Einmal Hölle und zurück

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vollendet am 15.03.2018
Zeitmönche haben die Geschichte auf den 28.07.2014 datiert

Nachdem die Stadt durch eine mysteriöse Diebesgruppe überfallen wurde seid ihr Teil eines Tiems zur Ergreifung der Täter geworden, doch bevor die Ermittlungen richtig beginnen können fallt ihr durch ein Dimensionsloch in die Kerkerdimension. Hier sieht alles ähnlich wie in Ankh Morpork aus, und doch ist es dämonisch verdreht und übertrieben skurill. Seid ihr zufällig hier oder steckt ein größerer Plan dahinter? Und wer ist der seltsame neue Gebieter der die Stadt vom Gränd Häll Kasino aus kontrollliert?

Rabbe Schraubenndrehr

Es war ein Morgen wie viele andere in der Zwillingsstadt Ankh Morpork. Die Arbeiterinnen der Näherinnengilde fertigten die letzten hungrigen Kunden ab, Meuchler brachten das Nachtwerk zu Ende und Schnapper zog aus um die erste Wurst des Tages an den Mann [1] zu bringen.

Die Königliche Bank von Ankh Morpork wurde überfallen. Über 100.000AM$ wurde erbeutet bevor jemand feststellen konnte, wie es dazu gekommen war. Über das, was wirklich passiert war, herrschte im Nachhinein große Uneinigkeit – nur eine Sache war allen ausnahmslos in Erinnerung geblieben; Der Gesamte Überfall dauerte weniger als eine Minute.


*Wachhaus am Pseudopolisplatz, 12.00*

Araghast Breguyar blätterte entnervt durch die Unterlagen. Ein Überfall. Mysteriöse Umstände. Ging schnell, drei Verletzte, rund hunderttausend Ankh Morpork Dollar entwendet. Von dunklen Gestalten. In dunklen Kapuzen. Keiner war sich ganz sicher wie groß oder klein sie waren, keiner hatte die Stimmen als auffällig hell, dunkel oder brummend einordnen können. Keiner wusste wie sie raus oder rein gekommen waren. Der Kommandeur massierte sich die Schläfe und blickte auf eine andere Nachricht auf seinem Schreibtisch. Der Patrizier wollte ihn sehen. Wahrscheinlich ging es wieder mal um die allgemeinen Personalkosten. Oder um irgendwelche Probleme mit den Spesen. Oder vielleicht wollte er ihn auch einfach nur ärgern. Breguyar grunzte genervt und wischte die Nachricht weg. Darunter kamen Rechnungen für das Ausbessern von Kettenhemden und neue Ziele für die Kröselstraße hervor. Er stöhnte und schloss die Augen. Ruhig atmen. Das konnte er immerhin delegieren. Er öffnete die Augen wieder und dachte einen Moment nach. Dann schrieb er drei Namen und eine kurze Notiz auf einen Zettel. Nach kurzem zögern fügte er zwei weitere Namen hinzu und steckte den Zettel dann in die pneumatische Röhre. Er seufzte. An manchen Tagen nervte es ihn mehr als sonst, Kommandeur zu sein.

Wenige Minuten später betrat Chief-Korporal Schraubenndrehr sein Büro. "Sie wollten mich sprechen, Sör?"
"Ja...", er massierte sich die Nasenwurzel. "Setz dich und warte. Die anderen sind hoffentlich auch gleich da." Es dauerte geschlagene fünfzehn Minuten bis alle da waren. Korporal Jargon Schneidgut und Gefreiter Rach Flanellfuß waren schon kurz nach Rabbe da und sahen einander fragend an. Ein wenig später tauchte auf Oberfeldwebel Cim Bürstenkinn auf. Gefreite Eleanore Gahdollie brauchte am längsten bevor sie – ein fettiges Käsebrot in der Hand – endlich in den Raum stolperte. Bregs sah die Gefreite entnervt an. Sie war nicht nur spät dran, nachdem der Kommandeur der Stadtwache sie zu sich gerufen hatte, nein, sie hatte auch noch die insubordinierte Frechheit dies mit ihrem Mittagessen zu tun. "Mhhalloo Kmommandör..." murmelte sie zwischen ihrem Käsebrot hindurch. "Fie wollten mich sprechen?" Sie schluckte gemächlich. Bregs sah sie giftig an. "Ach, das Fräulein Gahdolie. Wie schön dass du den Weg zu uns gefunden hast. Ich hoffe du hast ausgeschlafen. Was zu essen hast du auch gleich mitgebracht wie ich sehe, sehr schön, man weiß ja nie wie anstrengend so eine Besprechung werden, kann, nicht wahr?" Ella schluckte einen großen Happen hinunter und winkte mit dem Brot. "Genau, Sör. Ich dänke immer, lieber 'n bissel mehr Brot als nachher Magenknurren bei näm Einsatz." Er sah sie kalt an. "Gefreite, wenn du nicht sofort dein Vesper wegsteckst, Haltung annimmst und das nächste Mal gefälligst sofort antrittst wenn man dich ruft, so wirst du den Rest des Jahres Latrinendienst haben."
Er seufzte leise und wandte sich wieder der Tagesordnung zu während Ella ihn noch erschrocken ansah und Anstalten machte sich salutierend das Käsebrot an die Stirn zu kleben. Araghast schnappte sich derweil die Akte die er vorgerichtet hatte und drückte sie Rabbe in die Hand, während Ella sich im Hintergrund noch das Käsebrot in die Tasche stopfte. "In aller Kürze… Die Königliche Bank von Ankh Morpork wurde heute morgen ausgeraubt. Man weiß nicht wie, wer, oder warum. Naja. Das warum dürfte wohl wegen des Geldes sein. Es wurden jedenfalls über hundert tausend Ankh Morpork Dollar gestohlen,-"
"Uii, ist das viel!", entfuhr es Ella, was ihr einen sehr giftigen Blick vom Kommandeur einbrachte. ",- aber ich muss euch wohl kaum darauf hinweisen dass die Sache extrem schädlich für unsere Wirtschaft ist. Das wenige was wir an Informationen haben steht in der Akte die ich dir,-" er zeigte auf Rabbe. ",- eben gegeben habe. Da du inzwischen eine erfahrene Ermittlerin bist wirst du – obwohl du einen niedrigeren Rang als Bürstenkinn hast – diese Einsatztruppe leiten. Wird Zeit dass du auch mal so einen Trupp leitest." Die benannten Wächter tauschten einen Blick. "Da dies eine sehr heikle Lage für die Stadt ist wird euch Korporal Schneidgut mit seiner Nase und seinem Rechtswissen sicher eine Hilfe sein. Und für die Gefreiten ist dies eine gute Gelegenheit mal an einem richtigen Ernstfall was zu lernen. Der Patrizier will dass ihr wisst dass seine Oberste Priorität ist dass ihr das Geld zurück holt und die Täter stellt." Seine Augen ruhten einen Moment auf Flanellfuß. "Ich will dass ihr vor allem herausfindet, wie sie es gemacht haben. Nur so können wir derartiges in Zukunft verhindern. Noch Fragen?"

28.07.2016 22: 38

Jargon Schneidgut

"Ja, Sör...", sagte Jargon, ein wenig zögerlich. "Wieso genau leitet diesmal nicht der ranghöchste Wächter das Einsatzteam? Ich meine, Rabbe ist zweifellos eine gute Ermittlerin- Aber ich glaube, dass Cim mehr Erfahrung mit Verbrechen solcher Art hat. Wäre es nicht sinnvoller, ihn den Einsatz Eliten zu lassen?" Breguyars Auge verengte sich. "Ich weiß, dass du zur Zeit eine... schwierige Phase durchlebst, Korporal. Dass du mich in Frage stellst, verzeihe ich dir." Er schnaubte kurz. "Aber mit ein wenig logischem Denken wärst du selbst darauf gekommen. Der Grund dafür, dass der Chief-Korporal diesmal leitet ist der, dass sie Erfahrung sammeln muss. Ihr wisst alle, dass in naher Zukunft die Abteilungen aufgelöst werden, entsprechend müssen sämtliche Wächter dazu in der Lage sein, kritische Situationen wie diese zu bearbeiten. Unabhängig von ihrer Spezialisierung. Der Personalmangel erlaubt es nicht, nur die auf einen Fall anzusetzen, die die Präzedenzfälle kennen." Er erhob sich. "Jeder von euch muss lernen, zu improvisieren und unter ungewohnten Umständen zu agieren." Er nickte Cim zu. "Natürlich wird der Oberfeldwebel seine Erfahrungen einbringen. Aber gleichzeitig muss er die Entscheidungen des Chief-Korporals respektieren. Sie muss lernen, wie man für einen Fall dieser Wichtigkeit Verantwortung übernimmt." Sein Blick wanderte zu Jargon zurück, der versuchte, seinen Gesichtsausdruck unverändert zu lassen. "Auf dich kommt das auch noch früh genug zu, Korporal. Noch Fragen?" Jargon starrte ins ncihts und schüttelte den Kopf. "Keine weiteren Fragen, Sör."

06.08.2016 0: 24

Rach Flanellfuß

Kurze Zeit später war der kleine Trupp auch schon unterwegs zur Königlichen Bank. Rach war sich noch nicht sicher was er von der ganzen Sache halten sollte. So langsam glaube er der Patrizier und Breguyar machten gemeinsame Sache was diese ganze Inspektion der Wache ad absurdum führen würde. Er strich sich genervt durchs Haar und beschleunigte seine Schritte. Langsam wurde er Paranoid was dieses ganze Wächterdasein betraf und alles erinnerte ihn an Ophelia. Er kam kurz ins straucheln und seine Stimmung näherte sich einen neuen Tiefpunkt. "Alles klar?", fragte Ella neben ihm und biss in ihr Käsebrot. Ob es noch dasselbe Käsebrot wie im Wachhaus war, bezweifelte der Gefreite stark. "Alles bestens", antwortete er und winkte ab. "Siehst aber nicht so aus", sagte sie aufrichtig und blickte ihn direkt an. "Nicht?", entgegnete er letztendlich gekünstelt und lies ein Lächeln aufblitzen, doch der Blick der Gefreiten war schon zu den Wolken gewandert und sie beachtete ihn nicht mehr. Verwundert über Eleanores verhalten folgte Rach ihrem Blick, während Cim und Rabbe die Fallakte diskutierten. Oder zumindest erste Theorien austauschen, denn viel war der Akte wirklich nicht zu entnehmen, was Jargon nicht davon abhielt im Gehen immer noch in der darin zu blättern
"Hey, hier wird nicht getrödelt!", rief Cim von weiter vorne und der Inspektor hatte innerlich schon darauf gewettet, wann der Oberfeldwebel zum ersten Mal den Ton angeben würde. Rach hatte die Wette allerdings schon verloren, als sie die Messingbrücke betreten hatten. Als die Wächter den Patrizierpalast passiert hatten und die königliche Bank im Blick war, hörten sie auch schon eine Diskussion zwischen zwei Zauberern, die auf den Stufen zum Eingang standen. "Sicher, dass du das Thaumometer richtig eingestellt hast?", sagte einer der beiden, den Rach als Ponder Stibbons erkannte. "Ich…ich… ", stotterte der andere Zauberer der verzweifelt an einem Gerät hantierte, "Ich versteh…d-d-d-das nicht, ich b-b-b-bin genau nach Anleitung vor-g-gegangen!"
"Also sind die Werte selbst hier draußen noch so stark?", fragte Ponder und notierte sich etwas in einem kleinen Heft. Der andere nickte aufgeregt und verstellte eine Einstellung am besagten Thaumometer worauf es ein kurzes "Ding" von sich gab. Ponder sah schließlich auf und erblickte die Wächter. "Jargon!", rief Ponder ihnen entgegen und der angesprochene sah zum ersten mal von der Akte auf. "Ich nehme an du bist auch wegen der Anomalie hier?"
"Äh…Anomalie?", entgegnete Jargon und nickte schließlich, als Ponder auf das Gebäude der königlichen Bank zeigte. Rach sah dem Geschehen mit gesteigertem Interesse zu. Er schüttelte seine düsteren Gedanken ab und besann sich auf das wesentliche. Der Kommandeur hatte vermutlich Recht damit, dass dieser Fall lehrreich sein könnte. In jeder Hinsicht.

08.08.2016 23: 07

Rabbe Schraubenndrehr

Ponder blätterte aufgeregt durch sein Heft und zeigte es Jargon. "Schau, das sind die Werte die wir normalerweise in diesem Stadtteil haben, und das,-", er zeigte überdeutlich auf einen anderen Bereich. "sind die Werte die wir in den letzten zwei Stunden gemessen haben – innen sind sie am stärksten!" Rach versuchte einen Blick in das Notizbuch zu erhaschen, aber es war schwer etwas zu erkennen. Ponder hatte eine relativ krakelige Schrift und dass Jargon, Rabbe und Cim sich ebenfalls dicht um den Zauberer drängten war wenig hilfreich. Nur Ella wartete gemütlich ab und biss erneut in ihre Stulle.
"Wie bist du eigentlich auf die hohen Werte aufmerksam geworden, Herr Stibbons?“, fragte Rabbe nicht unfreundlich. Sie hatte ihrerseits ihr Notizbuch gezückt und Rach erkannte die Notiz 'starke magische Hintergrundstrahlung?!' als er in selbiges hinein spähte. "Oh, wir behalten mit unseren Instrumenten stets die ganze Stadt und das unmittelbare Meer im Auge. Unsere Algorithmen gestatten es uns, über Hex bestimmte Prozesse automatisiert zu überwachen, und heute morgen gab er plötzlich Alarm dass die Hintergrundstrahlung innerhalb der Bank extrem hoch ist. So hoch haben wir sie zuletzt während des großen Sturms vor ein paar Jahren gemessen, als einige von euch,-", er gestikulierte wage in Rabbe und Cims Richtung "dann auch durch dieses Dimensionsloch passierten." Rabbe nickte und der Inspäktor fragte sich, wie viel von dem gesagten sie wirklich verstanden hatte. "Hast du eine Ahnung was eine derart hohe Strahlung verursachen könnte?"
"Tja, normalerweise ein magisches Gewitter, aber das hält meist nicht so lange an. Magische Sammlungen oder Bibliotheken sind auch eine Möglichkeit. Oder Dimensionslöcher. Oder neue Dinge. Also, das spauning neuer dinge meine dich. Oder neue Götter. Oder wenn die Sockensingularitäten wieder mal explodieren. Zu Zeiten Herrn Hongs gab es auch recht hohe Werte, aber… naja… die Möglichkeiten sind ziemlich groß. Wir sind noch nicht sicher welche hier am wahrscheinlichsten ist… wir müssen mehr Untersuchungen machen, aber, äh… Herr Beuge meinte, wir würden ihre Geschäfte stören. Wenn ihr sie dazu bringt dass sie uns drinnen weiter machen lassen geben wir natürlich gerne alles an euch weiter." Rabbe nickte nachdenklich und tauschte einen Blick mit Cim. Er zuckte die Schultern. Sie nickte erneut. "Okay Herr Stibbons. Wir wären für ihre Hilfe natürlich dankbar und versuchen gerne dass sie ihre Arbeit fortsetzen können. Wir reden mit der Verwaltung und geben dir dann Bescheid." Ponder nickte dankbar und die Gruppe lief die Treppe weiter hoch. Sie traten ins Foyer auf der Suche nach dem Bankdirektor als Ihnen auch schon der Meister der Königlichen Münze entgegen kam.

08.08.2016 23: 42

Cim Bürstenkinn

Lipwig hatte einiges von seiner üblichen Leichtigkeit verloren, mit der er sonst auf- und Problemen entgegen trat. Er war auch weit davon entfernt einen goldenen Anzug zu tragen. Der elegante aber graue Dreiteiler war das Ergebnis einer langen anstrengenden Unterhaltung mit sich selbst, ob die "Alles-ist-gut"-Wirkung seines üblichen Outfits oder aber eine ausdruckslose, aber beruhigende Farbe besser geeignet war um Panik zu vermeiden. "Albert Spangler[2] hätte wohl nicht gedacht, dass er einmal einem Bankdirektor mit seinen Erfahrungen behilflich sein würde", dachte er mit einem freudlosen Lachen. Mit wenig Zuversicht trat er bestimmt den Wächtern entgegen, die neugierig in der Bank herum sahen in der aufgeregte Kunden in langen Schlangen darauf warteten ihre Konten aufzulösen. "Ich hätte mir ja etwas mehr erwartet als dieses kleine Kaffeekränzchen.Wisst Ihr überhaupt was hier auf dem Spiel steht?", polterte er laut genug um den Lärm der aufgebrachten Menschen im Kassensaal zu übertönen.
"Deshalb sind wir hier, Sir!", bemühte sich Rabbe um ein professionelles Auftreten. "Mein Name.."
"Sehe ich aus, als würde ich mich für Deinen Namen interessieren? Findet endlich mein Geld, oder ihr könnt dem Patrizier erklären warum die Königliche Bank ihre Tore für immer schließen muss!" Jargon zog die Stirn kraus und räusperte sich. "Aber kann wirklich soviel Geld gestohlen werden um die ganze Bank zu gefährden?" Lipwig fuhr zu dem Rechtsexperten herum und starrte ihn an, als würde eine Schlange auf seiner Nase sitzen. "Ah, ein ganz Schlauer!", antwortete er zischend, "Das Problem an dieser Stadt ist das Getratsche. Fast ein Achtel unseres Tresor inhalts wurde entwendet! Die beträchtliche Summe von 100.000 AMDollar gehen bei einem mysteriösen Raubüberfall verloren. Bevor die Nachricht die Straße erreicht, hat sich die Summe in Erzählungen verdoppelt, ab der nächsten Ecke vervierfacht. Bald redet man von Millionen und schließlich steht 'das gesamte Geld' in der Zeitung. Jeder will das Geld von seinem Konto abheben, ein sogenannter Lauf auf die Bank beginnt, bis alle Barmittel verbraucht sind." In Cim stieg die Ungeduld. Sie verschwendeten sinnlos Zeit, während der Erfolgsdruck wuchs und alle Spuren kalt wurden. Sie brauchten dringend alle Informationen und Lipwig hielt Vorträge über das Bankwesen. Er holte tief Luft um einzugreifen, aber...
"Vielleicht hältst Du jetzt mal die Luft an, Lipwig. Wir sind die Einzigen die hier etwas beitragen um Dein Geld zurück zu bekommen. Also vielleicht hörst du auf hier rumzuflennen und erzählst uns genau was passiert ist. Dann gehst du wieder in dein Büro und kannst weiter heulen!" Sogar die aufgeregten Bankkunden hielten kurz inne, als die Einsatzleiterin ihre Standpauke hielt.
Lipwig war noch sprachlos, als Ponder plötzlich rief: "Es hatte nichts mit dem Geld zu tun!" Die Magier, Wächter und der Bankdirektor standen vor der langen Reihe mit Schließfächern der Bankkunden. Man brauchte keine magischen Apparaturen um das oktarine Leuchten in dem einzigen offenen Fach zu sehen. Etwas mächtiges war hier eingeschlossen, etwas dass den Aufwand rechtfertigte einen ganzen Banküberfall zu fingieren hatte Magie abgesondert, die nun in Tropfen an den Wänden des kleinen Metallfaches klebte. "Das Rätsel der hohen Strahlung ist somit gelöst!", verkündete der Magier stolz und machte sich daran stolz davon zu marschieren. "Also Lipwig", sagte Cim und fuhr mit dem Finger durch die glänzende Flüssigkeit. "Jetzt sagst du uns wem dieses Schließfach gehört und dann lösen wir den Fall!"

18.08.2016 1: 28

Rabbe Schraubenndrehr

Lipwig sah ihn angesäuert an, nickte aber und schnappte sich einen vorbeikommenden Angestellten. "Henry! Genau dich brauche ich gerade. Ich weiß, die Welt steht Kopf, aber diese Wächter denken sie können uns helfen. Sei doch so gut und finde heraus wem Schließfach C48 hier gehört, ja?" Der Angesprochene blickte ein wenig verdattert, nickte aber. "Ich prüfe es gleich nach Herr Lipwig, kein Problem." Er lief wieder davon und der Meister der Münze rieb sich entnervt das Gesicht. "Sind Sie eigentlich immer so respektlos zu Wächtern?", fragte ihn eine mampfende Stimme und riss ihn aus den Gedanken. Er nahm die Hände runter und sah verdutzt in das kauende Gesicht Eleanore Gahdolies. Er blinzelte und seufzte. "Nein. Eigentlich nicht. Aber wenn man seit zweiundsiebzig Stunden nicht geschlafen hat weil man zwischen vier Dschobs hin und her rennt und es zwei von vier schaffen direkt aufeinanderfolgend eine Riesenkrise zu haben..:", er raufte sich die Haare, hob kurz die Hände neben den Kopf und ließ sie sinken. Der sonst so schneidige Strahlemann stand da wie ein Kartoffelsack. Er blickte von dem mampfenden Wächter hinüber zu den zwei ranghöheren die das Schließfach untersuchten bis hin zu dem letzten Kollegen die sich mit einem Zauberer unterhielten. Alle bis auf die kauende Gefreite schienen sehr ernsthaft mit dem Fall befasst. Er seufzte erneut, genervt davon was für ein Mistkerl er manchmal war.

Rabbe betrachtete nachdenklich das Schließfach. Sie hatten Proben der kleinen, leuchtenden Pfütze genommen die zurück geblieben war, hatten Ikonographien gemacht und Fingerabdrücke genommen, aber irgendetwas sagte ihr dass sie so nicht weiter kommen würden. Wer immer sich hier zu schaffen gemacht hatte war eingedrungen ohne irgendwelche Alarme oder sonst etwas ausgelöst zu haben. Es war unwahrscheinlich dass man echte Spuren hinterlassen hatte.
"Ich hab den Besitzer!", rief Henry, der soeben zurück gepoltert kam. "Es handelt sich um Elfriede Winterstaub, wohnt im Schlummerhügel, Schenkelschleichgasse 3."

18.08.2016 17: 58

Cim Bürstenkinn

Während Rach die Bankbeamten weiter befragte und darauf wartete, dass SUSI für die Tatortssicherung eintraf, ging der Rest der Einsatztruppe zu der angegebenen Adresse. Die Schenkelschleichgasse war eine kleine Seitenstraße der Wasserstraße und führte sie zu einem Haus das direkt am Ankh lag, in jeder anderen Stadt eine beschauliche Gegend, in Ankh-Morpork ein Garant dafür, dass jeder im Haus Lungenprobleme von den aufsteigenden Gasen und eine große Sehnsucht nach einer kleinen windgeschützten Wohnung in den Schatten hatte. Dementsprechend wenig Liebe und Arbeit wurde in die Außenanlagen gesteckt, die noch die Erinnerung einer Gartenplanung zeigten, mit sorgfältig ausgewählten Blumen die saisonal unterschiedlich blühten und Sträuchern deren Wuchs noch fast ein Muster ergaben. Doch alles war hoffnungslos verwildert, ungepflegt, ungeliebt. Niemand wollte hier im Garten sitzen, in der Laube der über den Wellen untergehenden Sonne nachsehen. Das Gartentor hing an einer einzelnen Angel und stand offen – die Wächter traten mit gezogenen Waffen auf das Haus zu.
"Frau Winterstaub! Hier spricht die Stadtwache! Wir hätten einige Fragen an Sie!", rief Rabbe und lauschte ob es Laute irgendeiner Aktivität im Haus gab. Doch von den aufsteigenden Blasen im toxischen Wasser abgesehen, blieb es still. Cim deutete mit dem Kinn Richtung Tür, und Rabbe sah, dass sie einen Spalt offen stand. Kein gutes Zeichen in dieser Gegend. Mit seinem ausgestreckten Schwert drückte er die Tür gänzlich auf und spähte ins Vorzimmer. Ein Kasten war umgeworfen, eine Vase lag zerbrochen am Boden. Neben ihm schlängelte sich Rabbe vorbei, das Heft eines langen Dolches fest umklammert.
Raschelnd zog Eleanore ihr in Papier eingewickeltes Brot aus der Tasche und fragte laut: "Und ist wer da?", bevor sie ungerührt zubiss. Jargon der den Abschluss bildete und sich schnüffelnd umblickte zischte sie an und deutete nach vorne. "Da drüben ist Blut!", stellte der Werwolf fest und ging unwillkürlich in eine leicht geduckte Haltung. Das Wohnzimmer war ein Fiasko. Die Frage ob ein Kampf stattgefunden erübrigte sich, anhand des kräftig durch gerührten und zerbrochenen Mobiliars und den konsequent in Scherben verwandelten Töpfen und Spiegeln. Eine Frau lag mit unnatürlich verdrehtem Kopf am Boden, hatte ihre Hand noch immer um einen Eispickel gekrallt, der ihr wohl wenig geholfen hatte. Das Metall des Pickels war mit einer rot-silbernen Mischung bedeckt, das sich vom Blut der Frau, das sonst den Boden bedeckte, auffällig abhob.
"Bin schon da!", rief Rach von draußen und erschien wenig mit hoch gezogenen Brauen das Wohnzimmer. "Irgendwer hatte hier Spaß!", flüsterte der Inspektor. "Siehst Du was ich sehe?", fragte der Cim und die Einsatzleiterin nickte stumm. Schnell durchsuchten Sie in in Zweier und Dreier– Teams das Haus und fanden mehrere Regale mit okkulten Geräten, kryptisch beschrifteten Gläsern oder eigenartigen Amuletten und Figuren. Als sicher war, dass keine weitere Gefahr im Haus drohte, packte Rabbe ihre Sachen ein und sagte: "Rach, du wartest mit Eleanore darauf, dass SUSI das Haus auseinandernimmt", sie ignorierte den stummen Protest der Gefreiten. "Wir müssen ins Wache-Archiv und herausfinden, ob in Ankh-Morpork Menschentrolle zu finden sind!"

18.08.2016 19: 22

Rabbe Schraubenndrehr

Jargon blickte kurz von Rabbe zu Rach. "Ich würde lieber hier bleiben. Susi wird keinen Werwollf schicken und zu zweit braucht ihr im Archiv zwar vielleicht etwas länger, aber wenn ich hier bin kann ich eventuell eine geruchliche Spur aufnehmen. Einen Versuch wäre es denke ich auf jeden Fall Wert." Die beiden tauschten einen langen Blick bevor Rabbe nickte. "Gut, folge du deiner Spur." An Rach gewandt sagte sie; "Es ist trotzdem notwendig dass du mit der Gefreiten hier wartest. Selbst wenn der Täter kein Menschentroll sein sollte, ein Wächter sollte nach Möglichkeit nie alleine im Einsatz sein, und Jargon wird eventuell nicht hier verharren können wenn er etwas erreichen will. Ihr wisst nicht was hier noch passieren kann, da müsst ihr zu zweit sein."
Rach zog die Augenbrauen kraus. Er fühlte sich wie der einzig schlecht informierte hier und das war er nicht gewohnt. Es wurmte ihn, aber leider erkannte er auch, dass sie recht hatte. "Na schön. Aber dann will ich auch wissen was hier los ist. Bei manchen dieser Ritus-Objekte haben du und Oberfeldwebel Bürstenkinn euch so wissend angeschaut, und was sind Menschentrolle überhaupt, ich habe noch nie von denen gehört! Wo bist du Ihnen begegnet und was müssen wir über sie wissen falls wir wieder einem begegnen, was du ja offenbar für wahrscheinlich hältst?" Rabbe kratzte sich am Schädel. Sie hatte keine Zeit für diesen Kram, wusste gleichzeitig aber auch, dass dies wichtige und berechtigte Fragen waren. Eleanore aß immer noch (oder schon wieder?) an einem Käsebrot, als Rabbe den beiden so knapp sie konnte von Iridium [3] erzählte. "...wir haben ihn damals besiegt indem wir ihm Messer in die Augen gerammt haben. Aber obwohl wir erfahrene Kämpfer sind hätten wir leicht bei der Nummer sterben können, also nehmt diese Gegner bitte ernst!" schloss sie nach ein paar Minuten. Cim war inzwischen schon mal rausgegangen um zu rauchen. Eleanore hatte ihr Käsebrot aufgegessen, Rach machte Notizen und Jargon lief schnüffelnd durch das Haus.
"Das... klingt ganz schön gefährlich.", murmelte Eleanore unsicher.
"Absolut. Was die andere Sache angeht... das erzähle ich euch wenn die Susis hier durch sind. Vorher bin ich nicht sicher und darum hat es keinen Sinn euch darüber zu informieren."


*etwas später*
Rabbe lief energisch durch die Straße. Ihr Kollege folgte in einer seltsamen Gangart die wie eine art schnelles Schlendern aussah. Er dachte nach. "Ich glaube nicht dass diese Sache wirklich irgendetwas mit Baal-Ohn zu tun hat.", sagte er nach einer Weile. Rabbe wurde langsamer.
"Vielleicht nicht..."
"Aber?"
Sie schwieg einen Moment. "...Wir müssen für die Möglichkeit offen sein. Beim letzten Mal war das schließlich ziemlich.. heftig. Diesmal wüssten wir wenigstens schon wie gefährlich dieser Mistkerl ist." Sie schwiegen eine Weile. "Das du jetzt das Kommando hast scheint dich ja ganz schön zu belasten. So verkrampft sehe ich dich selten." Rabbe bleib stehen und wandte sich genervt um. "Es ist nicht das, es ist... Flanellfuß! Warum nötigt Breguyar ihn mir schon wieder auf? Schlimm genug dass ich ihn während der Raubermittlung neulich [4] mitschleifen musste und dass ich immer häufiger mit ihm Streife gehen muss, nein jetzt hab ich ihn auch noch bei dieser Außenmission an der Backe! Und das Schneidgut mit von der Partie ist, ist auch ein bisschen..." der Rest ihres Satzes verlor sich in unverständlichem Gegrummel. Cim grinste. Vielleicht hatte es auch Vorteile bei dieser Mission nicht die Leitung zu haben. "Ist dir mal in den Sinn gekommen, dass Breguyar häufig die Leute für so eine Mission abstellt die ihm sonst eventuell im Weg sind?" Rabbe blickte ihn verdattert an.
"Naja, denk mal an unsere letzten größeren Außenmissionen zurück... Der Diebstahl des Bluppers, die Sache mit dem Wyrmberg, Baal-ohn.. Jedes Mal hat er uns den Stammagenten an den Hals gehetzt. So könnte man es zumindest sehen. Aber wer auch immer längere Zeit mit einem Auftrag verbringt ist natürlich gleichzeitig nicht im Wachhaus. Jetzt haben wir eine Ermittlungsaufgabe bekommen die schon wieder nach einer längeren, gefährlichen Mission riecht und wen schickt Breguyar uns mit? Die Inspäktor der Wache. Komisch, was?"
"Saukomisch."

19.08.2016 9: 39

Jargon Schneidgut

Jargon vermied es, zu nahe an die Leiche heranzutreten und betrachtete stattdessen die nähere Umgebung. Etwas störte ihn. Es hatte definitiv ein Kampf stattgefunden, und ein ziemlich heftiger. Diverse Möbel waren zerschmettert, teuer aussehende Gegenstände auf dem Boden zerschellt und ihre Teile in alle Richtungen verteilt. Während er sich ärgerte, dass er seinen Wolfsgeruchssinn wegen des übermächtigen Ankh- und Blutgeruchs kaum nutzen konnte, plapperte Eleanore mit Rach. "Diese Winterstaub hat sich ganz schön zur Wehr gesetzt", stellte sie lautstark fest. "So wie das hier aussieht war es nich' nur ein kurzes Handgemenge sondern ein richtiger Kampf, was?" Rach nickte abwesend und kritzelte auf seinen Notizblock. "So scheint es."
Es gab ein Muster, stellte Jargon fest. Die Gegenstände, die zerstört worden waren, waren nicht zufällig, oder zumindest nicht alle. Ein Regal fiel ihm besonders auf - das Regal stand scheinbar unverrückt an der Wand, und es lagen Zierteller, mehrere kleine Kerzenhalter und zwei Bücher darin. Die beiden Bücher waren zu einer Seite gekippt, so als hätte sie jemand umgestoßen - aber alle anderen Gegenstände sahen unberührt, ästhetisch angeordnet aus. Unmittelbar vor dem Regal lag, in zwei Hälften und viele kleine Splitter zerbrochen, ein weiterer Ziergegenstand aus einer Art geschliffenem Stein. Aber er war nicht mehr zu identifizieren, vermutlich ursprünglich zu filigran. Ohne Handschuhe traute sich Jargon nicht, ihn aufzuheben und näher zu betrachten.
"Scheint eine Art Beschwörerin gewesen zu sein", stellte Rach fest.
"Was du nicht sagst", murmelte Jargon, auch leicht geistesabwesend und starrte auf ein kleines, gerahmtes Bild. Es zeigte merkwürdigerweise keine Person sondern die Rückseite eines Gebäudes. Die Hausnummer war 7-plus-eins.
Eleanore kaute weiter an ihrem Brot.
"Wolltest du nicht versuchen, eine Spur aufzunehmen?", fragte sie.
"Ich hab es schon versucht", antwortete Jargon, "keine Chance hier. Der Ankhgeruch ist viel zu stark, sobald ich einen Fuß vor die Tür setzen würde. Und der Blutgeruch der Frau überdeckt alle anderen Gerüche hier drin." Er ärgerte sich, dass er das nicht hatte kommen sehen. Er schnupperte nochmal, aber er roch nur Blut, metallisch, süßlich, beißend, lecker.
"Tja, dann warten wir wohl hier." Eleanore nahm noch einen Biss.
Nichtmal ihre Käsebrote konnte er riechen! "So ein Mist", knurrte er.
"Wir haben immer noch unsere Augen", sagte Rach und sah sich erneut um.
"Ist euch zum Beispiel aufgefallen, dass nicht einfach irgendwelche Gegenstände zerstört worden sind, sondern einige offensichtlich absichtlich?"
"Ja", antwortete Jargon und deutete auf das zerstörte Steinteil. "Das hier." Rach nickte und deutete auf zwei rote Kerzen, die aus Wandhalterungen gerissen worden waren. "Diese Kerzen hier ebenfalls. Unmöglich, dass das bei einem Kampf nebenher passiert worden wäre."
Jargon nickte.
"Muss echt trotzdem ein harter Kampf gewesen sein, mit all den kaputten Möbeln und so", mampfte Eleanore. "Und sie hat ihn wohl auch erwischt."
Jargon und Rach sahen sich an. "Ich dachte, diese Halbtrolle wären ähnlich hart wie die Ganzen?", wunderte sich Rach. "Rabbe meinte, sie hätten seine Augen als Schwachstelle identifiziert."
"So wie es aussieht, wusste Frau Winterstaub das auch... und hat es tatsächlich geschafft ihren Angreifer zu erwischen", pflichtete Jargon ihm bei. Er wagte einen kurzen Blick auf die Leiche. Die verdrehte Gestalt sah gar nicht so aus als wäre sie Kampferprobt.
"Scheint, als hätte sie ein paar ganz besonders ausgeprägte Fähigkeiten." [5]

21.08.2016 23: 23

Cim Bürstenkinn

Das Archiv war für Cim einer der sympathischsten Orte in der ganzen Stadtwache. Tausende Akten, Aufzeichnungen, Fälle waren hier abgelegt und wenn die Wächter Zeit dafür fanden eben auch indiziert und im Stichwortverzeichnis vermerkt. Darüber hinaus, gab es die wesentlich problematischere Sammlung von Unterlagen die im Rahmen der Ermittlungsarbeit gesammelt wurden und nach der Lösung des Falles in großen Stapeln abgelegt wurden [6]. "Bilde ich mir das nur ein, oder sieht es hier noch unordentlicher aus, als sonst?", fragte Rabbe und stieg über eine zerbrochene Kaffeetasse und stemmte vor der langen Regalreihe die Hände in Hüfte.
Cim zuckte mit den Schultern und zog aus dem 'Bürstenkinn'-Regal die Prinz von Lamedos-Akte heraus. "Hier, sollten unsere Aufzeichnungen von Baal-Ohn vollständig verzeichnet sein. Auch wenn ich mich an keine Menschentrolle erinnern.." Etwas irritierte den Omnier. Er fing an seine Berichte durchzublättern. "…kann?", ergänzte Rabbe und blätterte lustlos in dem dicken Ordner herum, der neben dem offiziellen Bericht der Beiden auch die Vorgänge in Ankh-Morpork beschrieb.
"Nein, da waren keine Menschentrolle! Ob wir die Szenekenner einschalten sollten?"
Hektisch kramte der Vektor in seinen Fallakten herum, zog immer wieder welche heraus und steckte sie zurück.
"Ist alles ok?"
Er schüttelte den Kopf. "Da ist die Sache mit dem Emir von Ewit, der Kolibri-Fall, aber wo ist mein Fall aus den Kerkerdimensionen und der Göttin Rejka?"
"Vielleicht hat sie jemand ausgeborgt? Oder Â… jemand hat sie gestohlen?"
"Ich habe relativ genau beschrieben, wie das Portal geöffnet wurde, was sich in den Verzweiflungstälern abgespielt hat."

