Das Lächeln der Mona Ogg

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von Lance-Korporal Carisa v. Schloss Escrow (FROG), Oberfeldwebel Kanndra (FROG), Chief-Korporal Valdimier van Varwald (FROG)
Online seit 12. 03. 2007
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 Außerdem kommt vor: Venezia Knurblich

Einbruch im Museum! Die FROGs versuchen, den Diebstahl eines Gemäldes zu verhindern. Doch leider haben sie noch einen Reporter im Schlepptau... Eine Geschichte aus der Vergangenheit

Für diese Mission wurde keine Note vergeben.

[Valdimier]

Ankh Morpork, größte Stadt der Scheibenwelt. Es gibt Menschen, die würden sie als nette Umgebung, ein schönes Fleckchen Erde oder gar liebenswürdig bezeichnen. Eine Stadt, in der Begriffe: Gewalt, Sex, Mord oder gar Verbrechen, Fremdwörter sind.

Wenn sie, lieber Leser, dass wirklich glauben sollten, dann gehören sie auch sicher zu der Sorte Menschen die behaupten, dass die Scheibenwelt eine Kugel sei.

***


Nun war die Sonne dabei, hinter dem Rand der Welt zu verschwinden und tauchte so Ankh-Morpork in die Dunkelheit der Nacht. Mit der Dunkelheit kamen auch die verschiedensten Individuen, für die die Nacht die normale Arbeitszeit war. Eines dieser Individuen war gerade dabei seine kleine Wohnung im Knutterweg zu verlassen. Etwas Geheimnisvolles ging von dieser Person aus. Sie war in einen großen schwarzen Mantel gehüllt und ihr Kopf war von einer riesigen Kapuze verdeckt. Nachdem sie ihre Wohnungstür verschlossen und sich vergewissert hatte, dass sie von niemanden beobachtet wurde, schlich sie mit leisen Schritten die Strasse entlang. Ihr Weg führte durch enge Gassen und gelegentlich legte sie einen kurzen Stopp ein, um zu horchen, ob sie verfolgt wurde. Ungefähre 10 Minuten später erreichte sie ihr Ziel. Es war die Tür eines der vielen Häuser in der Fibergasse. Vorsichtig klopfte die unbekannte Person an. Es war kein gewöhnliches Klopfen. Es war eine geheime Kombination, die sie mit dem Bewohner des Hauses abgesprochen hatte.

KNOCKKNOCK-----KNOCK-----KNOCKKNOCKKNOCK----------KNOCK

Für einen kurzen Moment schien nichts zu passieren. Ungeduldige Beobachter hätten sicher gedacht, dass sich die Person verklopft hatte. Doch dann öffnete sich die Tür einen Spalt breit und eine Stimme flüsterte: "Parole?"
Die Person auf der Strasse seufzte leise. Das Klopfzeichen ging für sie ja noch in Ordnung, aber die Parole fand sie schlicht und ergreifend hirnrissig. So kam es, dass der Erkennungsspruch sehr gelangweilt wiedergegeben wurde.
"Wer die Nacht füttert, wird den Tag wie eine Kuh melken."
Wieder passierte nichts. Die flüsternde Stimme auf der anderen Seite der Tür antwortete nicht. Sie schien zu überlegen, ob sie den Neuankömmling einlassen sollte.
"Jetzt lass mich endlich rein, du Idiot", fluchte der Unbekannte.
"Na gut", erwiderte das Flüstern. "Die Parole war eh richtig. Du kannst rein."
Die Tür öffnete sich und die Person verschwand im Inneren.

Der Unbekannte zog seine Kapuze zurück und ein spitzes männliches Gesicht kam zum Vorschein. Auf der Nase des Mannes ruhte eine kleine Brille, die die Augen zur Hälfte bedeckte. Mit einer Handbewegung brachte er seine zersauste Frisur wieder in Ordnung. Obwohl seine schwarzen Haare recht kurz geschnitten waren, hatte sie die Kapuze in alle Richtungen verteilt.
"Hast du sie?", wurde er von seinem Gegenüber gefragt. Das Flüstern war einer Stimme mit normaler Lautstärke gewichen.
Der Mann nickte mit dem Kopf.
"Natürlich, Gustav. Lief alles wie geplant."
Gustavs Gesicht unterschied sich in vielen Punkten von dem des Unbekannten. Sein Gesicht war in die Breite gezogen und ein kleiner Schnurrbart hatte sich unter seiner Nase gebildet. Dazu kam, dass Gustav schon recht früh alle Haare verloren hatte und nun eine Glatze seinen Kopf schmückte.
"Ist Illbert schon da?", fragte der Mann ohne Namen. "Oder kommt er wieder mal zu spät?"
"Du weißt doch, wie er ist." Gustav zuckte mit den Schultern. "Vielleicht schaut er ja wieder gerade bei den Näherinnen vorbei."
"Ich sage dir, Gustav. Das geht so lange gut, bis er sich mal etwas einfängt und ihm dann sein kleiner Freund abfault."
Zusammen verfielen sie einem hämischen Lachen.
"Weißt du was, Erik?", erwiderte Gustav, nachdem er wieder Luft geholt hatte. "Du kannst so gemein sein. Lass ihm doch seinen Spaß."
Zusammen gingen die Zwei in einen kleinen Raum und setzten sich an einen Tisch. Viele Inkonographien lagen auf der Tischplatte verstreut. Sie alle zeigten ein großes Gebäude und seine nähere Umgebung aus den verschiedensten Blickwinkeln und zu den unterschiedlichsten Tageszeiten.
Mit einem kurzen: "Zeig her!", forderte Gustav Erik zu etwas auf und rieb sich erwartungsvoll die Hände. Der Gegenstand, den er so dringend erwartete, war für ihr Unternehmen von höchster Wichtigkeit.
Erik griff in eine seiner Manteltaschen und holte ein zusammengerolltes Stück Papier heraus. Er entrollte es und legte es auf den Tisch. Es stellte sich heraus, dass das Papier eine Karte war. Der Umriss eines Gebäudes war zu sehen. Viele Punkte waren mit kurzen Notizen versehen und an einer Stelle befand sich ein großes, rotes Kreuz.
"Hmmm, ich nehme an, dass das hier unser Zielobjekt ist", murmelte Gustav und deutete auf die rote Markierung.
Mit einem Kopfnicken bestätigte Erik die Vermutungen seines Partners. Er nahm ein paar von den Bildern in die Hand und betrachtete sie. Für ein paar Minuten saßen sie an dem Tisch und studierten schweigend die Unterlagen.
"Gibt es irgendwelche Wachen oder ähnliches?", fragte Erik plötzlich. "Auf den Bildern sind keine zu sehen."
"Nein." Gustav blickte von der Karte auf. "Weder drinnen noch draußen. Das wird ein einfacher Job sag ich dir. Ein kleines Problem dürfte nur das Reinkommen werden."
"Wieso?"
"Schau dir den Plan mal an. Das Gebäude hat weder Seiten- noch Hintereingänge. Wir müssen durch den Haupteingang rein. Aber die Strasse ist nachts so gut wie menschenleer. Illbert wird uns sicher schnell genug die Tür öffnen können, bevor uns jemand sieht."
"Dafür müsste er erst einmal hier auftauchen", zischte Erik. "Wie lange braucht er denn..."
Ein plötzliches Klopfen an die Tür unterbrach ihn.

