Tiehmwörk - Miteinander statt Gegeneinander (Strafcoop)

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von Wächterin Magane (GRUND), Wächterin Laiza Harmonie (GRUND)
Online seit 13. 02. 2004
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 Außerdem kommt vor: Humph MeckDwarf

Die Rekrutinnen Laiza Harmonie und Magane haben durch eine Prügelei auf offner Strasse von mir (Hptm Humph MeckDwarf, Ausbildungsleiter) eine Rüge und eine Strafe bekommen: Hiermit ist von beiden eine gemeinsame Coop-Mission zu schreiben, wobei jeder mindestens 1000 Wörter schreiben sollte. Die Coop wird von mir verbessert und verwaltet. Das Thema der Mission wird sein: "Tiehmwörk - Miteinander statt Gegeneinander".

Dafür vergebene Note: 11

Anmerkung: Die interne Behandlung des Falles sowie die Zurechtweisung und interne Bestrafung wurde mit Hauptmann Rascaal Ohnedurst bzw. IA besprochen und abgesegnet. Weiters waren beide Parteien mit dieser Coop einverstanden.
Gez.
Hptm. Humph MeckDwarf, Ausbildungsleiter

Die vorangehend geführten Gespräche sind hier zu finden.


Laiza Harmonie

Prolog


Früher einmal ging es im Leben eines Menschen [1] nur um das nackte Überleben. Das wichtigste war, das eigene Wohlbefinden, man stand im Mittelpunkt und es interessierte einen nicht wie es den anderen erging.
Doch die aufkommende Mohdärnisierung der Scheibenwelt brachte nicht nur praktische Sachen mit sich, die für die Bewohner vom Vorteil waren und ihr Leben mit mehr Komfort ausstatteten. Nein, das wäre zu schön gewesen, es entstanden auch Dinge, an die sich die Bewohner der Scheibenwelt anpassen mussten. Das Anpassen an etwas Neues ist für jeden eine sehr schwere Angelegenheit. Schließlich will jeder als selbstständiges Individuum seine Persönlichkeit wahren. Aber sich Anpassen heißt, alte Gegebenheiten loslassen. Für viele stellte das ein Problem dar. Wie soll man sich anpassen, wenn man dafür eventuell wichtige Bestandteile seines eigenen Charakters abschaffen muss?
Tiehmwörk war eine dieser Errungenschaften der Mohdärnisierung. Da die Wache von Ankh-Morpork mohdärn sein will, wurde Tiehmwörk überall in der Wache eingeführt. Bislang schien alles gut zu laufen, die einzelnen Abteilungen arbeiteten sehr gut miteinander und es gab selten Alleingänge von irgendwelchen Wächtern.
Alles schien in Ordnung, nur in das Wachhaus an der Kröselstrasse, wo die G.R.U.N.D.-Ausbildung der Rekruten stattfand, war das Phänomen des Tiehmwörks noch nicht ganz vorgedrungen.

Tag 1


Laiza Harmonie stand am Wachetresen. Mit beiden Unterarmen stützte sie sich auf den Tresen und starrte in eine dampfende Tasse "Überwalds beste Kräutermischung" – Tee. Sie hatte ihren Umhang achtlos über den Tresen geworfen und darauf ihr Dienstschwert gelegt. Sie starrte ihr Bild an, das sich auf der heißen schwarzen Flüssigkeit widerspiegelte. Auf ihrer Nase klebte ein großes Pflaster, mit dem sie von Hauptmann Humph MeckDwarf heut Morgen persönlich verarztet worden war...
Es hatte alles damit angefangen das Laiza sie kennen gelernt hatte. Sie war Rekrutin Magane, eine große schlanke junge Frau mit schwarzen glatten Haaren und einem bleichen Gesicht wie eine Untote.
Laiza gehörte nicht zu dem Typ, der Menschen mit Vorurteilen begegnete. Sie versuchte immer eine Person erst kennen zulernen, bevor sie sich eine Meinung über denjenigen oder diejenige bildete. In den meisten Fällen war das für sie kein Problem, doch bei Magane war es etwas ganz anderes. Zuerst einmal war da das allgemeine Erscheinungsbild der jungen Frau. Sie war groß und dünn und hatte schwarze glatte Haare und blaue Augen. Das waren alles Dinge, die überhaupt nicht schlimm waren und für sich betrachtet kein Grund wären um jemanden nicht auszustehen zu können. Doch dann war da noch diese bleiche Gesichtsfarbe, die Magane wie eine Untote erscheinen ließ. Nicht das Laiza etwas gegen Untote hätte. Sie kam schließlich aus Überwald, da sind Untote nichts Außergewöhnliches. Aber genau das störte Laiza einwenig, Magane sah aus wie eine Untote, war aber keine und aus ihrem bleichen Gesicht sprang einem ein roter Mund entgegen, der dem Gesicht noch den letzten Rest Farbe zu entziehen schien. Hinzu kamen dieser extrem dämliche Hut, ein schwarzer Filzhut mit einer breiten Krempe, und die Handschuhe mit denen Magane sogar ins Bett ging. Abgesehen von diesem seltsamen Erscheinungsbild, das Laiza absolut schrecklich fand, kam auch noch ihre erste Begegnung hinzu.
Es war Laizas erster Ausbildungstag gewesen. Eigentlich hätte sie mit den anderen Rekruten einen kleinen Aufstand auf dem Hiergibt'salles-Platz auflösen sollen. Doch dann hatte sie Hauptmann Humph MeckDwarf abkommandiert.
Sie sollte Magane bei einer Strafarbeit helfen: Säuberung des Lagers für beschlagnahmte Gegenstände. Grimmig starrte Laiza weiter in ihren Tee, als sie an den Tag zurück dachte.
Es waren seit dem erst drei Tage vergangen, doch sie war immer noch sauer darüber, dass sie die praktische Unterrichtseinheit "Beruhigen und Auflösen von Aufständen" verpasst hatte.
Vielleicht lag ihr Problem einfach daran, dass Magane und sie einiges gemeinsam hatten, andererseits auch wieder nicht. Neugierig waren beide ohne Ende, doch im Gegensatz zu Magane hatte Laiza ihre Neugier recht gut im Griff. Wahrscheinlich aber nur dadurch, weil sie wusste wie viel Unheil man mit Neugier anstellen konnte und Laiza wollte nur ihr Bestes.