"Meister Wolfram, wir haben alle Zutaten, die der Wächter erwähnt. Nur Daedra-Seide[7] ist zur Zeit nirgendwo zu bekommen", sagte der stämmige Mann ergeben nach vorne gebeugt. Sein haarloser Kopf glänzte in einem tiefen rot und zitterte leicht. Wolfram trug eine lachsfarbene Kapuze über den Kopf und blätterte weiter in der Akte auf seinem Tisch. Er mochte es nicht, wenn er mit Details belastet wurde und Cobalt hatte schon bei der Beschwörerin gepatzt. "Kümmere dich darum. Wenn Du erneut scheiterst nehme ich dir auch das andere Auge!"
"Ja, Herr!" Cobalt richtete sich auf, seine linke Augenhöhle wirkte wie ein Vorwurf und rannte beinahe zur Tür.
"Und besorg Dir endlich eine Augenklappe!"
Im Schatten eines Erkers saß eine Frau, ebenfalls stämmig aber deutlich zierlicher als Cobalt oder Wolfram. Sie schwenkte eine leuchtende Flüssigkeit in einem Glaskelch und sagte mit einer rauchigen Stimme: "Bist du sicher, dass wir auf diesen Pfad gehören?"
"Wenn du etwas zu sagen hast, dann sag es, Beryl!", er klappte die Akte zu. Sie nahm einen tiefen Schluck und seufzte. "Über tausend Jahre, seit unser Volk mit Baal-Ohn aus den Kerkerdimensionen gekommen ist, waren wir Gelehrte, Priester und Wissenschaftler. Plötzlich ziehen wir in den Krieg? Das ist doch nicht unsere Art."
Wolfram streifte die Kapuze zurück und stand auf. "Unsere Art? Hast Du nicht damals den Ruf unseres Gottes vernommen? Hast Du nicht wie jeder andere aus unserem Volk die alte Sehnsucht nach seiner weisen Führung so schmerzhaft vermisst, dass es beinahe körperliche Schmerzen verursacht hat?"
Beryl holte tief Luft, sagte aber nichts.
"Diese verfluchten Wächter haben ihn ausgetrickst und in die Kerkerdimensionen gesperrt. Ich…wir wollen unseren Gott befreien. Alle Wissenschaft und Kultur hat keinen Sinn ohne ihn. Und wenn wir zwischendurch Krieger sein müssen um ihm wieder eine rechtmäßige Position zu schenken, dann wird das so sein."
"Du hast natürlich recht, Geliebter!", sagte sie und trat zu ihm. Zärtlich zeichnete sie die Tätowierungen in seinem Gesicht nach. "Ich bin stolz deine Frau zu sein."
Wolfram lächelte: "Das Essen sollte bereits angerichtet sein. Cobalt hat eine junge Frau gefangen und seit heute Morgen am Grill hängen gehabt. Du wirst sehen in zwei Wochen ist alles erledigt!" Er streckte seine Hand aus und sie schritten gemeinsam in Richtung Esszimmer.

22.08.2016 6: 28

Rabbe Schraubenndrehr

Wachhaus am Pseudopolisplatz, Seals-Bereitschaftsraum 16.00

Rabbe ging nachdenklich auf und ab während Sillybos seinen Bericht über den Tatort beendete. "...fanden sich hinter der Wand viele Ritualgegenstände die von denen Laiza der Überzeugung ist dass sie mit dem Gott Baal-Ohn in Verbindung stehen, mit dem ihr ja schonzu tun hattet. Viel interessanter fand ich persönlich aber das, was wir bei der Obduktion der Frau heraus fanden." er biss kurz von seinem Apfelkuchen und blätterte um. "Die Frau war nämlich gar kein Mensch, obwohl sie so aussah. Pismire hat zwei Skalpelle bei der Obduktion abgebrochen bevor er die Haut doch noch mit einem Meißel weit genug öffnen konnte. Wir haben im Blutspuren von den silbrigen Schlieren gefunden die auch am Eispickel zu sehen waren. Es handelt sich offenbar um eine ähnliche Blutart wie jene die auch der Menschentroll Iridium hatte, jedoch mit einem weit geringerem Quecksilberanteil."
Rabbe war inzwischen stehen geblieben und blickte ihn, wie auch die anderen, leicht entgeistert an. "Willst du damit sagen sie war ein.. ein Halb Menschentroll?", formulierte sie umständlich, unsicher was genau hier der richtige Begriff war. Sillybos nickte. "Huitzli hatte ziemlich viel mit Iridiums Blut experimentiert und war der Meinung dass er wohl zu 3/4 Troll und einem Viertel Mensch war. Seine Eltern waren also wohl ein Troll und ein Halbtroll. Dank der Forschung die schon mit diesen Proben gemacht hat konnte er schnell herausfinden dass die Frau wohl nur zu einem Viertel Troll war. Die Todesursache war eindeutig Genickbruch.", schloss er.

27.08.2016 10: 14

Cim Bürstenkinn

Kerkerdimensionen, Arena
Baal-Ohn sah zornig auf den Lavateich, der sich nur noch wenige Zentimeter vor seinem Gesicht befand, während Sankt Tobsucht seinen zweimauligen Kopf weiter nach unten drückte. Sie hatten die neue Arena über eines der Verzweiflungstäler gebaut, damit sein „Gemogle“ endlich ein Ende hatte, wie der Kampfmeister meinte. Verletzungen würden hier nicht heilen, und wenn es der betrunkene Gott der unkontrollierten Wutausbrüche schaffte seinen Kopf in die glühende Masse zu drücken, würde er wochenlang in schmerzhafter Agonie verbringen. Mit letzter Kraft stützte er alle vier Arme auf, verlor dabei einen Zeigefinger und krümmte den Rücken. Er schaffte es tatsächlich seinen Gegner weg zu katapultieren und richtete sich so schnell wie möglich auf. Er achtete darauf, dass der Lavateich nicht mehr hinter ihm lag und sah zu, wie einer von Tobsuchts Anhänger ihm eine Kürbisflasche mit Krokwein zuwarf. "Noch eine Runde!", lachte Tobsucht und nahm einen tiefen Schluck, bevor er die Flasche in die Menge aus johlenden Echsenwesen warf und sich lautstark in die Hände spuckte.
Baal-Ohn verdrehte die Augen. Warum musste ihm diese Kreatur folgen? Die Kerkerdimensionen hätten ein netter Ort sein können – ohne ihn.
Er hoffte inständig, dass seine Anhänger endlich Erfolg haben würden. Er musste hier endlich weg.
Da traf ihn ein verschwitzter, halbnackter Körper mit einem triumphierenden Schrei und warf ihn zurück zum Teich. Das flüssige Gestein brannte ihm eines seiner Hörner vom Kopf, während sein Schmerzensschrei durch die endlosen Weiten der Unterwelt hallte.


07.09.2016 1: 15

Rabbe Schraubenndrehr

Rach streckte sich und lehnte sich zurück. Es wäre nicht so als hätte er nichts besseres zu tun als teil dieses Unternehmens zu sein. Aber es war offensichtlich dass dieser Fall alles andere als einfach war – und er empfand ein seltsames Gefühl von Genugtuung das es Rabbe war die für alles Verantwortlich war. Für etwa zehn Sekunden. Dann erinnerte er sich seufzend daran dass Vetinari sie alle wohl den Kätzchen vorwerfen würde wenn sie diese Sache nicht in Ordnung bringen würden. Er rollte mit den Augen. Rabbe war kurz mit Sillybos vor die Tür gegangen um wohl noch irgendetwas mit ihm zu besprechen, und da der aktive Brieving-Teil der Besprechung rum war konnten sie daher ohnehin nichts tun bis Rabbe entschied wie sie weiter machten. Er ließ den Blick aus dem Fenster wandern. Die späte Nachmittagssonne fiel herein und malte die Dächer bunter. Ein sanfter, roter Schleier schlich sich durch seinen Kopf und mit einem Mal musste er sich aufrechter hinsetzen. Sein Puls hämmerte und er versuchte seine Atmung zu kontrollieren. Der Gedanke an Ophelia wurde jeden Tag schmerzhafter. Der Versuch sie aus seinen Gedanken heraus zu halten immer verzweifelter. Er musst sich beruhigen und ging mental den Weg zur Arbeit ab. Stellte sich die Läden vor an denen er vorbei kam, erinnerte sich an die Details die er sich im Zuge seiner Arbeit von seinen Nachbarn eingeprägt hatte. Herr Albrecht mit den seltsamen kleinen Ohren. Frau Aberich die kaum einen Meter sechzig groß war aber wohl Schuhgröße 49 hatte.
...Ophelias entzücktes Lachen wenn er einen Scherz machte, ihre funkelnden Augen wenn er ihr eine Freude machen konnte. Ihre Sanfte und doch faszinierende Präsenz an diesem schicksalshaften Tag in ihrem Lieblingscafe…
Er schnappte nach Luft, stand auf und trat ans Fenster. Einatmen. Ausatmen. Kontrolle. Alles schien ihm als wäre es gestern gewesen. Dass sie mit ihm geredet, gelacht hatte. Doch ähnlich schnell wie die angenehmen Erinnerungen durchflutet hatten übernahm ihn nun die Trauer. Er konnte das nicht. Er dürfte sich jetzt nicht von seinen Emotionen in Besitz nehmen lassen. Rach lehnte den Kopf aus dem Fenster.
Ein Bild wie sie tot und entstellt in irgendeinem Keller lag zuckte durch seinen Kopf.
Einatmen. Ausatmen.
Er nahm wage war, dass Jargon aufgestanden war und sich zwei Meter entfernt neben ihn an die Wand gestellt hatte. Der Werwolf blickte verstohlen zu ihm herüber. Rach schnaubte und drehte sich um. „Mir geht es gut. Ich brauche nur einen Moment Luft, Entschuldigung.“ Jargon zuckte die Schultern und schlurfte ein Stück weg, behielt ihn aber offenbar im Auge. Der Inspektor merkte, wie sein Puls runter ging und er wieder zu Sinnen kam. Er atmete aus. Vielleicht war Interaktion mit anderen hier manchmal doch hilfreicher, als er sich eingestehen wollte.



*Wald von Skund*

Beryl starrte in die Ferne. Sie war auf den obersten Punkt der Oolskunrahod-Höhen gestiegen und blickte über die Scheibenwelt. Von hier aus konnte sie mehrere kleinere Siedlungen sehen. Rauch stieg von den Dächern auf. Waren es Menschen oder Zwerge? Trolle pflegten nicht in derartigen Siedlungen zu hausen, zumindest nicht in großer Zahl, aber Menschen…
Sie setzte sich auf die Felskante und ließ die Beine baumeln. Bis vor zwei Jahren hatten sie ein friedliches Verhältnis zu Menschen gehabt. Sie waren Ihnen nur selten begegnet – gelegentlich war sie in ein Dorf gegangen, ab und zu hatte sich jemand hierher verirrt. Sie hatte nie ein Problem mit ihnen gehabt. Heute waren Menschen gemeinhin ihr Abendbrot. Sie fingen sie in der Nähe von Dörfern oder lauerten Wanderen auf einsamen Pfaden auf. Und wofür das alles? Für einen Gott der nichts als Blut und Gewalt im Kopfe hatte. Viele vom Stamm der Ishihitobito waren der Überzeugung, dass dies ihre Bestimmung war. Als vor zwei Jahren plötzlich der Ruf erschallte waren sie alle von plötzlichen Bildern der grotesken Glorie erfüllt gewesen. Berge von Leichen mit Flüssen aus Blut bildeten einen Thron für ihren Altehrwürdigen Gott der wieder auf die Scheibenwelt gekommen war. Sie hatten sich damals gesammelt um wieder in sein Gefolge einzutreten, doch bevor sie sich auf den Weg machen konnten war das Feuer auch schon wieder erloschen. Die Kampfwut die sie alle durchströmt hatte war vergangen und sie konnten wieder klar denken. Und doch war ihr Stamm von jenem Tag an für immer verändert. Sie waren sie zu den alten Wegen zurück gekehrt. Sie hatten Menschen und Zwerge gefressen, außerdem eine gewisses maß an Steinen, je nachdem wie laut das Trollblut in den eigenen Adern rauschte und wie tief der Rhythmus des langen Tonmondes saß.
Aber warum musste es so sein? Natürlich war sie – wie alle ihrer Art – nach den Lehren Baal-Ohns – gepriesen sei er – erzogen worden. Sie wusste über das Halbmondopfer Bescheid, konnte die langen Pfähle bestücken und kannte die Geheimnisse der Bluthölzer. Aber warum musste immer alles um Blut, Gewalt oder irgendwelche Opfer gehen? Warum konnten sie nicht weiter friedlich mit den Menschen Koexistieren und sich von niederen Tieren ernähren? Früher hatten sie Bären gegessen. Die schmeckten besser als Menschen und waren nicht so fettig. Warum also nun – nach über tausend Jahren – wieder diesem elenden Blutgott folgen?

Sie seufzte. Es lag an Cobalt und Wolfram. Die beiden hatten die anderen Männer überzeugt dass es ihre heilige Pflicht wäre, Baal-Ohn wieder zur Macht zu verhelfen. Sie hatten die Wurzeln des Techy-ati über ein Jahr hinweg gesammelt um genug Material zu haben um ein Raumportal zur Abtrünnigen Peridot zu öffnen die sich unter die Menschen gemischt hatte. Über diesen Zugang hatten sie nicht nur die Artefakte zurück bekommen um ein Portal in die Kerkerdimension öffnen zu können, nein sie hatten auch 'der sündigen Jauchegrube Ankh Morporks' einen Schlag versetzen können, wie Wolfram sich ausgedrückt hatte.
Beryll erhob sich und begann auf und ab zu laufen. Dass sie das Geld gestohlen und zum wesentlichen Teil verbrannt hatten fand sie nicht schlimm. Die Menschen waren erfindungsreich. Wahrscheinlich würden sie einfach neues Geld machen. Aber die Sache mit den Artefakten war schlimm. Mit dem richtigen Zubehör würden sie so einen Durchgang zu Kerkerdimension erzeugen können – stabil genug um auch Baal-Ohn aus dem inneren zurück zu holen! Alles was ihnen fehlte war die Daedra-Seide und eine Energiequelle die stark genug war um das Portal offen zu halten.
"Das darf einfach nicht geschehenÂ… Irgendwie muss ich sie aufhalten.. aber wie? Wie?!"

09.09.2016 14: 46

Rach Flanellfuß

Erik Schüffler wischte den Dreck von seiner Kohlenschaufel, während sein Kollege Krumbiegel den Blick nach vorne auf die Schienen gerichtet hatte. Sie machten gute Fahrt und er genoss für einen Moment die Aussicht, bevor sie bald nicht mehr viel außer Kohlfelder sehen würden. Der gröbste Dreck war beseitigt und er griff in den Korb neben sich, legte ein paar streifen Speck auf die Schaufel und mit routiniertem Handgriffen knackte er zwei Eier und platzierte diese ebenfalls auf der Schaufel.
"Ein oder zwei Eier?", fragte er seinen Kollegen schließlich mit einem Blick über die Schulter.
"Zwei und ordentlich Speck diesmal!", kam die prompte Antwort.
Ein weiteres Ei landete mit ein paar Speckstreifen auf seinem Arbeitsgerät und hielt sie in die Kohlen. Sofort zischte und brutzelte das Essen und Krumbiegel beugte sich zum Korb hinunter um nach dem Brot zu greifen.
"Oh scheiße", hörte er seinen Kollegen fluchen und ein Ruck ging durch den ganzen Zug, als der Lokführer sich in die Notbremse hängte. Ihr zweites Frühstück rutsche von Eriks Schaufel und er fluchte ausgiebig als er auf seinem Hintern landete. Er betrachtet für einen kurzen Moment bedauern Eier und Speck in seinem Schoss, während Krumbiegel schon hinaus sprang. Seufzend schnappte er sich einen Speckstreifen und schob ihn sich in den Mund, ehe er ebenfalls nach draußen ging. Krumbiegel kratzte sich am Kopf und beide Lokführer betrachteten den Baumstamm auf den Schienen. Nicht gefällt sondern entwurzelt lag er quer auf der Fahrbahn. "Seltsam, es gab doch gar keinen Sturm?", grübelte Krumbiegel, doch Erik war egal was hier passiert war es bedeutete Papierkram und wenn sie dadurch eine Verspätung hatten versaute das seine Statistik.
"Ich mach besser die Lok wieder klar und du sagst unserem Zugführer Bescheid was Sache ist."
Besagter Lokführer Aude kam schon angerannt und ein paar Gäste Verliesen ihre Abteile und sahen ihm hinterher.
"Ach du meine Güte", sagte Aude in seinem typischen Singsang, als er das Schlamassel erfasste.
"Äh haben wir einen Troll an Board?", frage Krumbiegel und rückte seine Kappe zurecht.
"Ich hole Herrn Bieger."
"Golem-Stiftung?", fragte Erik einer Eingebung folgend während er weiter Kohlen schaufelte.
Der Lokführer sah auf seine Taschenuhr und nickte den beiden schließlich zu.
"Jetzt sieh sich einer dieses durcheinander an.", sagte Aude als er die Menge an Fahrgästen erblickte, wobei er diesmal seine Stimmbänder besonders strapazierte. "Bitte begebt euch zurück in den Zug, unsere Weiterfahrt verzögert sich nur um wenige Minuten."

Igor fluchte, als seine Kiste sich aus der Verankerung löste und zur Seite kippte. Der Zug hatte gestoppt und seinem Gefühl nach waren sie noch nicht bei der nächsten Station angekommen. Er schaute aus einem seiner Luftlöcher und tastete nach seinem Brecheisen um sich aus seiner Lage zu befreien. Allerdings öffnete sich in dem Moment die Schiebetür des Wagons und drei gestalten huschten hingen und schlossen die Tür so schnell wieder, dass der Igor sofort wusste, dass es hier nicht mit rechten Dingen zuging. Hier war das Postabteil das normalerweise nur für Angestellte der Post oder zum Teilen auch der Organisation „Wir sind Igors“ vorbehalten war. Die drei verhielten sich viel zu ruhig bis der Zug sich wieder in Bewegung gesetzt hatte, dann folgte er einer erstaunlichen Konversation über einen gewissen Baal-Ohn. Der Igor verstand nicht wirklich viel von allem was er hörte, er war auf ganz andere schrecken spezialisiert, doch Igor fand dieser Baal-Ohn könnte einen guten Meister abgeben.

17.09.2016 19: 43

Rabbe Schraubenndrehr

*Kerkerdimension, Hälls Kasino, Schwefelsuite*

Die Entität welche als Baal-Ohn verehrt wurde betrat seine Suite, warf die Duellkleidung ab und ließ sich sofort in sein Schwefelbad fallen. Warum ließ er sich nur immer wieder auf diese elendigen Duelle ein? Und dann hatte er auch noch verloren…
Er grunzte. Die Chance war zu gut gewesen. Die letzten drei Male hatte er immer gewonnen und damit sein Casino weiter ausbauen können – dass sie nun in eine neue Arena gekommen waren hatte ihn kalt erwischt. "Elender Tobsucht! Dieser Emporkömmling von einem Nebengott!" Er langte nach einem hier schwer zu bekommenden menschlichen Arm und schlang ihn mit seinem großen Maul in einem Hapser hinunter. Nachdem er eine Weile hier gewesen war und wieder an Macht gewonnen hatte, war es nicht schwer gewesen seine Körperliche Form ein wenig mehr dem anzupassen, wie er sich früher gezeigt hatte. Zum Beispiel sein herrliches, prachtvolles Maul. So frustrierend seine Niederlage auf der Scheibenwelt gewesen war, so demütigend seine Verdammnis in die Kerkerdimension auch sein mochte – hier hatte er schnell mehr direkt nutzbare Macht hinzu gewinnen können. Natürlich hatte er kaum Gefolge im Vergleich zu früher, aber… er hatte einen Plan. Er hatte einen seichten Link zurück auf die Scheibenwelt schicken können. Ein paar seiner Schläfertrolle hatte er in Aktion setzen können und sie hatten verstanden. Sie hatten verstanden und würden nicht ruhen, ehe sie ihn zurück geholt hatten.
Baal-Ohn lächelte bösartig und wälzte sich aus dem Schwefel heraus. Er blickte aus dem steinernen Fenster und sah auf die brennende Stadt hinab. Natürlich funktionierte sein Casino nicht so wie ein 'normales' wie es auf der Scheibenwelt üblich war. Warum auch? So etwas primitives wie Geld war absolut überflüssig für diese Dimension. Man spielte mit den einzigen Dingen die man hatte: Leben, Verstand und Macht. "Ich sollte hinunter gehen und ein paar Leute vernichten. Dann wird es mir besser gehen." Er legte sein Prachtgewand an und machte sich auf den Weg. Ein paar niedere Krii-taksen[7a] wären leichte Opfer. Er leckte sich die Lippen in Vorfreude. Die Kreaturen dieser Dimension waren immer so knusprig.

22.09.2016 8: 09

Cim Bürstenkinn

Roxys Kleiderladen, Seidenstrasse 24

Er liebte Herausforderungen. Liebevoll strich er seinen aus vielen verwirrenden Tüchern genähten Umhang glatt und warf sich mit einer überschwänglichen Bewegung den rot-gelben Schal über den Rücken. Natürlich war es auch nett, einer reichen Dame die Abendrobe so zu schneidern, damit es aussah, als hätte sie eine mächtige Oberweite – die Götter wussten, dass er ihre Probleme verstand – aber das hier….
Sein Blick konnte sich an dem Stoffballen vor ihm nicht sattsehen, aber das Beste war: die Kundschaft hatte schon alles im Vorhinein bezahlt – noch bevor er eine Nadel berührt hatte. Eigentlich sollten sie längst hier sein um Ma߅
In diesem Moment wurde die Tür aufgerissen und die Glocke knallte durch die Wucht protestierend gegen die Decke.
"Aber nicht doch so heftig, ihr Süßen. Mir fliegen schon die Glocken um die Ohrringe!", dabei kicherte er und legte die Hand auf den Oberarm des bulligen Mannes vor ihm. "Na da hat aber einer fleißig die Hantel geschwungen!", der Arm fühlte sich an wie Stein und ein einzelnes Auge sah den Schneider zornig an.
"Ich bin Roxy! Und das..", zwei weitere Kunden von gleicher Statur wie der erste betraten den Laden, ".. sind sicher Deine Freunde!"
Die hintere Figur trat zu Roxy und nickte ihm freundlich unter der Kapuze eines Umhangs zu und sagte mit einer perfekten 'Alt'-Stimme: "Wir haben ein Kleid aus Daedra-Seide bestellt. Hast du alles notwendig bekommen?"
Stolz hob Roxy die Goldketten von seiner Brust, streifte mit der rechten Hand daran entlang und ließ sie auf seine Brust zurückfallen. "Lady, wenn Roxy sagt, er schafft das, dann hat er es schon so gut wie geschafft. Wenn ich jetzt noch Maß nehmen dürfte?" Beryll lachte auf. "Das ist ja wunderbar, Roxy. Lass dich umarmen", damit warf sie die Arme in die Höhe und schlug die Lampe von der Decke herab – das Öl ergoss sich auf den Ballen mit Daedra Seide und fing zu brennen an. "NEIN!", schrien die beiden Begleiter von Beryll. Die triumphierend auf die Flammen starrte.
"Ach du meine Güte!", sagte Roxy und warf die Hände auf den Kopf. "Den Geruch kriegen wir so schnell nicht aus der Seide raus!"
Cobalt starrte ihn wütend an, "Was redest Du Schneider, die Seide verbrennt! Tu irgendwas! Wir haben keine Zeit mehr."
"Es ist zu spät!", lachte Beryl. "Baal-Ohn bleibt wo er ist und wir können zu unserem früheren Leben zurückkehren!"
"So", flötete Roxy und warf nasse Tücher auf die Seide. "ist ja nichts passiert".
Fragend sahen ihn die drei Gestalten an. Als er die Fetzen zur Seite zog, gab es ein paar feuchte Flecken auf der Seide aber keine sichtbaren Schäden im Material. Schultzerzuckend erklärte der Schneider. "Das ist Daedra-Seide. Ein bisschen Feuer macht der nichts aus. Wie gesagt, der Geruch..."
Beryl erkannte, dass nur eine rasche Flucht ihr Leben retten würde. Sie hetzte zur offenen Tür, wurde aber plötzlich von Wolfram niedergerannt, während Cobalt den Ballen auf die Schulter nahm und Roxy zunickte.
Ein verzweifelter Kampf entbrannte und Roxy zuckte regelmäßig zusammen, wenn ein Tisch oder ein Stuhl zu Bruch ging. Zu guter Letzt lag die Frau aber bewusstlos unter ihrem bulligen Artgenossen.
"Ja, aber was ist jetzt mit dem Maß nehmen?", fragte der Schneider hart schluckend.
Cobalt lachte freudlos . "Das wird ein Wickelkleid!". Er ging zur Tür, während Wolfram Beryl aus dem Laden schleifte.


Kerkerdimensionen , eine Sackgasse

Baal-Ohn war in seinem Element. Er riss den Krii-taks die Seele aus dem Leib, verschlang Gliedmaßen und Eingeweide, während seine Opfer vor Angst und Schmerz brüllten. Er fühlte wie das bisschen Kraft das sie hatten auf ihn überging, unterhaltsam, wenngleich nicht befriedigend.
Langsam ging er nach vorne gebeugt auf die letzte der Kreaturen zu. Er wollte sie langsam, vielleicht für Stunden foltern und quälen, als plötzlich ein greller Blitz durch seinen Kopf schoss. Erschrocken riss er alle Hände an seinen Kopf als ihm klar wurde was gerade passierte.
Das Opfer konnte sein Glück nicht glauben und schlich in gehörigen Sicherheitsabstand an dem Gott vorbei Richtung Hauptstraße.
Sie hatten mit dem Ritual begonnen. In wenigen Stunden würde es ein Portal geben und er würde seine nächste Chance bekommen. Aber wo war der Krii-tak hin? Verwirrt blickte er sich um, und sah in ein paar blutunterlaufene Augen.
"Hast Du mich schon gesucht, Kleiner?", war das Letzte was er hörte, bevor Tobsucht ihn gegen die Wand schleuderte.
Dieser verblödete Bauerntölpel. Nur noch wenige Stunden..

27.09.2016 21: 15

Rabbe Schraubenndrehr

*Wachhaus am Pseudopolisplatz, Ankh Morpork*

Ella dachte noch immer an das köstliche Sandwich welches sie daheim erwartete, als Rabbe energisch wieder durch die Türe eintrat. "So! Entschuldigt meine Verspätung, aber das war wichtig!", sie trat wieder an das Pinnbrett wo sie mehrere Indizien und Hinweise aufgehängt hatten. "Anhand dessen was wir heraus gefunden haben müssen wir davon ausgehen dass ein oder mehrere Menschentrolle versuchen Baal-Ohn aus der Kerkerdimension zurück zu holen. Was wir nicht genau wissen ist, wie sie es anfangen werden. Wir können davon ausgehen dass sie sich in Ankh Morpork befinden und dass sie eventuell eine große Quelle magischer Hintergrundstrahlung benötigen. Habt ihr die Nachbarn um das Haus der ermordeten befragt?", fragte sie an Rach und Ella gerichtet. Der Inspäktor blätterte durch seine Unterlagen. "Ja. Das Ehepaar gegenüber hat bestätigt dass das Opfer gegen zehn uhr heute morgen mit ihr gesprochen hat bevor sie ins Haus hing, seit dem hat sie niemand mehr gesehen. Sie haben sonst niemand fremden bei ihrem Haus gesehen."
Rabbe nickte. "Das dachte ich mir. Nach Pismires Analyse ist die Dame zwischen zehn und elf gestorben ist, also müssen die Täter auf einem anderen Weg ins Haus gekommen sein. Wir wissen nicht was sie aus dem Haus entwendet haben, aber da die Akten zu Cims Erlebnissen in der Kerkerdimension entwendet wurde können wir davon ausgehen dass sie versuchen ein Portal zu öffnen. Ich habe eine Klackernachricht an Ponder Stibbons geschickt dass er ein Auge auf die magischen Fluktuationen halten soll und uns sofort Bescheid geben soll wenn er etwas findet. So oder so sollten wir uns in den Thamturgiepark begeben denn dort ist die höchste Hintergrundstrahlung in den Mobilien. Noch Fragen?" Die Gruppe schüttelte müde den Kopf. Sie hatten wirklich keine. Cim kannte sich zu gut mit diesen Dingen aus, Jargon war zu erfahren im allgemeinen Einsatz. Rach war in Gedanken noch immer nicht ganz da und Ella fragte sich, ob sie noch etwas von diesem köstlichen Schinken hatte der ihr am vorigen Abend so gemundet hatte. So in Gedanken marschierte die Truppe in Richtung Thaumarturgiepark los.