KNOCKKNOCK-----KNOCK-----KNOCKKNOCKKNOCK----------KNOCK

"Na endlich, da ist er ja."
Erik stand auf und wollte zur Tür gehen, doch Gustav war schneller. Er schlich zu der Tür und öffnete sie vorsichtig.
"Parole?"
Erik verdrehte die Augen. Wenn ihn etwas an seinem Kollegen nervte, waren es die übertriebenen Vorsichtsmaßnahmen.
Er hörte Illberts gedämpfte Stimme und einen kurzen Moment später öffnete Gustav die Tür und ein mittelgroßer Mann kam, mit einer kleinen Tasche in der Hand, hinein. Seine schulterlangen dunkelblonde Haare hatten schon seit langer Zeit keinen Kamm mehr gesehen und verdeckten einen Teil seines Gesichtes.
"Na Illbert", begrüßte er den Neuankömmling. "Wie hieß denn die Gute heute?"

***



Ein paar Stunden später

Oberleutnant Venezia Knurblich saß auf ihrem Schreibtisch und begutachtete ihre Truppe. Die FROG-Mitglieder hatten sich, wie befohlen, in ihrem Büro versammelt und warteten darauf, dass sie den Grund für das Treffen erfahren würden. Außer den Wächtern befand sich noch jemand in dem Raum. Es war ein etwas kleinerer, dicker Mann. In seinen Händen ruhte ein Notizblock mitsamt einem Bleistift. Eine große Brille zierte sein breites Gesicht. In einer Ecke hinter ihm stand ein, auf einem Stativ montierter, Ikonograph.
"Also Leute", sagte die Abteilungsleiterin schließlich. "Ich habe euch etwas mitzuteilen."
Ein leises Seufzen kam über ihre Lippen. Sehr erfreut über ihre Bekanntmachung war sie nicht. Doch was sollte sie auch machen. Der Befehl kam immerhin von ganz oben.
"Der Patrizier ist aus irgendeinem Grund der Meinung, dass die Wache etwas mehr Werbung vertragen könnte. Die Bürger der Stadt sollen mehr über unsere Arbeit erfahren und sehen, dass wir fähig sind, das Böse aus der Stadt fernzuhalten."
"Und wie stellt sich das der Patrizier so vor?", fragte der Gefreite Rib.
Der Gnom saß auf der Schulter von dem Hauptgefreiten Valdimier van Varwald, um die Lage besser überblicken zu können.
"Dem Patrizier kam die Idee, eine Art Dokumentation über die Arbeit der Wache in der Times zu veröffentlichen. Aus diesen Grund wird uns dieser Herr...", sie deutete auf den Zivilisten, "...für ein paar Tage begleiten und uns bei unserer Arbeit beobachten. Darf ich vorstellen. Das ist Herr Hubert Stift. Er ist Reporter bei der Times."
Ein Raunen ging durch die Gruppe. Viele von ihnen hatten schon mit der Presse zu tun gehabt und jeder wünschte sich, dass es nie wieder vorkommen würde.
"Äh.. hallo." Hubert hob die Hand und winkte. "Freut mich, mit ihnen arbeiten zu können."
"Entschuldige bitte, Veni, aber das kann doch wohl nicht dein Ernst sein", erwiderte Sidney wütend. "Uns so eine Pfeife anzuhängen. Was ist, wenn wir zu einem Einsatz müssen und er uns dabei behindert?"
"Keine Sorge", antwortete der Reporter selbstsicher. "Ich kann sehr gut auf mich alleine aufpassen. Ich hab schon über Naturkatastrophen in fernen Ländern berichtet und..."
"Jajaja", unterbrach ihn Sidney. "Aber wenn ein Bolzen deinen Kopf durchschlägt, beschwer dich nachher nicht bei uns."
Ein leises Kichern war von verschiedenen Personen zu hören. Doch es verstummte, als Venezia wütend auf den Tisch schlug.
"Schluss damit. Ihr werdet Herrn Stift gefälligst bei seiner Arbeit so gut wie möglich unterstützen. Ich werde nicht zulassen, dass die Wache wegen meiner Abteilung schlecht in der Zeitung dasteht. Haben das alle verstanden?"
Ein leises Murren ging durch die Reihen.
"Ich kann euch nicht hören", donnerte ihre Stimme durch den Raum.
"Ja Mä'äm", riefen die Wächter. Ihren Stimmen konnte man die fehlende Begeisterung entnehmen.
Venezia nickte. Sie konnte ihre Kollegen ja verstehen, aber sie musste mit gutem Beispiel vorangehen. Auch sie war nicht gerade erfreut gewesen, als Rince alle Abteilungsleiter zu sich gerufen hatte und ihnen von dem neuen Vorhaben des Patriziers berichtete. Als es dann darum ging, die Abteilung zu herauszusuchen, die Herr Stift zuerst begleiten sollte, gab jeder natürlich sein Bestes, ihn von der eigenen Abteilung fernzuhalten. Nach langem Hin und Her war der Kommandeur auf die Idee gekommen, es auszulosen. Dabei hatte sie dann das unglaubliche Glück gehabt, die Niete zu ziehen. Die grinsenden Gesichter ihrer Kollegen würde sie so schnell nicht vergessen.
"Also gut, Herr Stift, wir werden... was machen Sie da?"
Der Reporter hatte sich seinen Ikonographen geschnappt und war gerade dabei, ihn aufzustellen.
"Wenn Sie erlauben, Frau Oberleutnant. Ich würde gern ein kleines Gruppenbild machen. Die Leser stehen auf so was."
Valdimier van Varwald und Zaddam Boschnigg zuckten unweigerlich zusammen, als sie den schlafenden Salamander sahen, der in einem kleinen Käfig lag, den der Reporter in der Hand hielt. Hubert neigte seinen Kopf und schaute durch den kleinen Kasten.
"Perfekt. Und nun alle schön lächeln."
Doch Valdimier hob mahnend denn Finger.
"Wag es ja nicht und benutz das Vieh in unserer..." ZISCH "...Gegenw..."
Ein greller Blitz durchzog den Raum und ein spitzer Schrei erklang, als Rib zu Boden stürzte.
Erschrocken schaute Herr Stift von seiner Apparatur auf. Wo zuvor die beiden Vampire gestanden hatten, zierten nun zwei kleine Staubhaufen den Boden. Neben einem lag der Gefreite Rib und rieb sich sein schmerzendes Hinterteil.
"UPS. So war das nicht geplant."
"Herr Stift. Würden sie solche Sachen bitte vorher mit mir absprechen." Venezia rieb sich die von dem Blitz geblendeten Augen. "Ich habe es nicht gern, wenn... OH."
Sie starrte auf die zwei kleinen Aschehäufchen. Auch die anderen Wächter hatten das Auflösen ihrer Kollegen bemerkt.
"Es wäre besser für Sie Herr Stift, wenn sie mal kurz vor die Tür gehen würden", erklärte die Gnomin. "Die Zwei dürften nicht sehr erfreut darüber sein, dass sie von Ihnen aufgelöst wurden."
Vorsichtig ging der Reporter Richtung Tür. Er spürte die Blicke der verbliebenen Wächter auf sich lasten.
"Und ihren Ikonographen sollten Sie lieber mitnehmen."