Tiehmwörk -- Laiza wollte nur ihr Bestes -- Tiehmwork hieße nicht sein Bestes im Auge zu behalten, sondern das Beste für eine Gruppe zu erreichen. Das hieße auch, nicht nur auf sich aufzupassen, sondern auch auf andere. -- Laiza hatte in Überwald einige Freunde, doch im Grunde war sie eine Einzelgängerin. Viele Nächte war sie ohne ein Ziel alleine durch die Wälder gelaufen -- Tiehmwörk heißt Zusammenarbeit, gemeinsam etwas "auf die Beine stellen", Absprache -- Laiza war keine Person von vielen Worten, sie hörte lieber zu anstatt selber zu reden und sie diskutierte nicht sehr gerne [2].
Laiza trank einen Schluck aus ihrer Teetasse.
Der gestrige Tag war für Laiza recht gut gelaufen. Am Morgen hatte die Sonne es geschafft durch den Nebel zudringen, vom Taubenschlag hörte man zufriedenes Gurren, Hauptmann Humph MeckDwarf hatte gute Laune und Laiza's Armbrustbolzen hatten alle mehr oder weniger gut die Zielscheibe getroffen.
Und das Beste am ganzen Tag war ihre Nachtwache. Sie liebte die Nacht, außerdem war es momentan schön kalt in Ankh-Morpork. Sie liebte kalte Nächte. Und so hatte sie sich voller Freude am Abend aufgemacht um Tibor Khäinen am Hide Park abzulösen. Die Nacht war ruhig und ereignislos gewesen und so hatte sie sich entschieden auf ein Aufwärm-Getränk in die Geflickte Trommel zu gehen, als sie endlich vom Wachdienst abgelöst wurde. Aus dem Aufwärm-Getränk wurden ein paar mehr, als sich einige Kerle zu einer netten Pokerrunde an Laiza's Tisch gesellt hatten.
Ganz zufrieden, weil sie gewonnen hatte, verließ sie die Taverne, mit der Sehnsucht nach ihrem warmen Bett im Wachhaus Kröselstrasse. Doch dann kam alles anders.
Als sie von der Taverne die Filigranstraße herunter lief, hörte sie Schritte hinter sich im Schnee. Sie hatte versucht die Person abzuhängen, indem sie schneller wurde und die Richtung wechselte, doch ihr Verfolger war hartnäckig an ihr dran geblieben. Irgendwann war es Laiza dann Leid gewesen, war hinter einer Ecke in Deckung gegangen und setzte ihrem Verfolger ihren Dolch an die Kehle, als dieser an der Ecke ankam.
Der Zeitdämon auf dem Wachetresen zeigte fünfzehn Uhr an. Laiza wartete und trank langsam ihren heißen Tee.
Es hätte schlimmer kommen können, fuhr es Laiza durch den Kopf als sie an die Morgenstunden des Tages dachte.
Erst als sich ihr Dolch an die Kehle ihres Verfolgers legte, erkannte Laiza wer es war. Sie sah jetzt noch das erschrockene Gesicht von Rekrutin Magane, das von einer fernen Laterne schemenhaft erhellt worden war. Sie hatte mit allem gerechnet, nur nicht mit einem Wächter. Durch ihre plötzliche Wut war Laiza nicht so geistesgegenwärtig gewesen, den Dolch sofort zu senken.
Es hätte überhaupt nichts passieren brauchen.
Laiza hätte den Dolch von Maganes Hals genommen, als diese darum bat. Doch Magane bedankte sich, indem sie unvermittelt zuschlug. Leicht beflügelt durch den Alkohol ließ Laiza das nicht auf sich sitzen. Laiza konnte immer noch nicht genau sagen, wieso es zu dem darauf folgenden Kampf kommen musste. Antipathie war kein richtiger Grund für eine Prügelei.
Die Eingangstür des Wachhauses ging auf und Magane wehte mit Schnee in die Empfangshalle. Grimmig sah sie sich um und ihr Blick traf Laiza.
Aggressionen waren allerdings ein Grund, dachte sich Laiza und versuchte zu lächeln, auch wenn es ihr wegen der gebrochene Nase wehtat. Aber auch Mag war nicht ohne Verletzung davon gekommen. Ihr linkes Auge war extrem angeschwollen und schimmerte jeden Betrachter in einem gelb-violett an. Außerdem hatte sie am Hals eine unscheinbare kleine Schnittwunde. Dort hatte Laiza vor einigen Stunden ihren Dolch angelegt. Die Verletzung war aber nicht weiter schlimm und es war mehr ein Kratzer als eine Schnittwunde.
"Na endlich", meinte Laiza und versuchte freundlich zu klingen. Magane stellte sich vor den Ofen und wärmte sich die Hände.
Nachdem der Hauptmann, bezüglich der Prügelei, ein Gespräch mit ihr geführt hatte, war sie verschwunden. Laiza vermutete, dass sie zum Friedhof gegangen war, wo ihr bester Freund ein Mausoleum bewohnte.
"Ja, endlich." meinte Mag und schniefte. Sie hatte sich wohl in der Nacht erkältet. Es war ziemlich kalt gewesen und sie hatte nur dünne Sachen am Leib getragen. Laiza musterte sie, anscheinend war sie von ihrem neuen Sold einkaufen gewesen. Sie trug eine warmaussehende schwarze Hose und einen dicken schwarzen Wollpulli, nur ihr Umhang war immer noch derselbe dünne Umhang. "Der Schnee ist hoch, ich kann ja nicht fliegen." Laiza murmelte etwas Unverständliches vor sich hin und trank einen Schluck vom Tee.
Nach einigen Minuten, die von den Beiden schweigend verbracht wurden, wandte sich Magane vom Ofen ab und trat hinter den Tresen, um sich eine Tasse Kaffee einzuschütten.
"Wo ist denn der Hauptmann? Was müssen wir denn jetzt genau machen?" erkundigte sich Magane und sah auf den Zeitdämon. Es war neun Minuten nach drei.
"Keine Ahnung, ist noch nicht aufgetaucht."
"Hoffentlich müssen wir nicht bei diesem arschkalten Wetter nach draußen!" Mag klammerte sich an ihrer Kaffeetasse, um ihre durchgefrorenen dünn behandschuhten Hände aufzutauen.
"Es ist eine Strafe und kaltes Wetter ist eine sehr gute Strafe."
Magane trank von ihrem Kaffee und musterte Laizas Nase und ihre bandagierte Hand.
"Ähm, tut es sehr weh?" fragte Mag durch zusammengebissenen Zähnen.
"Abgesehen, von dem stechenden Schmerz, wenn ich meine Gesichtmuskeln zu sehr bewege und die Kopfschmerzen, tut es so gut wie überhaupt nicht weh." Laiza strich vorsichtig mit ihren Fingerspitzen der gesunden Hand über ihre gebrochene Nase. "MeckDwarf meint, sie würde wieder gerade zusammen wachsen, er hat sie gut gerichtet."
Und vor allem schmerzhaft, fügte sie in Gedanken hinzu. Sie lächelte Mag, auf Grund ihrer Nase, sehr wage und vorsichtig an und fragte:
"Und was ist mit dir? Du dürftest nicht allzu schlimm verletzt sein."
"Genau." stimmte Mag zu und unterdrückte ein triumphierendes Lächeln. "Nur dieses außerordentlich schöne Veilchen, einige andere Blaue Flecken und einer Erkältung, ansonsten geht’s mit Recht gut."
Abgesehen davon, dass ich jeden Knochen im Körper spüre wenn ich mich bewege, wieso auch immer, dachte Mag.
Laiza hob eine Augenbraue, während sie in ihre Tasse schielte. Sie entschied sich keinen Kommentar abzugeben. Geistesabwesend schwenkte sie die Pfütze Tee in der Tasse.