05.10.2016 12: 04

Rach Flanellfuß

Der Tag hatte so gut angefangen und Niemand im Thaumologischen Park hätte an einen Zwischenfall solchen Ausmaßes gedacht vor allem nicht Theo Bunzel. Er hatte gleich am morgen schon zwei seiner Disorganizer verkauft. Seit er sich auf die kleinen Helfer spezialisiert hatte war der Umsatz deutlich gestiegen. Als Zauberer dritter Stufe hatte er durchaus auch Potenziell die Karriereleiter in der "Universität zu erklimmen, doch seit einem kleinen Praktikum als Student, um über die Runden zu kommen, war ihm diese Art des Geld Verdienens deutlich lieber. Hier war er der Fachmann und die Kollegen die an ihrem Magischen Diplom arbeiteten, konnten ihm den Buckel runterrutschen. Theo Bunzel war sein eigener Herr. Natürlich hatte er auch Abgaben an die Uni zu zahlen. Die Standmiete auf dem Gelände im Thaumatologie park war nicht ohne. Ja der Tag hatte gut angefangen, doch dann brach im warten Sinne die Hölle los. Und es startete damit das ein altes Mark eins Model laut bimmelte. "Bimmel Bammel Bimmel", tönte das Mark eins Model enthusiastisch. "Thaumische Strahlung zu hoch, bitte begeben sie sich außer Reichweite."
Der Zauberer oder besser gesagt Geschäftsmann betrachtete das Model kritisch und sah sich kurz um.
"Hat wieder jemand zu viel Bananen in eines der Ausstellungstücke der Thaumischen Entsafter getan?", fragte er mehr sich selbst, doch der Disorganizer machte Anstalten aus seinem Gehäuse zu entkommen. "Nix wie weg hier!", fiepste der kleine Dämon aufgeregt.
Im Thaumatologischen Park musste man auf alles gefasst sein und der ein oder andere magische Unfall kam schon mal vor, doch der Disorganizer übertrieb aus seiner Sicht Maßlos, dies hier wahr schließlich ein lukratives Geschäft und jeder hier hielt sich an die Vorschriften schließlich war Zuviel Magie an einem Ort immer Gefährlich auch wenn es sich hier um Kinkerlitzchen handelte. Kleine magische Spielereien und Helfer im Alltag wurden hier vertrieben und keine Beschwörung aus dem Oktav.
"bBrrr brrr brrrr ", brachte ihn schließlich ein Mark zwei Model aus den Gedanken. "Alarm Strahlungsdichte zu Groß"
"Ring Ring – Ring Ring"
Ein Kollege rannte an ihm vorbei in Richtung Hauptgebäude der Universität.
"Bido Bido Bido"
"Dideldidü Dideldidü Dideldidü Düüüü"
Das Ohrenbetäubende Wirrwarr wurde schließlich unerträglich und er verriegelte den Stand mit einem Knopfdruck.
"Blim blm blm bllllllllllllm", verstarb das gurgeln eines bemitleidenswerten Disorganizers der einmal zu viel Regen abbekommen hatte.
Theo machte sich auf die Suche nach der ganzen Aufregung seine Standnachbarn hatten ebenfalls alles verriegelt und mancher Zauberer hatte sich sogar im eigenen Laden verbarrikadiert.
Doch als er sich in Richtung Zentrum wandte sah er was los war und er stand Stocksteif da. In Theorie wusste jeder wie ein Tor zu den Kerkerdimensionen aussah, doch er hätte nie im Traum gedacht mal eines zu sehen schon gar nicht in der Größe.
Mit nur noch milder Überraschung sah er ein paar Wächter der Stadtwache von Ankh-Morpork an sich vorbeirennen. Zu seinem eigenen Erstaunen folgte er ihnen.
Im Epizentrum war das ganze Ausmaß ersichtlich. Der Stand für Zauberschlösser aller Art hatte es komplett zerlegt alle anderen hatten sich Verbarrikadiert oder sind in Sicherheit geflohen, dennoch gab es den einen oder anderen Schaulustigen der Versuchte den besten Blick zu bekommen. Bürger Ankh-Morporks waren einfach unverbesserlich. Eine Frau schrie entsetzt auf als ein Tentakel durch die Luft Peitschte. Nicht weit sah er schließlich Ponder der sich mit zwei weiteren Kollegen und einer Miniversion von Hex daran machten die Katastrophe zu bändigen.
"Was ist passiert?", fragte einer der Wächter an Ponder gewandt.
"Jargon! Keine Zeit mit etwas Glück haben wir es gleich und das Portal müsste sich schließen.", antworte Ponder Stibbons sichtlich aufgeregt und hämmerte etwas in das Tastenfeld.
"Hey!", rief ein andere Wächter dessen Äußeres alles andere als nach einem Wächter aussah. "Da ist jemand am Portal…die gehen rein"
"Cim, warte!", sagte die Wächterin und rannte dem kahlköpfigen Hünen hinterher der tatsächlich so verrückt war und sich dem Tor weiter näherte und das in rasantem Tempo.
"Sind das unsere Verdächtigen", trällerte die anderen Wächterin deren Statur einem Zauberer alle Ehre gemacht hätte.
"Wir sollten schnell hinterher", sagte der Wächter den er inzwischen als Jargon identifizierte und rannte mit der Wächterin hinterher.
"Hey hey ihr k-k-könnt da nicht hin!", sagte ein Zauberer der gerade dabei war nach den Ameisen in Apparat zu sehen. "Das Momentum wird euch mitreisen…"
Er brach ab, die Wächter waren schon außer Hörweite bis auf einen, der noch immer an Ort und Stelle stand und sichtlich Fehl am Platz wirkte.
"Das kann doch nicht wirklich euer ernst sein!", sagte dieser und beeilte sich hinterher zu kommen.
Er folgte gebannt der Verfolgungsjagd, doch die Wächter kamen nicht weit da sog das Portal sie schon zu sich und als der letzte von ihnen in den Strudel gesogen wurde begann das Tor zu den Kerkerdimensionen sich langsam zu schließen.
"Theo!!" Ponder sah nach kurz nach oben und schien ihn das erste mal wirklich wahrzunehmen. "
gut das du das bist ich glaube wir könnten einen deiner Disorganizer gebrauchen."
"Bitte was?", fragte er von Ereignissen noch immer überrumpelt, doch Ponder beachtete ihn nicht wirklich und tippte weiter vor sich hin.
"Mit ein paar Anpassungen hier und da haben wir vielleicht eine Chance mit der andere Seite zu kommunizieren", murmelte Ponder und Theo rannte zurück zu seinem Stand und hoffte das sich ein Disorganizer fand, der bei den Wirbel nicht völlig übergeschnappt war.

01.12.2016 1: 24

Rabbe Schraubenndrehr

In den Endlosen Wüsten außerhalb von Raum und Zeit gibt es wahnsinnige Dinge, Sie streben nach Licht und Wärme und Sein. In den meisten dieser Dimensionen, dieser Gruben des Schreckens und der Tentakel gibt es keine natürlichen Humanoiden. Kreaturen die doch ein Bewusstsein entwickeln empfinden nichts als Hass und Gier. Die Gier nach Leben, die Gier nach Macht, die Gier zu töten und zu zerstören. Diese seltsamen Launen der Schöpfung kennen keinen Frieden, haben kein Konzept von Familie, Zufriedenheit oder einem guten Drink.
Der Forscher und Philosoph 9 1/2 brennende Spiegel sagte einmal "Wenn wir alle Schrecken aller Welten nur mit Genug Reiswein versorgen könnten, so würde das Multiversum endlich Frieden kennen." [9]

Die meisten Kerkerdimensionen sind Orte von Folter, Tod und Gewalt. In vielerlei Hinsicht unklar und gestaltlos scheint die einzige Ordnung nur in ihren Arenen zu bestehen wo Humanoide gegeneinander kämpfen müssen für das grausame Privileg an diesem Ort weiter 'leben' zu dürfen.
Hier sind die Regeln ein wenig anders. Dies ist die Kerkerdimension 2BF-X-13, katalogisiert im Register ungewöhnlicher Paralelledimensionen der Männer in Sanddornroben[10] Unter einem roten Himmel finden sich meist schwarz-rote Wolken aus denen es gelegentlich Feuer und/oder Schwefel regnet. Die Dimension ist eine der kleineren Kerkerdimensionen und zeichnet sich durch die Besonderheit aus, auch bei einem normalen Paralleldimensionssprung erreichbar zu sein.[11] Es handelt sich um eine Hybriddimension aus Hölle und Kerkerdimension. Sollte man gewillt sein Arenen in anderen Dimensionen zu erforschen ist dies leicht durch mehrere Untere Höllentore innerhalb dieser Dimension möglich. Auffällig scheint das man hier manchmal alternative Personen anderer Dimensionen antreffen kann und eine wesentlich organisiertere, bisweilen gar soziale, Struktur vorhanden zu sein scheint als in anderen Kerkerdimensionen. Potenzielle Forscher sind dennoch weithin zur Vorsicht angeraten. Auch hier lauert hinter jedem Sandhügel der achtarmige Tod.

~ Quint-e Quilten, Forscher und Kartograph i.A D.Ante A.


Als sich das Tor über dem Plateau öffnete, wurde es von niemandem gesehen. Die beiden Trolle die hindurch fielen und bei Ihrem Aufprall sofort losliefen wurden ebenso wenig gehört, wie die vier anderen Gestalten die kurz darauf auf den Wüstenboden prallten gerochen wurden.
Ob sie bemerkt wurden kann man derzeit nicht klar sagen. Sie lagen im heißen Sand, ohne Bewegung. Kaum ein Atemzug war zu hören. Über Ihnen ein schwarzer Himmel. Unter Ihnen der heiße Sand.
Eine brennende Stadt zu ihren Füßen.

Als Rabbe klar geworden war dass sie dem Portal nicht würde entkommen können hatte sie sich auf einen Lichtblitz eingestellt. Auf das Gefühl in schneller Geschwindigkeit durch einen Tunnel zu rasen.
In einem Moment war sie Cim hinterher gerannt, der seinerseits versucht hatte die Trolle einzuholen, dann,-
Finsternis.
Kein Licht, kein Atem. Ein heißes Brennen schien ihr ganzes inneres zu durchziehen. Ihre Lungen füllten sich mit Sand, wurden größer und größer zu werden. Sie würden bersten. Sie spürte es! Sie wollte schreien doch kein Atmen drang zu ihr vor. Gesichter erschienen vor ihren Augen und verschwanden. Waren diese Blitze real oder in ihrem Kopf? Sie konnte nichts sehen, nur die Irrbilder die ihr verstand ihr schickte.
Alexander, lebendig mit einem Pfahl durchbohrt.
Cim - mit abgeschnittenem Gesicht, ausgeblutet in einer Gasse.
Mauri..


Rach öffnete die Augen. Er sah einen sehr dunklen Himmel über sich und eine rote Haarsträhne in seinem Kopf. Er war sich nicht sicher was gerade passiert war. Es spielte aber auch keine Rolle. Die Gleichgültigkeit die sich in letzter Zeit häufiger seines Seins bemächtigte schien in derzeit in voller Kontrolle zu haben. Irgendwo entfernt nahm er den heißen Sand unter sich wahr. Die merkwürdige, surrende Stille dieses Ortes, durchbrochen nur von einem pfeifenden Keuchen das er nicht näher einordnen konnte oder wollte. Nichts spielte eine Rolle. Er fühlte sich tief in seinem Elend ertrunken und es war ihm egal. Warum sollte er überhaupt noch irgendetwas tun? Er wusste was die anderen über ihn dachten.. Sie hielten ihn für irrsinnig.. Dass er einer falschen Hoffnung nachlief, aufgeben sollte.. warum noch für irgendetwas kämpfen? Es brachte ja doch nichts mehr. Er hatte die Liebe seines Lebens verloren. Er ließ den Blick über die seltsam rötlich- gelb-grauen Wolken schweifen die einen dunklen Himmel bedeckten. Stumme Tränen liefen ihm über das Gesicht.
Er badete eine Weile stumm in seinem Elend, als er ein hastiges einatmen hörte.


Als Cim zu sich kam wusste er sofort was passiert war. Er brauchte nicht den Schwefel oder den eisenartigen Blutgeruch wahrzunehmen um zu wissen, wo sie waren. Der sengend heiße Sand auf dem er lag war ebenso unnötig wie die selbst für hinreichend normale Menschen deutlich spürbare extrem hohe magische Hintergrundstrahlung. Oder die Hitze.
Er sprang so schnell er konnte auf die Füße und sah sich um. Seine Kollegen waren offenbar noch bewusstlos. Einige Meter entfernt sah er Rabbe zuckend, mit dem Gesicht nach unten im Sand liegen. Er sprintete zu ihr hinüber.
Der einfachste Indikator dafür an diesem verfluchten Ort zu sein war, das jeder Teil von ihm schrie dass er her weg musste. Dass sein innerstes gleichzeitig in Angst zusammen kauerte und er auch über alle Maßen aggressiv war. Er drehte Rabbe hastig auf den Rücken. Sie atmete schnell und pfeifend. Er schüttelte sie. "Wach auf Rabbe! Wach auf!", schrie er sie an. Er wusste nicht ob er gerade mehr von seiner Furcht oder von seinem Ärger kontrolliert wurde, aber er schüttelte sie sehr ruckartig und nahm nur wenig Rücksicht auf ein mögliches Schleudertrauma. Er konnte nicht vorsichtiger sein. Er wusste dass das groteske Gefühl seiner schmelzenden Knochen in ein paar Minuten nachlassen würde. Dass er wieder klarer denken würde. Der Schmerz würde aufhören. Das schreien würde verstummen. Rabbe würde aufwachen. Ganz bestimmt. Aber wissen und spüren waren in diesen Moment leider sehr unterschiedliche Dinge. "RABBE!" er schlug ihr ins Gesicht.


Jargon starrte stumm ins nichts. Man hatte ihm die Arme abgeschnitten, das wusste er genau. Er konnte seine Umgebung vage wahrnehmen - ein blutroter... Himmel unter schwarz-roten Wolken. Die Beine waren auch weg. Eindeutig. Er spürte ihre nicht-anwesenheit. Die Bezeichnung 'Himmel' für das was er sah, störte ihn. Es sah zwar einfach aus als hätte jemand Blut über das Bettlaken des Firmaments gegossen, gleichzeitig wirkte der Hintergrund der Wolken aber wie Tapete. Als hätte jemand den Himmel gemalt. Er spürte wie die Blutlache um ihn immer größer wurde. Es tropfte auch aus seinem Mund und als sich auf seinen Kiefer konzentrierte merkte er, das man ihm auch die untere Kauleiste abgetrennt hatte. Um ihn herum konnte er eine sandige Umgebung erkennen. Wie durch einen Schleier nahm er den kalten Sand unter sich war. Im war egal dass er keine Extremitäten mehr hatte. Hatte er eigentlich noch Augen? Er konnte sehen, also musste er Augen haben... wahrscheinlich. Aber er hatte noch nie keine Augen gehabt. Vielleicht konnte man auch sehen wenn man sie nicht mehr hatte, es aber noch nicht wusste. Links von ihm erkannte er Cim der Rabbe gepackt hatte und sie schüttelte. Dann schlug er auf sie ein. Jargon lächelte. Es war nett seine Kollegen so kurz vor dem Ende nochmal zu sehen. Er hatte kein Bewusstsein, wo er hier war oder was passiert war. In der Ferne sah er leuchtend rote Stadt. Der Ankh schien zu brennen.. War es schon wieder Hochsommer? Cim hatte Rabbe endlich los gelassen. Sie beugte den Kopf hinab und umklammerte ihre Beine bevor sie begann, langsam vor und zurück zu wippen. All dies schien dem Werwolf ebenso verwirrend wie unwichtig. Der Schein der Stadt erschien ihm tröstlich. Er wusste dass er nie wieder Angst vor seinen Brüdern und Schwestern haben müsste.
Er hatte endlich Frieden.

28.02.2017 22: 06

Cim Bürstenkinn

Ankh Morpork - Thaumatologie Park

Mit einem undramatischen 'Plop' war der ganze Spuk vorbei und an der Stelle des Strudels befand sich nur noch eine leicht glimmernde Stelle – sah man von der generellen Unordnung, zerstörten Ständen und durcheinander geworfenen Magiern ab.
Aber langsam legte sich der Schrecken und die Entrüstung über das unzumutbare Service im Thaumatologie Park machte sich breit.
"Möchte wissen wofür ich hier zahle, wenn mir dann Energie-Tentakel von irgendwelchen Fremden den Stand zerstören", rief ein Mann mit leicht angebranntem Bart, den er sorgenvoll betrachtete.
Doch Ponder hatte andere Sorgen. Sie waren zwar erfolgreich dabei gewesen das Portal zu schließen aber der HEX-Klon hatte es ziemlich überstanden. Die Ameisen waren durch einen Sprung im Glasbehälter entkommen und die Mäuse lagen bewusstlos oder tot in ihren Rädern.
++++++UMFANGREICHE WARTUNGSARBEITEN DRINGEND EMPF+++++++++ war der letzte Nachricht bevor die Maschine ihren Geist aufgegeben hatte.
„Immerhin waren wir in der Lage diese Abscheulichkeit zu schließen!“, sagte Ponder mit dem Anflug eines zuversichtlichen Lächelns in Theos Richtung.
"Und jetzt wirst du die Abscheulichkeit wieder öffnen!", sagte Ella mit einem zornig zerdrückten, belegten Brot in der Hand. Sie hatte mit ansehen müssen wie ihre Kollegen im Portal verschwunden waren, aber sie kam zu spät um ihnen zu folgen. Ponder hob die Hand um etwas zu entgegnen, erkannte aber, dass die Wächterin gerade nicht mit ihm räsonieren wollte. Er senkte die Hand und sagte schließlich. "Hilf mir die Ameisen wieder einzufangen!"


2BF-X-13

Cim konnte sich nur zu gut an seine letzten Erfahrungen in dieser Dimension erinnern. Es war eine der Gemäßigteren aber wollte man nicht unbedingt jede Freude am Leben verlieren und feststellen, dass sich Atmen bei der Schwefelsuppe die hier als Luft durchging ohnedies nicht lohnte, sollte man nicht zu viel Zeit in den Schreckenstälern verbringen. "Steht auf verdammt!", schrie er niemanden Bestimmten an, zerrte aber Rabbe auf die Beine die vornüber gebeugt auf dem Boden kniete.
Jargon sah ausdruckslos das Tal entlang, das sich zwischen zwei steinigen Hügeln in Richtung einer rot dampfenden Stadt in einer Ebene verlor. Rach saß nur kopfschüttelnd am Boden und hatte das Gesicht in den Händen vergraben.
Niemand schien die Skelette, einige humanoid aber viele auch wesentlich größer und mit mehr Gliedmaßen, zu bemerken, die den Boden wie eine grausame Dekoration bedeckten.
"Ihr seid Wächter verdammt, und ich befehle Euch jetzt auf diesen verdammten Hügel heraufzusteigen!"
"Wozu?", fragte eine teilnahmslose Rabbe und machte sich daran sich wieder auf den Boden zu setzen.
Cim sah nur einen Ausweg bei seiner Mitwächterin. Es gab einige Sachen, die sie nicht dulden würde. Mit der flachen Hand schlug er ihr mit einem lauten Klatschen ins Gesicht, was zumindest kurz Erstaunen in ihr Gesicht zauberte.
"Dann bleib hier", sagte der Omnier abfällig, "Du bist eben doch nur eine Frau und für Wächterarbeit nicht zu gebrauchen." Angewidert spuckte er aus. "Wenn es drauf ankommt, kann man eben nicht auf Dich vertrauen. Du bist eine Enttäuschung!" Erneut hob er die linke Hand und schlug zu – oder hatte es vor. Mit vor Zorn zusammen gekniffenen Augen hatte die Wächterin seine Hand mit eisernem Griff festgehalten und hätten ihre Blicke töten können, wäre es um den Vektor geschehen. Statt dessen holte sie selbst mit der linken Faust aus, und schlug ihrem Kollegen mit voller Wucht in die Magengrube. "SELBST WENN DAS ALLES KEINEN SINN MEHR HAT, SOLLTEST DU NIE SO MIT MIR REDEN!". Cim sank in sich zusammen, immer noch an einer Hand hochgehalten, während Rabbes Knie an seinem Kinn landete und die Wucht ihn nach hinten warf. Kampfbereit stand sie vor ihm und funkelte ihn mordlüstern an.
Stöhnend stützte er sich auf die Ellbogen und sah sie an, während ein kleines Rinnsal aus Blut zwischen seinen Lippen hervor sickerte. "Können wir jetzt endlich die beiden hier wegschaffen?".
Rabbes Wut hielt die Sinnlosigkeit lange genug von ihr fern, um gemeinsam den Inspektor und den Rechtsgelehrten ziehend und schimpfend den Hügel nach oben zu bewegen.
Langsam verflog das Gefühl, dass Leben eine Last darstellte.
"Cim, ich...", begann Rabbe mit hochgezogener Stirn. Doch der SEALS-Wächter winkte ab. "Lass gut sein, ich bin ja froh, dass auf deinen sturen Kopf Verlass ist!", lachte er und massierte mit verzogenem Gesicht sein Kinn.
"Ich hab die Trolle gesehen!", sagte Jargon der den Schreck noch nicht ganz überwunden hatte. "Sie sind den Bergkamm entlang gegangen – schätze sie wussten, was sie hier erwartet".
Rach war von sich selbst entsetzt. Ihm war nicht bewusst gewesen, wie tief diese Gefühlssache noch ihn ihm saß. Er hasste es schwach zu sein und hatte das Bedürfnis diese Erfahrung zu kompensieren. "Dann sollten wir hier nicht länger rumhängen und die Typen einholen. Ich habe keine Lust ewig hier zu bleiben, so eindrucksvoll die Aussicht auch sein mag".
"Ausnahmsweise bin ich der Meinung des Gefreiten!", sagte Cim, "Allerdings gibt es ein kleines Problem bezüglich der Heimkehr nach Ankh-Morpork".
Er machte eine großzügige Geste mit beiden Händen. "Sieht irgendjemand von Euch noch ein Portal?"

05.03.2017 12: 21

Jargon Schneidgut

"Jetzt sag nicht, dass du nicht damit gerechnet hättest", hörte Rach sich sagen. "War doch klar." Dann bemerkte er, dass er wieder in pessimistische Gedanken abgedriftet war.
"Klar schon", brummte Cim. "Aber es ist eben nicht grade toll." Einen Moment lang starrten die Vier stumm ins Nichts, beziehungsweise die Dunkelheit. Jeder von ihnen versuchte sich einzureden, dass die gewaltigen, schemenhaften Gestalten in der Ferne nur Einbildung waren.
"Das sind aber hohe Berge", murmelte Jargon leise vor sich hin und blinzelte den starken Eindruck eines kunstturm-hohen Tentakels von sich weg. Er wischte sich mit der Hand übers Gesicht und fragte sich, wieso er eigentlich auf dem Boden lag. Von einer Welle der Euphorie erfasst begriff er, dass er immer noch alle seine Körperteile besaß. Er konnte sich nicht zurückhalten, sich einen Moment lang freudig im scharfkantigen Steinstaub zu wälzen und gab fast so etwas wie jaulende Laute von sich. Die anderen betrachteten ihn stumm, verwirrt. Jargon stand auf und machte ein, zwei Sprünge, um sich von der Festigkeit seiner Beine zu überzeugen. Dann gluckste er noch ein paar Mal glücklich und guckte breit grinsend zu seinen Kollegen rüber.
"Wir werden noch alle verrückt hier, wenn wir uns nicht zusammenreißen!", sagte Cim und schüttelte Jargon an den Schultern.
"Ich hab mich doch nur gefreut, dass ich meine Arme und Beine noch hab!", erwiderte der verwirrt und versucht sich aus Cims Griff zu winden.
Das brachte Rach und Rabbe fast ein wenig zum Schmunzeln. Auch Cim hatte einen amüsierten Gesichtsausdruck. "Ich schätze, darüber können wir alle uns freuen." Er ließ seinen Blick zum brennenden Ankh schweifen. "Kann gut sein, dass wir sie bald wirklich alle einbüßen." In der folgenden Stille hörte man ein Heulen, das Wind hätte sein können, wenn es ein wenig tiefer gewesen wäre. "Na dann. Wo hast du sie gesehen, Jargon?" Der kleine Mann zeigte in die Richtung, in der er die Schemenhaften Gestalten der Trolle zu sehen geglaubt hatte.
"Also in Richtung der Stadt. Nicht wirklich erstaunlich."
"Na dann... wir sollten los." Rach machte einen Schritt.
"Halt!" Rabbe guckte verunsichert über die Schulter. Sie glaubte, etwas gehört zu haben.
"Was ist denn?", brummte Rach ungeduldig.
"Ruhe!" Auch Cim hatte es gehört.
Da, unterhalb des Hügels, es klang wie eine kleine, schwächliche Stimme. Eine zeternde Stimme. "Verdammter mistiger Mist, warum bin ich nicht einfach daheimgeblieben, nein, ich musste ja abhauen von wegen der hohen Magiestrahlung und wasweißichnicht..."
"Das klingt fast ein wenig, wie-", murmelte Jargon hoffnungsvoll und machte einen Schritt in die Richtung.
Cim hielt ihn an der Schulter zurück. "Warte. Diese Gegend ist Heimtückisch. Es könnte eine Falle sein."
"Dämliche Zauberer mit ihren dämlichen pfuschenden Spielzeugen und sowieso, zu meiner Zeit war es noch verboten, komplexe Kalkulationsmaschinen außerhalb einer gesicherten Einrichtung zu benutzen..."
"Sör, ich glaube, ich weiß was es ist", sagte Rach und machte einen vorsichtigen Schritt.
"Und jetzt bin ich natürlich in den Kerkerdimensionen gelandet, ohne Besitzer, ohne Überlebenschance. Und natürlich muss ich eines dieser altmodischen Modelle sein, die keinen Selbstzerstörungsbefehl in Notsituationen einsetzen dürfen, nein... ich musste ja zu einer Zeit beschworen werden, wo man noch Wert auf Qualität gelegt hat..."
Vorsichtig näherten sich die Vier mit gezogenen Waffen der zeternden Stimme.
"Und natürlich bin ich der Einzige, den das saugende Portal erwischt hat, nur weil ich kein eingebautes GeographiePositionierungsSüßteem habe und zufällig mal die Orientierung verloren habe.."
Tatsächlich, zwischen den Rippenknochen eines krokodilartigen Skelettes saß ein kleiner roter Dämon, das Gesicht in den Händen vergraben und lautstark vor sich hinzeternd.
"Nicht, dass es mir hier irgendetwas nützen würde, es dauert wahrscheinlich keine vier Sekunden, bis irgendein grässlicher Älterer mich verschlingt und seine Macht durch mein unbedeutendes Körperchen erweitert..."
Bevor Rabbe sich herunterbeugte, warf sie Cim noch einen fragenden Blick zu. Der zuckte nur hilflos mit den Schultern.
"Und was bringt mir dann der Textverarbeitungs-Werkschuppen, an dem ich teilgenommen habe? Rein gar nichts... hätte ich mich lieber ein wenig mit dämonischer Kampfkunst beschäftigt- Bitteneintötemichnicht!"
Rabbe hatte den kleinen Dämon an der Schwanzspitze hochgehoben und sah ihn gezwungen freundlich an.
"Na super", kommentierte der. "Und ich habe gehofft, mein Tod kommt schnell und schmerzlos."

06.03.2017 23: 56

Rabbe Schraubenndrehr

*KKD 2BF-X-13, Dämonische Trommel*

Er spürte ein heißes wirbeln. Das brennen drang durch seinen Hals in die Lunge und den Magen. Alles drehte sich. Er sah einen Lichtblitz und kniff die Augen zusammen. Schüttelte den Kopf. Als er die Augen stöhnend wieder öffnete war die Umgebung wieder klarer geworden. Locke fuhr sich mit den schuppigen Händen durch das Gesicht. "Ich muss zugeben.. Es ist nicht schlecht. Aber auch nicht ganz das was ich suche. Hast du noch etwas anderes anzubieten, Aragh?" Der Barmann grunte bestätigend. Er holte eine braune Flasche hervor und goss eine trübe orangene Flüssigkeit in ein dreckiges Schnapsglas. Dann fügte er ein wenig eiterartige Tropfen hinzu und rührte mit einem langen Fingernagel um. Er spießte ein kleines Auge damit auf und steckte den Fingernagel wie einen Zahnstocher in das Glas. "Eiterbeule Supriehm." murmelte er. "Passt zu dir.. Blödmann.." murmelte er etwas leiser als er eine weitere Flasche unter dem Tresen hervor holte.
Es war ein ruhiger Abend in der Dämonischen Trommel. Seit Baal-Ohn in diesem Viertel sein Unwesen trieb waren die meisten Abende ruhiger geworden. Die die es nicht waren, waren dafür umso chaotischer. Letzte Woche war die Höhle erst von aggressiven Echsenmenschen eingenommen gewesen die sich abwechselnd gegenseitig anzündeten bevor sie später ihre Aggressionen an den Ktrasken ausließen die vor Baal-Ohn geflüchtet waren. Die eine Ecke war noch immer ein wenig blau von ihrem Blut. Wann Baal-Ohn sich auf die Jagd machte waren die blauen Wesen die letzten, sich zu verstecken. Sie wussten dass er hier gemeinhin nicht herein kam und sie nichts von ihm zu befürchten hatten. Dass der Abend dennoch über zwanzig Todesopfer forderte war ebenso erwartet wie irrelevant. Aragh kümmerte es nicht wie viele Leute in seiner Bar angezündet wurden. Solange die Getränke bezahlt wurden war alles gut.
"Und du willst dich wirklich gar nicht beteiligen?", fragte der Echsenmensch und legte das Geld für die Drinks ab. "Baal-Ohn mag ja unterhaltsam sein, aber er bringt die ganze Machtstruktur durcheinander. Kürzlich hat er die Kontrolle einer weiteren Arena an sich gerissen - das ist doch kein Zustand. Er versucht den Zufluss an Verdammten Seelen an sich zu bringen, das können wir nicht zulassen. Das Schreckensrad dreht sich jetzt schon langsamer als noch vor zwei Jahren! Der Zufluss an Seelen darf nicht noch weiter sinken!"
Der Barmann schüttelte den Kopf. "Mir ist das alles egal. Ich tue hier meine Zeit, weiter nichts. Irgendwann komme ich auch so hier raus, was ihr Aufseher mit dem Schreckensrad macht geht mich nichts an." Er spuckte in ein dreckiges Glas und polierte es ein wenig.
"Wie du meinst. Sag später nicht, ich hätte es dir nicht angeboten."
Er sah zu wie eine Gestalt hinter den Tresen trat und den Barmann der Länge nach mit einem Messer durchtrennte, als wäre dieser ein Streifen Papier. Der Mann zog die Augenbrauen hoch, waberte einen Moment dampfartig und glitt dann langsam wieder zusammen, als wäre nichts gewesen. [12]
"Sicher nicht. Viel... Glück, Havelock."
Der Echsenmensch blickte ihn noch einen Moment zweifelnd an, zuckte dann mit den Schultern und ging. Er hatte noch einen Angriff zu planen.


*KKD 2BF-X-13, Schreckenstal*

Die Wächter starrten auf den Kobold hinunter der verzweifelt versuchte durch die Ritzen zwischen Rabbes Fingern zu entkommen. "Jetzt beruhige dich doch mal!", sagte Rabbe, packte das Technomantie-wesen am Schlafitchen und hob es hoch wo es hilflos zappelte. "Wir wollen dir nichts tun. Du sollst uns nur helfen, und sobald wir in die normale Welt zurück kehren, nehmen wir dich auch mit."
"ZURÜCK KEHREN?! ZURÜCK KEHREN?! Es gibt kein zurück! Das hier ist eine Kerkerdimension! Kein lebendes Wesen das hierher gesaugt wurde ist je zurück gekehrt! Und wenn doch, so nur als grässlich verdrehte, dämonisch groteske Version seiner selbst!", kreischte der Dämon. Cim hob die Augenbrauen. "Bist du nicht selbst ein Dämon? Wenn andere Dämonen entkommen können, warum sollte es dir dann verwehrt bleiben?" Der Dämon sah ihn verzweifelt an. "Ein Dämon der von hier stammt, ja, aber wir.. wir Technomantiedämonen werden inzwischen in eurer Welt gezüchtet! Wir sind Abkömmlinge von älteren, mieseren Dämonen, jene die noch von hier stammen. Wir wurden absichtlich verkümmert und auf geistige Eigenschafen getrimmt verzüchtet! Wenn mich einer der echten Dämonen hier in die Finger kriegt, wird man mich bis in alle Ewigkeit foltern und mir nie die Selbstzerstörung gewähren! Niemand von außen kann zurück kehren! Niemand!"
"Doch, das kann man.", sagte Cim ruhig. Er wollte etwas hinzufügen als hinter ihnen der Sand in einer Fontäne aus leuchtend roten Feuer explodierte. Rabbe packte den Kobold fester. "LAUFT!", brüllte sie, als die anderen schon zum Sprint angesetzt hatten. Sie bewegten sich so schnell sie konnten über den zähen, rutschigen Sand während hinter ihnen die Glut stieg. Die Düne entlang, unter ihnen die glühende Stadt. Rabbe blickte kurz hinter sich wo das Feuer in Wogen trügerisch langsam hinter ihnen her kroch. Sie blickte zu ihren Mitstreitern zurück als Rach, der am weitesten vorne gewesen war, plötzlich nach unten wegsackte und verschwand.
"ABHAAAAAAAAAAAAAANG!", verklang sein Schrei in der Tiefe, doch es war zu spät. Drei Wächter versuchten zu bremsen, rutschen über den Sand und taumelten über den sandigen Abhang.
Hinter ihnen tobte weiter das Feuer.

13.03.2017 22: 58

Rach Flanellfuß

Rach rutschte nach kurzem Straucheln den Abhang lässig hinunter und erinnerte sich dabei nur zu gut an das Mauerspiel in seiner Gildenzeit. Man musste nur Körperspannung wahren, doch leider gaben die Stiefel der Uniform, nicht den gewünschten Effekt wie seinen eigenen Schuhe und er hatte immer wieder Probleme, sich aufrecht zu halten. Er versuchte gar nicht erst nach den anderen Ausschau zu halten. Viel zu sehr bannte ihn die Aussicht und natürlich die Problematik, dass er gerade mit Höchstgeschwindigkeit dem Boden entgegen raste. Vor ihm lag Ankh-Morpork in seiner so vertrauten Zwiebelform. Doch drum herum war nichts als Wüste soweit das Auge reichte, zumindest konnte er nichts weiter erkennen. Sand blendete seine Augen und er geriet wieder ins Straucheln. Rach versuchte seine Geschwindigkeit zu verlangsamen indem er versuchte in Serpentinen den Abhang runter zu rutschen was ihm Gelegenheit gab, nach den anderen zu sehen. Rabbe und Cim versuchten es mehr schlecht als recht ihm gleich zu tun und kamen mit beachtlichen Tempo heran gerauscht. Jargon war auf allen vieren und schien zu überlegen ob er als Wolf bessere Chancen hatte. Inzwischen war er langsamer als seine Kollegen, doch er hatte nicht mit deren Tempo gerechnet und so kam es das Rabbe ihn rauschte und die darauffolgende Kettenreaktion ergab ein Knäuel aus Wächtern, das den Abhang hinter kullerte.
"Wir werden alle sterben", schrie der Kobold aus vollem Hals.


*In Ankh-Morpork Forschungstrakt für hochenergetische Magie*

Theo Bunzel war hier seit Ewigkeiten nicht mehr gewesen, doch schließlich hatten er einen seiner Disorganizer für die folgenden Versuche gespendet. Er kniff die Lippen zusammen und beobachtete die Kollegen bei der Arbeit. Nach dem ganzen Tumult im thaumatologischen Park war ihm nicht danach seinen Stand wieder zu eröffnen und die Wache hatte sowieso alles abgesperrt, wobei die Unsichtbare Universität ebenfalls ein paar Brüller abstellte. Sicher war Sicher. Ponder und seine Studenten waren dabei komplizierte Berechnungen in Hex einzugeben. Neben ihm Stand die Wächterin die nicht vom Portal verschluckt wurde. "Habt ihr es bald?", keifte sie und in dem Moment zog der Leiter des Forschungstraktes an einem Hebel. "Wir werden es hoffentlich bald wissen, wenn die Berechnungen stimmen können wir die Wächter orten." Das Brummen und Summen das von Hex ausging wurde Lauter und die Schreibfeder kritzelte über das Papier. Die Folge von Symbolen war Theo nur allzu vertraut. Die Programmiersprache der Disorganizer. Ponder reichte ihm den Disorganizer Mark Fünf und er nickte ihm verstehend zu. Das war kein einfaches Programm und ein Fehler konnte nur zu unerwünschten Resultaten führen. Schnell hab er die Symbole und zahlen ein um mit Hex mitzuhalten und als die Ausgabe schließlich stoppte, führte er den Code aus. Wenn er es richtig deutete, war der Disorganizer nun auf jene Dimension gepolt in die die Wächter verschwunden waren. Die Frequenz des Portals war in der mobilen Version von Hex gespeichert worden. Der Disorganizer im Kasten wackelte schließlich mit den Ohren und begann ein Rauschen von sich zu geben.
"Gegenmodul NK3310 gefunden! Blauzahn verfügbar! Soll die Verbindung aufgebaut werden? Bitte sagen sie Ja oder Nein."
"Jaaaaa", schrie die Wächterin dazwischen.
"Ich habe Sie nicht verstanden! Bitte wiederholen sie die Eingabe."
The seufzte und gab den gewünschten Befehl über das Tastenfeld ein, was darauf folgte war Geschrei, das Rauschen von Wind.
"Wir werden alle sterben", gab das Mark fünf Model in seinen Händen wieder und er runzelte die Stirn bevor der Dämon im Persönlichen Modus weiter quiekte. "Puh meine Güte in der Haut des Kollegen möchte ich nicht grade stecken."