Hubert Stift schloss die Tür hinter sich.
"Hey Alter!", ertönte es plötzlich aus dem Kasten. "Bin fertig. Die zwei Typen hast du ja ziemlich fertig gemacht."
Der kleine Dämon in dem Apparat schob das Bild durch einen kleinen Schlitz und Hubert nahm es entgegen.
Verflucht, dachte er wütend. Das Bild ist gründlich im Eimer
Auf dem Bild war die Gruppe von Wächtern zu sehen. Alle hatten einen etwas überraschten Gesichtsausdruck, aber die zwei Vampire würden jede Aufmerksamkeit sofort auf sich ziehen. Ihre Körper waren nur noch Silhouetten aus Staub und man konnte sehen, wie sie gerade in sich zusammen fielen.
Was die da drin jetzt gerade machen würden? Vorsichtig lauschte der Reporter an der Tür, durch die gedämpfte Stimmen drangen.
"Ich hab es euch doch gleich gesagt", erklang die wütende Stimme von Sidney. "Der wird entweder einen von uns oder sich selbst ins Jenseits befördern."
"Ruhe Sidney!" Es war die Stimme des Oberleutnants. "Also gut Leute. Wer spendet das Blut?"
"Hier", erklang eine für ihn unbekannte Stimme.
Es verstrich ein kurzer Augenblick, in dem Herr Stift nur ein kurzes "Autsch", gefolgt von einem höchst seltsamen Geräusch, vernahm. Das Geräusch hätte man am besten mit dem Wort saugend beschreiben können. Dann hörte er die wüsten Flüche der auferstandenen Vampire.
"ARGH! Wo ist er!!"
"Ist er etwa abgehauen?"
"Nein ihr zwei. Er wartet nur darauf, dass ihr euch wieder etwas beruhigt habt."
"Der soll gleich abhauen. Wieso schmeißen wir ihn nicht einfach raus?"
"Das geht nicht. Stellt euch nur die Schlagzeilen in der Times vor."
"Eins sag ich dir gleich, Veni. Wenn der mir mit dem Ding noch einmal zu nahe kommt, ramm ich ihm das Teil in seinen fetten..."
"Schluss jetzt. Val, steck die Waffe wieder weg." Die Stimme der Gnomin wurde lauter. "Das war ein bedauerlicher Unfall und wird sicher nicht mehr vorkommen."
"Aber..."
"Kein aber."
Es folgte noch ein kurzes Streitgespräch, welches Herr Stift nicht genau mitverfolgen konnte. Plötzlich wurde er wieder in das Büro gerufen.
"Sie können wieder reinkommen, Herr Stift."
Als er den Raum betrat, blickten ihn die Wächter schweigend an. Besonders auf den Gesichtern der Vampire konnte er ein gehobenes Maß an Verachtung entdecken.
"Äh, tut mir leid." Erwartungsvoll blickte er die Vampire an, doch ihre Blicke schienen ihn förmlich zu durchbohren. Von ihnen konnte er die nächste Zeit keine große Freundlichkeit erwarten.
"Herr Stift", begann Venezia schließlich. "Nach einer kurzen Beratung sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass Sie Ihren Ikonographen, zum Schutze des Teams, nicht mehr benutzen sollten."
"Ich, äh...", er sah die Blicke der Vampire, "...bin schon zu der gleichen Überlegung gekommen."
In seinem Inneren ärgerte er sich über diese Entscheidung. Wie sollte er jetzt einen Bericht schreiben können, der einem sofort ins Auge springt? So ganz ohne Bilder. Doch die Angst vor den Konsequenzen, die auf ihn zukommen würden, wenn ihm das gleiche noch einmal passieren würde, war größer als der Ärger.
Die Abteilungsleiterin nickte bestätigend.
"Dann ist ja gut. Wir werden uns heute..."
Ein plötzlich aus dem Rohpostsystem schießender Behälter unterbrach sie und Reggies Stimme war zu hören.
"Ey, ihr da. Das kommt direkt von Rina. Scheint wichtig zu sein."
Kurz darauf waren auch schon die sich wieder entfernenden Schritte des Dämons zu hören.
"Bregs, würdest du bitte?", fragte Venezia den Püschologen und stellvertretenden Abteilungsleiter Araghast Breguyar. "Ich bin mir sicher, dass Rina wieder einen großen Zettel genommen hat."
Der Püschologe nahm die Nachricht und überflog sie kurz. Plötzlich wurde sein Gesichtsausdruck ernst.
"Was ist los Bregs?"
"Etwa ein Einsatz?" Der Reporter zückte seinen Notizblock. "Oh wie aufregend."
Die Übereifrigkeit ihres Besuchers ignorierend, zeigt Bregs seiner Vorgesetzten die Notiz. Die Augen des Oberleutnants weiteten sich.
"FROGS!! Fertig machen!", rief sie plötzlich. "Wir haben einen Einsatz. Nähere Informationen gibt es auf dem Karren."

***

"Seit ihr bereit Jungs?"
"Ja Erik."
"Dann los. Ilbert, die Tür."

***


Still saß die Obergefreite Carisa von Schloss Escrow auf dem Dach und beobachtete, wie sich eine der drei Personen an der Tür des Hauses zu schaffen machte. Waren die Informationen also doch richtig gewesen. Hatte ihr Klogies doch keinen Schwachsinn erzählt. Klogies war einer der Wasserspeier, die auf dem Gebäude der Näherinnengilde saßen. Durch ein offenes Fenster hatte er mit angehört, wie ein Kunde einer Näherin stolz von einem großen Ding erzählt hatte, dass heute Abend beim Museum steigen sollte. Zufrieden musste sie lächeln. Klogies wusste noch nicht, dass sie zur Wache gehörte. Ihre Tarnung hielt also noch. Sie hoffte, von dem Wasserspeier noch viele weitere nützliche Informationen gewinnen zu können.
Sie hoffte, dass die Nachricht die Wache noch rechtzeitig erreichen würde. Unten auf der, sonst menschenleeren, Strasse hatte die Person allen Anschein das Türschloss knacken können und die drei Einbrecher verschwanden in dem Gebäude.

***


Mit hoher Geschwindigkeit raste der Eselskarren durch die Nacht. Sein Ziel war das Museum in der Knollstrasse. Verzweifelt versuchte Venezia gegen den Fahrlärm anzukommen.
"Also, wir haben einen Hinweis bekommen, dass drei unbekannte Personen gerade dabei sind in das Museum einzubrechen. Ein Beobachter von RUM ist schon vor Ort."
"Wer?", brüllte Valdimier.
"Keine Ahnung. Unser Plan sieht jedenfalls wie folgend aus: wir werden eine Strasse früher anhalten und uns dann zu Fuß zum Einsatzort begeben. Alles weitere besprechen wir dann vor Ort."