Wenige Minuten später öffnete sich erneut die Tür des Wachhauses. Dieses Mal trug der Schnee Hauptmann MeckDwarf in die Eingangshalle.
Er schloss die Tür schnell hinter sich und klopfte den Schnee von seinen Schultern.
Mag trank den Rest ihres Kaffees in wenigen Zügen aus, stellte die Tasse weg und kam hinter dem Tresen hervor.
Sie stellte sich neben Laiza, und nahm genau wie Laiza Haltung an.
Humph blickte auf.
"Ah, da seid ihr ja schon." Die zwei jungen Frauen salutierten vor dem Hauptmann, der den Gruß flüchtig erwiderte. Er trat auf die Beiden zu und warf einen interessierten Blick auf Mags Auge. "Du hättest es kühlen sollen."
"Sir, ich habe es gekühlt."
"Die ganze Zeit über?"
"Ja, Sir, es war schließlich kalt genug draußen und so ein Mausoleum ist auch nur eher dürftig beheizt."
"Sie sehen schrecklich aus, aber es wird in einigen Tagen abschwellen."
"Hoffentlich..."
"Folgt mir." sagte der Hauptmann und ging an ihnen vorbei.

Humph verließ das Wachhaus und führte die zwei Frauen auf den Ausbildungsplatz, mit den Zielscheiben, dem Übungsplatz für die Schwertkämpfe und dem Hindernissparcour.
"Das ist eure Strafe." meinte Humph und breitete die Arme aus, als wolle er den ganzen Ausbildungsplatz umarmen.
"Der Ausbildungsplatz ist die Strafe?" fragte Laiza verwirrt. Sie warf Mag einen fragenden Blick zu, doch diese zuckte nur leicht mit den Schultern.
"Ja genau, es ist schon einige Zeit her, dass hier Ordnung geschafft wurde. Die Zielscheiben sind recht abgenutzt und so."
Mag nickte zustimmt, dass war eindeutig der Fall.
"Und was sollen wir genau machen?" fragte Magane.
"Ihr bringt den Ausbildungsplatz auf Vordermann. Neue Zielscheiben und überlegt euch was für Übungsgegenstände man noch erneuern muss, beziehungsweise, welche nicht hier sind und unbedingt hier hingehören."
"Und wie, Sir? Das kostet doch was."
"Tiehmwörk heißt miteinander, nicht gegeneinander. Denkt euch ein Konzept aus, plant. Ihr findet sicher bei irgendwelchen Werkstätten verwertbare Reste."
"Wir sollen also den Ausbildungsplatz sanieren, ohne dass wir irgendeinen Dollar dafür verschwenden?" fragte Laiza ungläubig.
"Von mir aus kannst du deinen Sold dafür ausgeben. Aber ja, genau, du hast es erfasst."
"Gehen wir einmal davon aus, Sir", begann Mag. "Wir haben eine super Idee, für eine neue Übung, und das kostet Geld, was machen wir dann?"
"Keine Ahnung, falls solch eine Idee, wirklich super sein sollte, wird der Kommandeur sicher davon begeistert sein und eventuell, oder vielleicht auch nicht, einige Dollars dafür erübrigen können." Er schaute in die verwirrten Gesichter der zwei Rekrutinnen. "Ich wünsche euch dann viel Erfolg."
Mag bedankte sich recht sarkastisch und Humph wandte sich ab und ging zurück ins Wachhaus.