20.04.2017 19: 59

Rabbe Schraubenndrehr

*Im Forschungstrakt für Hochenergetische Magie*

Ponder blickte interessiert auf den Mark V der sich nun wieder darauf konzentrierte die Geräusche von der Gegenseite zu übertragen. Derzeit erklang vor allem Gerumpel, kurze Schreie und irgendwann eine Reihe von erschöpften, schmerzerfüllten Stöhnens. Ella zerquetschte vor lauter Anspannung das Käsebrot in ihren Händen als endlich wieder etwas richtiges zu verstehen war. "Uuaach.. geh.. runter von mir, Schneidgut..", keuchte eine Stimme, gefolgt von einem knurren.
"SIE LEBEN!", rief Ella aufgeregt, woraufhin Ponder ihr einen missbilligenden Blick zuwarf. "Pscht!", machte er, und hielt sich einen Finger vor den Mund. "Wenn wir zu laut sind verliert der Kobold die Konzentration und die Verbindung reißt ab.", murmelte er, gerade laut genug damit sie ihn mühsam verstehen konnte. "Oh.. Entschuldigung.."
Sie lauschten gespannt als zunächst allgemeines murmeln erklang. Dann die nun etwas klarere Stimme Rabbe Schraubbenndrehrs; "Gehts allen gut? Cim? Inspektor? Schneidgut, zieh dir bitte was an.." entfernt waren auch antworten vernehmbar. "KÖNNT IHR UNS HÖREN?!", brach es auf einmal aus Ella heraus. "Pssst!", machte Ponder eben noch, aber es schien zu spät. Eben sagte der Kobold in Rabbes Stimme noch "Hä?! Ella?! Bist du das?" als die kleine Kreatur plötzlich umfiel und sich den Kopf rieb. Ponder tätschelte ihm vorsichtig den halbdurchsichtigen Kopf und sah böse zu Ella. "Ich hab doch gesagt, sei still! Und jetzt raus hier!"


*In der Kerkerdimension 2BF-X-13*

Rabbe klopfte verwirrt auf ihren Taschen herum, bis sie den kleinen Disorganizer wieder gefunden hatte. Er hielt sich an einer Leimtube fest als sie ihn herauszog. Der grünliche Kobold wirkte blass und zitterte ein wenig. "Kommlink verloren.. Blauzahn abgeschaltet..", murmelte er und verdrehte die Augen. "Hey, was soll das heißen?", fragte Rabbe und schüttelte den Kobold. "Ich hab dich ganz eindeutig mit Ellas Stimme reden hören! Was war das gerade?"
Der Kobold sah sie erschöpft an. "Die Blauzahn-Funktion des MK II kann derzeit nicht weiter eingesetzt werden. Es wird eine dreißigminütige Ruhepause benötigt bevor eine neue Verbindung etabliert..werden.. kann...", bei den letzten Worten war er immer leiser geworden und hatte nach dem letzten erschöpft die Augen geschlossen.
"Äh, Rabbe..", versuchte Jargon Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
"Nicht jetzt!" sie wandte sich wieder an den Kobold. "Hey! Mach die Augen wieder auf du unverschämter kleiner,-"
"Also Rabbe, äh..", fing Jargon wieder an.
"Was?!" Sie sah ihn böse an.
"Äh.. Ich rieche eine Gruppe schnell näher kommender Gestalten. Sie kommen von der Stadt aus auf uns zu.."

06.05.2017 22: 24

Cim Bürstenkinn

* KKD - 2BF-X-13 – Wüste vor der Stadt *

Cim blickte in die Ferne zu den näher kommenden Rebellen. Dann wandte er den Blick dem miserablen Haufen an verlorenen Wächtern an. Sie waren der entgegenkommenden Horde nicht einmal ansatzweise ebenbürtig. Noch dazu nagten Erschöpfung, Durst und Hunger an Ihnen. Kurz beneidete er Eleanore, die für solche Situationen wohl wesentlich besser gerüstet war. Er musterte die sich nähernde Gruppe. Der Rädelsführer war leicht auszumachen. Er ging mit weit ausholenden Schritte in der Mitte der Wesen und wirkte dabei als würde er von links nach rechts wanken. Der lustig anzusehende Schritt täuschte aber nicht über die schuppenbedeckten Muskeln hinweg die sich an Armen, Beinen und Rücken über seinen Körper spannten. In der Linken hielt er ein Breitschwert als wäre es eine Salatgabel. Sein gepanzerter Schwanz schwang in ruckartigen Bewegungen hin und her, seine Augen waren zu Schlitzen zusammengepresst – er musterte und schätzte die Wächter wohl ebenfalls gerade ein. Trotz all der Schuppen, dem Schwanz und den sonstigen Fremdartigen hatte er etwas vertrautes, das Cim noch nicht fassen konnte. Er verdrängte es auf später – jetzt galt es zuerst einmal ans Überleben zu denken.
Links und rechts von ihm ragten eigenartige Wesen beinahe drei Meter auf, mit langen krallen-bewehrten Händen, die eisenbeschlagene Stöcke hielten und leicht aus dem offenen Maul hechelten. Im Hintergrund, aber dadurch nicht weniger bedrohlich, schwebten über den Köpfen der restlichen Gruppe zwei Kugeln mit tentakelförmigen Augen aus denen regelmäßig kleine Blitze schossen.
Als sie auf etwa 20 Meter heran waren, trat Cim nach vorne und rief: "Wir wollen keine Auseinandersetzung! Wir sind durch einen Unfall aus der Scheibenwelt hierher verschlagen worden. Vielleicht könnt ihr uns helfen?"
Verächtlich zog der Rädelsführer seine Lippen auseinander und spuckte seitlich aus. "Gesprochen wie ein Spion Baal-Ohns. Jetzt sterbt auch wie seine Vasallen!" Damit legte er den Kopf in den Nacken und stieß einen gutturalen Schrei aus, bevor er auf die Wächter zustürmte. Gefolgt von seinen Leuten - von den meisten.


*Im Forschungstrakt für Hochenergetische Magie*

Der Techniker arbeitet am Protokoll. Um einen Ouwärflo zu vermeiden wird die Verbindung unidirektional hin und her geschaltet immer wenn das Wort 'Du' verwendet wird. Theo Bunzel hatte Schweißperlen auf der Stirn stehen, als er die Protokolldefinitionen erneut änderte. Er durfte hier nicht versagen. Das System könnte der Durchbruch für ihn sein. "Grandioses Bunzel Rundruf System" – GBRS . Die Klacker würden daneben aussehen wie alte Pappbecher!
"Bist du soweit mit der Protokoll-Definition?", fragte Ponder genervt, der endlich die Ameisen und Rotationsalgorythmen von Hex im Griff hatte.
"Ja es muss jetzt klappen. Wir vermeiden einen Disorganizer-Überfluss indem wir die Kommunikations-Kanäle serialisieren. Mit einem Steuerwort schalten wir bei der Richtung um. Dadurch können wir mehr Bandbreite für die Sprachqualität rausholen bei gleichzeitiger niedrigerer Dämonenbelastung! Man muss nur..."
"Du kannst später von deiner Lösung schwärmen, Theo. Schauen wir mal ob es klappt.", unterbrach ihn Ponder. "Auf drei?"
Bunzel zuckte mit den Schultern und aktivierte den Disorganizer. Hex begann hektisch zu arbeiten und Kommunikationsprotokolle in eigenartigen Symbolen zu zeichnen.
"Die Verbindung steht!" rief Theo entzückt.
"Hallo?", sagte Ponder zum Disorganizer, "Kannst Du mich hören?"
Plötzlich gab der Dämon ein Schreien wieder, das wie ein Schlachtruf klang.
"Mist", hörte man eine männliche Stimme sagen, "Ich hätte Wolf bleiben sollen!"
"Es ist gerade etwas schlecht. Kannst du….", Rabbes Stimme und die Hintergrund-Geräusche verstummten sofort.
Ponder sah Theo an, der zu einer Erklärung ansetzte.
"Sag nichts Bunzel. Das Steuerwort ist 'DU!', oder?"
Verlegen scharrte Theo im Sand während der Zauberer tief seufzte.


* KKD - 2BF-X-13 – Wüste vor der Stadt *

Sie hatten dem Ansturm wenig entgegen zu setzen, zogen aber trotzig ihre Waffen. Sie würden nicht kampflos untergehen.
"Hallo? Kannst Du…", meldete sich plötzlich der Dämon mit Ponders Stimme wieder.
"Mist", sagte Jargon, "Ich hätte Wolf bleiben sollen!"
Rabbe zog den Disorganizer aus der Tasche und sagte: "Es ist gerade etwas schlecht. Kannst du dich vielleicht etwas später melden. Könnte sein, dass wir dann nicht mehr reden können, weil gerade eine Horde Schwachköpfen angegriffen werden" Damit schob sie den Dämon wieder in die Tasche und wartete auf die Angreifer.
Laut schreiend, mit fanatisch aufgerissenen Augen war der Echsenmann den anderen etwa zwei Schritte voraus. In wenigen SekundenÂ…..
Da schossen Blitze aus den Tentakel-Augen des schwebenden Wesens, das mit einer Echsenfrau zurück geblieben war. Doch entgegen der Befürchtungen der Wächter, trafen die Blitze die drei vordersten Angreifer. Versteinert verharrten sie in der Bewegung und fielen durch den Schwung nach vorne. Die Nachfolgenden stolperten über die am Boden Liegenden und der Angriff verwandelte sich in ein Knäuel aus Armen, Beinen und gezückten Waffen.
"Weißt Du, was gerade passiert?", flüsterte Cim Rabbe zu. Die schüttelte nur stumm den Kopf.
Die rangelnde Menge überfliegend kam das Wesen näher und streckte seine Tentakelaugen fast ins Gesicht des Omniers.
"Cim, du bist es!", kamen die Worte aus einem breiten mit feinen Zähnen besetzten Maul.
Sollte er die Fleischkugel[13] kennen? Irgendetwas in ihm schien die Hand zu heben, aber er konnte es nicht fassen.
"Ich bins Lerg! Und schau wer noch da ist!"
Schüchtern kam eine Echsenfrau langsam auf ihn zu. Cim spürte wie sein Herz begann schneller zu schlagen, er kannte sie. Wie konnte er sie kennen?
Plötzlich streifte sie alle Schüchternheit ab lief auf ihn zu, schlang die Arme um ihn und küsste ihn, als hätte sie ihn lange nicht mehr gesehen.
In Cims Kopf explodierte eine Barriere. Erinnerungen aus einer anderen verlorenen Realität sprangen an die Oberfläche, an den Tempel, Vautam, Lerg, Bel-Shamharoth! Endlich erwiderte er den Kuss. Nach einer kleinen Ewigkeit drückte er sie an sich und sagte glücklich "Rik! Ich hab Dich wieder!"
"Sind wir schon tot?", fragte der Dämon aus Rabbes Tasche bevor er erneut. "Das ist soo bescheuert, Theo! Was hast Du..."


* Eine Stunde später *

"Was hätte ich den machen sollen, Havelock?", sagte Lerg kleinlaut mit hängenden Stielaugen. "Du hättest sie beinahe umgebracht!"
Der Echsenmann grunzte und sah missmutig auf das ungleiche Paar das etwas abseits von der restlichen Gruppe stand und leise miteinander redete. Er hatte große Mühen auf sich genommen um Rik für sich und seine Mission zu gewinnen. Und jetzt kam ein Scheibenweltler und pinkelte in sein Revier. Rebellion hin oder her.
"Wir müssen die Trolle finden, die kurz vor uns hier angekommen sind. Sie gehören zu Baal-Ohn!", erklärte Rabbe und runzelte die Stirn bei dem Namen 'Havelock'.
"Dann sollten wir zurück in die Stadt, Menschenfrau!", sagte der Echsenmann[14]. "Vielleicht schaffst du es ja, die beiden Turteltauben zu trennen!"

12.05.2017 10: 50

Rabbe Schraubenndrehr

*Kerkerdimension, Hälls Casino*

Die großen Flügeltüren zum Hälls Casino standen immer offen. Der Betrieb herrschte immer, nicht zuletzt weil es bei den meisten Wesen hier nur wenig direktes Bewusstsein für Zeit gab. Derzeit herrschte reger Betrieb; Das Kartok-Rad[15] war von niederen Höllenkönigen umringt die wie besessen mit immer mehr Knochen warfen und das Rad immer schneller drehten. Die Bläg Dschäg Tische waren größtenteils mit tezumanischen, kierkieskigen und achatischen Verdammten besetzt die hofften, eine Minderung ihrer Qualen erspielen zu können und doch nur immer mehr der ihnen folgenden Generationen verdammten. Die Folterkammern waren so gut besucht dass sie im Akkord die Echsenbrut erhöhen mussten.
Baal-Ohn grinste erfreut. Er war soeben herein gekommen und ließ den Blick über sein Reich schweifen. Es war natürlich ein geradezu erbärmlicher Anblick im Vergleich zu den riesigen, Prachtvollen Gebieten die ihm früher untertan waren, doch wenn er zurück dachte an seiner Anfangszeit in dieser tristen Dimension war dies doch eine erstaunliche Verbesserung. Außerdem liebte er die Atmosphäre die er hier inzwischen geschafft hatten. Die Verdammten die die Seelen ihrer Nachfahren verspielten. Die Dämonenkönige die sich gegenseitig um Territorien betrogen. Die Schmerzräder. Die Schreie. Das Blut. Baal-Ohn leckte sich die riesigen Zähne und schritt weiter. Inzwischen hatte ihn einer seiner zahlreichen, austauschbaren Diener entdeckt und eilte zusammen mit seinem derzeitigen Adjutanten auf ihn zu. "Lord Baal-Ohn! Ihr seid schon zurück gekehrt!", rief der Adjutant während der Diener einen großes Tablett bereit hielt. "Eine Erfrischung, mein Lord? Krill-Beine, Blutwein[ *Nicht der Klingonische aber doch ähnlich der Ferengi-Fälschung *]?" Es handelte sich um eine Frosch-artige Spezies der sein möglichstes tat um kompetent zu wirken. Der rot-weiße perfekt sitzende Anzug wirkte jedoch leicht albern. Baal-Ohn grunzte und begann sich Krill-Beine in den Rachen zu stopfen. Spuckend wandte er sich an Mietsch:"Schick Z zu mir! Ich will sofort mit ihr reden!"
"Sofort, Mein Lord. Ich schicke sie gleich in eure Suite!" Er eilte davon.
Baal-Ohn stopfte die restlichen Beine in sich hinein und spülte mit Blut-Wein nach. Er ging an der Lust-grotte vorbei und warf im vorbeigehen einen Blick auf die derzeitigen Nutzer. Es handelte sich um einen großen Höllenschleimer - eine art gigantisches, unförmiges kloßartiges Wesen grau-grüner Farbe [16] mit kurzen Armen. Luschus MacMuff war der oberste Lord des Vierten Zirkels und hatte offenbar ein paar verdammte gewonnen. Mehrere Echsenmenschen und Zwerge mit wenig mehr als Stahlketten und Stahl-artiger Unterwäsche bekleidet befanden waren vor die Tribüne gespannt worden.
Baal-Ohn wandte sich ab. Er würde all diese Höllen-adeligen gerne für alle Zeit vernichten. Aber sie waren im nützlich und halfen seinen Einfluss auszubauen. Ihr Ende würde noch etwas warten müssen.


*Am Stadtrand*

"Cim!" Rabbe kam auf ihn zu gestapft, blickte dann kurz entnervt zu Rik und packte Cim am Arm und begann ihn weg zu schleifen. "Nichts für ungut, aber wir brauchen den kurz!", sagte sie in Riks Richtung, aber es klang mehr wie ein Knurren. Der Omnier riss sich von ihr los. "Was soll das Rabbe, ich hab Rik gerade erst wiedergefunden ich würde gerne,-"
"Und als Missionsleiterin will ich dass du nun zur Dienstbesprechung kommst!", knurrte Rabbe und funkelte ihn böse an. "Danach kannst du von mir aus wieder mit deiner Affäre Speichel austauschen." sagte sie spitz.
"Hör auf über sie zu reden als wäre sie nicht hier oder als wärst du besser als sie!", erwiderte Cim heftig. "Ich mag es zwischendurch vergessen haben, aber ich habe sie eigentlich immer geliebt!"
Die Ermittlerin blickte ihn kurz stumm an. Dann schüttelte sie leicht den Kopf und bleckte die Zähne. "Ich bin sicher, Tussi wird sich freuen dass du du endlich glücklich bist. Komm jetzt zur Dienstbesprechung" sagte sie leise, drehte sich um und ließ ihn stehen. Cim sah stumm zu Boden und schluckte. Als er zu Rik hinüber sah begegnete er ihrem ruhigen, fragenden Blick. "Was heißt das, du hast vergessen? Und.. wer ist Tussi?"


*Hälls Casino, Schwefelsuite*

Baal-Ohn ging in seinem Zimmer auf und ab. Sein Schwanz peitschte gelegentlich über den Boden. Er hatte das Portal gespürt. Ganz deutlich. Für einen kurzen Moment hatte es einen Weg zurück auf die Scheibenwelt gegeben, doch nun war er erneut versperrt. Das musste jedoch heißen, dass seine getreuen Menschentrolle nun in dieser Dimension und auf dem Weg hierher waren. Aber warum waren sie noch nicht eingetroffen? Wo waren sie?
Die Tür öffnete sich und die Anführerin seiner Bewaffneten Truppen trat ein. Sie war der erste und bisher erfolgreichste der Duup-Züchtungen gewesen und hatte bereits zahlreiche Scharmützel und Schlachten gegen Tobsuchts Anhänger und die Rebellen geführt. "Z! Da bist du endlich! Unsere Agenten aus der Oberwelt müssen kürzlich eingetroffen sein, aber sie sind noch nicht hier. Schick unsere Wauger aus und überprüfe die äußeren Arenen! Die Agenten dürfen unter keinen Umständen getötet werden, von ihnen hängt alles ab!"
"Herr!", Z salutierte. Sie war knapp 1,60 groß, trug hohe schwarze Schnürstiefel und einen langen, ärmellosen schwarzen Mantel. Aus ihrem rechten Stiefel wuchs ein Metallenes Bein, ihre nackten Arme waren mit breiten Kampfnarben übersät. Eines ihrer Stahlgrauen Augen blickte aufmerksam in den Raum, das andere war hinter einer ranzigen Lederklappe verborgen. Die roten Haare waren militärisch kurz. "Herr, wir haben die Rebellen am Westende in die Enge getrieben. Unsere Informationen sagen aber dass sich im Norden weitere Truppen sammeln. Wir glauben dass die Lavafischer,-"
Sie wurde von der Explosion unterbrochen welche die Wand weg-sprengte. Die Druckwelle schleuderte sie zu Boden, doch sie rappelte sich schnell auf und hechtete zum Fenster. Baal-Ohn hatte sich nicht gerührt. Sie schob das Fester hoch und steckte den Kopf hinaus. Auf den Dächern gegenüber trieben mehrere dümmlich wirkende Wauger die auf und nieder schwebten. "Einheit C und D, wenn ihr die Täter nicht findet seid ihr die längste Zeit vollständig geblieben!", brüllte sie was die angesprochenen zu ruckartiger, unkoordinierter Aktivität veranlasste. Z schloss das Fenster und wandte sich Baal-Ohn zu. "Entschuldigung, Herr, ich lasse das gleich reparieren lassen und werde die Wachen disziplinieren."
Der Untergott hatte die ganze Zeit nichts gesagt. Nun trat er leise auf sie zu und packte sie mit zwei seiner Arme. "Disziplinieren, hm? Vielleicht hättest du sie besser vorher disziplinieren sollen damit so was nicht passiert.. oder vielleicht.. hast du absichtlich für eine Sicherheitslücke gesorgt damit ich vielleicht verletzt werden kann, hmm?" Er legte eine weitere Hand auf ihren Hals und drückte sacht zu. "Herr! Bitte, nein, ich wollte nie,-" rief sie, wurde von dem Druck auf ihrem Hals aber vom weiteren sprechen abgehalten. Sie wehrte sich instinktiv obwohl sie wusste dass es keinen Sinn hatte, dass er ihr weit überlegen war. Nachdem sie sich eine Weile gewunden hatte und ihr die Luft langsam ausging löste der Untergott seinen griff und ließ sie los. "Nein. Ich weiß das du es nicht wolltest. Aber wenn du Fehler machst, Z, muss ich dich disziplinieren. Das weißt du." Z lag auf den Knien und schnappte nach Luft, den Kopf demütig gesenkt. "Ich weiß Herr, Danke Herr.", brachte sie mühsam hervor.
"Gut.. Mach so einen Fehler nicht noch einmal. Du machst gute Arbeit. Wenn du solche Dinge in Zukunft vermieden werden wirst du mein oberster Vasall auf der Scheibenwelt werden."
"Herr!", sie beugte sich ihm noch mehr, bis er ihr mit einer Geste deutlich machen sollte dass sie aufhören sollte. Langsam richtete sie sich auf. Sie bewegte sich langsam Richtung Tür als er sie noch einmal ansprach. Inzwischen war er damit beschäftigt die weite Robe abzulegen und sich auf ein weiteres Bad vorzubereiten. ""Ach so, was war mit den Lavafischern?"
"Wir, äh.. Wir glauben dass sie den Rebellen helfen indem sie Informationen weiter schmuggeln. Aber sie sind keine aktive,-"
"Auslöschen. Alle."
"Herr, die Fischer,-" Baal-Ohn machte ein abfällig zischendes Geräusch. "Alle."
Z verbeugte sich erneut und verließ rückwärts den Raum. Dann gab sie die notwendigen Befehle.


*Am Stadtrand*

Rabbe hatte sich mit ihrer Gruppe ein Stück entfernt von der Rebellentruppe versammelt und versuchte die richtige Entscheidung zu treffen. Sie mussten die Trolle auf jeden Fall baldmöglichst finden. Sofern diese Rebellen wirklich gegen Baal-Ohn kämpften war es in derem Interesse, Ihnen zu helfen. Die Frage war, was deren Endziel war. Wenn Sie Baal-Ohn nur loswerden wollten war nicht auszuschließen dass sie es eventuell als gute Möglichkeit ansehen würden ihn auf die Scheibenwelt zurück zu schicken. Andererseits wäre es für sie als Wächter ungefährlicher, mit einer größeren Truppe alliert zu sein die Ihnen theoretisch helfen könnte in dieser Dimension zu überleben. Sie massierte sich die Nasenwurzel und sah von Jargon zu Rach. Sie kam normalerweise mit keinem von beiden besonders gut aus, aber in dieser Situation erschienen sie auf einmal wesentlich sympathischer als sonst. Nicht zuletzt weil sie sich auf Cims Verhalten absolut gar keinen Reim machen konnte. Sie blickte kurz zu ihm herüber. Er redete immer noch mit der Echsenfrau, schien aber tatsächlich zu versuchen sich loszureißen um herüber zu kommen. Rabbe seufzte. "Okay. Ich glaube eine Entscheidung getroffen zu haben wie wir vorgehen. Aber ich möchte erst euer beider Meinung zu dieser Situation haben. Jargon, Rach?" Sie blickte sie ernst an.
Der Werwolf strich sich nachdenklich übers Kinn, und sah in den roten Himmel hinauf. Er wiegte den Kopf hin und her. "Ich muss erst mal wissen was Oberfeldwebel Bürstenkinn mit diesen Leuten zu schaffen hat. Er roch unglaublich erleichtert die Echsenfrau zu sehen und wirkt auch sonst als wäre ihm all dass hier vertraut. Ich halte seine Expertise für wichtig beim festlegen der nächsten Schritte."
Rabbe nickte und sah dann zu Rach. "Was denkst du?"

11.06.2017 0: 48

Jargon Schneidgut

Rach starrte ins Nichts, oder eher, auf einen unbestimmten Punkt am Himmel über der Stadt. "Um ehrlich zu sein, habe ich keine Ahnung. Ich weiß weder, wo wir sind, noch, was hier los ist." Er schüttelte sich beim Anblick eines fliegenden Etwas, das durch die schwarzen Rauchschwaden flog, die aus den unzähligen, viel zu langen Schornsteinen aufstiegen. "Ich weiß nur, dass ich hier weg will. Es ist viel zu heiß, und ich glaube meine Schuhe haben Löcher."
"Meine auch", murmelte Jargon halblaut.
Rabbe starrte ein wenig verblüfft.
In der folgenden Stille bemerkten sie ein leises plappern aus Rabbes Tasche. "Hallo? Frau Schraubenndrehr? Bist- äh- seid ihr das?" Sie zog den kleinen roten Kerl aus ihrer Tasche. Er hatte glasige Augen und redete mit Ponder Stibbons' Stimme.
"Ponder! Bin ich froh, deine Stimme zu hören!", entfuhr es Jargon und er macht einige schnelle Schritte auf Rabbes Hand zu.
"Bitte hört mir kurz zu-", begann der Dämon zu plappern. "Diese Verbindung ist alle Arten von instabil, und jedes mal wenn jemand das Wort 'DU'-"
Es wurde wieder still.
"Ich weiß nicht genau, was das bedeuten soll, aber ich glaube wir sind erstmal auf uns gestellt", schloss Rabbe und steckte den Dämon wieder in die Tasche.
"Nein, Rabbe, es ist doch offensichtlich, dass es irgendetwas mit dem Wort zu tun hat, würdest du bitte-"
"Nein, würdest DU mir bitte kurz zuhören, Jargon?!" Sie machte einen Schritt auf ihn zu und ihre Nasen waren nur noch wenige Zentimeter voneinander entfernt.
"Ich verstehe ja, dass du dich an jedem Strohhalm festklammern willst, der uns mit Außen verbindet, aber ich glaube wir müssen uns erst mal klarmachen, was wir jetzt tun wollen, oder? Ich habe einen Plan, was ist mit dir? Hast du irgendeine Idee, was wir jetzt tun sollen?"
Jargon, von dieser Reaktion ziemlich eingeschüchtert, stammelte: "Ich habe doch eben gesagt, Cim-"
Sie sahen hinüber zu ihm. Er war offensichtlich schwer damit beschäftigt, sich der Echsendame zu erklären.
"Irgendeine andere Idee?"

Cobalt wusste, dass er das Richtige getan hatte. Das Richtige war nicht immer das, was man wollte, oder was man gut ertragen konnte, aber man musste es tun. Beryll war eine Verräterin gewesen, und sie hatte dafür sterben müssen. Diesen Gedanken wälzte er immer und immer wieder durch seinen Kopf, während sie durch den heißen Sand rannten.
"Wir sind gleich da", stellte Wolfram vor ihm fest.
"Ja", sagte Cobalt und stellte erschrocken fest, dass seine Stimme leise und unsicher klang. Erste Pflastersteine flochten sich in den steinigen Pfad vor ihnen ein. Wolfram warf keinen Blick zurück, doch seine Haltung veränderte sich auf subtile Weise. Der heiße Wind prickelte auf Cobalts Haut. Wolfram sprach weiter als wäre nichts. "Wir sind kurz davor, unser Ziel zu erreichen."
"Ja."
Wolfram blieb stehen. Cobalt ebenfalls. Sie standen eine gefühlte Ewigkeit auf der Straßenmündung, nur wenige Meter vom Tor entfernt. Sand und Asche umwehte ihre Füße. "Willst du etwas sagen, Cobalt?"
Stille, für eine Minute oder auch länger.
"Nein." Cobalt ging weiter. "Lass uns die Sache zu Ende bringen."
Wolfram blieb stehen. "Ich muss mich auf dich verlassen können, Cobalt. Es darf kein Zweifel bestehen."
Cobalt war stehen geblieben, unter dem Torbogen, und hielt seinen Beutel fest umklammert.
"Bist du bereit, für Baal-Ohn zu sterben?"
"Natürlich", sagte Cobalt, wie aus Reflex und drehte sich um. Sein Gesicht war hölzern[17].
Wolfram sah ihm lange in die Augen, doch Cobalt hielt dem Blick stand.
"Dann lass uns gehen."
Keiner von Beiden bemerkte den gebückten, mit einem dreckigen Ledermantel bekleideten Goblin, der auf dem Stadttor saß und sie beobachtete. Er trug einen kleinen, orangefarbenen Anhänger um den Hals, der die Form eines Boxhandschuhs hatte. "Das wird dem Boss viel Freude machen", kicherte er und rannte so schnell ihn seine Beine trugen über die Dächer der Stadt.

27.06.2017 23: 17

Rabbe Schraubenndrehr

*Vor den Stadttoren*

Cims braune Haut erschien noch etwas dunkler als sonst als er endlich zu seinen Kollegen vortrat, die ihn allesamt verwirrt wie auch ein wenig feindselig ansehen. Er blickte kurz zu der Masse an Echsen, Waugern und Dingen und räusperte sich. "Also, äh.. habt ihr schon einen Plan gefasst?" Rabbe sah ihn abschätzend an. "Im Moment sind wir am.. Ideen sammeln. Was denkst du denn dazu?", fragte sie langsam, einen steifen Blick auf ihn gerichtet. "Nun.. Ich habe mit den.. Anführern der Rebellen über deren Strategie gesprochen und denke es wäre sinnvoll, sich ihnen anzuschließen. Sie sind ebenso gegen
Baal-Ohn wie wir und wollen versuchen ihn in eine andere Kerkerdimension zu verbannen. Das hier ist ja eine Kreuz-Hölle, sonst gäbe es keine soziale Struktur. In einer richtigen Kerkerdimension gibt es nur Dinge, dort wäre es viel schwieriger für ihn noch einmal zu entkommen. Die Rebellen haben die letzten Wochen damit verbracht, viele von Baal-Ohns Agenten zu erledigen und sein Casino, das Zentrum seiner Macht auszuspähen. Aber sie sind noch nicht soweit dass sie den zentralen Angriff ausführen wollen. Der Anführer sagte mir dass sie die Lage erst noch weiter ausspähen wollen. Sie versuchen außerdem noch mehr Leute auf ihre Seite zu ziehen, was nicht ganz einfach ist da viele hier entweder nicht intelligent genug sind um zu verstehen was eine Rebellion überhaupt ist und viele andere nicht betroffen sind oder Baal-ohn lieber unterstützen wollen in der Hoffnung so selber mächtiger zu werden."
Rabbe sah ihn nachdenklich an. Dann sah sie zu Jargon und Rach bevor sie sich selbst zunickte. "Okay.. ich werde mit den Rebellen reden. Idealerweise machen wir mit ihnen aus dass wir mit ihnen kämpfen, aber Erstmal als Späher für sie arbeiten wollen. Dann gehen wir in die Stadt und suchen auf eigene Faust weiter nach den Trollen oder gehen zu dem casino und versuchen sie dort abzufangen. Das ist allerdings riskanter." Sie ging auf und ab. "Eigentlich brauchen wir wirklich die Hilfe von jemandem der ich auskennt. Aber ich traue den Rebellen nicht. Es gibt keinen grund für uns anzunehmen, dass sie uns nicht sofort für ihre Zwecke Opfern würden wenn es hart auf hart kommt."
"Rik nicht, Lerg auch nicht. Wenn wir die beiden mitnehmen haben wir gute Mitstreiter die sich auskennen und uns nie verraten würde."
Die Wüste klang eigenartig still nach diese Worten. Rabbe schnalzte mit der Zunge. "Das Auge und die Echse sind auf unserer Seite? Meinst du?"
Cim biss die Zähne zusammen und atmete tief durch. Ja. Sind sie. Es sind meine Freunde. Ich vertraue Ihnen ebenso wie ich dir vertraue, Rabbe. Sie werden uns nicht im Stich lassen. Ich verstehe dass die.. Situation.. für euch alle sehr verdächtig wirkt, aber.. ihr müsst mir hier vertrauen."
Rabbe blickte skeptisch, nickte aber. "Also schön. Hole deine.. Freund her und informiere sie. Aber gib ihnen keine unnötigen Informationen und gib so wenig wie möglich Informationen an andere Kreaturen ab."
"Hältst du mich für einen Anfänger oder sowas? Für einen grünen Rekruten der nicht weiß was er tut? Du magst das Kommando über de Mission haben, Rabbe, aber ich bin immer noch ranghöher als du und habe etliche Dienstjahre mehr an Erfahrung."
"Ja.. du bist außerdem der Wächter der sich mitten während einer sehr kritischen Mission plötzlich sehr uncharakteristisch verhält, sich an Dinge und Leute 'erinnert' die er vorher nie erwähnt hat und für Dämonen bürgt die er zwei Minuten vorher noch bekämpft hätte. Kannst du nicht sehen wieso dein Verhalten verdächtig wirkt?"
Für einen Moment wirkte Cim als wollte er auf Rabbe einschlagen. Dann nickt er stumm, wandte sich um und stapfte trotzig Richtung Rik und Lerg zurück.
Rabbe sah ihm besorgt nach und wandte sich wieder an die anderen beiden. "Wir dürfen ihm nicht trauen. Ich denke nicht gerne darüber nach, aber es kann sein dass man ihm den Kopf verdreht hat. Auf die eine oder andere Art."


