadt anfingen zu läuten.
"Sollten wir nicht nachsehen, was da los ist?", fragte Sidarrtha nach einiger Zeit. "Ich meine, wir sind doch Wächter."
"Ich denke schon, wir sollten wenigstens mal hingegen und nachsehen.", überlegte Ranobis. "So als Wächter."
Also verließen die beiden das Wachhaus und begaben sich auf den Weg; da aber alle Alarmglocken der Stadt in betrieb waren, wussten die beiden Gefreiten nicht, wohin sie gehen sollten. Doch dies änderte sich schnell. Alle Bürger Ankh-Morpoks liefen bei Gefahr immer in eine ganz bestimmte Richtung: möglichst weit von der Gefahr weg. Ranobis packte sich den nächst besten, der sich wunderte woher dieser blasse und unterernährte Wächter so viel Kraft her nahm.
"Was ist hier los?", fragte der den Mann. "Warum läufst du weg?"
"Ich weiss nicht was los ist.", antwortete der festgehaltene. "Alle laufen weg."
"Aber willst du nicht wissen wovor du wegläufst, nachher war das ganze Gerenne um sonst". gab Sidarrtha zu bedenken.
"Das kann sein.", der Mann versuchte sich loszureißen. "Aber nicht hinkommen und nichts sehen, ist der beste weg nicht besiegt zu werden."
Ranobis ließ den Mann los, der darauf fast stolperte, sich aber wieder fing und mit hingebungsvollem schnaufen weiter rannte. Die beiden Wächter sahen sich achselzuckend an und setzten ihren Weg in entgegengesetzter Richtung zu den fliehenden Menge weiter.
Je weiter sie sich dem Ausgangspunkt der Panik näherten, desto lauter wurde eine Art Gebrüll, das die Wächter erst jetzt war nahmen. Die beiden Wächter traten dann um eine Ecke und konnten ihren Augen nicht mehr trauen. Einige Häuserreihen weiter erhob ein Art Wurm in den Himmel. Aber hier ist nicht die zu groß geratene Mutante eines Regenwurms gemeint. Dieser Wurm war ungefähr doppelt so lang wie der Kunstturm hoch war und man brauchte mindestens sieben Orang-Uthans oder neun Menschen um ihn zu umfassen. Sein Gesicht, beziehungsweise dass, was in der nähe des riesigen mit scharfen Zähnen durchsetzten Mauls war, sah echsenähnlich aus.
Die beiden Wächter entschieden sich näher an den Wurm heranzupirschen. Als sie fast schon auf dem Hier-gibt?s-Alles-Platz waren, auf dem sich die Bestie gerade verlustuierte, hörten sie plötzlich jemanden ihre Namen rufen. Es war Kommandeur Rince, der mit einigen anderen Wächtern in einem Hauseingang Schutz suchte.
"Also ihr beiden, jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt für Erklärungen oder Fragen.", begann Rince. "Ich möchte nur Vorschläge hören, wie wir dieses Viech hier wieder los werden."
"Vielleicht sollten wir ihm gut zureden, und es bitten wo anders hin zu gehen.", sagte eine Gefreite, die, wie Ranobis erst später herausfand, Jolin die Jägerin hieß.
"... was hat der vor..."
"... hat der sie noch alle..."
"... ist der denn total beklo..."
"... völlig plemm plemm, der Typ...", ließen sich seine Wächterkollegen vernehmen, als Ranobis auf das Ungeheuer zu ging.
"HALLO DU, ES WÄRE SEHR NETT VON DIR, WENN DU AUFHÖREN WÜRDEST UNSERE SCHÖNE STADT ZU ZERSTÖREN! ES GIBT BESTIMMT VIELE ANDERE PLÄTZE, AN DENEN DU DICH AUSTOBEN KÖNNTEST, OHNE IRGENWELCHEN SCHADEN ANZURICHTEN. ICH MACHE DIR JETZT EINEN VORSCHLAG: DU VERLÄSST GANZ SCHNELL DIE STADT, UND WIR VERGESSEN GANZ SCHNELL, DASS DU HIERGEWESEN BIST.", rief Ranobis dem Riesenwurm zu.