[Kanndra]

Auch die letzte Ecke von Kasimir Fritzens "Kleines Kohlfeld" erstrahlte in seinem alten Glanz und Angelina Farbenfroh streckte ihre steif gewordenen Glieder. Wieder einmal hatte sie die Arbeit so in den Bann gezogen, dass es viel zu spät geworden und sie schließlich nur im Schein einer Lampe weitermachen konnte. Die Restaurierung der kostbaren Gemälde erforderte eigentlich ein besseres Licht, dennoch war sie mit ihrer Arbeit zufrieden, als sie auf das Bild heruntersah. Ihr Geschmack war etwas ausgefallener, doch die Leute mochten Landschaftsansichten. Auch wenn Angelina nicht nachvollziehen konnte, was die Kunstliebhaber gerade an einem Kohlfeld so anziehend fanden, beschloss sie, das Gemälde gleich wieder an seinen Platz zu bringen, damit es morgen früh schon von den ersten Besuchern wieder bewundert werden konnte.
"Trotzdem mache ich morgen früher Schluss", nahm sie sich vor und schüttelte leicht amüsiert über sich selbst ihre strähnigen Haare, dessen Farbe landläufig als "strassenköterblond" bezeichnet wurde. Abgesehen von ihren intensiv leuchtenden grünen Augen war sie auch ansonsten nicht gerade als attraktiv zu bezeichnen. Trotz ihrer eher schmächtigen Figur und den halblangen Haaren brauchten die meisten Leute einen zweiten Blick, um sie überhaupt als Frau zu identifizieren. Mit einem Finger schob Angelina die Brille wieder an ihren Platz und deckte ein Tuch über die Staffelei mit einem noch feuchten Bild. Dann nahm sie das Kohlfeld vorsichtig auf und trat in die nur vom Mond beleuchteten Gänge des Museums.

"Rechts oder links?"
Erik holte die Karte aus seiner Tasche und entrollte sie umständlich. Währenddessen schien Illbert von etwas in einem angrenzenden Raum angezogen zu werden. Sein unter dem wilden Haarschopf gerade noch sichtbares Auge glänzte, der Mund stand so weit auf, als wollte er eine Wahoonie ganz hinunterschlucken und die Füße bewegten sich scheinbar wie von selbst durch die offene Tür.
"Wo willst du hin, Illbert?" Nervös schaute Gustav sich um, als erwartete er jeden Augenblick von einer der an der Wand aufgereihten Tonfiguren angegriffen zu werden. Im Mondschein, der durch die Fensterreihe fiel, sahen die tönernen Soldaten aber auch unheimlich aus. Wer mit soviel Phantasie wie Gustav ausgestattet war, konnte sich leicht so etwas ausmalen.
Illbert hörte jedoch nicht auf seinen Partner, sondern schlich in seinem charakteristischen Schlurfen weiter auf ein Gemälde zu. Erst an dem verblichenen, einstmals roten Seil, das die Besucher auf Abstand hielt, blieb er ehrfürchtig stehen.
"Seht euch das an Jungs", wisperte er durch das leere Museum, "drei dicke Frauen und nur ein Stück..."
"Komm jetzt. Wir haben nicht die ganze Nacht Zeit", unterbrach ihn Erik, der den Kampf mit der Karte gewonnen hatte. "Rechts rum", deutete er in die entsprechende Richtung und entschlossen, sich weder von Gustavs Paranoia noch von Illberts schmutzigen Gedanken aufhalten zu lassen, marschierte er los.

Vor dem Fenster zog sich eine Wasserspeierin in die Schatten zurück und beobachtete das Eintreffen der Freiwilligen Retter ohne Gnade. Fast lautlos und dennoch schnell bewegten die Wächter sich auf das Museum zu. Nur ganz hinten keuchte ein ihr Unbekannter mit einer großen Tasche, die an seiner Seite baumelte, mit platschenden Schritten hinterher. Während Carisa langsam dem Erdboden entgegenkletterte, sammelten sich alle zu einer kurzen, geflüsterten Lagebesprechung.
"Drei Personen, ohne sichtbare Waffen. Sie befinden sich auf dem Weg zum Rehnässance-Saal im zweiten Stock", berichtete die Verdeckte Ermittlerin.
"Gut", flüsterte Venezia, "weckst du bitte den Direktor und informierst ihn über das Geschehen, Carisa? Er wohnt nebenan." Die Gnomin zeigte auf ein Wohnhaus.
"Wir gehen rein und sehen was sie vorhaben. Ortbe, Rogi - ihr sichert die Eingangstür. Die anderen kommen mit."
"Eine Frage", meldete sich eine Stimme aus dem Hintergrund, "machen Sie das immer so? Ich meine, war das jetzt eine typische Vorgehensweise?" Der Reporter hatte einen Notizblock herausgeholt, auf dem er jetzt eifrig zu kritzeln begonnen hatte. Von dem kurzen Lauf standen ihm die Schweißperlen auf der Stirn.
"Es ist die Vorgehensweise, die ich für richtig halte. Und wenn Sie uns da drin in die Quere kommen garantiere ich für nichts, verstanden?", entgegnete Venezia in mühsam beherrschten Tonfall.
Unterdessen war Carisa schon fast an dem anderen Haus angekommen. Der Rest stellte fest, dass der Zutritt zu dem Museum kein Problem darstellte, da das Schloss geknackt worden war und die Tür dadurch offen stand.

"Es ist mitten in der Nacht. Ist es einem respektablen Bürger noch nicht einmal gestattet... Wer oder was sind Sie überhaupt?"
Der trotz Nachtgewand sorgfältig gekleidet wirkende, ältere Mann schien von einem vor seiner Tür stehenden Wasserspeier aus dem Konzept gebracht worden zu sein. Empörung wich Verblüffung, als er wahrnahm, wer ihn so spät aus dem Bett geholt hatte.
"Entschuldigen Sie die späte Störung. Stadtwache Ankh-Morpork", Carisa wies auf ihre Dienstmarke, die sie an einer Kette um den Hals trug, "Sind Sie der Direktor des Museums?"
"Norbert Farbenfroh, sehr wohl." Er holte ein Monokel aus der Tasche seines seidenen Morgenmantels und musterte erst die Marke, dann fasziniert die Wächterin.
"Es wurde in das Museum eingebrochen. Die Kollegen sind bereits vor Ort und versuchen die Täter an ihrem Vorhaben zu hindern", berichtete die Verdeckte Ermittlerin pflichtbewusst. Der Gesichtsausdruck des hageren Direktors wandelte sich erneut. Diesmal zeigte er Misstrauen.
"Kollegen? Welche Kollegen?"
"FROG, Herr Farbenfroh. Unsere schnelle Eingreiftruppe."
"Doch nicht diese Ballermänner? Da drin", er zeigte auf das Museum, "gibt es unersetzliche Kunstwerke". Der spitze Zeigefinger schoss auf Carisa zu. "Wenn sie etwas kaputtmachen, werde ich Sie zur Verantwortung ziehen!"
"Aber, Herr F..."
Farbenfroh ließ sie nicht ausreden, denn plötzlich schien ihm etwas einzufallen. "Bei allen Göttern!" rief er aus. "Meine Tochter ist noch im Museum!"

Um diese Zeit war das Museum eigentlich am schönsten. Allein mit den Kunstwerken fühlte Angelina sich wohl. Die Dunkelheit verlieh der Kunst eine Dimension, die kaum ein anderer je erleben durfte und das Mondlicht tat da sein Übriges zu. Die Restauratorin verlagerte das Gewicht des Bildes und lenkte ihre Schritte in Richtung des Rehnässance-Saales.