*KKD, Drehwärtige Arena*

Trommelschläge ertönten im heißen Zwielicht der ewigen Himmelsröte. Die Arena war voll mit Goblins und Echsen. Sie saßen auf den Rängen und warteten mit einer Fanatischen Stille auf den Beginn des Tribunals. Die unteren Ränge waren von Trommlern gesäumt die auf hautüberzogenen Krügen, hohlen Schädeln und sehnen-bespannten Holzbögen eine schaurig-durchdringende Musik erzeugten die einem durch Blut und Knochen ging. Schließlich begann sich ein Ruf zu erheben. Aus dem mittigen Gang ertönte ein schallendes "Qoy qeylis puqlod!" Welches sogleich von den außen sitzenden wiederholt wurde. Danach ging es weiter: "
Qoy puqbeÂ’puÂ’.
yoHbogh matlhbogh je SuvwIÂ’
SayÂ’moHchuÂ’ mayÂ’ Â’Iw.
maSuv manong Â’ej maHoHchuÂ’.
nIÂ’beÂ’ yInmaj Â’ach wovquÂ’.
batlh maHeghbej Â’ej yoÂ’ qIjDaq vavpuÂ’maÂ’
DImuv. paÂ’ reH maSuvtaHquÂ’.
mamevQoÂ’. maSuvtaH. maÂ’ov.
"[18]
Dies wiederholte ich bis ein kleiner, sehr muskulöser Mann unter gigantischen Paukenschlägen den Gang verließ. Er stieß einen erschütternden, gutturalen Wutschrei aus unter dessen Wucht alles verstummte. hunderte winziger, orangener Boxhandhandschuhe wurden in die Luft erhoben. "Brüder!", brüllte der Mann. "Heute ist uns eine großartige List gegen Baal-ohn gelungen - und das nur dank unseres mitstreiters Seltenes Fußgeschwür. Zeigt uns eure Beute, seltenes Fußgeschwür, brennender Ausschlag!" Erneut schwollen die Trommeln während zwei Goblins je einen Menschentroll in Ketten nach draußen führten. Applaus begrüßte sie.
"Das sind die Trolle die Baal-Ohn wieder in die normale Welt zurück bringen wollten! Was sollen wir mit Ihnen machen?", fragte Tobsucht mit einer ausladenden Geste.
"VERPRÃœGELN!"

30.07.2017 23: 31

Cim Bürstenkinn

*Araghasts Büro*

Ella stand mir rotem Gesicht vor dem Schreibtisch von Araghast und stopfte den letzten Bissen ihres Brotes in die linke Wangenbacke.
"Du erzählst mir also, dass die ganze Gruppe von Rabbe in den Kerkerdimensionen gelandet ist? Inklusive...", Bregs stockte nachdenklich.
Es konnte viel passieren dort. War es akzeptabel, den Agenten loszuwerden, und dafür ein paar gute Wächter zu verlieren? Die Tatsache, dass sich Rach gerade nicht auf der Scheibenwelt aufhielt war eine erfreuliche Wendung.
"Ja genau. Alle außer mir!", ergänzte Ella eifrig und tastete enttäuscht in ihrer Tasche nach einer weiteren Stärkung.
"Nun", Araghast war aufgestanden und fixierte die Wächterin mit seinem Auge. "Jetzt ist mal am Wichtigsten, dass du einen Bericht schreibst. ohne Fehler, wenn möglich. Eventuell will der Patrizier ihn lesen. Nimm dir also genug Zeit und mach es beim ersten Mal ordentlich!"
Er ging zur Tür und öffnete sie. "Danach gehst du zurück zu den Magiern und erstattest mir sofort Bericht, wenn das Portal wieder geöffnet wird. Nimm Dir ein paar FROGs mit, für den Fall, dass außer unseren Kollegen etwas anderes da raus kommt."
Damit deutete er zur offenen Tür und noch im Gang hörte Ella ihn fröhlich pfeifen.


*KKD, Drehwärtige Arena*

Erschöpft standen die beiden Trolle Rücken an Rücken in der Arena. Sie verdankten es nur ihrer unmenschlichen Konstitution und der beinahe undurchdringlichen Haut, dass sie noch am Leben waren. Das schützte sie aber nicht davor immer wieder wie Spielbälle durch die Arena geschleudert zu werden und ein paar fliegende Wesen, mit breiten Schwingen und langen spitzen Krallen, waren ihren Augen ein paar Mal sehr gefährlich nahe gekommen.
Cobalt wehrte mit einem erhobenen Arm den Biss eines Echsenwesen ab, während er nach einer Kreatur trat die wie ein riesiger Tausendfüßler aussah und eine ätzend riechende Substanz versprühte. "Pass auf die Viecher auf", rief Wolfram, an dessen Schulter ein zweiköpfiger Hüne gerade seine Holzkeule zerbrach. "Die Säure schmerzt wirklich!"
Ein weiteres Tor zur Arena wurde hochgezogen und kurz hielt der Kampf inne während sich alle Augen auf den neuen Mitspieler richteten.
"Und nun meine Damen und Herren", tönte Tobsucht mit deutlich angeheiterter Stimme. "Zum Hauptdarsteller des heutigen Abends. Solfor der rrrrrooooooote Drache!" Geschmeidig setzte das beschuppte Wesen einen Fuß vor den anderen, während sein Schwanz hypnotisierend hin und her schwang als wollte es seine Spuren im Sand verwischen. Er konnte noch nicht besonders alt sein – er überragte Cobalt höchstens um einen halben Meter – aber keiner der Trolle wollte genau wissen, was der Drachenodem mit ihnen machen wollten.
"Lauf!", schrie Wolfram und zerrte seinen Gefährten an der langen Reihe von verblüfften Gegnern vorbei an das andere Ende der Arena – keine Sekunde zu früh, wie es schien, den beinahe beiläufig öffnete Solfor sein Maul und entließ einen langen Strahl aus brennendem Drachenodem der die Hälfte der Kämpfer in der Arena sofort tötete. Der Rest war verletzt oder rechtzeitig zur Seite gesprungen. Solfor ignorierte sie. Er erkannte wer seine wirklichen Gegner waren und ging weiter auf die Menschentrolle zu. "Wenn wir uns aufteilen, kann er uns nicht gleich beide töten!", sagte Wolfram mit zusammengepressten Zähnen.
Cobalt nickte. "Es war mir eine Ehre, Bruder!", doch als er nach links weglaufen wollte, öffnete sich plötzlich ein Loch im Boden in dem er verschwand. Wolfram sah ihm verblüfft nach, als ein rothaariger Kopf mit kurzen Haaren aus dem Loch herausgestreckt wurde. "Kommst Du jetzt, oder willst du gut durch werden?"
Die Schrecksekunde des Trolls wäre ihm beinahe zum Verhängnis geworden. Der Drache speite bereits ein weiteres Mal Feuer als er sich endlich in das Loch warf – am Bein schwer von dem flüssigen Odem verwundet. Z und Wolfram schleppten ihn ein Stück weiter im Gang und die junge Duup trat mit ihrem metallenen Bein gegen einen der Stützbalken in Tunnel, was ihn einstürzen ließ und sie vor einer weiteren Bekanntschaft mit den Ausdünstungen des Drachen schützte.
"Wer bist Du?", fragte Cobalt mit schmerzverzerrtem Gesicht. Doch Z antwortete nur, "Das wird Euch Baal-Ohn erklären!"


*Vor den Stadttoren*

"Helft mir diese Menschentrolle auszuschalten und dann kommt ihr mit auf die Scheibenwelt!"
Cim war so unerwartet von den vergrabenen Erinnerungen getroffen worden, dass ihm eigentlich etwas ganz anderes vorgeschwebt wäre.
Ein netter Tisch in einem gemütlichen Lokal, weit weg vom Gestank des Ankhs, sich in den Augen der schuppenbehafteten Frau verlierend, süße Dummheiten sagend. Aber das stand nicht zur Debatte. Er brauchte ihre Hilfe und er wollte sie auch nicht verlieren.
Lerg und Rik sahen sich nachdenklich an. "Was glaubst Du werden die Leute in Deiner Stadt zu einem fliegenden Fleischball sagen?", warf Lerg ein.
Bevor er noch antworten konnte, ergänzte Rik, "ich sehe wahrscheinlich auch nicht aus, wie das durchschnittliche Burgfräulein!"
"Ihr vergesst völlig den Punkt, dass ihr der Rebellion Treue geschworen habt!", grollte Havelock hinter Cim. "Wir sind hier um Baal-Ohn loszuwerden. Und ich verstehe nicht, warum er in der Scheibenwelt nicht gut aufgehoben sein sollte."

11.08.2017 15: 14

Rabbe Schraubenndrehr

Cim starrte Havelock wütend an. Wie konnte dieser Möchtegern-Revolutionär nur eine Welt zum Unglück verdammen nur um seine eigene zu retten? "Wie kannst du.. Was soll das für eine Lösung sein? Du willst Millionen von Unschuldigen Baal-Ohn zum Fraß vorwerfen nur eure eigene Welt zu retten? Dann kann niemand von euch in unsere Welt wechseln um dort ein neues Leben zu Beginnen! Baal-Ohn wird sie zerstören!"3
"Na und?!" Havelock sah seinerseits ziemlich wütend aus. Die Schuppen in seinem Gesicht zitterten. "Eure Bevölkerung hat Baal-Ohn doch erst erschaffen! Druiden Kulte die meinten, Macht zu erhalten indem Sie Kinder lebendig auf Pfähle stecken, in ihrem Blut baden und allenthalben Massenopfer darbringen um sich selbst über andere zu erheben! Eure Welt ist es die ihn geschaffen hat, eure Welt soll sich seiner annehmen! Überhaupt.. Warum sollen wir in eure Welt wechseln? It unsere vielleicht weniger Wert? Glaubst du denn, es gibt irgendetwas für uns in deiner ach so tollen Welt?" er fuhr mit einer klauen-besetzten Hand vorsichtig unter die Schuppen an seinem Gesicht und löste sie zögernd vom Fleisch. Unter den grünen schuppen und den gelben, kappen-artigen Augen kam - wie nur durch eine Maske verborgen - kamen die bleiche Haut und die dunklen Augen des Patriziers zum Vorschein. Er schien noch etwas gerötet, aber es war deutlich dass sich die Schuppenschicht auch ohne nachhelfen bald gelöst hätte. Die beim Original stets ausgeglichenen, intelligenten Augen hatten bei dieser Version einen Hunger und einen Zorn in sich der die Echsengestalt mit Vetinari-Kopf noch viel unheimlicher machten als es ohnehin schon der Fall war. Die Umstehenden sahen Havelock fassungslos an. "Glaubt ihr denn ich wüsste nicht zu welchem Zweck ich gemacht bin? Zweifelt auch nur einer von euch daran, das meine Existenz auf der Scheibenwelt nicht geduldet würde? Ha!" Ein bitterer Zug stahl sich in sein Gesicht. "Ich sage nicht, dass wir Baal-Ohn gezielt in eure Welt schicken. Aber ich werde ihn auch nicht davon abhalten sich dorthin zu begeben. Ich werde keine Truppen entbehren um euch bei eurem Unterfangen zu helfen. Wir machen einen Vorstoß um die Versorgungsbereiche und das Casino zu erobern. Wenn ihr dabei einen Weg findet, Baal-Ohn die die Äußeren Dimensionen zu verbannen, dann soll es so sein. Wenn er auf die Scheibenwelt geht, ist das euer Problem. Hauptsache wir sind ihn endlich los und erlangen vielleicht ein bisschen Freiheit." Er war bei den letzten Worten leiser geworden und sah traurig in die Ferne. Seine Haltung wurde zunehmend mehr zu der Vetinaris. Er richtete einen scharfen Blick auf Rik "Ihr seid der Revolution verpflichtet. Ich erwarte euch in 5 Minuten bei der Strategiebesprechung." Er drehte sich rapide um und ging davon. Sein Schwanz viel dabei ab und blieb bei der kleinen Gruppe liegen. Cim schluckte.
"Tja...", sagte Rabbe leise und stupste den Schwanz mit dem Fuß an. "ich hab euch ja gesagt dass wir uns auf die nicht verlassen können."


*Zwei Stunden später in einem anderen Stadtteil*

Wolfram und Cobalt schleppten mühsam durch die Stadt. Z lief steif und stolz vor ihnen her. Wolfram war sich nicht sicher ob sie ihr vertrauen konnten, aber immerhin hatte sie ihnen aus der Arena heraus geholfen, was immerhin etwas wert war. Außerdem spürte er, dass sie sich in Richtung ihres Herrschers bewegten. Nichts desto weniger spürte er seine Kräfte schwinden. Die Arena zu der man sie vorher verschleppt hatte war ein gutes Stück außerhalb der Stadt gewesen und sie warne gezwungen gewesen, den Weg dorthin zu laufen. Um zu entkommen hatten sie nicht den selben weg zurück gehen können, was die Strecke noch einmal länger und gefährlicher gemacht hatte. Würden sie so die Kraft aufbringen können die es brauchte um das Portal für ihren meiste rzu öffnen? Und wenn nicht: Wie würde er reagieren wenn sie ihm sagten dass sie eventuell erst ein paar Tage ausruhen müssten um sicher zu gehen dass sie das Portal initiieren könnten? Er war nicht unbedingt für seine Geduld oder sein Verständnis für nieder Diener bekannt. Nicht zum ersten Mal kamen Cobalt zweifel an ihrer Mission. Er war noch immer zutiefst betrübt vom Verlust seiner >Frau, auch wenn er sich nur sehr langsam eingestehen konnte dass das, was er getan hatte falsch war. Doch seine Loyalität, sein Pflichtgefühl und seine ganze Erziehung widersprachen seinem Wunsch, die Mission abzubrechen. Dies war der Moment auf den sein Volk schon so lange hingearbeitet hatte. Wie könnte er eine solche Chance wegwerfen?
Die Gruppe bog um eine weitere Gruppe halb zerstörter Häuser. Sie hatten vorher schon einige laute Rufe und undefinierbare Geräusche gehört - nun sahen sie warum: Das Hells Casino war von einem Mob aus Halbdämonen, Echsen und Waugern angegriffen worden. Sie rissen an den Fassaden und versuchten, die Türen einzurennen.
Z grunzte genervt. "Diese Amateure lernen es wohl nie." Sie krempelte die Ärmel hoch und trat entschlossen der menge entgegen.

27.08.2017 23: 38

Cim Bürstenkinn

*Im Forschungstrakt für Hochenergetische Magie*

"Jaaa", brüllte Ponder und schlug sehr unzauberhaft mit der Faust auf den Tisch.
Theo Bunzel klappte die Lupe von seinem Auge weg und hob fragend die Hände?
"Ich hab Zugriff auf die historischen Daten vom Zeitpunkt bevor das Portal geöffnet wurde. Ich glaube wir können es wieder öffnen. Aber nur solange...", er sah den kleinen Disorganizer vor Theo sorgenvoll an.
"...solange es seinem Freund in der anderen Dimension gut geht?", versuchte er den Satz zu beenden.
Ponder nickte eifrig. "Die Kerkerdimensionen haben ein riesiges Ausmaß und wer immer das Tor Portal geschaffen hat – er musste eine Art fixen Punkt dort gehabt haben. Ein Licht im Nebel, einen Leuchtturm in den unendlichen..."
"Ich glaube ich habe es verstanden Ponder!", lachte Bunzel. "Was müssen wir tun?"
"Zuerst müssen wir mal einen Ballen Stoff besorgen!"


*Vor den Stadtoren*

Eigentlich hatte sich Cim darauf gefasst gemacht, seine wiedergefundenen Freunde in einer langen Diskussion von seinem Standpunkt zu überzeugen. Doch als er sich ihnen zuwandte waren sie schon im Gespräch mit den anderen Rebellen vertieft.
"Was ist mit ihm?", sagte Rik zu einem weiteren Wauger der unruhig in der Luft herumwankte.
"Die äußerliche Veränderung ist ja eine Sache, aber er tut plötzlich so, als wäre er hier auf Urlaub."
Lerg pflichtete ihr bei. "Er ist auch wesentlich skrupelloser und brutaler geworden als früher. Habt ihr gesehen, was mit dem kleinen Echsenjungen heute Morgen gemacht hat? Er hat ihn nur mit Wein bekleckert und Havelock hat ihm den Arm gebrochen."
"Hört mal", Cim wusste, dass es ein schlechter Zeitpunkt war sie zu unterbrechen, aber sie standen nun schon ewig vor der Stadt herum. "Ich kann mir vorstellen, dass das alles sehr schwierig für euch ist, aber was plant ihr weiter zu tun? Wir müssen verhindern, dass Baal-Ohn sein Ziel erreicht."
Unsicher sahen ihn die Rebellen an, als Rabbe sich einmischte. "Warum werfen wir ihn nicht ein Loch tiefer?"
Cim grunzte. "Als ob das helfen würde ihn in ein..." Er hielt inne und sah sie mit hochgezogenen Augenbrauen an.
"Schmeißen wir ihn in die nächste Kerkerdimension, dann könnt ihr euch überlegen, ob ihr lieber hier bleiben wollt, oder mit uns zur Scheibenwelt kommt. Niemand verliert. Außer Baal-Ohn!" Aufgeregt begannen die Rebellen durcheinander zu reden. Nur Havelock hatte alles aus einiger Entfernung mitbekommen und sich nicht beteiligt. An der Art und Weise wie sich seine Gefährten verhielten merkte er, dass er sie verloren hatte. Gleichzeitig spürte er, dass die gesamte Rebellion gegen Baal-Ohn falsch war. Dies war eine Kerkerdimension. Die Starken sollten herrschen hier und keine dahergelaufenen Bauern. Er riss das rote Band, dass ihn als Anführer eines Rebellionstrupps auszeichnete herunter und ging in die Stadt.


*Vor Hälls Casino*

Ein Tableau aus kleineren Dämonen und Echsenmenschen stand Z gegenüber. Bevor Sie eingetroffen war, hatten sie versucht die großen Knochentüren zum Hälls Casino aufzubrechen, doch nun hatte sie, als verhasster oberster Leutnant Baal-Ohns, ihre volle Aufmerksamkeit. "Was erlaubt Ihr Euch, verdammte Rebellen?" rief Z, während sich Wolfram und Cobalt zweifelnd ansahen. Da standen an die dreißig wütende Kämpfer herum und...
"Das ist Z – Seine Peitsche! Und sie ist allein!"
Plötzlich verlor das Gebäude massiv an Interesse, den es gab plötzlich die Möglichkeit es der brutalen Vasallin Baal-Ohns heimzuzahlen.
Unbeeindruckt von ihrer selbstbewussten Haltung und ihrer wütenden Stimme, kamen sie mit gezückten Waffen auf sie zu.
"Ihr glaubt wohl ernsthaft, ihr hättet eine Chance, was?!“, rief sie feixend und ihr Gesicht verzog sich zu einer bösartigen Fratze. "Wisst ihr wer ich bin?" Sie wartete keine Antwort ab und zückte zwei lange Dadaos [19] bevor sie auf die Meute losstürmte. Die ersten zwei Gegner waren überrascht und versuchten amateurhaft von oben auf sie einzuschlagen, doch Z wand sich geschickt unter ihren Klingen vorbei und schnitt beide geradewegs durch die Körperhälfte. Dann wandte sie sich unter dem Geschrei der Menge drehend und hackend, springend und schneiden weiter. Blut spritzte hoch als sie einen Mann der länge nach aufschnitt während sie hinter sich zwei weiter mit dem Fuß wegtrat, bevor sie sich umwandte und ihnen die Brust aufschnitt. 15 Mann lagen tot bevor der Rest zum Rückzug ansetzte. "Bleibt hier ihr Feiglinge, ihr Verräter an eurem herrn!", knurrte Z und warf einen ihrer Dadaos glatt in einen der fliehenden. Doch sie machte wenig anstalten die Meute zu verfolgen. Es gab wichtigeres. Grummelnd trottete sie zu ihrem letzten Opfer und zog die Klinge heraus. Sie bedauerte, nicht alle erwischt zu haben. Z blickte sich nach den Menschentrollen um und fluchte. Wo waren die beiden Deppen nur hin?

Die Menschentrolle waren zu Beginn des Kampfes, erschöpft und zerhauen wie sie waren, zu dem Schluss gekommen das Z ja ganz gut ohne sie auskam und das es vielleicht besser wäre, zu einem späteren Zeitpunkt zurück zu kommen.
Langsam waren sie rückwärts davon gegangen und in der nächsten Seitengasse verschwunden, während ein wilder Kampf entbrannte.
Als Z auf die Rebellentruppe zu gestürmt kam, waren diese zunächst entschlossen sie zu bekämpfen. Doch als sie sahen wie stark und geschickt sie wirklich war, wurde unmittelbar deutlich dass diesem Monster nicht ohne Verstärkung beizukommen war. Die Angreifer bluteten aus zahlreichen Wunden, doch ihr Zorn und ihr Wunsch nach Vergeltung trieb hatte sie weiter angetrieben. Einige von Ihnen hatten den Kreis um Z enger gezogen um ihr Leben für die Revolution zu opfern, andere waren so früh wie möglich davon gerannt um Verstärkung zu holen. Z getrennt von Baal-Ohn zu erledigen wäre ausgesprochen nützlich für die Rebellion. Sie war ein starker Gegner - Ohne sie wäre der Blutgott geschwächt.

Vor dem Hälls Casino massierte Z sich genervt die Nasenwurzel. Wohin waren diese Trolle denn nun verschwunden? Sie machte einen Schritt vor, als die Trolle aus einer Gasse gestürmt kamen. "Die haben Verstärkung geholt!", riefen die beiden entsetzt und rannten schnell wie in Zs Richtung wo sie sich mehr Sicherheit erhofften.
Es traf sich, dass im selben Moment in welchem die Truppen aus der Gasse auf den Platz strömten, von der anderen Seite ein neuer Kämpfer eintraf.

"Sieht aus, als könntet ihr Unterstützung gebrauchen..", sagte eine ruhige, selbstgefällige Stimme aus Richtung des Casinos. Z blickte sich hastig um und sah einen 'schmalen Mensch' wie sie derartige Opfer mental nannte. Er trug Rebebellenkleidung und hatte ein langes Schwert am Bund festgemacht.
Z machte ein Zischendes Geräusch. "Noch so ein dreckiger Rebell!", krächzte sie und hob ihr Dadao.
"Nein." Der Fremde hob eine Hand flach vor sie was sie zu ihrer eigenen Überraschung inne halten ließ. "Nicht mehr. Nie mehr. Der Pöbel hat sich nicht gegen den Herrscher zu wenden." Z sah zu wie Havelock sein Schwert zog und sich ruhig den Rebellen entgegen stellte.
Es kam zu einem Moment truppentechnischer Verwirrung als die Meute in seinem völlig schuppenfreien Gesicht ihren Anführer erkannte.

04.09.2017 0: 26

Rabbe Schraubenndrehr

"Havelock! Da bist du ja!", rief Lerg und schwebte näher. "Als du plötzlich verschwunden warst dachten wir schon das schlimmste!"
Havelock stand stocksteif da. Seine Gesichtszüge so ausdruckslos wie das seines Scheibenwelt-Ebenbildes.
"Das schlimmste..", sagte er dann leise. "Was wäre das schlimmste, Lerg, alter Freund..", seine Stimme hatte einen merkwürdig holen, amüsierten Ausdruck angenommen. Entfernt hörte er wie Z die beiden Trolle durch einen Seiteneingang hinein lotste und sich offenbar bemühte, Truppen für die Verstärkung herbei zu beordern.
"Rechts Schwadron,-", rief Lerg an die Gruppe gewandt um den Leutnant aufzuhalten, doch Havelock kam ihm zuvor: "STILLGESTANDEN!", brüllte er. "Ihr seid ein erbärmlicher Haufen degenerierten Geschwürs.." er schüttelte den Kopf und zeigte die Zähne während seine ehemaligen Kollegen ihn verständnislos ansahen. Was sollte das? Würde das einer seiner merkwürdigen Motivationsreden in denen er sie erst einmal ewig beleidigte? Ohne weitere Vorwarnung zog Havelock einen Dolch hervor und warf ihn Richtung Lerg der mühsam auswich. Der Doppelgänger des Patriziers nutzte diesen Moment des Schocks, sprang vor und schlitzte zwei Echsenmenschen mit einem Schwertstreif auf. Die Menge brach in Wutschreie aus und viele versuchte Havelock zu packen - Gleichzeitig wollte niemand in Reichweite seines Schwertes gelangen. Die Unsicherheit der Menge wurde von Havelock genutzt der erneut mit dem Schwert ausholte, bevor er von Lergs Paralysationsstrahlen getroffen wurde. "Nrrrg... lerg... Verräter...", presste er zwischen zusammen gepressten Zähnen hervor.
"Verräter?! VERRÄTER?! DU HAST UNS VERRATEN!", heulte Lerg während die Armee unter ihm schrie. Aus dem Casino strömten nun Horden von Knochenbrechern, doch alle Augen waren auf Havelock und Lerg gerichtet. Zwei Echsenmenschen packten Havelock und nahmen ihm das Schwert ab als Lerg niedriger schwebte. "Was ist mit dir passiert, Havelock?! Du hast immer davon geredet dass das Volk die Stadt regieren sollte, dass es nicht richtig wäre dass ein Despot mit uns macht was er will! Das wir kein Sklave unserer Umgebung sind, sondern ein besseres Leben,-"
"Schwachsinn!", erwiderte Havelock spuckend. "Ich muss verrückt gewesen sein! Ihr alle habt es gewagt euch gegen Baal-Ohn stellen und ihr werdet dafür bezahlen!"
"äh... Leute.. Die Knochenbrecher kommen!", rief ein Rebell. Die Menge griff wieder zu den Waffen. Was zählte der Betrug eines Mannes jetzt noch? Es war Zeit für die große Abrechnung.


*Auf der anderen Seite des Gebäudes*

"Okay." Rabbe stand vor der versammelten Truppe und sah sie entschlossen an. Sie hatten einen Wauger, vier Spinster und vier Echsenmenschen und nachdem Havelock die Truppe verlassen hatte war es wesentlich einfacher gewesen, zusätzliche Ausrüstung aus dem Lager zu bekommen. "Wir machen es wie besprochen. Sobald wir die Bestätigung von Merg haben dass der Vordereingang genug unter beschuss ist, schleichen wir um die Gebäude herum. Truppe A bleibt am ersten Seiteneingang, Truppe B geht zum zweiten. Die Schwefelsuite ist im Obersten Stockwerk. Die Truppe die zuerst da ist wird eindringen und alles in ihrer Macht stehende tun um Baal-Ohn zu fixieren. Wenn die Frontgruppe zu euch vordringt wird die Bindung mit weiteren Spinster verstärkt und wir bringen Baal-Ohn zum Trauerfall am Besephomoth. Dort sollten wir ein Tor nach unten öffnen können und,-"
Merg kam rapide wieder nach unten geflattert. "Jetzt ist der beste Zeitpunkt! Los gehts!", rief er.
"Okay, ihr wisst bescheid! Los gehts!"

Die Truppe teilte sich in zwei. Truppe A bestand aus Rabbe, Rach, zwei Spinster und zwei Echsenmenschen. Truppe B aus Cim, Jargon, Rik, zwei Spinster und noch einem Echsenmenschen. Beide hatten außerdem je einen Wauger bei sich und in trainierter Effizienz bewegten sich die Gruppen schnell aber leise zu ihren Zielen und waren binnen einer Minute durch die jeweiligen Türen.

Als Cim durch die Tür in das Hauptquartier des bösesten Wesens dass er je bekämpft hatte trat, war er fasziniert von der Zweckmäßigkeit. Es war genau das, was man von einem simplen Seiteneingang erwartete. Kahle Wände, zweckmäßiger Boden. 'Nur für Personal'-Schilder. Keine satanistischen Schilder, keine Blutigen Schmierereien. Er war verblüfft das dieses Gebäude von hier an ebenso in der normalen Welt existieren könnte. Cim führte seine Gruppe direkt ins Treppenhaus und begab sich auf den Weg nach oben.

Rabbes Gruppe sah sich gleichzeitig mit einem Problem konfrontiert. Auf ihrer Seite war das Treppenhaus blockiert. Sie wandten sich dem Hauptcasino-Raum entgegen. Es war nicht abzusehen wer oder was sich zu diesem Zeitpunkt in dem Raum befinden würde. Was es auch war - Sie würden hier durch müssen. Die Wächter tauschten einen Blick bevor sie die Türe aufstießen. Es handelte sich um eine große Halle in tiefem Rot gehalten, erleuchtet von brennenden Kronleuchtern. Überall standen merkwürdige Tische mit Knochen und Peitschen herum. An den Wänden lagen Reste von.. Dingen herum, welche die Wächter lieber nicht so genau ansehen wollten. "Passt auf! Da vorne ist sein Leutnant! Z! Die Peitsche!", rief Merg, der mit seinem großen Auge die Umgebung schneller erfasst hatte als die anderen. Die Spinster schossen nach oben um sich erst einmal herauszuhalten während die Soldaten ihre Waffen hoben. In der Tat hatte Z locker an der Wand gelehnt und trat nun langsam auf die Truppe zu. Als sie näher kam stockte beiden Stadtwächtern der Atem.
Ophelia Ziegenberger hatte nie so bösartig ausgesehen.

15.09.2017 20: 10

Cim Bürstenkinn

Treppenhaus in Baal-Ohns Casino
Cim ging die Treppen mit gezücktem Schwert nach oben. Die Spinster schwebten flackernd neben ihm und machten ihn immer noch nervös.
"Sag mal, Jargon, unsere neuen Freunde hier, sind schon sicher auf unserer Seite, oder?"
Jargon lachte kopfschüttelnd. "Ja das wird dir Rik auch bestätigen können!", die Echsenfrau nickte ermutigend. "Wir haben sie kennengelernt, während du ...also ihr.. beschäftigt wart."
Cim schnaubte und ging weiter.
"Und da habt ihr wahrscheinlich auch erfahren, dass der Besephomet-FallÂ…"
"...einen Zugang zu einer anderen Kerkerdimension darstellt. Der ideale Ort um Baal-Ohn loszuwerden. Du warst wirklich nicht sehr aufmerksam in der letzten Zeit!", ergänzte Jargon nicht ohne einen vorwurfsvollen Unterton.
In dem Moment wurde die Tür am oberen Ende des Treppenhauses aufgerissen und sofort herrschte Alarmstimmung.
Die geisterhaften Wesen zogen sich zusammen bis sie nur noch einen schwebenden Ball darstellten, die Echsen, Rik inclusive, legten ihre Armbrust an die Schulter und Jargon knurrte.
Die schwankende Gestalt die durch die Tür trat zeigte auf Cim und gröhlte. "Ich hab ja gewusst, dass ich einen Gläubigen rieche!"
Begeistert hielt er einen riesigen Krug in die Höhe und rief: "Komm wir heben einen!"
Damit setzte er ihn an die Lippen und nahm einen nicht enden wollenden Schluck, den er mit einem röhrenden Rülpser krönte.
"Du kennst Tobsucht?", fragte Rik ungläubig. Er hatte durch seine ständige Verfolgung von Baal-Ohn eine gewisse Berühmtheit in der Kerkerdimension erlangt.
"Ja", nickte Cim schuldbewusst, "Er ist mein Gott!"


Am Ufer des Ankh, Nahe der Ankh-Brücke

Roderick legte erleichtert sein Angelzeug ans Ankh-Ufer. Die zwei Stunden die er am Abend fürs Fischen bekam, waren der einzige Zeitraum in seinem Leben die es ein wenig lebenswert machten. Hier träumte er oft davon, wie es wäre nicht bei seiner Mutter zu wohnen, keinen schlecht bezahlten Job als Reinigungskraft verüben zu müssen. Alles hätte er machen können mit seinem Leben, aber seine Mutter...
Er warf den mit Blei beschwerten Haken in die zähe Brühe des ANkhs und sah zu wie er langsam versank. Natürlich war es absolut sinnlos hier zu fischen - noch dazu ohne Köder - aber es war Zeit nur für ihn. Er würde auf dem Nachhauseweg wie immer einen Barsch auf dem Markt kaufen um seiner Mutter zu beweisen wie sinnvoll es war, fischen zu gehen.
Plötzlich zog etwas an der dicken Leine. Sollte es tatsächlich wirklich Fische im Ankh geben? Oder irgendetwas Lebendes? Neugierig, und auch ein wenig ängstlich bezüglich seines Fanges, zog er an der Leine und hatte das Gefühl, der Patrizierpalast hing an dem Haken. Aber immer wieder zuckte die Leine, etwas musste sich unter Wasser bewegen und versuchen wieder frei zu kommen.
Schweißgebadet zog er weiter bis endlich ein helles etwas das Licht der Fackeln von der nahen Ankh-Brücke reflektierte – und immer größer wurde.
Erschrocken hielt er inne. Das war ein Mensch... oder so. Der Hals des Wesens war halb vom Rumpf getrennt, aber der Schlamm schien nicht an ihm kleben zu bleiben, sondern floss ab wie von Porzellan. Keuchend kroch das Wesen, an dessen Beinen Steine mit eisernen Schellen befestigt waren, das Ufer herauf und sank endlich neben Roderick zu Boden.
"Stadtwache, schnell!", keuchte eine tiefe, aber eindeutig weibliche Stimme und das Wesen blieb schwer atmend neben ihm liegen.
Wenn seine Mutter davon erfuhr, würde sie ihm wieder vorwerfen sich mit Frauen herumzutreiben. Kurz dachte er darüber nach sie zurück in den Ankh zu stoßen, als sich eine Hand fest um seinen Knöchel schloss.
"STADTWACHE! HELFT MIR!", brüllte er erschrocken und lenkte so die Aufmerksamkeit der SEALS-Patrouille auf sich, die gerade die Route 4 auf der Mumpitzstrasse erledigte.