Magane


"Na toll", stöhnte Mag und stieß einen kleinen Schneehaufen mit dem Stiefel um, "unter diesen Bedingungen finden wir noch nicht mal alle Übungsgeräte." Der Platz war vollkommen weiß, alle Geräte waren schneeverkrustet und es schneite noch immer.
Laiza sah sich um, blass erinnerte sie sich an den jämmerlichen Zustand der Geräte -- vor allem der Zielscheiben, in denen die Pfeile inzwischen nicht mehr stecken blieben, weil sie zu bröselig waren -- sie würden Tage brauchen um damit fertig zu werden, "Schätze wir sollten mit Schneefegen anfangen, nur um festzustellen was drunter ist." Sie gingen noch einmal zurück ins Wachhaus und holten sich zwei Schaufeln, um dann unter leisem beiderseitigem fluchen den Übungsplatz frei zu räumen.
Die Kälte schickte sich an, durch Kleidung, Haut und Fleisch zu kriechen um die Knochen in Eiszapfen zu verwandeln, während das Laiza nicht viel auszumachen schien, begann Magane langsam zu begreifen wie hart diese Strafe wirklich war. Nach etwa einer halbe Stunde ging sie noch mal ins Wachhaus, um ein frisches Taschentuch und das neue Paar Wollfutter-Lederhandschuhe aus dem Schlafsaal zu holen.
Nach einiger Zeit meinte Laiza es hätte überhaupt keinen Sinn bei diesem Schneegestöber, sie erwähnte Kämpfe und Windmühlenflügel [3], Mag hörte ihr nicht besonders aufmerksam zu -- sie hatte gerade einen alten blechernen Eimer mit weggerostetem Boden gefunden und vorübergehend an einen Blaken des Übungsparcours gehängt -- deswegen bekam sie nur teilweise mit was Laiza sagte, aber offensichtlich hatte ihre Kollegin einfach genug vom Schnee. Also gaben sie das Fegen auf und begannen damit sich die Zielscheiben genauer anzuschauen. Sie waren größtenteils in dem beklagenswerten Zustand von zukünftigem Sägemehl, anders ausgedrückt, sie sahen so aus als hätten einige Großfamilien der Gattung Holzwurm darin ein rauschendes Fest gefeiert -- oder mehrere rauschend Feste. Kurzum sie waren nicht mehr zu gebrauchen, wie hatten diese Scheiben nur so lange durchgehalten?
Während sie die alten Scheiben abbauten, diskutierten Laiza und Mag heftig das Problem der Materialbeschaffung. Vor allen Dingen brauchten sie Holz -- Woher nehmen und nicht stehlen?-- sie hatten beide nicht das Geld um gutes Holz (welches, das nicht innerhalb einer Woche so aussah wie die alten Zielscheiben) zu kaufen. Andere Arten der Materialbeschaffung kamen natürlich für Wächter nicht in Frage, außer vielleicht das Konfiszieren, das hätte allerdings eine Dreistigkeit erfordert, die die Beiden nur schwerlich aufbringen konnten, zumal sie weder gute Gründe hatten, noch die Befugnisse so etwas zu tun.
Sie beschlossen es trotzdem zu versuchen, vielleicht würden sie ja irgendwo ein Schnäppchen machen können, oder sie fänden große herumliegende Stapel herrenlosen Holzes in hervorragendem Zustand, oder ihnen käme eine zündende Idee, während sie durch die Straßen der Stadt liefen (es war immer eine gute Idee planlos durch die Stadt zu laufen um sich von ihr inspirieren zu lassen -- zumindest in normalen Städten -- in Ankh Morpork war diese Methode einfach nur riskant).
Allerdings war es schon recht spät und mit Rücksicht auf die vergangene Nacht, sie gaben sich noch immer gegenseitig die Schuld, zogen die Beiden es vor für Heute Schluss zu machen. Schließlich war es eine allseits bekannte Tatsache, dass Schlaf Schwierigkeiten schmelzen ließ und den Kopf von Blockaden aller Art reinigte.

Tag 2


Wider Erwarten waren am nächsten Morgen nicht alle Probleme gelöst. Weder Holz noch Farbe hatten sie neben ihren Betten gefunden und zwischen ihnen hatte sich auch nicht plötzlich Friede eingefunden [4]. Sie waren noch vor den anderen Rekruten aufgestanden und zum Frühstück gegangen.

***


Nach einer kurzen aber heftigen Diskussion, in der es hauptsächlich um das Tragen der Uniform beim Versuch Holz zu organisieren ging, hatte sich Mag durchgesetzt und sie waren sich umziehen gegangen, in zivil konnte man einfach mehr viel tun und war gleichzeitig viel unauffälliger. Die Rekrutinnen widerstanden dem Drang sich zu trennen (sicherlich wäre es äffischient gewesen, hätte aber mit Tiehmwörk nicht viel zu tun gehabt) und machten sich gemeinsam auf die Suche.