Die Reaktion war vorprogrammiert. Es brüllte Ranobis so laut an, dass dieser durch den Luftdruck einige Meter nach hinten flog. Er schaffte es gerade noch ins Haus zu den anderen Wächtern, bevor die Bestie ihn zwischen die auch nicht für Untote ungefährlichen Kiefer bekam.
"Das hat also nicht geklappt", berichtete Ranobis. "Hat jemand noch andere Vorschläge?"
"Ich umzingle es, ich mache starte einen Scheinangriff nach links und überwältige ihn dann von rechts...", Korporal Mückensturm war voll in seinem Element, wenn es darum ging irgendwo, an irgendjemand oder irgendetwas großen Schaden anzurichten.
"Wie willst du etwas umzingeln, in dessen Inneres du zwanzig mal hineinpasst?", fragte Rince skeptisch.
"Ich dachte ihr helft mir!", gab Mückensturm zurück.
"... das Biest hat einen verfluchten Mundgeruch..."
"... es regnet draußen und ich kann doch keine Feuchtigkeit..."
"... ich muss vorher noch meine Rüstung putzen, ich kann doch so nicht aus dem Haus...", murmelten die Wächter.
"Ich glaube nicht, dass wir es mit unseren Kurzschwertern wirklich verwunden können.", gab Ranobis zu bedenken. Korporal Mückensturm machte den Mund auf, um seinen Kollegen mitzuteilen, dass er natürlich nicht nur ein Schwert dabei hatte, aber Kommandeur Rince kam ihm zuvor.
"Außerdem wissen wir nicht, wie wir das verfluchte Mistvieh überhaupt verletzten können.", Rince blickte sich kurz um. "Wir teilen die Gruppe. Die Hälfte von euch geht mit Korporal Mückensturm zum Arsenal, der Rest kommt mit mir, wir versuchen herauszufinden, wie wir das Drecksbiest verwunden können."
"Ähhhh, wie sollen wir entscheiden, welche Hälfte mit wem mitgeht?", fragte jemand.
"Also gut,", Rince war inzwischen sichtlich entnervt. "alle, die ihre Probleme durch angestrengtes Nachdenken lösen kommen mit mir, und alle die, die ihre Probleme durch direktes und konsequentes Handeln lösen gehen mit Mückensturm. Noch Fragen?"
Die Gruppe wurde schnell geteilt und während Korporal Mückensturms Trüppchen sich auf den Weg zum Arsenal machte ,ging der Kommandeur mit der anderen Hälfte Richtung Unsichtbare Universität. Zauberer pfuschten immer mit Kräften herum, von denen Menschen die Finger lassen sollten. Wahrscheinlich war der Wurm wieder irgend etwas aus den Kerkerdimensionen, obwohl dieser überdimensionaler Molch über erstaunlich wenige Tentakel verfügte. Auf jeden Fall konnte man sicher in der Bibliothek etwas über solche Lebensformen herausfinden.
"Hat jemand einen Banane?", wollte Rince wissen. Die Wächter schüttelten alle den Kopf.
"Na gut, wir kommen sowieso an einem Obstverkaufstand vorbei. Aber ich will auf jeden Fall sichergehen, dass der Bibliothekar freundlich zu uns ist. Und wehe es sagt einer das T-Wort!"
Etwas später trafen die Wächter in der Unsichtbaren Universität ein.
"QUÄÄÄÄÄSTOOOR!", schallte es durch die Gänge.
"Das muss der Erzkanzler sein.", Rince ging in die Richtung, aus der der schrei kam und betrat mit den Wächtern das Zimmer des Erzkanzler, einem Mann an dem ein Sumo-Ringer verloren gegangen ist. Neben ihm stand ein um einiges dünnerer Mann, der sehr nervös zu sein schien, offensichtlich der Quästor.
"Was hat das zu bedeuten?", wandte sich der Erzkanzler an Rince. "Ihr wagt es einfach in diese heiligen Hallen der Magie einzudringen?"
Rince war kurz davor seine Nerven komplett zu verlieren. "Ich bin es, der hier die Fragen stellt.", zischte er.
"Habt ihr diesen riesigen Wurm gesehen, der im Moment in den Straßen von Ankh-Morpok wütet? Könnte es vielleicht sein, dass ihr ein wenig zu viel an den physikalischen Gesetzten herum gespielt habt und es einen klitztekleinen Kontakt mit den Kerkerdimensionen gab?"