21.09.2017 15: 11

Rabbe Schraubenndrehr

*Schwefelsuite*

Baal-Ohn stand im Ritualraum und blickte zufrieden auf die festgebundenen Opfer welche von seinen Dienern hier festgemacht worden waren. Es handelte sich vor allem um niedere Humanoide. Krtlske, Goblins, ein paar Menschen. natürlich hatte man ihnen die Zungen herausgeschnitten damit sie nicht so viel Krach machten bis zur Opferung. Der Gott mit den zwei Mäulern fragte sich gerade ob er sich noch einen Snack genehmen sollte als es mit einer Höflichkeit an der Tür klopfte die andeutete, dass der Diener auf keinen Fall gefressen wollte. "Was?!", knurrte er.
Die Tür öffnete sich und ein Diener führte die zwei Trolle herein welche sofort in die Knie ging. Teils aus Respekt aber auch aus Erschöpfung. "Mein Herr!", rief Wolfram ihn an, als Baal-Ohn grinsend auf ihn zu schritt. "Mein Meister!", größte Cobalt ihn. Der erfahrene Diener hatte sich schnell wieder entfernt. Hier wurde er nicht gebraucht. "Aaaaah... meine getreuen Diener. Wie schön das ihr den Weg hierher geschafft habt." sagte der Gott mit übertrieben freundlicher Stimme, das Lied von tausend Blutopfern in seinem Unterton. "Ihr seid endlich da, und mit euch der Schlüssel für mein Entkommen.. und für das auslöschen meines Erzfeindes...?" Wolfram warf sich vor Baal-Ohn noch tiefer in den Staub. "Ja mein Herrscher, wir haben alles mitgebracht. Doch benötigen wir Zeit vor dem Ritual, denn,-"
"Das ist mir egal!", schrie Baal-Ohn. "Ritual jetzt, Ritual später! Sagt mir nur.. habt ihr es dabei? Den anderen Gegenstand den ich brauche?!"
"Mein Herr...", seufzte Wolfram, griff in seinen Beutel und bot ihm ein winziges, geriffeltes Mineral an. Es war ein wenig länglich, Himmelblau und glänzte Oktarinfarben, halb eingewickelt in ein Stück Leder mit Schutzsiegel.
Baal-Ohn grinste schrecklich. "Ja. Endlich."


*Hauptraum des Casinos*
Rach starrte Z entgeistert an. Sämtliches Blut war aus seinem Gesicht gewichen. "O...Ophelia?!", fragte er leise, fassungslos. Sein Blick glitt über die Beinprothese und die Augenklappe. Das konnte nicht sein. Das konnte nicht aus ihr geworden sein. Ja, sie war lange weg gewesen, aber wie sollte sie hier her gekommen sein? Was hätte passiert sein können damit das, damit sie so,- Er sah das kurz geschnittene Haar, das ihrem zwar unähnlich in länge war, aber doch so klar dieses hellen roten Schimmer hatte. Das graue Auge war zwar schrecklich kalt und stechend, aber die Farbe.. die Farbe...
Während Rach mit sich rang war Rabbe längst hinter einen der Tische gehechtet denn 'Die Peitsche' nahm eine ebensolche zur Hand, holte aus und Schlug Rach mit einer solchen Wucht dass er rückwärts gegen einen der bedornten Billiardtische geworfen wurde. Er schrie leise, fast schon uninteressiert auf und blieb zunächst liegen. Zu tief der Schock, zu stark der Unglaube an die ganze Absurdität dieser Situation.
Ein weiterer Schlag. Zwei Echsen tot. Einer hechtete hinter die Bar und warf mit Flaschen nach Z, welche diesen eher entnervt auswich und mit der Peitsche versuchte das letzte Reptilium zu erwischen. Gleichzeitig war Rabbe um den Tisch herum gerannt und warf nun beide Wurfmesser knapp hintereinander in Richtung ihres Gegners während sie mit der anderen Hand das geliehene Langschwert aus der Scheide zog. Z wich den Messern mühelos aus, ließ die Peitsche ungerührt fallen und zog ihre Dadaos gerade rechtzeitig um Rabbes ersten Hieb abzublocken. Sie tauschten mehrere stärkere Hiebe aus bevor Z einen Salto seitwärts machte und Rabbe von der Seite angriff. Sie hatte sich rechtzeitig umgedreht, doch die Kampfgeschwindigkeit stieg rapide und Rach konnte benommen erkennen das Rabbe zwar geschickt genug war um mit Baal-Ohns Leutnant mitzuhalten, möglicherweise aber nicht gewandt genug um sie zu besiegen. Mit ihren zwei Klingen war sie deutlich im Vorteil und Rabbe konnte mit ihrer Geschwindigkeit kaum mithalten. Sie sprang und duckte sich, sprintete und warf sich vor. In einem kurzen Moment der Initiative täuschte Rabbe von unten an, riss das Schwert dann aber plötzlich hoch und trat Z heftig Gegend das Bein. "Au! Du wagst es?!" Plötzlich ließ sie die Schwerter in einem geschicktem Muster herumwirbeln und schnitt Rabbe mit zwei kräftigen Schnitten an beiden Seiten durch das Kettenhemd in die Seite. Die Wächterin schrie während Z, kurzzeitig abgelenkt, von Glasflaschen am Kopf getroffen wurde. Es schien sie nicht zu stören. Rabbe war rückwärts gegen einen Tisch gefallen und atmete schwer, die Wunden an ihrem Oberkörper schienen heftig zu bluten. Z trat näher an sie heran und leckte sich die Lippen. "Hast du wirklich geglaubt du hättest eine Chance? Erbärmlich." Sie spuckte der Wächterin auf die Weste. "Nun wirst du bereuen dich einem Gott in den Weg stellen zu wollen." Rabbe hob kraftlos ihr Schwert um sich zu wehren als Rach in einer fließenden Bewegung ein Stilett durch Zs Schläfe in ihren Kopf stieß und umdrehte. Ein kurzes Keuchen war alles was ihr entfuhrt. Dann war sie tot.
Rach sackte zusammen. Er drehte sie vorsichtig um und wimmerte leise. Das Blut rann der Frau hell und rot aus der Wunde. Als er sich einem Schatten gleich angeschlichen hatte um ihr den gar auszumachen hatte Rach gewusst dass es nicht seine Ophelia war, nicht sein konnte, aber.. Als er Z nun umdrehte und zusah wie das Blut über das nun entspannte Gesicht lief konnte er nicht verhindern das seine Augen feucht wurden.



*Highroller-lounge*
Cim sah hilflos zu wie Tobsucht mit seinen Schergen trank und immer wieder versuchte, die anwesenden zum mittrinken und konvertieren zu bewegen. Kurz nachdem sie den Raum betreten hatten waren aus allen Ecken und Enden Goblins mit dem Zeichen der Tobsucht gekommen, hatten Bier und Spirituosen hergetragen, sich Raufereien geliefert und den Weg zur Schwefelsuite blockiert. Jargon beobachtete sie nervös.
"Warum.. könnt ihr uns nicht einfach durchlassen?!", fragte Cim nieder geschlagen. Tobsucht lachte schallend. "Ich habs dir doch schon mal erklärt, Mann... bevor du mir nicht huldigst wie ein frommer Anhänger der du ja sicher bist, kannst du nicht mit mir in den Kampf ziehen. Und wenn du das nicht tust, so darfst du nicht zu Baal-Ohn - denn er gehört mir."
"nnnnnrrgghh..", grummelte Cim und begann auf und ab zu gehen. Tobsucht huldigen! Das hatte ihm noch gefehlt. Sich besaufen und ein Kampf, das war wahrscheinlich was der gewalttätige Gott wollte.
"Cim..", Rik legte ihm einen Arm auf die Schulter. "Was auch immer du machen musst, was auch immer er will - Wir müssen hier durch. Deine Freunde verlassen sich auf dich. Die Rebellion verlässt sich auf mich. Wir müssen hier durch. Was müssen wir tun um hier passieren zu können?"
Cim seufzte und sah sie einen Moment lang verträumt an. So unglücklich diese Situation war, so schrecklich er es fand wieder in der Kerkerdimension zu sein - Rik wieder in seinem Leben zu haben war ein unfassbares Geschenk. All die Frustration und der Ärger der letzten Monate schienen wie weg geblasen. Sie mussten diese Sache nur erledigen und dann könnten sie alles nachholen worauf sie so lange hatten warten müssen. Er atmete tief durch. Gut. Einen wahnsinnigen Gott überzeugen ihnen zu helfen gegen einen anderen wahnsinnigen Gott zu kämpfen. Absolut machbar.
War ja nicht das erste Mal.


*Hauptraum des Casinos*
Minos, der letzte überlebende Echsenkrieger der ihnen geblieben war presste zwei Stoffballen fest auf Rabbes Wunden während Rach ihr half, ihren Brustpanzer abzulegen und das Kettenhemd abzustreifen. Als Minos ihr das Leinenhemd hochschob um den Druckverband anzulegen war Rach froh dass er nicht mehr gebraucht wurde. Er wanderte kurz durch den Raum und versuchte, nicht auf Zs Leiche zu sehen. Er sah sich die Inneneinrichtung an und seufzte bevor er zurück lief um das Stilett aus Zs Kopf heraus zu ziehen. Je mehr sie ausblutete desto weniger sah sie wie Ophelia aus und für einen Moment stieg die nackte Wut in ihm hoch, das verlangen diese Betrügerin noch im Tode weiter zu zerstören. Wie konnte sie es wagen das Gesicht seiner Geliebten zu tragen? Es war eine Schande, eine Unverschämtheit dass sie in dieser Dimension das Gesicht von Ophelia Ziegenberger zu einem Symbol des Schreckens hatte werden lassen. Er ließ von ihr ab und seufzte. Wenn er heil auf die Scheibenwelt zurückkehren wollte dürfte er nicht so emotional sein. Er war froh dass er die Nerven gehabt hatte, das zu tun was notwendig war. Aber er schämte sich auch. Ein kurzer Blick in Rabbes Richtung zeigte ihm, das Minos fertig zu sein schien, sie zu verbinden. Er hatte ihr einen sehr dicken Druckverband angelegt, das würde das schlimmste erst mal verhindern. Aber längerfristig würde der Schnitt genäht werden müssen und wenn sie sich zu sehr anstrengte war es nicht unwahrscheinlich dass sie der Blutverlust das Leben kosten würde. Rach trat näher als sie sich aufrichtete und half ihr wortlos das Kettenhemd wieder anzuziehen. Der schwere Brustpanzer kam bei einer solchen Wunde kaum in Frage, aber völlig Rüstungslos in den Kampf zurück zu gehen wäre der sichere Tod. Dies war der Unsichere.
"Ich weiß nicht, ob ich das an deiner Stelle geschafft hätte.", sagte Rabbe, die Worte zwar leise aber doch unendlich klar und laut nach der beklommenen Stille in welcher sie in den letzten Minuten verarztet worden war. Ohnehin war es unglaublich ruhig in diesem Raum, wenn man bedachte das draußen wahrscheinlich ein kleiner Krieg tobte. Rach zuckte mit den Schultern. "Es ist die Pflicht eines jeden Wächters im Notfall bedrohende Personen zu eliminieren.", sagte er trocken. "Ungeachtet der... persönlichen Hintergründe." Rabbe sah ihn nachdenklich an. Dann drückte sie ihm kurz, mitfühlend die Schulter. Er blickte überrascht. "Lass uns das hier zu Ende bringen." brachte Rabbe hervor. "Wird Zeit Baal-Ohn ein für alle mal zu verbannen."


*Vor dem Casino*
Nach langem Kampf kehrte langsam ruhe ein. Die Knochenbrecher waren besiegt. Havelock war tot. Lerg hätte bevorzugt ihn am Leben zu lassen, doch die Menge hatte nach Blut geschrien und ihn als gefangenen zu behalten war nicht wirklich eine Option gewesen. Erschöpft ließ sich der Wauger auf den Boden sinken um einen Moment auszuruhen. Wie sah es drinnen wohl aus? Waren Rik und Cim bereits zu Baal-Ohn vorgedrungen? lebten sie überhaupt noch? Er wusste dass er die Truppen schnell nachziehen sollte, aber für diese wenigen kurzen Minuten würde ihnen allen etwas Ruhe gut tun. Nur drei oder vier Minuten. Dann würden sie einfallen.
Lerg merkte dass er ungeheuer müde war. Das emotionale Gewicht von Havelocks Verrat und seines folgenden Todes waren sehr hart für ihn gewesen. Er schämte sich, dass er es nicht hatte kommen sehen. Es war schon länger absehbar gewesen das Havelock eine jener Kreaturen gewesen war, welche von Baal-Ohn als Doppelbild einer Scheibenweltkreatur geformt worden war, aber er hatte so tiefliegende Ideale gehabt, solche Hoffnung für ihren Zweck. Lerg hatte nicht erwartet dass der Charakter der veränderten so völlig und total überschrieben würde, dass sie ganz dem bösen verfielen ungeachtet ihrer vorigen Bemühungen. Er seufzte und begann, sich aufzuraffen. Seine Kameraden versorgten sich noch die Wunden, denn Baal-Ohns Knochenbrecher hatten ihnen buchstäblich einige Knochen gebrochen. Zum Glück waren seine Leute hart im nehmen.
"Die nächste Welle koooommt!", rief der müde Späher von einem nahen Dach und wie eine müde, entnervte Einheit erhob sich die Armee und machte sich Kampfbereit. Lerg flog höher und spähte in die Ferne. "Es sind Schattensoldaten! Macht euch bereit!", rief er angespannt, und versuchte zu erkennen welche Angreifer es noch waren. Er erkannte Baal-Ohns Schattensoldaten genau; große schlanke Schwertkämpfer in tiefvioletter Rüstung welche sich durch besondere Schnelligkeit auszeichneten. Die Gesichter der Krieger waren ein einziges dunkles Loch. Sie kamen in langer, doppelter Bataillonslinie angestürmt, doch zwischen den Linien lief eine Reihe anderer Einheiten die seltsam durchmischt wirkten.
"Einheit B, bereit machen zum paralysieren!", kommandierte Lerg als die Gruppe langsam näher kam. Er hatte den Eindruck dass die mittlere Gruppe von den Schattensoldaten eskortiert wurde. Aus der Ferne erkannte er den Halbdämonischen barkeeper aus der Dämonischen Trommel, mehrere seltsam glühende Zwerge und... war das Cim?! Es musste Einbildung sein. Cim war mit den anderen ins Casino gegangen, und doch.. an der Spitze der unbekannten Einheit sprinteten drei in schwarze Roben gekleidete Gestalten von denen eine dem Omnianer beunruhigend ähnlich sah.

30.09.2017 20: 18

Cim Bürstenkinn

*Schwefelsuite*
Baal-Ohn presst das Ideamon an seine Stirn. Ihm war klar, dass er sich in keine tiefen Details verstricken durfte, dafür fehlte ihm die Übung. Er konnte nur ein einziges Detail ändern, wenn er Erfolg haben wollte. Und Erfolg würde er haben.
"Kehl-schra! Kehl-ahru! Domine Satanas exaudi meam orationem! Veni, omnipotens aeternae diabolus! Kehl-ahru! Kehl-ahru!" Ein Loch schien sich über ihm aufzutun und Baal-Ohn wirkte, als würde er halbdurchsichtig werden. Tobsucht stürzte sich auf den Gott, doch zwei krallenbewehrte Arme packten ihn.
"Jetzt stirbst du Tobsucht!" – Mit einer übermenschlichen Anstrengung zog er an den Armen und biss Tobsucht in den Nacken. Der Gott der Trinker und Raufbolde zerriss wie ein Stück Papier, jede Hälfte baumelte schlaff an einem Arm von Baal-Ohn.
"Ich werde wiederkehren und euch alle verschlingen!", damit sprang er, die toten Reste von Tobsucht achtlos in den Schlamm werfend in dem Portal in die Kerkerdimensionen.

Baal-Ohn spürte wie die Realität sich rund um ihn verformte. Alles blieb beim Alten – nur Tobsucht war tot. Für seine Anhänger, seine Feinde und für solche die sich noch nicht entschieden hatten.
Nichts konnte ihn mehr aufhalten.
"So!", er sah die beiden Menschentrolle streng an, "Was ist das für ein Unsinn mit ihr braucht Zeit? Ich will mein Portal! Jetzt!"
Wolfram und Cobalt sahen sich verzweifelt an. "Ja, Herr", antworteten sie gleichzeitig und machten sich ans Werk.


*Highroller-lounge*

Cim hielt unter dem Gejohle von seinen Verbündeten und wildfremden Leuten den Krug am Mund und ließ das bittere Zeug, das hier als Bier durchging in seine Kehle laufen.
"Was machst du da eigentlich Cim?", fragte Jargon, die Tatsache, dass er einen identischen Krug vor sich stehen hatte, völlig ignorierend.
"Hah!", gröhlte der Omnier, als er den Krug lautstark auf dem Tisch knallen ließ. "Der nächste ...bitte?". Was machte er wirklich hier. Sie waren eigentlich auf dem Weg um Baal-Ohn zu erledigen. Warum soff er jetzt mit diesen fremden Leuten, die ihrerseits mindestens genauso verwirrt aus der Wäsche sahen.
"Ich hab keine Ahnung!", gab Cim zu. "Aber lass uns endlich den Kerl hinter dieser Tür erledigen!"


Zelle in der Stadtwache, Pseudopolisplatz

Beryl schlug die Augen auf. Sie spürte, dass irgendeine kristalline Mischung auf Ihre Wunde geschmiert worden war, was den Heilungsprozess beschleunigt hatte. Offenbar hatte da jemand Erfahrung mit Trollverletzungen. Sie fühlte sich wesentlich besser, auch wenn schwere Ketten an ihren Handgelenken hingen und eine Bewegung fast unmöglich machten.
Der Mistkerl hatte sie tatsächlich versucht sie umzubringen. Sie musste hier raus und das Schlimmste verhindern. Probeweise zog sie an ihren Ketten und wurde mit einem brennenden Schmerz in ihrem Hals dafür bestraft.
"Vielleicht erzählst du mir erst mal wer du bist und was du mit dem ganzen Portal-Unsinn zu tun hast!".
Bregs schob den Sessel näher an die Gitterstäbe und lehnte die Arme gemütlich auf die Rückenlehne.

01.10.2017 20: 11

Rabbe Schraubenndrehr

*Hauptraum des Casinos*

Die überlebenden der Angriffsstruppe A hatten sich gerade aufgerafft und marschierten so zügig als möglich auf den Treppenaufgang am anderen Ende der Halle zu, als auf einmal lautes Geschrei und die blutige Akustik heulenden Krieges hereindrang. Der Geräuschpegel stieg für eine knappe Minute in unerwartete Höhe und sank mit dem Geräusch einer ins Schloss fallenden Tür rapide wieder. Minos machte einen Schritt zurück und spähte in die Dunkelheit aus der sie gekommen waren. Er wollte etwas rufen aber Rabbe drückte ihm das Maul zu. "Pscht. Wir wissen nicht wer das ist. In Deckung, aber schnell!" Sie duckten sich so gut es ging hinter Tische und Spielanlagen. Einer der Spinster passte sich genau an die Form des Kartok-Rades an und verbarg sich dort.
Sie warteten für eine Zeit ab die sich wie die Ewigkeit anfühlte als langsam Geräusche einer näher kommenden Truppe deutlich wurden. "Wir müssen uns beeilen.", ertönte eine Stimme die Rabbe seltsam bekannt vorkam. "Baal-Ohn erwartet uns, die Invasion wird bald beginnen. Es ist unsere oberste Aufgabe in seinem Namen so viel konfuses Grauen auszulösen wie wir nur können." Ein knurren ertönte. Die Wächter sahen sich misstrauisch um als plötzlich eine Wolfsgroße Ratte um den Tisch gerannt kam und sie anfauchte. Rabbe machte ein ersticktes Geräusch und versuchte ein Stück von dem Vieh weg zu kommen doch ihre neu errungene Verletzung machte sie unbeweglicher als sie dachte. Den halt verlierend rutschte sie an dem Tisch ab hinter dem sie sich versteckt hatte, den nahenden Truppen mitten in den Weg.
"Sieh mal einer an.", sagte eine bekannte Stimme und eine kräftige Pranke packte Rabbe an der Schulter und drehte sie um.
Rabbe stockte der Atem. In einer schwarzen Robe und mit rotem Haar, stand vor ihr die Gestalt Tussenelda von Granticks.
Sie stöhnte schmerzerfüllt. "nicht noch ein Doppelgänger." Ihr gegenüber grinste böse und nun konnte Rabbe auch sehen das die Kreatur noch nicht vollends umgewandelt war. Riesige Zähne zeigten sich in einem merkwürdig überdimensioniertem Mund. Solange er geschlossen war konnte man es nicht sehen, aber jetzt...
Die Halbdämonin ließ eine kraftvolle, dornenbesetzte Pranke hervor schießen und packte Rabbe an Rippen, warf sie sich über die Schulter. Die Wächterin schrie kurz auf, doch als der Druck verstärkt wurde verlor sie das Bewusstsein.
Tussis Doppelgänger leckte sich die Lippen mit einer langen, spitzen Zunge.
"Der Herrscher wird froh sein das wir noch ein paar mehr Opfer mitbringen. Schnappt euch den anderen auch." Zwei Kämpfer traten um den Tisch herum wo eben noch Rach gekauert hatte, doch da lag nur noch ein toter, sehr felliger Soldat. "Wo ist er?!" spuckte 'Tussi' und die Leute verteilten sich.
Von dem dunklen Sekretär fehlte jede Spur.


*Schwefelsuite, zehn minuten später*

Rabbes bewusstloser Körper wurde unsanft neben den anderen Menschenopfern fallen gelassen. Sie stöhnte ein wenig, schien aber nicht wirklich bei Bewusstsein. Die anderen gefangenen beachteten sie nicht. Krank vor angst zerrten sie an ihren Ketten die ihre Gelenke längst wund geschürft hatten. Ein Opfer mehr oder weniger würde Baal-Ohn auch nicht zu mehr Gnade bewegen. "Wir haben noch ein Opfer für euch, Gebieter!", rief Tussis Doppelgängerin achtungheischend und nahm mit ihrer Truppe zusammen Haltung vor ihm an. Der Rest der Nachahmungsgruppe hatte sich in der Suite verteilt. Sie waren bereits dabei rituelle Positionen für die Portalöffnung einzunehmen während die Trolle zögerlich den Tisch für die Opferung und Öffnung vorbereiteten.
"Aaah, Lyyrus.. wie nett von dir." Baal-Ohn bleckte die Zähne, trunken vor Wonne über die Auslöschung seines Erzfeindes. Jetzt konnte ihn nichts und niemand mehr aufhalten! Keine kleine freien Männer, kein Tobsucht und keine niederen Wächterlein...
Baal-Ohn grinste bösartig lüstern bei den letzten Gedanken. Er hatte Rabbe erkannt als jene, die damals, bei seiner letzten Auferstehung diesen elenden Blitz auf ihn geschossen hatte. Diese vermaledeite Ablenkung die ihn den Sieg gekostet hatte. Er packte die Wächterin an Kopf und hob sie hoch, überlegend ob er sie einfach hier und jetzt zerquetschen sollte. Die Kreatur wimmerte sehr leise. Er spürte sie zittern und leckte sich die Lippen. Sollte er sie doch fressen? Nein... er hatte sich in seinem Siegestaumel so voll gestopft das ein weiterer Mensch ihm einfach zu viel erschien. Diese Kreatur würde ihm anders nützen.
Er ließ sie wieder fallen.
Als finales Opfer machte sie sicher eine gute Figur.


*Ankh Morpork, eine Minute zuvor*

"Du sagst also, dein Ehemann, euer Schamane und du habt euch darauf vorbereitet Baal-Ohn - den ekeligen Blutgott der hier vor ein paar Jahren schon sein Unwesen trieb - auf die Scheibenwelt zurück zu holen. Du hast aber kalte Füße gekriegt und wolltest nicht mehr, weshalb du dich bemüht hast ihre Tat zu verhindern. Sie haben dich allerdings aufgehalten und versucht dich zu töten weil du ihren 'Gott' verraten hast? Soweit korrekt?"
Beryll nickte. Sie war erschöpft, müde und ausgelaugt aber ihre Augen funkelten voll Wut und Leidenschaft. Baal-Ohn musste gestoppt werden. Er musste einfach!
"Und du hast nach der Wache gerufen weil du uns helfen willst oder weil wir dir helfen sollen?", fragte der Kommandeur ausdruckslos.
"Eigentlich...beides. Ich will euch helfen Baal-Ohn aufzuhalten und eure Leute zurück zu holen, und ich will dass ihr mir helft Baal-Ohn aufzuhalten und eure Leute zurück zu holen."
Bregs grunzte tadelnd. "Klugscheisser mögen wir hier nicht." Er stand auf und ging auf und ab. Traute er ihr? Nicht im geringsten. Aber alles was sie gesagt hatte klang schlüssig und er hatte den Eindruck dass sie durchaus gegen Baal-ohn war. Auch ihre Verletzung sprach dafür. Nur hieß das nicht zwangsläufig, dass sie auch für seine Leute war. Araghast brummte nachdenklich.
"Und was denkst du, wie du uns helfen kannst?"


*Unsichtbare Universität, selbe Zeit*

Bist du jetzt soweit, Bunzel?", fragte Ridcully der sich in die Dimensionsportalsache wieder eingeschaltet hatte. Der Kommandeur der Wache hatte nochmal betont wie wichtig diese Sache war und der Erzkanzler wollte ihm ungern erklären müssen dass seine Leute als trauriger Fleck zwischen den Dimensionen geendet hatten. "Ja doch, Jaa!", meckerte Bunzel. "Ich habe die Wolle, ich habe die Augen. Jetzt müssen wir nur noch einen stabilen Link zum Gegenstück in der Kerkerdimension aufbauen und dann können wir anhand seiner Bahn ein stabiles Portal aufbauen."
"Ja dann los, Mann!"


*Kerkerdimension, Schwefelsuite, Zehn Minuten später*

"lojmIt poSmoH, maH
lojmIt 'el San
mIvDaq San joq, vaj Sov vIt
lojmIt 'el San"
, sangen die Anhänger Baal-Ohns in leisem, tieffrommen Tonfall. Der Boden der Suite war bereits mit Blut durchdrungen denn die Opferung war seit geraumer Zeit im Gange. Cobalt versuchte, die Worte 'Arme Unschuldige' aus seinem Geiste zu verbannen und hielt weiter die Augen geschlossen während er den Gesang weiter vor sich hin murmelte.
Der Raum war nun nur noch von Ritualkerzen mittlerer Helligkeit erleuchtet. Man konnte alles wunderbar sehen - Den Schrecken im gesicht der Opfer als ihnen die Leiber aufgeschnitten wurden, das Spritzen des Blutes, die Freude und Erwartung im Gesicht des Gottes.
Rach Flanellfuß der auf einem Regal im Schatten bewegungslos verharrte wäre selbst für hochtrainierte Beobachter fast unsichtbar gewesen.
"'Iw qul! Iw yIn!", schrien die Gläubigen und Schlugen mit ihren Schwertern im Takt auf ihre Schilder. Rach war in mancher hinsicht froh das er sich innerlich schon vorher darauf eingestellt hatte dass es vielleicht noch mehr Duups[20] hier gab, ansonsten hätte ihn das ihm hier gebotene Bild noch weit mehr verstört.
Vor dem Ritualtisch stand Araghast breguyar. Mit seltsam halbdurchsichtiger Hand hielt er den Kopf des derzeitigen Opfers welches abwechselnd von Rea Dubiata und Ettark Bergig...ausgepresst wurde. Unter den gläubigen fanden sich neben den Trolle und vereinzelten Schattenkriegern beinahe jeder Wächter der Stadtwache. Rach hatte in seiner Laufbahn viel schlimmes gesehen, aber die Szene die sich ihm hier bot war wie aus einem grässlichen Alptraum. Es gab zwar nur wenige Wächter mit denen er wirklich gut klarkam, aber dieses.. Schauspiel tat ihm dennoch weh. Der dunkle Sekretär riss sich zusammen und konzentrierte sich. 'Eigentlich ist es fast schon eine Gnade dass ich Ophelias Doppelgänger nicht in dieser Situation... konzentier dich verdammt'
Er schob sich wenige Zentimeter weiter vor und bereitete sich mental auf die folgende Minute vor. Bunzel hatte ihm erklärt dass er das Portal nur für einen sehr kurzen Zeitraum würde öffnen können - aber mehr wollte der Inspäktor auch gar nicht. Der Kobold war an und wartete sein Signal ab. Rach würde hinunter springen, vorsprinten, Rabbe packen und den Kobold aktivieren. Wenn alles nach Plan lief würde er die Ermittlerin hier rausholen können ohne das jemand folgte. Der Überraschungsmoment war entscheiden.
Ob Rabbe lange genug überlebte war allerdings schwer zu sagen.
Rach holte noch einmal tief durch, ging in Position,-
- und sprang.


*Highroller-lounge, wenige Minuten später*

"Hört mir zu! Ich weiß ihr versteht nicht, warum ihr hier seid und was wir hier machen, aber Baal-Ohn zerstört euer aller Leben! Es muss einen Grund haben dass ihr hierher gekommen seid, auch wenn ihr euch nicht erinnert! Denkt ihr denn nicht, dass es vielleicht an der Zeit wäre sich diesem Despoten in den Weg zu stellen?", rief Cim in die Runde in einem erneuten Versuch die Kämpfer vom trinken abzubringen und sie lieber auf ihre Seite zu ziehen.
"Achja?! Und wer hat dich hier zum großen Anführer gemacht?" rief ein Goblin und warf einen Bierkrug nach ihm. Dreckiger Schaum tropfte dem Omnier ins Gesicht als er dem Krug auswich. Er wollte etwas erwidern als Rik ihm einen Arm auf die Schulter legte. "Niemand!", rief sie statt seiner. "Niemand hier ist ein Anführer. Aber jeder von uns musste unter Baal-Ohn leider, jeder hat jemanden verloren - seine Eltern vielleicht, einen Bruder, eine Schwester, seine Finger..", sie hielt inne und ihre Stimme schallte auf einmal noch klarer, noch deutlicher durch den Raum. "Es ist Zeit uns unsere Welt zurück zu holen. Nur weil wir hier Leben müssen heißt das nicht, das wir uns nicht unsere eigenen Leben aufbauen können. Wir sind nicht dazu verdammt Sklaven dieses Monsters zu sein! Wir können ihn besiegen! Aber wir brauchen dazu eure Hilfe!" Sie überlegte kurz. "Und wer von euch diese Welt am liebsten sowieso verlassen möchte soll wissen; Wir werden nach dem Kampf auf die Scheibenwelt zurückkehren! Jeder der mit uns für die gerechte Sache, die richtige Sache kämpft, ist willkommen uns zu folgen!"
Diese Aussage brachte allgemeines erfreutes Kampfgebrüll hervor.
"Ich glaube, du hast es geschafft.", sagte Jargon anerkennend und nickte Rik wohlwollend zu. Obwohl er ihr immernoch nicht traute konnte er doch nicht umhin, dankbar um ihre Involvierung zu sein.
"Also schön!", rief Cim, aber die Leute hörten ihn nicht. Er grummelte kurz und schrie so laut er konnte:"ALSO SCHÖN: HÖRT ZU!" Die Menge sag ihn abschätzig an. "DANKE. Um Baal-Ohn anzugreifen werden wir zunächst die Türen aufreißen und ihn angreifen, wenn er abgelenkt ist werden unsere zwei Spinster vorsausen und ihn lähmen und dann,-" Cim blickte in diesem Moment auf die Spinster und bemerkte dann dass es auf einmal vier waren. "Äh.. warum seid ihr drei?", fragte er verwirrt.
Die Spinster drehten sich gemeinsam in einem Kreis und wirkten wie drei Bilder der selben Entität. "Die andere Gruppe wurde zum Teil gefangen genommen, zum Teil getötet.", waberten sie. "Als klar war dass es keine Chance gibt bin ich durch die Wände zu euch gekommen. Die Zeit wird knapp."
Jargon, Rik und Cim sahen die Spinster schockiert an. "Was?", krächzte Cim ungläubig. "tot?! Wer ist.."
In diesem Moment ertönte Kampfgeschrei aus der Richtung der Schwefelsuite. "Kommt ihr jetzt?! Wir haben die Tür aufgebrochen! ZUM ANGRIFF!!!", rief jemand von weiter vorne und bevor jemand weiter etwas besprechen konnte wurden sie vom Sog der kampfbegierigen Menge erfasst.

02.10.2017 16: 52

Cim Bürstenkinn

*unsichtbare Universität*

Eingebettet in einem Ring aus magischen Symbolen, brennenden Kerzen und rauchenden Kräutern lagen die Ingredienzien des Rituals.
"Ich glaube wir werden ein Buch darüber schreiben", grinste Bunzel, der seine Karriere in der Unsichtbaren Universität plötzlich wieder viel wichtiger nahm.
"Zuerst muss es einmal funktionieren", meinte Ponder zurückhaltend und schob sich nervös die Brille hoch.
"Worauf warten wir eigentlich?", fragte Ridcully ungeduldig. Er hatte wegen dieser ganzen Sache mindestens zwei Mahlzeiten verpasst. Es war immer eine schlechte Idee mit hungrigem Magen die Welt zu retten. Obwohl es nett klang "Unter der umsichtigen Leitung von Erzkanzler Mustrum Ridcully war es den Spezialisten der Unsichtbaren Universität möglich die Scheibenwelt vor einer Gefahr zu retten, die den Untergang jeder Zivilisation..."
"Auf das Signal des Dämonen auf der anderen Seite! Ohne das können wir genau gar nichts machen", erklärte Bunzel geduldig – und wie er dachte sehr professionell.
Ridcully grunzte und tappte angespannt mit dem Fuß auf den Steinboden.
"JETZT!", hörten sie plötzlich Rachs durch den Dämon leicht verzerrte Stimme.
Ponder und Theo nickten sich kurz zu und aktivierten Hex, der damit begann oktarine Energie zu bündeln, Beschwörungen zu berechnen und wie wild im Analyse-Modus Protokolle zu schreiben.
Vor ihnen bildete sich etwas wie ein oktarin glänzender Wirbelsturm, der die Ingredienzien des Rituals erfasste und zu einer leuchtenden, rotierenden Kugel zusammenfasste. Ein Energiefeld umgab die Erscheinung und gelegentliche Energie-Protuberanzen wurden sicher abgefangen.
"Sehr gut!", sagte Ridcully und ging vorsichtshalber hinter der nächsten Steinsäule in Deckung. Zu viele Kanzler waren schon bei magischen Experimenten in die Luft gegangen, als dass er ein tieferes Interesse haben könnte, das gleiche Schicksal zu erleiden.
"Nein, etwas ist falsch!", sagte Ponder und studierte fieberhaft die Protokolle von Hex.
"Da es fehlt etwas! Schwerer Ausnahmefehler ...bitte SHT-Komponente ergänzen"
"Was ist die SHT-Komponente?", fragte Bunzel nun besorgt auf die rot pulsierende Kugel blickend, die mit jeder verstreichenden Sekunde größer wurde.
"WOHER SOLL ICH DAS WISSEN?"
, schrie Ponder und vertiefte den Analyse-Level um eine weitere Stufe.
Als Folge davon schoss das Endlospapier wie ein Wasserfall aus Hex jede Kleinigkeit des Experiments beschreibend und die eigentliche Information unter Details zum Wetter, der Lichtstärke, Mundgeruch des Kanzlers, Hygienezustand der Toiletten und vielem mehr begrabend.
"Nein, nein, nein", ächzte Ponder der halb begraben in Papier hektisch nach einem Hinweis suchte.
Leider war Hex nun so beschäftigt mit der Untersuchung des Umfeldes des Experimentes, dass ihm zu wenig Zeit und Energie blieb, den eigentlichen Gegenstand desselben weiterhin zu kontrollieren.
Die Kugel füllte das Energiefeld nun vollständig aus. An einigen Stellen schossen kleine Blitze durch die Barriere und hinterließen tiefe Furchen im Steinboden, der Holzdecke und dem Allerwertesten eines Studenten.
"Dreh das wieder ab!", rief Bunzel. "wir gehen alle in die Luft mit dem Ding!"
Doch mit zittrigen Fingern fuhr Ponder nach wie vor über die Seiten.
"Hier! Ich hab es gefunden!"
Schwerer Ausnahmefehler ….bitte Sanguis Hominum Trollum-Komponente ergänzen“
"Was soll das bitte sein?"
"Menschentrollblut", antwortete Beryll stattdessen.
Im Eingang zum Labor standen Ella, Kanndra, Rea und Braggasch, allesamt schwer bewaffnet, hinter der Troll-Frau und sahen erschrocken auf die bedrohlich leuchtende Kugel.