***


Ergebnislos waren Stunden verstrichen, mit Händlern war es immer das gleiche, sie waren sehr hilfsbereit, bis man durchschimmern ließ, dass es billig sein musste. Dann wurden sie abweisend, aggressiv oder -- und das war das schlimmste -- anzüglich.
Sie waren grade demotiviert und hungrig auf dem Weg um sich irgendwo etwas definitiv totes und genießbares zum Mittagessen zu holen, als sie Geschrei von der anderen Straßenseite hörten -- Geschrei ist sicherlich in AM keine Seltenheit und es war auch gar nichts ungewöhnliches daran, aber sie gingen dennoch nachschauen. Außer ihnen interessierte sich niemand dafür was hier geschah.
Das Gebrüll kam aus einem Sägewerk, hier waren sie heute Morgen auch gewesen, da war noch alles in Ordnung gewesen, nun aber offensichtlich nicht mehr. Die beiden hörten eine Weile zu: "... UND WER BEZAHLT MIT DEN VERLUST, MIT DIESEM MÜLL KANN ICH DOCH NICHTS MEHR MACHEN, DAS KAUFT DOCH KEINER MEHR...", scheinbar brüllte der Meister seinen Lehrling an, was er wohl getan hatte?
"... a... aber Sch... schäff, du... du sagtest doch 'dünn, so dünn, dass Licht durchscheint'..."
"ES GEHT NICHT DARUM WAS ICH GESAGT HABE, SONDERN DARUM WAS ICH MEINTE!!!"
"Sch... schäff ich k... kann nicht w... wissen, was du denkst, w... wenn du was anderes sagst..." verdammt mutig der Junge... das muss man ihm lassen, dachte Mag, eine gewisse Schadenfreude breitete sich in ihr aus, es war ihr viel lieber, wenn andere Leute angebrüllt wurden... was hatte der Junge wohl falsch gemacht?
"Wollen wir rein gehen und fragen was los ist?" Normalerweise hätte Laiza keine große Zustimmung erwartet, aber in dieser speziellen Situation wunderte es sie nicht übermäßig ein enthusiastisches "Wenn du meinst, dass uns das helfen könnte..." von ihrer Partnerin zu hören.
Gesagt, getan, drinnen fanden sie einen hochrot glühenden Meister, einen vor Scham im Boden versinkenden Lehrling und einen großen Haufen sehr dünner Bretter. Offenbar hatte der Junge die Bretter viel zu dünn gesägt, sie waren nun absolut unbrauchbar. In Mags Kopf arbeitete es, sie spürte, dass genau hier, direkt vor ihr die Lösung zu ihrem Problem lag... nur dass Problemlösungen nicht mit Fähnchen wedelten und Trompete spielten um auf sich aufmerksam zu machen. Einige Minuten vergingen, die Streitenden hatten sie noch nicht bemerkt. Dann plötzlich fiel ihr das Rezept für Ankhschlammleim wieder ein, da war sie, die Lösung, ganz einfach... sie musste nur... "Laiza, wir brauchen ein paar von den dünnen Brettern, ruhig viele, sie dürften eigentlich nicht mehr viel kosten -- und einen Beutel mit Sägespänen, ich besorge den Rest."
"Den Rest wovon?"
"Mir ist grad die Lösung unseres Problems eingefallen... meinst du, dass du die Beiden", sie zeigte auf die noch immer in ihren Konflikt vertieften Männer, "dazu überreden kannst die Bretter zu runden gleichmäßigen Scheiben zu sägen, dann hätten wir weniger Arbeit?"
"Ich glaube, dass mir das gelingen könnte...", erwiderte sie nachdenklich.

***


Mag war schneller verschwunden gewesen, als sie selbst für möglich gehalten hätte, gut es würde widerlich werden, aber so brauchten sie wenigstens kein teures Holz.
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Rezept für Ankhschlammleim:
Man nehme ca. einen halben Liter halbflüssigen Ankhschlamm und verrühre ihn gründlich mit einem halben Liter gewöhnlichem Kleister (Vorsicht: Nicht zu lange rühren sonst bekommt man das Rührwerkzeug nicht mehr heraus), hierzu gebe man eine kleine Hand voll Sägespäne und drei (!!!) Tropfen von Schnappers Würstchenfett.
Solange der Leim nicht mit Metall in Berührung kommt ist er ungefährlich, außerdem sollte man nur mit Kleidung und Gegenständen arbeiten, die man nicht mehr braucht.
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Sie organisierte sich aus dem Wachhaus zwei hölzerne Eimer und machte sich dann auf den Weg nach Hause (sie wollte mit der am wenigsten stinkenden Zutat anfangen und das war nun mal der Kleister), da sie wusste, dass ihr Freund Jay Kleister hatte -- einen Vampir tagsüber zu wecken war eine Sache, ihn dann aber mit etwas vollkommen Uninteressantem zu nerven eine ganz andere. Er war wie zu erwarten mies gelaunt, während er das Päckchen rauskramte, es ihr in die Hand drückte und wortlos wieder in seinem Sarg verschwand.

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Wer Laiza in diesem Moment beobachte, erkannte sofort, dass sie aus einer Händlerfamilie stammte. Sie hatte mit mildem Kaufinteresse angefangen und hatte den Holzhändler inzwischen schon so weit, dass er ihr den ganzen Betrieb für eine Hand voll Dollar verkauft hätte.

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Mags nächste Station war der Ankh, sie hatte nicht vor den Fluss innerhalb der nächsten halben Stunde öfter als einmal zu überqueren, deswegen musste sie wohl oder übel jetzt die Kruste durchbrechen und sich ein wenig "halbflüssigen Ankhschlamm herausholen. Sie hasste die Stadt nicht, nur den Gestank, und der Gestank kam nun mal hauptsächlich vom Ankh, ihr wurde normalerweise schon übel wenn sie die Brühe nur überqueren musste, aber dieses Vorhaben... allein der Gedanke daran verschlug ihr den Atem.
Später konnte sie sich nicht mehr erinnern wie sie es geschafft hatte, sich nicht in den für Ankhschlamm reservierten Eimer zu übergeben, um ihn auf diese Art zu füllen -- auch wusste sie nicht wie der Schlamm den Weg in den Eimer gefunden hatte. Sie wusste nur, dass sie es hinter sich hatte...