"Was erlaubst du dir!", donnerte der Erzkanzler. "Wir haben nichts dergleichen angestellt. Der Wurm ist ein Wesen aus Fleisch und Blut, vielleicht sollten wir zusammen gegen ihn vorgehen."
"Danke, aber für Magie fehlen mir heute echt die Nerven.", Rince drehte sich auf dem Absatz um und verließen den Raum. "Du hast sicher nichts dagegen, wenn wir uns mal in der Bibliothek umschauen? Und ihr, was steht ihr das so wie bestellt und nicht abgeholt. Folgt mir!" rief Rince noch zurück.
Die Wächter erwachten langsam aus ihrer Lethargie und folgten ihrem Kommandeur zur Bibliothek. Der Bibliothekar, seines Zeichens Orang-Uthan, konnte durch ein paar Bananen und gutes zureden schnell davon überzeugt werden, dass die Wächter nicht den Kerkerdimensionen entsprungen waren. In der Bibliothek war es angenehm warm, im Gegensatz zu dem alles durchdringendem Nieselregen draußen. Rince erklärte dem Orang-Uthan die Lage, worauf der ein Buch von seinem Schreibtisch nahm und es dem Kommandeur der Stadtwache reichte. "Ugh! Ugh, ugh, uHg! Ugh?", der Bibliothekar gestikulierte wild.
"Gute Idee.", Rince Antwort kam ein wenig zu schnell, als das der die Worte des Bibliothekars verstanden hätte. "Hier steht's ja. Es handelt sich um einen Lindwurm aus den mittwärtigen Regionen. Die verdammten Biester stehen in dem Ruf meistens schlecht gelaunt zu sein und unser kleiner Liebling scheint ein wahres Prachtexemplar zu sein."
"Schön und gut, Sir.", langsam ging Ranobis es auf die Nerven nichts unternehmen zu können, er war ja schließlich bis jetzt der einzige gewesen, der dem Monster Auge in Auge gegenübergestanden hatte. "Aber wie können wir ihm kräftig in den Hintern treten?"
"Haben Würmer überhaupt Hintern?", meldete sich eine Stimme aus dem Hintergrund.
"Es ist mit Feuer zu verwunden, außerdem soll es bei einem gut gezielten Schuss durch eines der Augen direkt sterben.", Rince hatte in der Zwischenzeit ein wenig weitergelesen. "Also los Wächter, machen wir dem Wurm ein kräftiges Feuer und der Hint... dem andern Ende vom Kopf!"
Obwohl die Aktion Waffen- und Informationsbeschaffung kaum eine halbe Stunde gedauert hatte, war der Híer-gibt?s-Alles-Platz und die umliegenden Häuser nicht wieder zu erkennen, alles schien darauf hinzudeuten, dass diverse Bauunternehmen und der Vorgängerindustrien in nächster Zeit großen Umsatz zu erwarten hatten. Es folgte ein kurzer Austausch der physischen Verstärkung mit der psychischen. Dummerweise blieb auch dies ohne Erfolg, einer Waffe, die mit Feuerkugeln schoss gab es nicht nur Korporal Mückensturm fühlte wollte probieren in das Auge der zerstörerischen Kreatur zu schießen . "Es ist eine Chance von eins zu einer Million aber es könnte klappen."
Aber diesmal versagte die Chance von eins zu einer Million, was bedeutete, dass die Wächter ziemlich tief im Dreck steckten.
"He, du hast es verwundet!", rief Rince. "Es blutet."
"Wenn es blutet, können wir es töten.", sagte Mückensturm mit einem grimmigen Lächeln im Gesicht.
"Bloss wie?", wollte Ranobis wissen, der nicht noch einmal den Mundgeruch des Lindwurms ertragen wollte. "Schaut euch doch mal um, vielleicht finden wir hier irgendwas."
Die Wächter fingen an zu den Raum zu untersuchen. Sie stellten bald fest, dass dieser Raum wohl als Lager für T.M.S.I.D.R. Schnapper diente.
"Was ist das?", rief Ranobis aus einem Nebenraum.