*Schwefelsuite*

Der Agent sprang und rollte sich elegant am Boden ab. Teil der gleichen fließenden Bewegung war der Griff in Rabbes Jackentasche und die Aktivierung des kleinen Dämonen. "JETZT!" schrie er bevor die Hölle über ihn hereinbrach.
Die versammelten Wächter-Doppelgänger erwachten aus ihrer Starre und gingen mit gezogenen Waffen auf Rach und Rabbe zu.
In diesem Moment erschien eine kleine rot leuchtende Kugel zwischen ihnen und ihrem Opfer.
Baal-Ohn starrte zornig auf die Erscheinung und wischte Rach mit einem beiläufigen Schlag von den Beinen.
"WAS IST DAS? Trolle! Seid ihr das?"
In dem Moment wurde die Tür zur Schwefelsuite aus den Angeln gesprengt und der Raum füllte sich Rebellen.
"Nieder mit Baal-Ohn"-Rufe hallten durch das Casino, doch der Gott hatte nur Augen für die stetig wachsende Kugel vor ihm.
"Herr, jemand anderer öffnet ein Portal hierher! Allerdings funktioniert es nicht. Irgendwer ahmt unser Ritual nach, ohne zu wissen was er tut. Es wird explodieren!", sagte Wolfram.
"Wer wagt es!", zischte Baal-Ohn. Das war eine Ablenkung, die er gerade überhaupt nicht brauchen konnte. Die Kugel hatte jetzt einen Durchmesser von 1,5 Meter und pulsierte in einem gefährlichen Rot. Konnte eine Explosion dieses Dinges ihm etwas anhaben? Auf jeden Fall würde sie all seine Doppelgänger auslöschen und seine Pläne verzögern.
"Was machen sie falsch?", fuhr er Wolfram an.
"Herr... sie, sie... verwenden kein Trollblut! Das Ritual ist auf uns zugeschnitten. Wir stammen aus dieser Dimension deshalb... AAaah“
Der Gott hatte genug gehört, und Wolfram mit allen Armen gepackt.
"Dann wollen wir ihnen doch Trollblut geben", sagte Baal-Ohn breit grinsend und ging auf die Kugel zu. Damit warf er den zappelnden und schreienden Menschentroll in die rotierende, pulsierende Kugel.
Erst passierte nichts – dann verwandelte sich das rote Glühen in ein immer helleres Strahlen, das sich immer weiter ausdehnte, bevor es endlich ohne Geräusch in sich zusammenfiel und ein leuchtender Kreis aus Energie im Raum stehen blieb.
"Da! Jetzt haben wir unser Portal! Die Invasion kann beginnen!", rief Baal-Ohn triumphierend.
Cobalt konnte nicht fassen, dass sein Freund einfach geopfert wurde, auch wenn ein Tropfen ihres Blutes genügt hätte um das Portal zu öffnen.
"Lyrrus! Organisiere unsere Truppen und schaff die verdammten Rebellen weg!"
Die Tussi-Doppelgängerin verbeugte sich und stellte sich mit der Hälfte der Wache-Duups den Angreifern entgegen.
"Der Rest: Ab in die Scheibenwelt! Macht mich stolz!"
Ein motivierter Araghast Breguyar rannte auf das Portal zu und warf sich unerschrocken in die leuchtende Energie. Das summende Geräusch war nicht besonders eindrucksvoll. Dass die Hälfte seines Körpers verkohlt liegen blieb, während der Oberkörper völlig zu Staub verbrannt war, schon eher.
"Das Portal wurde in unsere Richtung geöffnet. Wir können da nicht durch. Und wir können auch kein anderes Portal öffnen, solange das hier existiert!", sagte Cobalt in einer ruhigen Stimme. Man hörte, dass er genug hatte, welchen Zorn er unterdrückte. Nach allem was er für Baal-Ohn geopfert hatte...
Rach war die ganze Zeit neben Rabbe liegen geblieben.
Zumindest war es gut, dass er nicht seinem Originalplan gefolgt war, sonst wären sie beide jetzt nur noch Asche.
Was hatten die Leute in Ankh-Morpork vor?


*Unsichtbare Universität*

Hex hatte das Eindämmungsfeld wieder im Griff und die Magier gingen mit Beryll die Pläne des Portals durch.
"Tja, was immer ihr vorhabt, ihr baut ein Portal das von hier in die Kerkerdimension führt. Um es zu aktivieren braucht ihr das hier."
Sie reichte ihnen eine Ampulle mit ihrem Blut. "Einfach reingießen!"
Doch in diesem Moment verwandelte sich die Kugel, wurde heller, dehnte sich wieder aus und verwandelte sich in einen Kreis aus leuchtender Energie.
"Jemand auf der anderen Seite hat das Blut hinzugefügt!", sagte Beryll ausdruckslos.
Was immer das bedeuten sollte.

08.10.2017 9: 25

Rabbe Schraubenndrehr

"Wenn ihr nicht wollte das eure eigenen Leute bei dem Versuch das Portal zu benutzen sterben, solltet ihr schnell mein Blut hinzufügen.", sagte Beryll bestimmt und sah zwischen den Wächtern und Zauberern hin und her. Letztere starrten einen Moment zu lange ausdruckslos so das Eleanore sich die Flasche schnappte und das Blut in die Singularität kippte. Sofort flackerte das Portal, dehnte sich aus und wurde strahlend blau bevor es sich stabilisierte. Es hatte eine wabernde, Wasser artige Oberfläche und wäre eigentlich ganz schön gewesen wenn man nicht gewusst hätte wo es hinführt.
"Und...und jetzt?", fragte Ella gespannt. Das Portal war schön, aber wenn ihre Kollegen nicht bald hindurch kamen würde sie persönlich hinein gehen und sie einsammeln.
"Nun, wir müssen warten. Die Energie des Koboldes wird komplett damit ausgelastet sein, den Link aufrecht zu erhalten, wir können also nicht kommunizieren. Wir müssten entweder selber durchgehen oder warten das jemand von der anderen Seite durchkommt..", erklärte Theo als das Portal erneut flackerte. Die Anwesenden starrten gespannt darauf als auf einmal eine seltsam schuppige Rea Dubiata aus dem Portal sprang. Sie grinste bösartig. "HaHA! Es hat funktioniert!", brüllte sie begeistert und wurde von einem Armbrustbolzen im Kopf getroffen. Rea trat näher und schaute mit einer Mischung aus Zorn, Schock und Abscheu auf ihr schuppiges Abbild. Sie brachte kein Wort hervor sondern lud stumm die Armbrust nach und ging in die Position. "Geht alle in Deckung. Wer weiß was da sonst noch rauskommt.", rief sie in bestimmtem aber monotonem Tonfall.
Sie mussten nicht lange warten.


*Kerkerdimension, Schwefelsuite*

Wer einmal zwei große Heere in einem kleinen Gebäude aufeinander prallen gesehen hat kennt dieses Problem. Auf einer Seite sind viele Krieger die durch eine kleine Öffnung wollen um eine andere Gruppe Krieger anzugreifen die eventuell ebenfalls durch die Öffnung wollen um ihrerseits die erste Gruppe anzugreifen.
Cim rieb sich die Nasenwurzel. Etwa achtzig Goblins und zwanzig andere Kämpfer waren mit ihm in diesem Raum gewesen. Als die Angriffslust die Meute übermannt hatte waren sie einfach losgestürmt, mit dem Ergebnis das nun in dem engen Durchgang zur Schwefelsuite ein Kampf tobte. Das an diesem Kampf nur ungefähr Zehn Krieger teilnehmen konnten und dabei den Durchgang komplett blockierten schien sie nur wenig zu kümmern. "Irgendwie muss ich da rein. Wenn Rabbe noch lebt ist sie dort. Und wenn wir nicht mit mehr Strategie kämpfen werden wir über kurz oder lang einfach aufgerieben. wenn ich nur wüsste ob Lerg uns noch unterstützen kommen wird oder nicht.."
"Wissen wir ob es noch einen anderen Zugang zur Schwefelsuite gibt? Ein Fenster oder einen Kamin oder so?", fragte er an Rik gewandt die zweifelhaft dem Kampfgeschehen zusah.
"Äh... Ja, Lerg hat beim ausspähen entdeckt dass ein Fenster in Baal-Ohns Schlafzimmer, den Ritualraum und den Eingangsraum führt. Aber ich weiß nicht ob du von außen an die richtige Stelle kommen kannst."
Cim zuckte mit den Schultern. "Ich muss es versuchen. So kommen wir nicht weiter, wir werden aufgerieben und werden überhaupt nichts erreichen können!", sagte er hitzig und lief los. Soweit er die bisherige Architektur gesehen hatte schien es noch ein Stockwerk zu geben, vielleicht gab es von dort aus ein Fenster das über seinem Ziel lag.
Während er den Korridor zur Treppe entlang rannt holte ihn Jargon ein. "Cim! Glaubst du wirklich du kannst von außen in den Raum kommen? Und was willst du dann machen? Alleine gegen Baal-Ohn kämpfen während der Rest weiter hin zurück geblieben ist und nicht zu dir vordringen kann?", keuchte Jargon, offensichtlich erschöpft von der Anstrengung den Omnier aufzuholen.
"Na, was schlägst du sonst vor, sollen wir einfach abwarten bis alle abgeschlachtet sind?"
"Nein, aber vielleicht würde es mehr Sinn machen erst mal zur prüfen ob Lerg und die anderen uns vielleicht unterstützen können.."
"Ja gut, dann geh du doch nach Lerg schauen, ich sehe zu dass ich einen Weg in die Schwefelsuite finde!", rief Cim und rannte zum Fenster am Ende des Ganges. Er kam nicht damit klar nichts tun zu können. Was wäre wenn er hinunter ginge und lerg war tot, wie auch alle anderen? Welche Erfolgschancen hatten sie überhaupt noch? Vielleicht war alles längst zu spät, vielleicht würden sie Baal-Ohn nicht aufhalten können. Sie alle würden hier sterben und er würde die gesamte Scheibenwelt unterwerfen. "Nein. Nein, nein.", murmelte er entschlossen während er am Fenster herum fummelte. Jargon war in irgendeinen Gang verschwunden, wahrscheinlich um wirklich nach Verstärkung zu suchen und Cim war mit seinen Gedanken allein. Die psychische Wirkung dieser Dimension war einfach nicht ganz abzuschütteln. Sie gab einem dieses Gefühl von Hoffnungslosigkeit. Man konnte nicht entkommen, nicht überleben, würde nie wieder froh sein. Er biss die Zähne zusammen. Das Fenster öffnete sich endlich und er hatte freie Sicht auf den tiefroten Nachthimmel. Er sah aus wie getrocknetes Blut. Der Omnier stieg entschlossen auf den schmalen Vorsprung und begann sich am Gebäude entlang zu schieben. Das er im zweiten Stock war und ein Sturz aus dieser Höhe ihn töten würde, kümmerte ihn nur wenig. Bei den nächtlichen Exkursionen der letzten paar Jahre hatte er viel Erfahrung mit rutschigen Dächern und gefährlichen Vorsprüngen machen können. Außerdem kam er gleich um die Ecke wo ein etwas breiterer Rand ums Gebäude führen müsste. Seine Hände tasteten über den rauen Stein und er dachte an Tussi. Wie sollte er ihr die Sache mit Rik nur erklären? Einen Moment lang schloss er die Augen und atmete durch. Er freute sich nicht darauf, ihr so weh tun zu müssen. "Nicht daran denken. Konzentriert bleiben. Weitermachen." Er schluckte und schob sich weiter, schalt sich für seine sentimentale Dummheit. Hier war er, nur wenige Meter vom sicheren Tode entfernt und er dachte an Tussi. Wenn er wenigstens wüsste ob Rabbe noch lebte würde es ihm vielleicht leichter fallen die ganze Situation nicht als so hoffnungslos wahrzunehmen. Baal-Ohn hatte zwei dutzend Doppelgänger, eine unbegrenzte Anzahl loyaler Truppen und eventuell ein Dimensionsportal. Wie sollte man dagegen ankommen? Cim hatte die Spinster in seine Tasche klettern lassen wo sie sich bereit hielten im richtigen Moment auf Baal-Ohn loszuspringen um ihn zu lähmen, aber es gab weder eine Garantie dafür dass dies funktionieren würde, noch eine Idee was sie mit seinen restlichen Anhängern anstellen konnten.
Der Wächter kam zum Ende des Vorsprungs. Um auf den richtigen Sims zu kommen musste er nun springen, den Rand erwischen und sich nach oben ziehen. Er sprang bevor er darüber nachdenken konnte, erwischte den Rand aber nur knapp und verfluchte sich innerlich nicht genauer aufgepasst zu haben. Sein rechter Arm schnappte und fühlte sich an als ob er sich den Muskel angerissen hätte. Er keuchte und versuchte, sich an dem rauen Stein hoch zu ziehen was sich als Schwieriger erwies als er gedacht hatte. "Komm schon..", murmelte er und strampelte nach halt. Wenn er mit einem Fuß irgendwie Halt fände könnte er sich hoch stemmen. Seine Arme, Lunge und schultern brannten anklagend. So hatte er sich das nicht vorgestellt. Gerade als er sich fragte ob er nicht einfach loslassen und die Geschichte mit dem sterben hinter sich bringen sollte, trat eine Gestalt in sein Blickfeld. Cim blinzelte. Es gab hier keinen Mond, keine Sterne, aber es war auch nicht richtig dunkel. Im dumpfen Licht erkannte er eine dunkle Kutte und strenge blaue Augen.
"Rabbe? Bist du das?", fragte er so deutlich wie es sein derzeitige Lage erlaubte. Er war sich sicher dass sie es war und trotz der Schmerzen durchfuhr ihn drogengleiche Erleichterung. Rabbe lebte. Und es schien ihr soweit gut zu gehen. Wahrscheinlich war sie dem Kampf entkommen und hatte den gleichen Gedanken wie er gehabt.
Sie beugte sich zu ihm herunter und griff nach seiner Hand.
Cim ließ sich hochziehen. Sie würden zusammen die Bude stürmen und Baal-Ohn Hops nehmen, immerhin hatten sie es vorher schon mal geschla,-
'Rabbe' zog ihn hoch und nutze den Schwung um ihn mit Wucht gegen die Wand zu werfen.
"Du bist der den sie Cim nennen.", sagte sie und lächelte, wobei sich lange klingenartige Zähne in ihrem Mund zeigten. "Der Meister freut sich schon darauf dich zu Tode zu quälen"

09.10.2017 10: 06

Cim Bürstenkinn

Cim lag benommen am Boden und stöhnte beim Versuch aufzustehen.
Das Beruhigende hier war, dass es trotz aller Hoffnungslosigkeit immer noch schlimmer als befürchtet kommen konnte. Mit einer Grimasse bewegte er seinen linken Arm als die Rabbe-Impersonatorin mit raschen Schritten näher kam.
"Los steh auf, du Ratte. Mein Herr will dich sehen!" Damit wollte sie ihn am Kragen hochziehen – doch ihre Hand wurde sehr plötzlich festgehalten.
Ein Schwert fuhr auf ihn herab, doch auch diese Hand wurde festgehalten.
"Ihr habt es geschafft!", sagte Cim anerkennend, ließ sich zurückfallen und federte den Rabbe-Verschnitt in weitem Bogen durch die Luft und ließ sie gegen einen Kaminsims krachen.
"Wenn man lange genug hier ist, verliert man den Spaß am Leben, alles erscheint trostlos, sinnlos und ohne Ziel.", ächzend richtete er sich auf während die Doppelgängerin nun ihrerseits versuchte wieder zu sich zu kommen und ihre Hand suchend durch den Schutt am Boden glitt.
"Aber dann kommst du! Siehst aus wie meine wahrscheinlich tote Freundin und erzählst mir was von dem Fettwanst Baal-Ohn. Es ist mir jetzt wirklich egal! Deine armselige Entschuldigung für einen Gott, Ankh-Morpork. Wichtig ist jetzt nur noch, dass ich einer weiteren Pfeife ein Ohr abreißen und rein spucken kann!"
Er versetzte ihr einen Tritt der sie mit knacksenden Knochen im Kamin landen ließ.
"Willst du mehr?", schrie er hysterisch. "Willst du mehr?"
"Nein, aber vielleicht die Version hier?"
Cim schloss die Augen. Die leicht rauchige Stimme, verdeckt unter einem eigenartigen Akzent der nichts mit der Scheibenwelt zu tun hatte, ließ nur einen Schluss zu: Tussis Doppelgängerin war da.
"Ich weiß wie du ohne Rüstung aussehen wirst, wenn deine Zähne normal werden. Wer weiß was du an anderen Stellen...", er hatte sich im Reden umgedreht und sah tatsächlich Tussi – allerdings hielt sie ein Schwert an Rabbes Kehle.
Die Wächterin schien kaum bei Bewusstsein, und ein fetter roter Fleck auf ihrer Seite hatte den Staub der Wüste an ihrer Kleidung dunkel gefärbt.
Hinter der Doppelgängerinnen drang Kampflärm aus dem Zimmer.
"Ergib Dich oder sie stirbt!"
Cims Hirn arbeitete fieberhaft an Möglichkeiten, er hatte die Spektren, er konnte loslaufen und die Doppelgängerin töten, ein Messer werfen. Leider hatten all diese Möglichkeiten einen Schönheitsfehler: Rabbe würde sterben.
Mit einem Klimpern fiel sein Schwert zu Boden und er hob die Hände hinter den Kopf.
Er wurde gefesselt, während Rabbe achtlos zu Boden glitt und liegen blieb. An beiden Seiten packten ihn Hände und er wurde zu Baal-Ohn gezerrt. Ein letzter Blick zurück zu Rabbe zeigte ihm: dass sie ihm zugezwinkert hatte.
Noch waren sie beide im Spiel.
"Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, dass ihr etwas Nützliches macht. Raus aus meiner Tasche!"
Verwirrt sahen ihn Tussi und ein Echsenwesen an. Als die geistförmigen Gestalten wie Nebel aus seiner Tasche krochen.
"Das war aber nicht der Plan", flüsterten sie in seinem Kopf, fielen aber über die Feinde her und ließen sie erstarrt zurück.
Rabbe hatte sich aufgerichtet, als klar war, dass sie niemand im Raum mehr täuschen musste.
"Alles ok? Das mit dem Blut schaut schlimm aus!", meinte Cim und hielt ihr die Waffe hin, die ihrer Doppelgängerin gehört hatte.
"Da wurde ich im Training schon schlimmer erwischt", sagte Rabbe abfällig. "Viel schlimmer finde ich, dass du unsere Geheimwaffe offenbart hast .Wie sollen wir Baal-Ohn jetzt,-"
Sie hielt inne. Im nächsten Raum erstrahlte ein Leuchten als läge es an einem sonnenbestrahlten See.
"Das ist nicht gut!" Doch der Weg zu Baal-Ohn war frei.

10.10.2017 23: 47

Rabbe Schraubenndrehr

*Ankh Morpork, UU*

Rea hatte mit ihren Wächtern Deckung rund um das Portal bezogen. Sie alle hatten die Armbrüste auf die wabernde Masse gerichtet und warten angespannt, was wohl hindurch kommen würde. Als die erste Doppelgängerin tot am Boden lag brach in Rea eine Gewissenskrise aus. Wenn Doppelgänger und andere Feinde durch das Tor kamen, dann waren ihre Leute vielleicht schon tot. Dann war dieses Portal nur das, was es den Fakten nach tatsächlich darstellte: Ein Tor in die Unterwelt. Ein Weg für alle schrecken der Kerkerdimension um in ihre Welt einzufallen. War es gerechtfertigt das Portal für vier Wächter offen zu lassen? 'Ganz ruhig. Wir haben klar gehört das der Flanellfuß zum Zeitpunkt der Aktivierung noch am Leben war, also gibt es definitiv eine Chance. Es kam nur ein Gegner durch, bisher. Vielleicht ist noch nicht alles verloren.', dachte sie angespannt und war nicht sicher ob sie froh war für diesen Einsatz eingespannt worden zu sein oder nicht. Araghast hätte das Portal vielleicht jetzt schon schließen lassen um eine mögliche Invasion um jeden Preis zu verhindern. Selbst wenn dieser Preis vier ihrer eigenen Leute einschloss.
Sie ließ den Blick schweifen. Die Zauberer, Ridcully und Theo hatten sich hinter Hex verschanzt um das Portal im Notfall schnell schließen zu können. Ridcully grinste und schien die ganze Situation sehr amüsant zu finden. Er hatte Ponder geschickt um ein wenig Unterstützung zu holen falls 'die Lage ernster' würde. Alles in allem schien er sich aber köstlich zu amüsieren.


*KKD*

Als Jargon realisierte dass er Cim nicht würde aufhalten können, tat er das, was er in dieser Lage für am sinnvollsten hielt. Er begab sich zum Schlachtfeld vor dem Casino zurück um zu sehen ob es noch jemanden gab, der ihnen helfen könnte. Er war die Treppen hinunter gehastet und durch die große Halle gelaufen bevor ihm der Qualm entgegen schlug. Tiefviolette schlierige Wolken schlugen ihm von draußen entgegen und für eine Moment rief ihm sein Instinkt zu dass es besser wäre sich in einen Werwolf zu verwandeln. Er widerstand. Als Wolf war er zwar deutlich agiler, konnte aber auch nicht so gut denken. Sein Kopf schien ihm derzeit unverzichtbar also tastete er sich vorsichtig in menschlicher Form durch den Nebel voran. Er roch merkwürdig scharf und nass zugleich und der Wächter hoffte inständig dass er nicht säurehaltig war. Draußen war leises Gerede zu hören, die Kampfgeräusche die vorher so stark zu ihm durchgedrungen waren hatten aufgehört. Der Werwolf schnüffelte, roch aber nur den scharfen Geruch des Nebels während er sich langsam zum Ausgang schob.
"Halt! Wer da?!", rief eine Gestalt im Nebel die sich ihm auf der Schwelle nach draußen entgegen stellte. Form und Stimme nach schien es sich um einen Echsensoldaten zu handeln. "Freund oder Feind von Baal-Ohn?", fügte die Stimme hinzu und Jargon hörte wie ein Schwert gezogen wurde.
"Äh...Feind?", sagte er unsicher und machte sich bereit seine eigene Waffe zu ziehen.
"Ach...Ein Feind also..", sagte die Echse leise, als hinter ihr ein weit größerer Schatten in den Nebel eintauchte. "Jargon, bist du das? Was ist los? Wie ist die Lage?!", fragte Lerg aufgeregt kaum dass sein riesiges Auge vor Jargon zum stehen gekommen war. Der Werwolf biss die Zähne zusammen und atmete schwer. Sein Puls war nochmal deutlich hochgeschnellt als der Wauger plötzlich auf ihn zu gesaust war.
"Tja, äh... also genau deshalb bin ich eigentlich hier.. Lerg, du kannst doch bestimmt mit mir zusammen zu einem der Fenster von Baal-Ohns Suite hochfliegen, oder?"
"Klar doch. Wir haben die meisten Schattenkrieger fertig gemacht." er wirkte etwas betrübt. "Aber viele unserer Leute mussten ihr Leben gebe. Wir haben einige gefange genommen und wollten demnächst nachrücken, wir,-"
"Es eilt, Lerg! Baal-Ohn hat Rabbe und Rach gefangen genommen, wir wissen nicht ob sie noch Leben und Cim hört nicht auf logische Argumente!"
Lerg rollte kurz mit seinem Auge und seufzte. "Spring auf!"


Weiter oben waren Rabbe und Cim zum Fenster vor Baal-Ohns Suite gekraxelt und stierten entsetzt in den blutigen Raum, wo der Dämonische Gott einige finale Worte an seine Anhänger richtete: "Meine treuen Gefolgsleute! Die Zeit ist gekommen zurück zu nehmen was rechtmäßig mein ist! Ihr kennt meine Wünsche, ihr kennt meine Erwartungen, meine Befehle... und ihr wisst was euch blüht, wenn ihr mich enttäuscht. Nun geht und bringt meine göttliche Weisung über die Welt!" Die beiden Wächter beobachteten ihn über den Rahmen des Fensters hinweg, den blutigen Horizont im Rücken. Sie konnten nur wenig von dem erkennen was vorging, denn der Raum war brechend voll mit Schattenkriegern und Doppelgängern, umgeben von einem Geister artigem dunklen Nebel. Baal-Ohn selbst stand wenige Meter vor dem Portal und hob gerade zwei seiner vier Arme vor sein riesiges Maul - und schrie. Das Geräusch verursachte den Wächtern tiefgehende Übelkeit und ein Grauen dass selbst nach dem Schrecken den sie in dieser Dimension mitbekommen hatten vergleichbares suchte. Aus Ball-Ohns ausgestreckten Armen sprühten dunkle, Wolken ähnliche Strahlen in rasender Geschwindigkeit durch das Portal und zogen den dunklen Nebel mit sich. Es schien eine Ewigkeit zu dauern bis er schwieg. Die letzten Reste wabernder Strahlen glitten über den Blut durchtränkten Boden als Baal-Ohn auch schon den Arm hob, eine kommandierende Geste machte und sich die Schattenkrieger geisterhaft still in Bewegung setzten und das Tor zur Scheibenwelt durchschritten.
Rabbe merkte wie Cim neben ihr zuckte und sie drückte ihn instinktiv wieder runter. "Lass mich los! Wir können nicht,- Wir! Wir müssen,-", Er rang um Worte. Sie waren zu spät. Sie hatten versagt! Baal-Ohn würde die Scheibenwelt überrennen! Jetzt! Er hätte es besser machen müssen.. Er allein hatte die Erfahrung gehabt u in der Kerkerdimension richtig zu agieren, warum hatte er nicht das Kommando übernommen? Er hätte die Gruppe führen sollen um die Trolle aufzuhalten, das Portal aufzuhalten Teufel auch, er hätte beim letzten Kampf gegen Baal-Ohn nicht denken sollen dass es damit getan wäre den Dämonen hierher zu verbannen! Wie hatte er so dumm sein können? In dieser Dimension gab es nicht und niemanden der sich diesem Teufel wahrhaft in den weg stellen konnte! Schlimmer noch, er hatte nicht nur seine Welt zum Elend verdammt, er hatte auch alle Leute hier zu mehr Schrecken und Sklaverei verurteilt...
"Cim! Cim!", Rabbe versuchte ihn so leise sie konnte aus der Gedankenschleife heraus zu holen, doch erhörte sie gar nicht mehr. Schattenkrieger um Schattenkrieger trottete in das Portal, Doppelgänger um Doppelgänger hinterher. Es scheinen unendlich viele zu sein! Wie konnten es so viele sein? Alles drehte sich. Er hätte die Rebellion umorganisieren sollen, wenn er mit Lerg von vorne herein hier hoch geflogen wäre, dann.. dann...
Rabbe schlug ihm mit Wucht ins Gesicht und hielt ihm sofort den Mund zu um sein schreien zu unterdrücken. Der Schmerz durchzuckte ihn als hätte ein Esel ihn getreten. Er schmeckte Blut, doch er spürte sich auch sofort klarer. Der Raum vor ihm wirkte nun heller, so Blut durchtränkt er auch war. Die meisten Truppen waren offenbar bereits auf die Scheibenwelt gegangen, aber das ließ sich nun nicht mehr ändern. Er verspürte noch immer den Zorn und die Verzweiflung die ihn Sekunden zuvor beherrscht hatten, doch nun war alles von einer metallenen Ruhe im Zaum gehalten. Ertauschte einen Blick mit Rabbe die langsam die Hand runter nahm. "Du hast von seinem Nebel eingeatmet.", sagte sie leise, als hätte sie genau mitbekommen was in ihm vorging. Er nickte, sah zu Baal-Ohn zurück und auch wenn er wusste dass sein dunkler Einfluss nachgelassen hatte fühlte er sich nun doch wieder durchdringend Hoffnungslos. Baal-Ohn stolzierte durch das Portal. Er wurde auf die Scheibenwelt transportiert.

Sie hatten verloren.

16.10.2017 0: 04

Cim Bürstenkinn

Unsichtbare Universität - vor dem Portal

Rea kramte fluchend in ihrer Tasche während hinter ihr der rötliche Nebel immer näher kroch.
Sie hatte noch keine Ahnung was genau passiert war, aber es war klar, dass Cim darin verwickelt war und sie gerade seine Suppe auslöffeln konnte.
Hektisch mischte sie ein paar Substanzen in einer Glasflasche zusammen und hoffte, nicht zu viel vom Schierling erwischt zu haben. Als sich zwei Armbrustbolzen von ihren Waffen lösten und sie hörte wie ein Körper in sich zusammensackte und ein Kopf auf den Boden krachte, sprang sie auf.
Der Nebel war noch etwa drei Meter von ihr entfernt, bewegte sich langsam aber beständig vom Portal weg – es war ihre letzte Chance.
Sie verteilte die Mixtur vorsichtig rund um den Nebel und rezitierte dabei immer wieder:
"Verbirg was da ist, zeig nicht was wahr ist, statt auf sicherem Stein, in den Abgrund hinein!"
Sie war etwa bei der Mitte des Halbkreises angelangt, als das Portal verräterisch flackerte.
Aus dem Augenwinkel nahm sie wahr, dass zwei vage bekannte Gestalten auftauchten, Bolzen an ihr vorbei pfiffen, die beiden aber nicht getroffen hatten. Sie rannten an der Hexe vorbei und verschwanden im Labyrinth der Unsichtbaren Universität.
Aber Rea war endlich fertig. Sie schnippte mit den Fingern und plötzlich klaffte ein drei Meter breiter, bodenloser Abgrund vor ihr. Keine Minute zu früh, denn im nächsten Moment tauchten 5 Schattenkrieger auf, dann weitere fünf. Die SEALS-Chefin rannte zurück in ihre Deckung und sah zufrieden, wie die Eindringlinge verwirrt vor dem Abgrund standen und sich auch nicht weiter wagten. Der Nebel ließ sich allerdings nicht beirren. Obwohl er vor der Illusion des Abgrundes scheinbar verschwand, tauchte er danach nun an einigen Stellen auf. Es war nur eine Frage der Zeit bis die Schattenkrieger bemerken würden, dass sie getäuscht wurden.
Doch eine sehr praktische Brise kam plötzlich auf, die den Nebel zurückschob, unter der Illusion hielt und damit auch verhinderte, dass er die Wächter oder Zauberer erreichte.
Fragend sah sich Rea um und sah, wie ihr ein sehr selbstgefällig grinsender Ridcully zunickte.
Die Wächter waren nun allerdings am Ende ihrer Munition und die Schattenkrieger waren überdies zu gut gepanzert, als dass ihnen ein normaler Armbrust-Bolzen viel schaden hätte können.
"Verstärkung wäre wirklich gut!"


Unsichtbare Universität - Haupthaus

Ponder und Beryll waren unterdessen gemeinsam zum Haupthaus der Universität gelaufen. Sie brauchten dringend mehr Zauberer beim Portal. Keiner konnte sagen, was als nächstes durch die magische Verbindung kroch.
Völlig außer Atem hatte Ponder drei Schüler mit der Aufgabe betraut, jeden Magier der selbst gehen konnte zum Portal zu holen, als Beryll ihn festhielt. "Wir müssen damit rechnen, dass Baal-Ohn kommt", sagte sie ruhig und sah ihm tief in die Augen.
Verlegen nahm er die Brille von der Nase und begann sie zu putzen. "Ja, aber das ist eine göttliche Entität. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen sollte mit einem Plan", antwortete Ponder ratlos.
"Wir machen ein neues Portal! Wir schaffen Baal-Ohn von hier weg!", sagte Beryll begeistert und dachte an das Leid, dass sie erleiden hatte müssen. An das harmonische Zusammenleben, dass sie aufgegeben hatten um einem Despoten zu folgen.
"Ja aber wohin? Zurück in die Kerkerdimension? Das wird uns kaum helfen und wir können keinen anderen Ort mit derselben Sicherheit bestimmen, weil uns das Leitsignal..", Beryll legte ihre Hand überraschend sanft auf seine Lippen. "Nirgendwohin" Sie flüsterte das Wort beinahe und ihr Blick schien weiter in die Vergangenheit zu blicken.
"Aber wenn wir ihn nirgendwoÂ…oh du meinst wir schicken ihn INS Nirgendwo!"
Beryll nickte und begann vor sich Materialien aufzutürmen.
"Aber wie schaffen wir es, dass er in das Portal geht?", fragte Ponder, der noch nicht ganz überzeugt war, dass eine hochenergetische Erstschlagwaffe nicht der bessere Plan gewesen wäre.
"Wenn der Prophet nicht zum Berg geht..", sagte sie nur und arbeitete weiter.