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Vom kaufmännischen Talent der jungen Wächterin voll überzeugt erklärte sich der Holzhändler grade bereit für einen Dollar das Holz zu Scheiben zu sägen und es dann zum Wachhaus an der Kröselstraße zu transportieren, außerdem füllte der Lehrling schon einen großen Sack mit Sägespänen, der genau wie das Holz ohne zusätzliche Kosten zur Wache gebracht werden würde. Laiza beaufsichtigte die Sägearbeiten und ließ sich dann von den Männern auf dem Lieferkarren mitnehmen.

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Zum Hier-gibt’s-alles-Platz war es Mag zu weit, sie beschloss deswegen die paar Tropfen Würstchenfett im Wachhaus am Pseudopolis Platz zu schnorren, schließlich hatten die Meldedämonen mehr als genug davon.
Mag hatte im Prinzip nichts gegen Dämonen... solange sie freundlich blieben und ihre Arbeit taten, was man von den drei Meldequälgeistern im Wachhaus nun wirklich nicht sagen konnte. Aber sie hatte schnell gelernt, dass man hier mit Nettigkeiten nicht weiter kam, um mit Reggie und Co klar zukommen halfen nur zwei Dinge, rohe Gewalt und Beleidigungen, da sie keine Zeit hatte entschied sie sich für letzteres, was dann auch relativ bald von Erfolg gekrönt war. Irgendwie kam es ihr leicht seltsam vor, dass sie niemand auf diese Aktion ansprach, andererseits war sie auch kaum jemandem begegnet, weil ja schließlich Mittag war.
Da sie nun alle Zutaten zusammen hatte kehrte sie auf dem schnellsten Wege zur Kröselstrasse zurück.

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Etwa anderthalb Stunden waren vergangen, seit sich die beiden Rekrutinnen getrennt hatten, beide waren sehr erfolgreich gewesen. Sie trugen die einzelnen Bestandteile der zukünftigen Zielscheiben in Mags Büro -- sie teilte es mit Knochenlos, und ging jetzt mal einfach davon aus, dass er schon nichts dagegen haben würde (fragen konnte sie ihn nicht, da er grade auf Streife war) -- wo sie auch sofort mit dem Zusammenrühren des Leims und dem Zusammenleimen des Holzes begannen.
Sie verbrachten etwa zwei Stunden damit sich gegenseitig möglichst wenig zu bekleckern, die ganze Aktion verlief relativ friedlich, was wohl daran lag, dass sie die ganze Zeit die wahrscheinlich giftigen Dämpfe des Leimes einatmeten und daher ziemlich schnell... nennen wir's mal fröhlich waren. Am Ende hatten sie verdammt gute Laune, ein versautes Büro und zehn fertige Zielscheibenrohlinge, die nur noch trocknen und lackiert werden mussten.
Sie gingen sich waschen und kehrten dann auf die Straße zurück... Lack brauchten sie schließlich auch.

***


Diese Suche verlief absolut erfolglos, nichts, aber auch gar nichts war zu machen, die Zwillingsstadt schien sich gegen die Beiden verschworen zu haben. Müde, abgespannt und inzwischen wirklich hungrig -- hungrig genug um ein Aalplätzchen (nach achaten Rezept) zu essen, aber noch nicht hungrig genug für Schnappers Würstchen -- liefen sie ziel und planlos durch die Gegend. Nach einer Weile kamen sie an einem Imbiss vorbei wo sie dann auch eine Kleinigkeit aßen. Aber im Großen und Ganzen war der Tag gelaufen, es musste schon ein Wunder geschehen, um Lacke fast umsonst zu bekommen.
...es muss schon ein Wunder geschehen, damit wir Lacke fast umsonst bekommen..., dachte Mag und hatte plötzlich eine Idee, "Geh schon mal vor zum Wachhaus, ich hab noch was zu erledigen."
Laiza hatte genug von diesem Tag, sie interessierte sich nicht dafür was Mag vorhatte und ging widerstandslos zum Wachhaus. Mag hingegen machte sich auf den Weg zurück zum Friedhof -- sie war müde, aber noch lange nicht so müde, dass sie vergessen hätte wie dieser eine besonders schmierige Farbenhändler sie behandelt hatte -- natürlich hatte er nichts zu verschenken, aber jeder hatte Reste, schließlich brauchten sie nicht viel und aus ein paar fast leeren Farbtöpfen konnte man mit Lösungsmitteln noch ne Menge rausholen... Wie dem auch sei, er war mit Abstand der widerlichste von allen Händlern gewesen, bei denen sie gefragt hatten und damit hatte er sich sozusagen freiwillig gemeldet für das was Mag vorhatte.