Der Rest der Wächter kann angerannt. "Das ist eine Flasche-mit-sehr-sehr-viel-zusammengepresster-Luft-drin", lautete die Antwort. "Schnapper bietet jetzt Tauch-Touren im Ankh an, und nur ein solches Gefäss widersteht wohl dem Ankh. Seine Kunden sollen Unterwasser noch atmen können, wohl damit sie ihm über Wasser noch ein Würstchen verkaufen kann.", sagte Jolin die Wächterin.
"Ich hab eine Idee.", murmelte Ranobis. "Wenn wir dem Lindwurm das hier zu fressen geben, und die Flasche irgendwie kaputt geht, dann musste des Mistviech doch in der Mitte explodieren, oder wo immer es seinen Magen hat."
"Gute Idee,", lobte Rince. "Aber wie kriegen wir den Wurm dazu so was zu essen. Diese Flasche mit dem viel zu langen Namen macht keinen schmackhaften Eindruck."
"Wir könnten sie mit Schnappers Würstchen würzen.", schlug Ranobis vor. "Ich glaube, dass dann die Wirkung noch intensiver ausfallen könnte."
Gesagt, getan. Die Wächter umklebten die Flasche mit Schnappers Würstchen, dafür brauchten sie weder Klebstoff noch Leine zum befestigen, die alte Fettschicht der Würstchen klebte wunderbar; wenn Schnapper wirklich ein Geschäft machen wollte, so sollte er diesen Stoff als Multifunktionskleber verkaufen.
Durch gemeinsame Anstrengung wurde die mit Würstchen umklebte Flasche ins freie geschafft, jetzt mussten die Wächter nur noch warten, bis der Lindwurm diese zwischen die Zähne bekam.
Es dauerte auch nicht lange, da tat das Aroma der Würstchen seinen Dienst. Der Lindwurm schnappte danach und verschlang den Köder, der gleichzeitig die Falle war, mit einem Schluck. Die Wächter warteten angespannt, doch als nach fünf langen Minuten noch immer nichts geschehen war, machte sich eine Art Resignation unter ihnen breit. "Was sollen wir den noch tun?" fragten sie sich. Die allgemeine Stimmung tendierte zu lass den Wurm das Problem von jemand anderes sein und wir gehen jetzt einen heben. Plötzlich jedoch gab der Lindwurm einen schrei von sich, der sehr schmerzerfüllt klang.
"Lauft!", brüllte Ranobis. "Macht das ihr hier raus kommt, schnell!" Der Banshee war im begriff auf das Dach des Hauses zu klettern, die anderen Wächtern taten das was er ihnen geraten hatte, sie waren im Moment zu verwirrt, um zu merken, dass sie auf den Befehl eines Gefreiten hörten. Allerdings auch Gefreite hatten gute Ideen; diesem mussten die übrigen Wächter nach den nächsten Ereignissen zustimmen.
"UUUiiiiiUuiiUUUIiiiiiiiiiiiiii!", klang es von dem Dach des Hauses, dass sie gerade verlassen hatten. Kurz darauf gab es eine riesige Explosion, die alle Häuser die sich um den vom Lindwurm schon vergrößerten Platz erstreckten einstürzten lies. Die Wächter beobachteten das Spektakel aus sicherer Entfernung, nur einige von ihnen wurden von umherfliegend Fetzten des Lindwurms getroffen.
"Hat ja dann doch noch geklappt, Gefreiter Ranobis.", sagte Rince nach einer Weile.
Stille
"Gefreiter Ranobis?", Rince schaute sich um, auch die anderen Wächter ließen durch ihre Körpersprache merken, dass sie nicht wussten, wo sich der Gesuchte befand. Verlegen blickten die Wächter um sich, keiner versuchte etwas zu sagen, als sich auf einmal ein Steinhaufen ganz in ihrer Nähe bewegte. Steine fielen zu Boden und eine humanoides Wesen richtete sich auf. Es klopfte sich den Staub von der Kleidung und ging auf die anderen Wächter zu.
"Ranobis?", fragte Kommandeur Rince.
"Ja, Sir!", antwortete dieser. Er schien glücklich zu sein. "Mann, war das ein Heuler.", gab er mit einem entspannten Grinsen zu Protokoll.
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