Schwefelsuite vor dem Portal

Immer mehr von den Schattenkriegern und Doppelgängern folgten Baal-Ohn, bis nur mehr jene in der Suite waren, die tot oder bewegungsunfähig waren.
"Wir müssen da auch durch", sagte Rabbe und richtete sich trotzig auf.
In diesem Moment krachte Jargon durch das Fenster und schrie "Haaaa!" ohne einen Gegner vor sich zu sehen. Lerg schwebte unschlüssig in der Luft und folgte ihm schließlich.
Mit einem Tritt flog die Tür auf und Rik und ein paar weitere Echsenkämpfer kamen zu ihnen.
"Jetzt muss nur noch der Agent zu sich kommen", sagte Cim der sich den Staub sinnloser Weise von der Uniform klopfte und auf den am Boden zusammengekauerten Rach deutete.
"Wir müssen da auch durch!", wiederholte Rabbe und machte sich bereit.
"UND DANN?", schrie Cim, "fallen wir Baal-Ohn in den Rücken? Umgehen wir 50 oder mehr Schattenkrieger, und spucken einen Gott zu Tode?"
"Du bist nicht sehr hilfreich, Cim!", entgegnete Rabbe. "Aber ja, ich habe auch keinen guten Plan. Ganz sicher werde ich hier nicht warten, wer durch dieses Portal zurückkommt, oder zusehen wie es wieder verschwindet."
Sie trat an ihn heran. "Ist es soweit? Gibst Du auf und überlässt die Leute auf der Scheibenwelt ihrem Schicksal? Dann bist Du hier ja gut aufgehoben und kannst dich gemütlich verstecken, bis sie dich holen."
Ein tiefes Knurren kam aus Cims Kehle und er hätte sie in diesem Moment gerne gehasst.
Ihr gesagt, was für ein unerfahrenes Gör sie war. Leider hatte sie recht.
"Also gut", er zog seinen Gürtel enger nahm sein Schwert auf und deutete auf das Portal:
"Nach Dir, Anführerin!"
Er drehte sich im Raum um und fragte: "Wer ist dabei?" und ohne weiteres Wort traten Rik, Jargon, zwei Echsenmänner zu ihnen und Lerg schwebte über Ihnen.
"Ihr wollt jetzt tatsächlich ohne einen Plan da rauf ?", sagte Rach, der sich wieder aufgerichtet hatte und nicht ansehen ließ, dass er gerade noch im Staub gekrochen war.

20.12.2017 11: 17

Rabbe Schraubenndrehr

Rabbe atmete kurz durch. "Nein.. nicht ganz. Zumindest eine Kampfformation sollte drin sein.. Rik, du hast gesagt die Spinster laden sich nach einer Weile wieder auf. Wie lange brauchen sie etwa?"
Die Echsenfrau sah leicht überrascht auf. "Es hängt davon ab wie stark sie beansprucht wurden. Bei starker Beanspruchung brauchen sie ein paar Tage, bei leichter nur wenige Minuten. Wofür habt ihr sie denn eingesetzt?"
"Die Doppelgänger hatten Rabbe gefangen. Ich musste sie zur Ablenkung einsetzen..", brummte Cim und ging entnervt auf und ab. Die gesamt Situation war seine Schuld. Er war nicht sicher warum er so empfand, aber irgendetwas hätte er doch tun können müssen... Hätte er Rabbe besser trainieren sollen? Nein, das war Blödsinn. Er hatte ihr zwar das eine oder andere beigebracht, aber trainiert hatte sie sich selber, jede andere aussage wäre anmaßend.
Er blieb stehen als Rik an ihn herantrat und den Behälter in welchem die Spinster sich zurück gezogen hatten untersuchte. Er betrachtete ihre Glatten Schuppen und die scharfsinnigen Augen und winziger Teil der Anspannung schien aus ihm zu weichen. Falls nicht alles verloren war, falls sie nicht in wenigen Minuten eines heldenhaften wenn auch einfältigen Todes sterben würden, so konnte er zumindest einer positiven Sache entgegen sehen.
Für einen Moment flackerte das Bild Tussis vor seinem Inneren Auge und er schluckte. Einer sehr negativen Sache würde er sich in jenem Falle aber auch stellen müssen.
Rik hatte derweil ihre Inspektion abgeschlossen und redete wieder mit Rabbe. "...also denke ich das wir in etwa fünf Minuten wieder mit ihnen rechnen können. Das gibt uns Zeit uns genauer zu formieren." Rabbe nickte und wandte sich ihrerseits an Rach um ihm auf die Füße zu helfen.


*In der Unsichtbaren Universität*

Beryll stopfte Zutaten in einen Korb und war dankbar das die Unsichtbare Universität einen so gut bestückten Fundus hatte. Zur Daedra-Seide kam ein großer Büschel Blaubeeren [21] während sie im Stakkato auf Ponder einredete. "..wenn wir alles mit einem Tropfen meines Blutes kombinieren können wir so ein stabiles Portal herstellen. Dann müssen wir ihn irgendwie austrciksen hinein zu gehen, vielleicht können wir ihn lange genug aufhalten während er versucht nach draußen zu gehen. Wenn wir das Portal dann direkt hinter der Tür aufbauen und ihn wenn er sie geöffnet hat von hinten rammen sollte er hinein fallen."
"Aber wir brauchen jetzt schon eine ganze Weile um das alles zu machen... Was ist der schnelle Weg von dem du gesprochen hast?", rief Ponder atemlos während er ihr hinterher rannte.
"Ich hoffe wirklich das wir das nicht machen müssen.." sie rannten wieder zurück in Richtung des Raumes des Portal-Raumes. "...um ihn dann loszuwerden müsste ich ihn im Grunde nur umarmen und...sterben.."


*Zurück in der Kerkerdimension*

"Also gut. Es ist beschlossen." Rabbe zurrte ihre Gurte fest und drückte den Verband noch einmal fest. "Wir stürmen durch das Tor, Jargon und ich bilden die Vorhut. Lerg und Rik folgen direkt nach uns, Lerg bringt Rik in Position und sie setzt die Spinster frei die Baal-Ohn lähmen. Lerg lässt sie los, greift sich den hoffenlich gelähmten Baal-Ohn und zerrt ihn ins Portal zurück. Cim und Rach bilden die Nachhut und halten Jargon und mir den Rücken frei. Wenn Lerg durch ist müssen wir darauf gefasst sein das wir vielleicht weiterhin gegen die Schattenkrieger kämpfen müssen. Jargon und ich decken Rik den Rückzug Richtung Portal wo wir dann in Krebs-Formation das Portal bewachen bis Lerg zurück ist. Gibt es Fragen?" Lerg flog unruhig auf und ab. "Nicht wirklich, nur... was wenn die Spinster ihn nicht erwischen, oder wenn er zu stark ist und sich befreien kann während ich versuche ihn zu den Schattenfällen zu bringen?" Rabbe nickte. "Wenn er zu schnell wieder frei wird musst du ihn fallen lassen und zurück kehren, dann müssen wir da sportal so schnell wie möglich wieder kappen damit er nicht zurück kehren kann. Wenn wir ihn von vorne herein erwischen.. erwartet uns der ehrenhafte Tod." Die Wächter sahen sie missmutig an, seufzten und wandten sich nahezu simultan dem Portal zu. Es war nicht so, dass sie eine echte Wahl hätten.


*Unsichtbare Universität, vor dem Portal*

Pfeile regneten, Feuerbälle krachten und Kampfessgeschrei durchdrang den sonst eher friedlichen Trakt für hochenergetische Magie. Der Rötliche Nebel war längst durch den ganzen Raum gekrochen und hatte begonnen an den Wänden hochzusteigen wo er gierig nach den Füßen der Zauberer und Wächter leckte welche sich auf der Palisade verschanzt hatten. "Hat jemand Ponder gesehen?", rief Ridcully zwischen zwei Zaubersprüchen an die Universitätsangehörigen gewandt. "Nein, Herr Erzkanzl,-", begann einer der Studenten und verwandelte sich in eine Kröte. Der Rest hatte nur verneinend gebrummt. "Zum Teufel.", fluchte RIdcully leise, drehte sich vollends zu dem Studenten um und führte Mumucks Morphischen Resonator rückwärts aus. ",-er!", rief der Student verwirrt. Der Erzkanzler sparte sich die Gardinenpredigt welche der Lehrling verdient hätte, rammte seinen Stab auf den Boden und donnerte ein im Kampfgetümmel unverständliches Wort. Die wenigen Wächter welche inzwischen als Verstärkung eingetroffen hatten konnten beobachten wie blaue Wellen über den Boden rasten und den Nebel zurück pressten, aber die Lage sah auch ohne ihn zunehmen aussichtsloser aus. Zuerst hatten sie Hoffnung gehabt - Viele der Doppelgänger waren von Pfeilen nieder geworfen worden weil sie zu dumm waren Helme zu benutzten - "Die Vorschrift gibts nicht ohne Grund! HaHA!", war es bei jener Gelegenheit erklangen. Doch die Schattenkrieger selbst schienen deutlich schwerer zu besiegen zu sein. Pfeile prallten scheinbar wirkungslos von Ihnen ab, Feuerbälle schien sie nur aggressiver zu machen und die wenigen bisher hinzu getretenen Zauberer hatten nicht genug Verwandlungsbewanderte um einfach alle in etwas harmloseres zu verwandeln. Dem Dekan war es nach mehreren versuchen gelungen drei Schattenkrieger gleichzeitig in Entenküken zu verwandeln - war als Resultat jedoch in Ohnmacht gefallen. Die Truppen ihrerseits hatten angefangen ihre Gefallenen in den vermeintlichen Abgrund zu werfen wodurch ihnen klar wurde dass sie über die gefallenen die Schlucht überqueren konnten - und noch immer kamen weitere Truppen durch das Portal.
Rea spähte über die Brüstung und biss die Zähne zusammen als das Portal kurz flackerte und eine riesige Gestalt hindurch trat. Baal-Ohn, die Zähne der zwei Mäuler gefletscht, die Arme herrschaftsvoll ausgebreitet betrat erneut die Scheibenwelt, und Hoffnung wich aus allen die ihn sahen.


Im unteren Bereich des Traktes hatten Ponder und Beryll sich zusammen mit all ihren benötigten Zutaten sowie den Professoren für unbestimmte Studien, Logik, engstirnige Studien sowie dem Dekan für Neue Runen und den Bibliothekar soeben hinter dem 'Podium für Übertriebene Anlässe' nieder gelassen. "Und du bist sicher dass dieses... Schild-Ding den Neben von uns fernhalten wird, Stibbons?", fragten der Dozent für Neue Runen gerade während der den Komisch glühenden Stab erneut betrachtete welcher ihm von Ponder in die Hand gedrückt worden war.
"Vor dem Nebel - ja, garantiert! Sämtliche non-korporale Magie kann nicht zu uns durchdringen... alles Korporale dagegen schon als denkt daran, ihr müsst die Truppen davon abhalten hierher durchzudringen bis wir das Portal fertig haben, sonst sterben wir alle!", erklärte Ponder aufgedreht während er begann die nötigen Zirkel zu ziehen.
"Ich sehe nicht ein warum ausgerechnet wir unser Leben riskieren müssen hierfür..", grummelte der Professor für Engstirnige Studien während der für Logik halb an ihm vorbei preschte und ihn böse ansah. "Weil wir hier sind und es in unser aller Interesse ist, deshalb!", argumentierte er. "Es gibt hier gerade niemanden sonst, also müssen wir helfen denn sonst werden auch wir sterben - oder schlimmeres!" Er trat an den Vorhang vor, linste hindurch und begann konzentriert etwas zu murmeln. Die Augen geschlossen, den Stab fest umklammert riss er nach einer Weile die Augen auf und schob den Stab rasch durch den Vorhang bevor er zischte:"Pelepels Zeitweiser Kompressor soll euch lähmen, dunkler Opressor!"
Für einen Moment schien es zu funktionieren. Ganze 23,4 Sekunden lang wirkte alles was sich um das Portal herum abspielte merkwürdig verlangsamt und verzerrt, bis Baal Ohne seine Hände gen Himmel reckte und einen merkwürdig verdrehten Schrei ausstieß. Die Zeitblase platzte und die Kreatur war frei.
"Er kommt! Er kommt!", rief der Professor für Logik verzweifelt und hechtete zu Ponder und Beryll zurück. "Was?!", Beryll sah auf. Sie waren noch nicht einmal halb-fertig, sie brauchten noch mindestens 10 Minuten um,-
Der Vorhang teilte sich und brüllend kamen die Schattenkrieger hervor. "Nein..nein..", Beryll schüttelte ungläubig den Kopf und schluchzte trocken. "Ponder, gib mir die Daedra-Wolle, schnell!!"

Auf der Palisade sah Braggasch durch den dichten Nebel auf das Portal. Er konnte nicht länger schießen. Er hatte keine Munition und keine Hoffnung mehr. Baal-Ohns Soldaten stürmten in diesem Moment die unteren Level und es war nur noch eine Frage von wenigen Minuten bis sie hier hochkamen. Im Nahkampf hatten sie absolut keine Chance mehr. Entkommen gab es keines. Er würde hier sterben. Mit wässrigen Augen sah er auf das Portal welches erneut flackerte. Bewegungslos sah er wie sich der Horizont kurz trübte und Rabbe heraus rannte, ihr Schwert in der Hand, Jargon in seiner Werwolf Gestalt unmittelbar neben ihr. Sie warfen sich sofort ins Getümmel, stürzten sich auf einen der Schattenkrieger und schienen mit wenigen Schlägen seine Rüstung empfindlich zu beschädigen - sein Kopf flog weg. Als nächstes sah er in merkwürdiger Taubheit zu wie ein riesiges fliegendes Auge durch das Portal kam. Eine Echse schien an ihm dran zu hängen und es schrie. "BAAAAAAL OOOOHN! DU WIRST DIESE WELT NICHT BEKOMMEN!" gleißendes Licht schoss aus seinem Auge während er sich über das Getümmel erhob und gegen die verwirrten Truppen vorging. Das Licht schnitt durch den Nebel wie eine klinge und auf einmal konnte der Zwerg wieder klar denken. Unten sah er Cim und Rach durch das Tor kommen welche mit Rabbe und Jargon in Formation gingen und um sich hakten, bissen und schnitten, ein Schattenkrieger nach dem anderen unter den lähmenden Strahlen des Fliegenden Auges. Braggasch rüttelte geistesabwesend Rea die neben ihm zusammen gesunken war. Er sah nicht, wie er im Augenblick irgendwie noch im Kampf nützlich sein könnte, aber wenn sie sich etwas erholt hatte könnte sie es vielleicht..
Das Auge schoss auf den verwirrt wirkenden Baal-Ohn zu und Lichtstrahlen schossen von der Echse aus in ihn hinein.
"Baal-Ohn...Baal-Ohn...Baal-Ohn...", wisperten die Spinster. "Viel zu lange,- Viel zu lange,- zu lange hast du unsere welt ,- unsere Welt ,- beschädigt,-geplündert,- geschändet,- der Preis,- der Preis ist hoch..." sie umwanderten ihn und er schlug um sich, versuchte panisch sie zu verscheuchen als sie in seine Mäuler eindrangen. Er glühte Golden und erstarrte einen Moment.
"Jetzt! Jetzt!" Lerg ließ Rik fallen und griff Baal-Ohn mit seinen Krallen, trug ihn hoch, hoch auf das Portal zu,-
"NEIN!", grollte der Blutgott mit schrecklicher Wildheit, riss sich los und stürzte zurück in die Menge. Das glühen ließ nach. "Ihr glaubt ihr könnte mich mit einem so einfach Trick loswerden?! Mich?! Nein! Nicht mehr! Nie mehr! Ich werde für alle Zeit über euch herrschen, es gibt kein Entkommen für euch! Ihr und eure Kindeskinder werden den Preis zahlen! Mit Blut!"
Er riss das Mail auf und rannte auf Rik zu, packte sie und hob sie hoch über seinen Kopf. "und sie wird das erste opfer sein! Gleich könnt ihr sehen wie ich euer Blut genießen werde,-"
Über aller Köpfe turnte der Bibliothekar. Auf seinem Rücken eine verzweifelte Gestalt, eine Frau einst so voller Hoffnung, die nur Frieden und guten Quarz wollte. Er brachte sie in Position, sagte ihr traurig "UuuuughUgh!", - und sie sprang. Ein Schreien, ein durcheinander, ein gröhlender Wutschrei - ein Lichtblitz.
Baal-Ohn war fort.

20.12.2017 23: 44

Cim Bürstenkinn

Und auch Beryll war verschwunden. Ponder sah verdrossen auf das Schlachtfeld, das erneut erstarrt war. Keine der beiden verstand was gerade passiert war, dass ein eigenartiges Geschöpf wie Beryll, ihr Leben ohne Zögern gegeben hatte um eine Gefahr aus zwei Welten zu besiegen.
Er presste ihr Vermächtnis an seine Brust und schwor sich, dass er es zu ihren Verwandten bringen würde, wenn dies alles überstanden war.
Der Bibliothekar, der in aller Eile in den Plan eingeweiht worden war, war der Einzige außer ihm, der verstand was gerade passiert war und teilte Ponders Kummer. Er hatte jedoch eine ganz andere Methode um seinen Schmerz aufzuarbeiten und mit einem zornigen „Uhh“ schnappte er den nächsten Schattenkrieger und warf ihn gegen die steinerne Universitäts-Mauer.
Das löste den Bann.
"Tötet Sie!", hörte Ponder die dunkelhaarige Wächterin schreien, die offenbar als erste aus Ihrer Starre erwacht war und ihr Schwert in einem verblüfften Doppelgänger versenkte.
Doch nun erwachten auch die plötzlich führungslosen Kerkerdimensionstruppen und konzentrierten sich auf den Feind der ihnen am nächsten war. Sie hatten vielleicht den Krieg verloren, doch diesen Kampf würde ihnen niemand nehmen.
Erneut flimmerte das Portal und eine große Silhouette bildete sich im Ereignishorizont ab.
Cim weigerte sich zu glauben, dass Baal-Ohn schon wieder davon gekommen war und konzentrierte sich darauf die hoffnungsvoll auf den Neuankömmling blickenden Schattenkrieger zu verstümmeln.
"Euer doofer Gott kann mich mal. Da ist ja der bescheuerte Tobsucht verlässlich dagegen!", schrie der Omnier – und es war als hätte er den Gott der Trunksucht nie vergessen gehabt.
"WASN HIER LOS?", kam als leicht lallende Reaktion auf das eher eigentümliche Gebet des SEALS-Wächters, denn Tobsucht war gänzlich verwirrt durch das Portal gekommen und versuchte nun zu unterscheiden, wer gegen wen kämpfte.
Da sah er Cim der gerade verbissen die Klinge eines Schattenkriegers von seinem Hals fernhielt und rief erfreut. "Hee! Ich kenne Dich!" und sogar der betrunkene Gott wusste nun, wer hier als gut und wer böse galt.
Als Baal-Ohn das Ideamon eingesetzt hatte, und das Universum ihn völlig vergessen hatte, war er zu einem nichts, einer Mikrobe geworden, die als einziges Wesen überhaupt noch wusste, dass er existierte – und selbst er war sich mit jeder Minute weniger sicher. Er hatte keine Ahnung was passiert war, warum er wieder in den Köpfen der Gläubigen erschienen war, aber er war recht zufrieden mit dieser Entwicklung. Noch dazu gab es einen Kampf.
Er wütete unter Resten von Baal-Ohns Armee, akzeptierte auch wortlos, dass ein Betrachter und eine Echse an seiner Seite kämpften – daran war er in der Kerkerdimension schon mehr als gewohnt gewesen.
Hinzu kam, dass Baal-Ohns göttliche Kraft, sowie sein Nebel nun gänzlich verschwunden waren und die Schattenkrieger nach und nach Probleme hatten sich auf den Beinen zu halten. Ihre Haut begann zu dampfen, als würden sie aus großer Kälte kommen und ihre Augen schwollen an.
Nur die verbleibenden Doppelgänger, die sahen, dass ihre Sache verloren war und auf den ersten Blick nicht feindselig wirkten mussten sich nun überlegen wie es weitergehen sollte.
Einige sprangen zurück in das Portal um ihr Glück in den Kerkerdimensionen zu suchen. Einige ergaben sich und sahen einem ungewissen Schicksal entgegen. Nur drei von ihnen entkamen dem allgemeinen Tumult und verschwanden in den verwirrenden Gängen der unsichtbaren Universität.
"Sollen wir ihnen folgen?", fragte Rabbe keuchend aber glücklich und sah zu ihrem völlig blutverschmierten Kollegen der mit den Schultern zuckte.
"Die Doppelgänger werden sich doch ohnedies selbst erledigen". Er sah sich um und alles Feindliche, Tödliche lag am Boden. Tobsucht trat missmutig auf Leichen ein um zu sehen, ob sich jemand verstellt hatte.
"Wir haben gewonnen.", sagte Rabbe, mehr um die Worte zu hören als zu jemand bestimmten.
"Ja, das war ein toller Plan von uns!", lachte Cim und umarmte sie – kurz , und das rettete ihn wahrscheinlich auch vor schmerzhaften Folgen, denn sein Blick traf Rik, die genauso zerschrammt, blutig und schmutzig wie sie alle war.
"Entschuldige mich kurz", flüsterte er und trat zu Rik. "Willst du ein Stück gehen? Ich würde Dir gerne meine Stadt zeigen – unsere Stadt wenn du möchtest."
Die Echsenfrau ließ ihr Schwert fallen, nahm Cims Hand und küsste ihn. Dann schlenderten sie leise plaudernd aus der Universität um den Glanz der untergehenden Sonne zum ersten Mal gemeinsam zu erleben.
Das war auch der Grund, warum Cim der nächsten unheilvollen Gestalt entkam die in den Universitäts-Trakt kam: Ein sehr unerfreuter Araghast Breguyar, dessen Auge Rabbe Schraubendrehr fixierte als wäre er eine besondere Form von Betrachter.
"Trinken wir jetzt endlich etwas? Mir kommt vor, ich hab seit Jahren kein richtiges Bier gehabt!", tönte Tobsucht der die Situation wie üblich nicht verstand.

10.01.2018 18: 50

Rabbe Schraubenndrehr

Araghast Breguyar trat auf Rabbe zu und fixierte sie ernsten Blickes. Dann schaute er sich demonstrativ in der Halle um. Das erstarrende Portal. Die Leichen. Die verletzten und teils bewusstlosen Wächter und Zauberer. Er machte eine allumfassende Handgeste bevor er seufzend den Kopf schüttelte. "Bring das hier in Ordnung, Chief-Korporal. Danach erwarte ich einen ausgiebigen Rapport was passiert ist. Und wo das verdammte Geld ist.", grummelte er, machte auf den Haken kehrt und begann ein Gespräch mit Erzkanzler Ridcully der ein wenig abgerissener als sonst wirkte. Rabbe blinzelte verwirrt und wurde von einem Rammbock getroffen.
"Chief Korporal! Ihr lebt! Ich hab mir Sorgen gemacht weil ich dachte schon, und ich war zu langsam und,-" Ella hatte vor lauter Adrenalin-beschleunigtem reden ihr Käsebrot fallen lassen.

Es dauerte ein paar Minuten von Ella loszukommen und noch eine ganze Menge mehr Minuten um zu helfen alle Wächter zu versorgen, den Zauberern zu danken und auszuhelfen, aufzuräumen und irgendwann Zeit zu finden ihre eigenen Wunden zu versorgen. Letztlich verbrachte Rabbe viel Zeit damit, dinge zu delegieren während ein Igor geholt wurde der sie verarzten würde. Nachdem sie zum zweiten Mal umgefallen war hatte Jargon darauf bestanden dass sie aufhörte Schattenkrieger weg zu räumen.

So dauerte es schließlich bis zum nächsten morgen als Rabbe endlich wieder vor dem Büro des Kommandeurs stand versuchte ihre Gedanken zu ordnen. Sie hatte nicht viel geschlafen, ihr Bericht war nicht fertig und es war so viel passiert in so wenig zeit..
Sie klopfte und trat ein. "Sör!", sie salutierte. Der heutige morgen schien ihr ein ungünstiger Zeitpunkt um mangelnden Respekt zu zeigen.
Er taxierte sie mit einem strengen Blick und wartete.
"Also, Sör, es war so.. du hast uns ja losgeschickt das wir das Geld wiederfinden sollten welches aus der Königlichen Bank entwendet wurde.. also zu allem was ich dir jetzt sage erhältst du natürlich einen detaillierten Bericht, aber, also, das folgende ist im groben passiert.."
Araghasts Blick wirkte als könnte er jemanden in Stein verwandeln.
Rabbe schluckte. "Also wir haben festgestellt das mit dem Geld zusammen auch ein magisches Artefakt gestohlen wurde und dass das Geld wahrscheinlich nur eine falsche Fährte oder so war. Jedenfalls haben wir in der Bank Ponder Stibbons von der Unsichtbaren Universität getroffen der uns mitteilte dass es magische Ungereimtheiten in der Bank gibt und wir glaubten dass es mit dem gestohlenen Artefakt zu tun hatte. Als wir bei der Besitzerin des Schließfaches vorbei gegangen sind um sie zu befragen fanden wir sie tot in ihrer Wohnung, dazu müsste auch schon ein Bericht vorliegen. Wir fanden bei ihr einen Eispickel mit troll-menschenblut und gingen ins Wachhaus zurück um ein paar Recherchen anzustellen und uns die Blutwerte von dem troll-menschen Iridium von dem Fall mit den Bombenanschlägen in den Gilden noch einmal anzusehen. Dabei haben wir gemerkt das Oberfeldwebel Bürstekinns Bericht über das öffnen eines Portals von oder in die Kerkerdimension verschwunden war und..."
Sie fuhr fort zu erzählen wie sie nach vielem hin und her die Spur der Menschentrolle aufgenommen hatten, mit ihnen in die Kerkerdimension gereist waren und versuchten Baal-Ohn aufzuhalten. "...und von dem was ich bei der Befragung Ponder Stibbons erfahren habe ist es wohl so das Beryll, die andere Menschentrollin, sich geopfert hat um ein Portal um Baal-Ohn herum aufzubauen um ihn so ins nichts zu schicken, was auch immer das heißen mag. Wir fürchten außerdem das eventuell bis zu drei der Doppelgänger entkommen sind, wir glauben aber nicht dass sie lange überleben können und haben angefangen eine Liste zu erstellen wer als potenzieller Doppelgänger ausgeschlossen werden kann. Ja.. und... das ist soweit..alles, denke ich Sör. Wie gesagt, du erhältst natürlich noch einen genauen Bericht in dem alles etwas detaillierter drinnen steht. Viel mehr habe ich zur Mission nicht zu sagen."
Sie blickte ihn erwartungsvoll an. Sie hatte fast eine Stunde über die was und wies des Falles geredet und ihre Verletzungen brannten schrecklich. Der Kommandeur hatte während alle dem kaum gezuckt, vielleicht gelegentlich etwas auf ein Blatt gekritzelt, war ansonsten jedoch unbeweglich geblieben.
Er atmete kurz durch und nickte langsam vor sich hin. "Und das Geld?", fragte er dann.
"Äh, wie bitte, Sör?"
"Ich hatte dir hier einen Auftrag erteilt, Chief-Korporal. Das Geld finden, zurück bringen und die Täter Dingfest machen."
"oh..äh.. das haben wir nie gefunden fürchte ich. Es wurde ziemlich sicher..,.zerstört.."
Erzog eine Augenbraue hoch. "Wie sicher ist 'ziemlich sicher'? Du darfst es so oder so gerne persönlich seiner Lordschaft erklären.."
Rabbe schluckte. "Ich... verstehe Sör. Sie erhalten demnächst meinen Bericht und wir, äh.. machen uns sofort dran die Mission nun ganz zu vollenden.."
Er nickte. "Ich erwarte deinen Bericht und einen Sack Geld. Weggetreten, chief-korporal!"


Am Stadttor hatte sich eine kleine Gruppe Leute eingefunden. Straßentheater war immer beleibt in Ankh Morpork. In diesem Fall zog das riesige fliegende Auge eine besondere Aufmerksamkeit auf sich, aber man versuchte auch blicke auf die Echsenfrau zu erhaschen die auf der Brüstung eines der verbliebenen Stadttore saß.
"Und ihr seid sicher.. dass ihr nicht hier bleiben wollt?", fragte Cim leise, den Blick auf die weite Sto-Ebene gerichtet. Der Himmel war blau, die Sonne strahlte. Viel zu gutes Wetter. Viel zu gut..
Rik schüttelte traurig den Kopf. "Ebenso sicher wie du bist, dass du hier nicht weg kannst.." Beide blickten traurig zu Boden. Sie hatten sich so lange gesucht, endlich gefunden, doch nun... sie hatten die ganze Nacht geredet und waren doch zu keiner anderen Lösung gekommen. Ein trauriger Kuss besiegelte ihren Abschied. Rik kletterte auf Lergs Rücken und warf einen letzten Blick zurück. "Wir melden uns zwischendurch per Klacker und geben dir Bescheid wenn wir das Dorf gefunden haben... Komm mich besuchen!", sie zwinkerte schelmisch und obwohl ihm das Herz blutete konnte er doch nicht anders als ein wenig zu lächeln. Immerhin war sie nun frei und würde in Frieden leben können. Endlich.


MISSION ENDE


Wörter

Rabbe Schraubenndrehr 22159
Cim Bürstenkinn 12039
Jargon Schneidgut 2276
Rach Flanellfuß 2627



10.01.2018 19: 57

[1]  oder TrollÂ… oder Zwerg, eigentliche jede beliebige Gestalt mit Geld. Er versuchte einst auch an die intelligenten Ratten des Palastes zu verkaufen, doch sie waren zu clever um derartiges nicht-essen zu konsumieren

[2]  Lipwigs Alter Ego als er noch von Gaunereien lebte

[3]  siehe Rabbiate Rückkehr

[4]  Siehe Die Rache der Strafsingle

[5]  Tatsächlich, Fähigkeiten, die sie sich in ihrer langen Karriere in der Unterwelt zugelegt hat. Fähigkeiten, die sie zum Alptraum von Leuten wie- äh. Naja. Lassen wir das.

[6]  oder in der Toilette einer endgültigen Verwendung zugeführt wurden

[7]  Wird nur von den tapfersten Abenteurern im Wald von Skund gewonnen. Hier wird die schimmernd-blaue Seide von dem hochgiftigen Daedra-Spinnen gewoben. Man sagt das aus diesem Garn Albträume gewoben werden können. Es riecht leicht nach Minze.

[7a]  Humanoide Amphibien in blauer oder grüner Farbe, zur menschlichen Sprache fähig. Relativ schwache Wesen aber hohe Inteligenz.

[9]  Zwei Stunden nachdem er die Prohibition durchgesetzt hatte wurde er mit einer Flasche erschlagen.

[10]  ein solches Kloster gibt es nicht

[11]  Zum erreichen einer Kerkerdimension muss normalerweise der Acht-Kompensator ausgeschaltet werden. Nicht so zum betreten dieser Dimension

[12]  Bei dieser Kreatur handelt es sich um einen Spinster. Schreckspinster/Spinster, sind geisterhafte Wesen welche die oberen Höllen und manche der Kerkerdimensionen bewohnen. Sie sind normalerweise die Summe der Echos der Seelen jener welche durch die Multiversen verteilt zu viel gesehen haben. Spinster können mit ihrer Umgebung interagieren als wären sie feste Materie, können ihrerseits aber eigentlich nicht wirklich berührt oder mit nicht-magischen Mitteln verletzt werden. Ihre Stärke hängt mit der dichte ihrer thaumischen Strahlung zusammen – so können sie unter hohem Energieaufwand einen TMP auslösen und damit okkulte oder andere stark thaumisch geladene Wesen lähmen oder in Extremfällen töten. Danach müssen Sie jedoch längere Zeit ruhen um sich wieder aufzuladen. Spinster können ihre Größe und Masse verändern. Sie können 'normal' humanoid wirken oder als dursichtige grüne Schemen auftreten. Sie sind natürlich gute Trommelspieler und mögen hochprozentigen Alkohol.

[13]  Fleischkugel - Wauchter – oder auch Wachende Augen, Betrachter, Augentyrann oder Beholdär – sind fliegende Dämonen. Sie haben die Form eines einzelnen sehr großen Auges mit relativ kleinen Flügeln und acht oder mehr Tentakeln welche ihrerseits kleinere Augen am Ende haben. Wauchter können lähmende Strahlen aussenden welche die meisten Gegner lähmen. Sie kommen normalerweise in der Kerkerdimensionen vor.

[14]  Die Echsenmenschen sind eine Rasse humanoider Echsen welche zu menschlicher Sprache fähig sind. Sie sind meist grün und am ganzen Körper mit Schuppen bedeckt. Sie ernähren sich omnivor und kommen unter anderem in den Kerkerdimensionen vor.

[15]  Wie Dabo, nur mit Knochen

[16] Wie JabbaderHut aus Sternenkrieg, aber weniger stilvoll

[17]  Natürlich nur metaphorisch.

[18]  clingon warrior's anthem by hilary bader

[19]  In diesem Fall handelt es sich um kurze Säbel mit sehr breiter Klinge. Zs Dadaos sind deutlich länger als normal

[20]  Durch thaumischen Phasenverschieber erzeugte Doppelgänger wichtiger Personen Ankh Morporks. Durch deren Wirkungspotenzial in der echten Welt haben sie stärkere thaumische Resonanzen wodurch ihre optische Matrix eher eingefangen werde kann.
Nur Kreaturen die in ihren Charakter aufgrund der Hybrid-natur dieses universums bereits ein Echo ihrer gegenparts in sich trugen und innerhalb des hcidherd-Feld könne zu Duups werden. Ihre alte Persönlichkeit wird dabei meistens geändert und das jeweilige Subjekt so zu einem loyalen Soldaten Baal-Ohns wird. Je nach Kreatur hat dieser Vorgang mehr oder weniger Erfolg.

[21]  außerdem Oktarin-Kreide, Grünspanbecherlinge, Blutgras und Akelei-Wurzeln. Eberfleisch würde sie auch noch brauchen.


Wörter:

Jargon Schneidgut   2276
Rach Flanellfuß   2627
Cim Bürstenkinn   12039
Rabbe Schraubenndrehr   22186



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