"Habt ihr es endlich?" Gustav zog seine Augenbrauen zusammen und verfolgte ungeduldig die Bemühungen von Erik und Illbert die Befestigungen des Gemäldes von der Wand zu lösen. Er nahm den großen Leinenrucksack von seinen Schultern und fummelte anschließend an seiner handlichen Pistolenarmbrust herum, die er unter seinem Mantel am Gürtel trug.
"Mann, Gustav. Jetzt lass doch mal dein Spielzeug in Ruhe und hilf uns lieber", nörgelte Illbert, während er an einem rostigen Haken zog.
Die abgebildete Dame lächelte weiter ihr unergründliches Lächeln, das einem durch das Zimmer zu folgen schien.

"Soldaten aus Ton machen doch gar keinen Sinn. Ziemlich leicht zu erledigende Armee." Spielerisch zielte Sidney mit einer seiner Armbrüste auf die Figuren und tat, als ob er abdrücken würde. "Puff, puff."
"Das ist Kunst, Sidney. Kunst muss keinen Sinn machen", entgegnete Mindorah geistesabwesend, weil eine Bewegung vor ihnen im Gang die Aufmerksamkeit der Kommunikationsexpertin auf sich zog. Kurz darauf schälte sich die Hauptgefreite Kanndra Mambosamba aus den Schatten und flüsterte der FROG-Truppe zu: "Sie sind dabei, im Rehnässance-Saal ein Gemälde von der Wand zu nehmen. Mindestens ein Mann ist bewaffnet, er hat eine Pistolenarmbrust dabei. Der Saal hat zwei Eingänge, die sich in etwa gegenüberliegen."
Hubert Stift hatte bei dem Auftauchen der Späherin erschrocken einen Satz zur Seite gemacht. Aus seiner Tasche quäkte eine Stimme: "Jetzt ist mir das ganze Rot umgekippt. Musst du solche Turnübungen machen?"
"Psst, sei ruhig."
Doch die Wächter hatten sich schon in einer Art schnellen Trab auf den Weg zum Tatort gemacht. Dem Reporter schenkte niemand Beachtung.

Die Schritte ihrer Stiefel hallten laut auf dem Parkettfussboden, als Valdimier mit Rib, Mindorah und Kanndra durch den angrenzenden Raum liefen, um den Fluchtweg durch die Tür, die weiter ins Museum führte, abzuschneiden. Die anderen würden sich um die andere Tür und den Reporter kümmern. Gemälde und Skulpturen verschwanden im Halbdunkel, doch dafür hatten die Wächter jetzt keinen Blick. Als sie die Tür erreichten luden sie schnell mit angehaltenem Atem die Waffen und nickten sich dann zu.
"Fertig? Dann los!", kommandierte Valdimier.
Zu viert traten sie in den Saal und bleiben gleich abrupt wieder stehen. Ihnen bot sich ein unerwartetes Bild.
Kanndra schüttelte verblüfft den Kopf. "Wo kommt die denn her?"

Wenn er nur eine Ikonographie machen könnte! Die Szene wirkte wie gemalt. Das wäre wirklich ein Blickfänger für seinen Artikel. Eine Gruppe Wächter im Raum verteilt, die andere in der Tür stehend, die Diebe mit dem Gemälde in der Hand vor dem leeren Platz, wo es eigentlich hängen sollte, mit der Armbrust am Kopf eines jungen Mannes... Hubert blinzelte und schaute genauer hin. Nein, es war eine junge Frau. Noch besser! Unbewusst nestelte er an dem Riemen seiner Tasche. Wozu hatte er das Ding schließlich mitgeschleppt?
Der Täter mit dem Finger am Abzug, ein dicklicher Typ mit einem kleinen Schnurrbart, rief etwas, das der Reporter nicht verstand. Er war zu sehr mit dem Gedanken an die Ikonographie beschäftigt gewesen.
"Entschuldigung, könnten Sie das wiederholen? Ich bin nicht mitgekommen", fragte er und wedelte mit seinem Block.
"Was ist das denn für einer?"
Fassungslos starrten ihn mehrere Augenpaare an.
"Vergesst ihn. Legt lieber schön langsam die Waffe weg und gebt uns das Bild", versuchte der Wächter mit der Augenklappe sein Glück.
"Das hättest du wohl gern! Hast du übersehen, das wir eine Geisel haben?"
"Also ich möchte nicht in eurer Haut stecken, wenn die Diebesgilde hiervon erfährt. Oder habt ihr zufällig eine Quittung dabei? Dann können wir ja wieder nach Hause gehen."
"Hör auf zu quatschen und macht endlich den Weg frei. Oder die Kleine hier muss dran glauben."
"Dann habt ihr aber keine Geisel mehr. Und was glaubt ihr, wird dann passieren?", mischte sich der Wächter ein, der Hubert vorhin schon mit einem Bolzen im Kopf gedroht hatte.
Es sah nach einer Pattsituation aus. Keiner der Anwesenden im Raum bewegte sich, bis auf einen der Vampire, der die Armbrust gehoben hatte und anscheinend in eine geflüsterte Diskussion mit einem Dämon verwickelt war, der auf der Spitze der Waffe thronte. Die allgemeine Aufmerksamkeit lag nicht mehr bei ihm, wie Stift erleichtert feststellte. Die Erleichterung sollte jedoch nicht lange anhalten, denn diesen Augenblick suchte sich der Riemen von Huberts Tasche aus, um endgültig nachzugeben. Der Inhalt fiel mit einem Knall auf den Boden. Allen voran der Käfig mit den Ersatz-Salamandern, die voll aufgeladen waren und nun vor Schreck das gespeicherte Licht in einem gleißenden Blitz entweichen ließen. Den Bruchteil einer Sekunde war alles in ein blendend helles Licht getaucht, das die ganze Szene wie eingefroren wirken ließ. Dann fielen zwei Armbrüste und ein Gnom zu Boden. Rib schlug hart mit dem Kopf auf und blieb regungslos liegen. Die restlichen Wächter rieben sich zum zweiten Mal an diesem Abend die Augen.
"Arrgh, du verdammter..." Sidney konnte nur mühsam von Araghast zurückgehalten werden. "Verflucht, sie sind abgehauen", Venezia deutete auf die Stelle, die eben noch von drei Einbrechern und einer Geisel eingenommen wurde. Fluchend drängten sich die FROGs aus dem Raum, nur Kanndra blieb. Nachdem sie kurz nach dem bewusstlosen Gnom gesehen und ihn vorsichtig aufgenommen hatte, befahl sie dem schuldbewusst aussehenden Reporter:
"Finger her!"
"Was? Hören Sie, es tut mir leid. Das war nicht meine Auutsch!"
Kurzerhand hatte sich die junge Frau Huberts Hand gegriffen und mit einer Nadel hineingestochen. Dann quetschte sie für jeden der Vampire etwas Blut heraus.
"Ich weiss, was ihr jetzt gerne tun würdet", sagte sie schnell, als die beiden sich regeneriert hatten, "aber zuerst müssen wir die Geiselnehmer fangen."
Zähneknirschend [1] hielten Valdimier und Zaddam sich zurück und verwandelten sich stattdessen in Fledermäuse, während die Voodoo-Priesterin ihnen ein Fenster öffnete. Val ließ es sich jedoch nicht nehmen, Stift ein: "Wir sehen uns noch und dann bist du tot " zuzuzischen.
Spontan beschloss der Journalist, das er fürs Erste genug Material gesammelt hatte. Eigentlich war er auch ganz zufrieden, schließlich konnte er eine Sensation berichten. Er sah schon die Schlagzeile vor sich: Mona Ogg gestohlen! Patrizier fürchtet um seine Leihgabe