***


Eine große Fledermaus schwebte über die Stadt, nachts von oben betrachtet sah die große gutgeölte Maschine Ankh Morpork beinahe schön aus -- fliegen hatte sowieso viele Vorteile lebendige Menschen verpassen was -- sanft landete er vor dem Wachhaus in der Körselstraße und verwandelte sich wieder in seine normale Gestalt, zupfte seinen Anzug zurecht und schlich lautlos ins Wachhaus, das hießt, lautlos war geplant, stattdessen erklang ein markerschüttendes Quietschen als er die Tür so vorsichtig wie möglich öffnete Verdammt, womit habe ich das verdient?, einem Lebendigen wären an dieser Stelle der Schweiß ausgebrochen, aber ihm war das Schwitzen lange vergangen. Nervös wurde er trotzdem, man brach schließlich nicht alle Tage in ein Wachhaus ein... er ging vorsichtig rein, der Wächter am Tresen schien einen sehr tiefen Schlaf zu haben, er hatte das markerschütternde Quietschen nur mit einen etwas lauterem Schnarcher quittiert.
Der Vampir schlich an dem Wachhabenden vorbei zum Schlafsaal der Rekruten, sie hatte ihm alles ganz genau beschrieben, alles verlief vollkommen problemlos. Mit einem kurzen Stoßgebet an alle Gottheiten die zu dieser nachtschlafenden Zeit wach und nüchtern waren öffnete er die Schlafsaaltür. Hätte ihn jetzt jemand erwischt wäre er sicherlich sofort ohne Rückfragen gepfählt worden, Menschen neigten dazu die Leute erst in Staub zu verwandeln und dann zu fragen, was nicht wirklich schlimm war, ihn störten nur die Löcher in der Kleidung.
Mag zu finden war nicht weiter schwierig, sie lag vollkommen gerade in einem Bett, das viel zu breit wirkte. Außerdem roch sie noch immer penetrant nach Leim, genau wie die Rekrutin neben ihr -- er vermutete, dass es sich bei ihr um die "arrogante Ziege" handelte, die, Mag's Erzählung nach, an allem schuld war. Natürlich war ihm klar, dass beide im gleichen Maße an ihrer Strafe die Schuld trugen, aber er hätte ihr das nie gesagt, er wollt schließlich seine untote Existenz noch einige Zeit bewaren. Es war ziemlich genau (so genau wie eine mehrheitlich beschlossene Uhrzeit sein konnte) drei Uhr nachts, er war pünktlich, wie immer, genau wie verabredet bückte er sich zu seiner besten Freundin herunter und weckte sie. Mag schlug die Augen auf, schwang sich aus dem Bett und schon zwei Minuten später standen die Beiden vor dem Wachhaus auf der Straße.
"So Süße, hier ist das Dokument, das du wolltest, hab mir besondere Mühe gegeben, sieht total echt aus...", der Vampir sah sie fürsorglich an, sie schien zu glauben, dass sie gegen den Eid, den sie geschworen hatte, ankämpfen konnte, wenn sie nicht im Dienst war -- ein guter Wächter war immer im Dienst, irgendwas musste also schief gehen, die Wächterin in ihr würde nicht zulassen, dass sie damit ungestraft durchkam, sie musste dem Gesetz dienen, "...soll ich dir wirklich nicht helfen?" ihm war nicht wohl dabei, dass Mag vor hatte es allein durchzuziehen. Sie sah ihn dankbar und entschlossen an, während sie sich den rechten Handschuh anzog.
"Ich will weder dich noch sonst wen da mit reinziehen, ich mache das allein -- irgendwo muss Tiehmwörk Grenzen haben -- aber es wäre gut wenn du mir dein Werkzeug für diese Nacht borgen könntest."
"Na ist doch selbstverständlich, aber darf ich dich daran erinnern, dass du damit nicht besonders gut bist", er reichte ihr ein kleines schwarzledernes Etui. Sein Werkzeug bestand aus ein paar in Form gebogenen Drähten, Zangen, einigen Messern, einem Feuerzeug und nicht zuletzt einem dünnen aber dennoch starken Seil -- und natürlich stimmte es nicht, dass Mag damit nicht umgehen konnte, nein ganz im Gegenteil, es bereitete ihr nur Schwierigkeiten mit den Drähten Türen zu öffnen und natürlich war die Sache mit dem Feuer für sie vollkommen unmöglich...

***


Währenddessen schlief Laiza Harmonie leise murmelnd und nichts ahnend im Schlafsaal im Wachhaus.

***


Wut war die Mutter der besten Ideen und die vernünftigsten Menschen neigten dazu ihr bedingungslos zu gehorchen. Die Wut war inzwischen verraucht, es lohnte sich nicht sich über einen Mann länger als ein paar Minuten aufzuregen, aber die Idee war geblieben... sie hatte alles perfekt geplant, es konnte nichts schief gehen, die Dienstmarke steckte sicher in der linken Hosentasche (sie hatte vorkurzem einen unglaublich anregenden Klicker gesehen, in dem ein sehr gutaussehender Wächter mit einer extrem geschmeidigen Bewegung seine Marke aus der Tasche zog...) und außerdem hatte sie ein Papier, das die Sache zu einem Kinderspiel machte...
Nur wenige Minuten später stand sie wieder vor dem Laden, dass Schild "Teer Pentin's Farben und Lacke aller Art" schwang quietschend im eisigen Wind hin und her. Perfekt -- sogar mit eingebauten Hintergrundgeräuschen -- es kann gar nichts schief gehen, sie sah sich noch einmal zu allen Seiten um und machte sich dann daran das Schloss zu knacken. Es dauerte ewig -- verdammte Drahtdingers -- aber dann sprang die Tür mit einem leisen metallischen "Klack" auf. Am Nachmittag waren sie nur im vorderen Bereich des Ladens gewesen, jetzt ging sie nach hinten ins Lager und fand eine Menge schöner Dinge -- aber sie hatte sich ja fest vorgenommen nur die Dinge mitzunehmen die sie wirklich brauchte, schließlich war sie kein Dieb -- während sie den großen sie mitgebrachten Beutel auf den Boden legte, schaute sie sich forschend um. Mag sah gut, trotz der Dunkelheit, jahrelanges Nachtleben hatte ihre Augen geschärft, zielsicher suchte sie aus den Regalen die Lacke heraus, die sie brauchten, Rot... direkt daneben Grün, nach einigen Augenblicken Suche entdeckte sie auch Weiß und Schwarz, die insgesamt vier Dosen verschwanden in der Tasche -- wo war nur der Klarlack?
Sie ging alle Regale von oben bis unten durch, nirgends war Klarlack zu finden. Langsam geriet Mag in Panik, das dauerte alles viel zu lange, ein Einbruch sollte höchstens fünf Minuten dauern, zumindest wenn die Luft nicht wirklich rein war. Leise fluchend brach sie einen Schrank auf -- sie hatte eigentlich nicht vorgehabt irgendetwas zu beschädigen, aber jetzt war es zu spät -- in dem Schrank fanden sich haufenweise Pinsel, viele Flaschen Lösungsmittel und noch so einiges andere, was man bei einem Farbenhändler vermutete. Mag nahm zwei Pinsel und eine von den Flaschen, verstaute auch sie im Beutel und sah sich dann noch mal in dem vollgepackten Raum um. Die Konturen verschwammen in der Dunkelheit, auch wenn sie sich manchmal so fühlte, sie war halt kein Vampir, sie brauchte Schlaf und ihre Augen ermüdeten schnell, weil sie nicht für die Dunkelheit geschaffen waren, so sehr war sie dann doch nicht an dass Nachtleben angepasst.
Endlich entdeckte sie in der hintersten Ecke einen kleinen Stapel Farbtöpfe -- sie unterschieden sich nur in einer Sache von den anderen Farbtöpfen im Raum, dieser Unterschied bestand darin, dass sie Mag zuvor noch nicht aufgefallen waren. Sie ging zu ihnen herüber, besser gesagt: sie versuchte es, stolperte, fiel, riss eine Stellwand mit einem bunten Werbeplakat um und landete schmerzhaft auf Boden und Stellwand.