"Jetzt weiss ich es! Das war ein Reporter. So einer, die die Times schreiben!"
"Ich wusste gar nicht, das du lesen kannst, Illbert", tönte Eriks Stimme hinter dem Bild hervor.
"Ist doch egal, was für ein Typ das war. Er hat uns jedenfalls ganz schön geholfen. Aber noch mehr Glück war, dass wir sie getroffen haben", Gustav grinste und griff Angelinas Arm ein wenig fester.
"Mein Vater wird euch dafür rösten", gab die stille Restauratorin zum ersten Mal einen Laut von sich.
"Natürlich", antwortete Erik in gleichgültigem Tonfall. "Sagt mal, wie lange braucht dieser Aufzug eigentlich?"
In diesem Augenblick machte es leise "Pling" und die Türen öffneten sich.
"Schon da. Ich schaue mal ob die Luft rein ist." Gustav schob ihre Geisel vor sich her und sah nach links und rechts.
"Alles klar."
Die vier rannten los, bis sie an eine Ecke kamen. Diesmal war Illbert an der Reihe.
"Da stehen zwei Wächter vor dem Eingang. Was machen wir jetzt?"
Gustav zuckte die Schultern. "Ich übernehme den mit der Waffe. Ihr den anderen."
Erik wunderte sich langsam über seinen Kollegen. Aus dem übervorsichtigen Nervenbündel war plötzlich ein kaltblütiger, berechnender Verbrecher geworden. Ohne Gustav wären sie eben ganz schön aufgeschmissen gewesen, das musste er zugeben.
"Schon komisch, wie manche Menschen in bestimmten Situationen über sich hinauswachsen" , dachte er. Dann lief er hinter Gustav her.

"Was ist das für ein Geräusch?" Mindorah blieb lauschend stehen.
"Oh nein, sie haben den Aufzug genommen. Die holen wir nie ein." Araghast schüttelte betrübt den Kopf.
"Nun mal nicht so lahm. Ich glaube, ich muss mal ein paar Trainingsstunden für euch ansetzen", feuerte Venezia ihre Truppe an.
Seufzend machten sie sich daran, die Treppe hinabzulaufen, als Kanndra mit Rib auftauchte.
"Wo sind Valdimier und Zaddam?"
"Ich habe sie durch ein Fenster hinaus gelassen. Sollen die erst mal versuchen, unsere Vampire abzuschütteln."
"Sehr gut", lobte Venezia die Hauptgefreite, während die Truppe weiter die Treppe hinunterhechtete.

Ortbe und Rogi fuhren überrascht auf, als drei Menschen und ein Bild mit Beinen auf sie zu kamen. Schnell entsicherte der Triffinsziel seine Armbrust, doch der Geiselnehmer war schneller. Mit einem "Tschokk" blieb ein Bolzen in Ortbes Schulter stecken. Verwundert blickte er an sich hinunter, als sein Arm ihm nicht mehr gehorchte und seine Waffe fallen ließ, statt sie auf die heranstürmende Gruppe zu richten. Dann versagten ihm auch seine Beine ihren Dienst und knickten ein. Erst jetzt nahm er den brennenden Schmerz wahr, der in Wellen durch seinen Körper jagte.
"Allef in Ordnung?" Rogis besorgtes Gesicht tauchte in seinem Blickfeld auf. Benommen nickte der Gefreite seiner Kollegin zu.
"Alfo gut, wenn ihr Krieg wollt..." Die Igorin drehte sich um, zog ihr Skalpell und versuchte, möglichst bedrohlich auszusehen. Sie holte aus und erwischte einen der Männer am Arm, der heftig an zu bluten fing. Doch der andere schlug ihr einfach mit dem Rahmen des Gemäldes auf den Kopf. Rogi stolperte daraufhin über Ortbe und konnte nicht verhindern, das die Täter in die Nacht flüchteten.

***



Krisensitzung im Büro von Venezia Knurblich

"Die Bilanz dieses Einsatzes: Drei verletzte Wächter, ein gestohlenes Gemälde, drei entkommene Diebe und eine noch immer verschwundene Geisel. Das sieht nicht gut aus, Leute." Venezia schüttelte den Kopf.
Valdimier ballte die Fäuste. "Das ist alles nur die Schuld von diesem dämlichen Reporter. Wenn ich den zwischen die Finger kriege..."
"Wir sind alle ganz schön wütend auf ihn. Aber wir müssen auch an unser Imitsch denken. Eine Schlagzeile wie 'Wächter verprügeln harmlosen Journalisten' oder Ähnliches möchte ich nicht lesen, ist das klar?"
"Verprügeln wäre noch zu wenig", grummelte Zaddam vor sich hin, doch dem Einwurf fehlte es bereits an Enthusiasmus. Mit dem verpatzten Einsatz hatten sie sich eh schon zum Gespött der Wache gemacht. Und sie würden zum Gespött der ganzen Stadt werden, wenn in der Times ein entsprechender Artikel auftauchen würde. Das Valdimier und er die Spur der Flüchtenden verloren hatten, als diese in die Schatten abgetaucht waren, konnte man diesem Hubert Stift außerdem nun wirklich nicht anlasten. Allerdings hatte durch die doppelte Auflösung an einem Abend ihrer beider Orientierungssinn etwas gelitten. Also war er letztlich auch daran nicht ganz unschuldig...
"Immerhin habt ihr den Eselskarren wiedergefunden.", versuchte auch Carisa die Wellen zu glätten.
Kanndra nickte der Wasserspeierin zu. "Genau. Und dadurch haben wir einen Ansatzpunkt, wo wir mit der Suche beginnen können. Weit können sie ja nicht mehr gekommen sein."
Venezia schluckte ein Stück Würstchen herunter und hob bedauernd die Schultern. "Eigentlich ist das ein Fall für RUM."
Den Freiwilligen Rettern war deutlich anzusehen, was sie in diesem Fall von den Zuständigkeiten hielten. Diese drei Geiselnehmer wollten sie unbedingt wieder einfangen, koste es was es wolle.
Das war auch der Verdeckten Ermittlerin aufgefallen. "Eigentlich ist es sogar mein Fall. Aber ich könnte sicher etwas Unterstützung gebrauchen. Unsere Abteilung ist allerdings völlig überlastet."
Venezia grinste sie an. "Verstehe. Leider kann ich aber auch nur zwei Wächter dafür abstellen. Ortbe ist verletzt und Rogi und Rib sollten sich auch erst mal schonen. Und dann sind da noch diverse andere Fälle...wie wär es mit Valdimier und Kanndra? Ihr habt ja schon öfter zusammengearbeitet. Viel Glück dann euch dreien."
Damit waren die FROGs entlassen.

Am nächsten Morgen

"Finden Sie es wirklich eine so gute Idee, Herr Stift? Einer der Vampire ist mit dem Fall betraut und nach ihrem gestrigen Auftritt kann ich nicht sagen, dass ich mich wirklich glücklich schätze, dass Sie weiter... an unseren Fersen kleben wollen." Die FROG-Schäffin musterte den dicken Mann mit einem Blick, der kaum Interpretationsspielraum ließ [2].
Hubert fuhr sich mit dem Finger unter dem Kragen entlang, an dem sich bereits eine Menge Schweiß gebildet hatte. "Ich wäre jetzt auch lieber woanders, Frau Oberleutnant", erwiderte er. "Zum Beispiel in einem gemütlichen Dschungel in Klatsch, mitten in einer lustigen Stammesfehde."
"Aber mein Redakteur meinte, ich sollte unbedingt an dem Fall dranbleiben. Wissen Sie, der Diebstahl des berühmtesten Gemäldes der Scheibenwelt interessiert unsere Leser natürlich. Ganz zu schweigen von dem Schicksal der armen, unschuldigen jungen Frau." Er räusperte sich. "Hatte er jetzt zu dick aufgetragen?"
Die Wergnomin seufzte. "Na gut, dann werde ich den dreien mal die gute Nachricht mitteilen." Wäre Ironie flüssig, so hätte jetzt das Büro unter Wasser gestanden.

[Carisa]

In Carisas Büro

"Wo wollen wir anfangen?" fragte Carisa ihre Kollegen.
"Naja, wir haben erst mal den Eselkarren," meinte Valdimir.
"Dann sollten wir den mal genauer untersuchen, vielleicht bekommen wir einen Anhaltspunkt," schlug Kanndra vor. "Ich meine, wenn da ein Zettel mit der Adresse der Täter wäre oder so." Sie versuchte zu grinsen um die Situation etwas aufzulockern. Dies wäre vielleicht auch gelungen, wenn es nicht in diesem Moment geklopft hätte und Veni den Raum betrat, nachdem Carisa die Tür geöffnet hatte.
Die drei Wächter salutierten.
"Rühren! Ich habe noch eine Nachricht für euch. Herr Stift sitzt unten im Wachraum, er wird euch weiter begleiten", sagte Veni mit wenig Begeisterung. Sie mochte solche Botschaften nicht.
"Das ist nicht wahr", seufzte Kanndra. "Als hätten wir nicht genug Probleme."
Auch die anderen zwei Wächter schauten sehr betroffen drein.
"Der wird alles vermasseln", stöhnte Valdimier.
"Das ist doch nicht dein Ernst", Kanndra starrte Veni ungläubig an.
Währendessen redete Carisa auf Valdimier ein, der allen anschein machte, gleich aus der Haut zu fahren.
"Mit diesem Kerl arbeite ich nicht zusammen, eher sterbe ich", knurrte er.
"Da das nicht möglich ist, wirst du wohl nicht drum rumkommen. Ich habe auch keine Lust drauf, aber wir können doch nichts dran machen", versuchte Carisa zu beruhigen.
"Ich bringe ihn um, was glaubt der denn, erst den Einsatz vermasseln und jetzt sollen wir ihn auch noch mitschleppen?" Val war nicht zu beruhigen.
"Es tut mir leid, ich habe Anweisung vom Chef bekommen. Ich kann euch aber versichern, Herr Stift ist auch nicht froh drüber, dass er hier weitermachen muss, glaube ich zumindest", erklärte Veni den drei Wächtern, "tut mir wirklich leid Leute, ich wünsche euch viel Glück."
Kanndra, Carisa und Valdimier schauten sich an. Es ging wohl nicht anders und die Zeit drückte, sie mussten zusehen, dass sie eine Spur fanden.
"Also gut, dann lasst uns mal los", seufzte Kanndra. "Veni, schick diesen Unglücksraben zu uns."
Veni drehte sich um und verließ das Büro wieder. Auch sie fühlte sich nicht sehr wohl. Das Letzte was sie wollte, war dass ihren Leuten noch Steine auf den Weg zur Lösung eines so schwierigen Falles gelegt wurden.

Nachdem sie Hubert deutlich und nicht gerade freundlich darauf hingewiesen hatten, dass er einen möglichst weiten Abstand von ihnen und vor allem von Valdimier halten sollte, machten sich die drei Wächter auf in Richtung Schatten. Ihre Kollegen hatten den Eselskarren mittlerweile gesichert und auf Spuren untersucht.
Am Fundort des Karrens angekommen, trafen sie auf Charlie Holm. Der Tatortswächter von SUSI hatte scheinbar die Spuren aufgenommen.
"Und Charlie, hast du etwas Brauchbares gefunden?" fragte Carisa.
"Nein, nicht wirklich, die Spuren führen vom Karren weg in diese Gasse, aber die verwinkelt sich da hinten und ich habe auch keine Spuren mehr entdecken können. Da sind einfach zu viele Leute gelaufen, seitdem die Diebe hier durch gekommen sind."
"Verdammt", ließ sich Valdimier vernehmen, "und wie kommen wir jetzt weiter?"
"Vielleicht sollten wir hier mal ein paar Leute befragen, Anwohner und so", schlug Kanndra vor.
Hubert Stift der sich bisher im Hintergrund gehalten hatte, kam nun zu den drei Wächtern.
"Ist das das übliche Vorgehen bei sowas? Anwohner befragen?"
Als Antwort bekam er von Valdimier einen ausgesprochen verachtenden Blick.
"Komm Val, lass uns loslegen", sagte Kanndra um die Situation zu entspannen. "Carisa kümmerst du dich erst mal um Herrn Stift und schaust dich dann mal ein wenig um?"
Die Wasserspeierin nickte.
"Herr Stift, ich würde ihnen empfehlen, einfach ihre Notizen zu machen uns aber nicht mit ihren Fragen zu belästigen. Wir sind schon genug im Stress und sie machen es nicht besser, außerdem ist Valdimier nun wirklich nicht gut auf sie zu sprechen", sagte sie in warnendem Tonfall.
Eingeschüchtert vom Tonfall und der ihn immerhin um zwei Köpfe überragenden Wasserspeierin nickte der Reporter und verschwand hinter dem Eselskarren.
Verdammt, wie soll ich denn so Informationen bekommen? fragte er sich und blickte der Verdeckten Ermittlerin nach, wie sie auf ein Dach stieg.

In der Fibergasse wurde gefeiert.
"Wir haben es tatsächlich geschafft", jubilierte Gustav. Zum wiederholten Male blickte er in das unergründliche Lächeln Mona Oggs.
"Mein Vater wird euch lynchen", zetterte Angelina. Sie war an einen Stuhl gefesselt.
"Bring die Kleine zum Schweigen, die nervt", knurrte Erik Illbert zu.
Dieser grinste. Schon auf der Fahrt zum Versteck hatte er keinen Hehl daraus gemacht, wie gut Angelina ihm gefiel. Er hatte nun mal einen ausgefallenen Geschmack.
"Was mir da einfällt. Wir haben das Bild und eine Geisel, richtig?" Gustav machte eine kurze Pause um die anderen beiden denken zu lassen.
"Der Boss wird sicher zufrieden sein, aber wie wärs mit einem kleinen Bonus für uns?"
Die beiden anderen blickten ihn fragend an.
"Na, Lösegeld, ihr Trottel", sagte Gustav und verdrehte die Augen.

"Und habt ihr was?" fragte Carisa ihre Kollegen.
Die beiden schüttelten die Köpfe.
"Zumindest nichts, was uns weiter hilft. Laut einer älteren Dame aus dem Haus dort", Kanndra zeigte auf ein verfallenes Häuschen, "haben die den Karren gewechselt. Keine weiteren Hinweise."
Carisa nickte. Sie blickte zu Hubert Stift, der noch immer am zurückgelassenen Karren stand.
Hoffentlich macht er keinen Ärger mehr, dachte sie.
In diesem Moment landete eine Taube auf Valdimiers Schulter und entleerte zunächst einmal ihren Darm.
"Verdammt", fluchte der Vampir und schlug nach dem Federvieh.
Kanndra nahm die Taube und entfernte das Röhrchen. Dann entnahm sie ihm den Zettel und las ihn.
"Oh nein", stöhnte sie. Dann gab sie den Zettel weiter.
Nachdem ihre Kollegen ihn gelesen hatten, begannen sie alle Richtung Wachhaus zu rennen. Ein Gespräch war nicht notwendig.
Hubert Stift blickte verwundert auf und es blieb ihm nichts anderes übrig als auch zu laufen.
"Was ist denn los?" rief er den Wächtern nach.
Carisa, die sowieso langsamer lief, reichte ihm den Zettel, den sie noch in der Hand gehabt hatte.
Er las folgendes:
Lösegeldforderung für Geisel. Stopp
Kommt sofort her. Stopp.
Kmdr. und Farbenfroh auch da. Stopp.
Patrizier angeblich verdammt sauer. Stopp.
Veni

"Lösegeld? Was soll denn das?" fragte Hubert.

Seine Frage wurde ihm in Venis Büro beantwortet.
Dort hatten sich sowohl der Vater der Entführten als auch der Kommandeur eingefunden. Letzterer machte gerade deutlich, wie gefährlich ruhig der Patrizier bei der Mitteilung gewesen war, dass sein wertvollstes Kunstwerk gestohlen worden war, als die drei Wächter und der Reporter das Büro betraten.
"Veni, was ist los?" fragte Kanndra völlig außer Puste.
"Eine Lösegeldforderung. 100.000 AM Dollar in kleinen Scheinen. Heute abend am Kai 5 im Hafen zu deponieren", antwortete Veni und hielt Kanndra das Erpresserschreiben hin.
"Herr Farbenfroh soll das Geld überbringen?" fragte Carisa, die Kanndra über die Schulter geschaut hatte.
"Ja, genau, dann bekommt er seine Tochter unbehelligt wieder."
"Das heißt, wir müssen eine Überwachung machen und die Täter bei der Übergabe schnappen", stellte Valdimier fest.

[Kanndra]

Hubert Stift musste zugeben, der Einsatz der grüngewandeten Wächter sah von seiner Position recht beeindruckend aus. Sie hatten sich quasi unsichtbar gemacht, bis einer der Gangster am Geldübergabeort erschienen war. Dann schlugen sie so schnell zu , dass dieser keine Chance zum Entkommen bekam. Gern wäre Hubert näher dran gewesen, doch ein finster dreinblickender Hüne von Wächter verhinderte das.
"Hör mal, ich halte mich auch ganz bestimmt im Hintergrund", versuchte Hubert es trotzdem. Wie es aussah, nahmen die FROGs den Täter gerade so richtig in die Mangel und das musste er unbedingt mitbekommen. Wenn dabei keine neuen Informationen über den Fall raussprangen, dann doch zumindest ein Artikel über die Brutalität der Wache.
"Veni, ich meine der Oberleutnant, hat mir ausdrücklich befohlen, dich nicht näher rankommen zu lassen", widersprach der Gefreite. Und er wollte seine Sache gut machen, vielleicht wurde er dann bald befördert und würde sich schon in ein paar Wochen einen Nachnamen leisten können. Oder zumindest den ersten Buchstaben.
"Aber die Öffentlichkeit hat ein Recht auf Information...", packte Hubert seinen Standardspruch aus, während er mit zusammengekniffenen Augen die Ereignisse zu erkennen versuchte. Da! War da nicht ein blaues Etwas an dem Entführer hochgeschossen?
"Na toll, Rib", drang die Stimme des Werwolfs bis zu ihnen hinüber, "jetzt ist er ohnmächtig!"
"Was kann ich dafür, wenn der so eine weiche Birne hat?"

Illbert erwachte aus einem Traum, in dem knapp bekleidete klatschianische Schönheiten ihn mit Früchten gefüttert und ihm Luft zugefächelt hatten. Eine davon hatte eine merkwürdige, schmutzigblonde Frisur und ein tiefgründiges Lächeln gehabt. Doch als er die Augen aufschlug, empfingen ihn nur Spinnweben und ein Gesicht mit Nähten und zwei verschiedenfarbigen Augen.
"Fieht fo auf, alf wäre unfer Patient fu fich gekommen. Wie gehtf unf denn?", sagte das Gesicht.
Illbert fuhr hoch und versuchte, sich in der am weitesten entfernten Ecke zu verkriechen. Sie hatten ihn tatsächlich in der Obhut eines Igors gelassen! Seit sein Onkel gestorben war, hatte Illbert panische Angst vor denen. Nicht nur, dass so ein Igor seinen Onkel einfacht hatte sterben lassen, er hatte sich auch anschließend großzügig an dessen Körper bedient. Sie hatten kaum noch etwas gehabt, was sie hatten beerdigen können.
"Ich sag' alles, was Sie wissen wollen, aber holen Sie mich hier raus", kreischte er deshalb der verdutzt wirkenden Dunkelhäutigen entgegen, die glücklicherweise gerade die Zelle betrat, in der er sich aufhielt. Sie bekam ihre Gesichtszüge schnell wieder unter Kontrolle und lächelte ihn an. "Gut. Dann sag uns, wo die Geisel ist. Und das Bild."

"Ich habe es doch nur gut gemeint, ehrlich", jammerte Stift. Er hatte wirklich das Gefühl gehabt, den Wächtern etwas schuldig zu sein und so hatte er den Kunstsachverständigen aufgetrieben. "Ich konnte doch nicht wissen, dass das Bild eine Fälschung ist."
"Wie edel von Ihnen", spottete Venezia. "Sie haben mit dem Artikel darüber aber auch nicht gerade Verlust gemacht, oder? Sie haben Glück, dass der Patrizier und der Kommandeur nicht ernsthaft daran geglaubt haben, dass wir das Bild vertauscht haben. Sonst hätte ich Sie und Ihren Kunstexperten zum Frühstück verspeist." Mit einem grimmigen Lächeln hob die Gnomin den Deckel der Akte an und ließ ihn auf den Inhalt herunterfallen. "Jedenfalls wird hiermit der Fall offiziell geschlossen. Es ist mir inzwischen völlig egal, wer hinter dem Diebstahl steckt und warum zum Pandämonium das Bild eine Fälschung ist."
Mir nicht, dachte Hubert, aber die Wächterin war noch nicht fertig.
"Hauptsache, es ist wieder da, wir haben die Täter verhaftet und der Geisel ist nichts passiert. Und von< i>Ihnen will ich nichts mehr hören, ist das klar? Sie haben uns nichts als Ärger gemacht und sollten Sie uns noch einmal belästigen, stecken Sie in großen Schwierigkeiten."
Sie wusste nicht, wie recht sie behalten sollte...

[1] und Vampire können sehr eindrucksvoll mit den Zähnen knirschen

[2] man hatte höchstens die Wahl zwischen "Ihh, ein ekliges Insekt" oder "Was macht der Haufen Ankh-Schlamm in meinem Büro"




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