***


Es schepperte -- was bei IO konnte scheppern, wenn Scharen von nackten Mädchen darum bettelten von ihm Kleidung auf den Leib gemalt zu bekommen [5], langsam verpuffte der Traum in rosafarbene Wölkchen und hinterließ in Herrn Pentin das unangenehme Gefühl, dass das Scheppern nicht dazu gehört hatte. Mit langen dünnen eisigkalten Fingern griff die Realität nach seinem Hals als er realisierte, dass das Geräusch aus seinem Laden gekommen war.

***


Jetzt musste alles rasend schnell gehen, dass musste einfach jemand gehört haben. Noch während sie aufstand zog Mag die gefälschte Quittung aus der Hosentasche (mit einem metallischen "pling" fiel etwas zu Boden, sie bekam davon in ihrer Hektik nichts mit), legte sie auf einen Tisch, schnappte sich eine der Dosen vom Stapel in der hinteren Ecke -- mit einem schnellen Blick auf den Deckel vergewisserte sie sich dass die Dose tatsächlich Klarlack entheilt -- verstaute sie bei den anderen Sachen in der Tasche und verließ dann fluchtartig den Tatort.

***


Herr Pentin stand am Fenster seines Schlafzimmers und beobachte die Straße. Er war kein Held und sicherlich auch nicht lebensmüde, wer auch immer sich in seinem Laden aufheilt, die Diebesgilde und vielleicht die Wache würden dieses Problem schon lösen können. Ein schwarzer Schatten kam aus seinem Laden und rannte dann die Straße entlang. Für den Farbenhändler sah die Person wie ein Assassiene aus, nur dass die nicht flohen und sich nicht mitten in der Nacht in Läden aufhielten (außerdem wüsste er es wahrscheinlich wenn den Herrn von der Gilde ein Auftrag seine Person betreffend vorläge). Als er seinen Besucher um die Ecke verschwinden sah entschied er sich im Laden nach dem Rechten zu sehen.

***


Mag rannte, sie rannte bis sie auf Grund der Kälte keine Luft mehr bekam, sie war schon weit gekommen, war die Ulmenstraße hinuntergerannt und hatte die Kröselstraße schon fast erreicht. Aber auch wenn der Weg zum Wachhaus jetzt nicht mehr weit war, sie brauchte jetzt hier eine Pause, Mag setzte sich in einen Hauseingang um ein paar Minuten zu verschnaufen.
ZU MEINER ZEIT HÄTTE ES DAS NICHT GEGEBEN!
Mag sah blitzartig auf, um kurz vor vier Uhr morgens, hatte sie nicht damit gerechnet, dass sie jemand ansprach [6], dann allerdings verstand sie wer sie angesprochen hatte und sich nun gerade neben sie setzte.
MAGST DU DEN BERUF DES WÄCHTERS NICHT?
"Doch natürlich...", was wollte er von ihr, wieso sprach er mit ihr, wieso konnte sie ihn sehen.
WÄCHTER SIND IMMER IM DIENST -- DU SOLLTEST SCHNELL LERNEN WAS DAS HEISST.
"Ja... Sör", die Vorstellung, dass der Tod im Prinzip ein vorgesetzter Offizier war schon schwierig genug, dass er aber ausgerechnet ihr nächtliche Moralpredigten hielt, während er sich eigentlich aus dem aktiven Dienst zurückgezogen hatte, war fast unerträglich.
ICH HABE LEIDER NOCH EINIGES ZU ERLEDIGEN -- DENK DRÜBER NACH, DEINE TATEN WERDEN NICHT OHNE FOLGEN BLEIBEN -- DU MUSST DRINGEND AN DEINER ARBEITSEINSTELLUNG ARBEITEN... er stand auf und ging durch eine Wand.
Okay, das war entgültig zu viel für eine Nacht, Mag stand auf und rannte weiter, mochte die eisige Luft auch in ihren Lungen brennen, sie würde nicht stehen bleiben bevor sie am Wachhaus angekommen war.

Tag 3


Als Laiza am nächsten Morgen in die Kantine kam, rührte eine sehr nachdenkliche Magane in ihrem inzwischen kalten Kaffee, sie sah nicht aus als hätte sie eine erholsame Nacht hinter sich. Auf jeden Fall wirkte sie nicht so als wäre sie auf Streit aus, deswegen versuchte Laiza ein einigermaßen nettes "Guten Morgen!"
Mag, die sie noch nicht bemerkt gehabt hatte, sah auf, wunderte sich über den freundlichen Tonfall und antwortete: "mhmm... morgen... ich hab Farben... und was wir sonst noch brauchen..."
"Wie bist du denn daran gekommen?"
"Ich hab ein paar Freunde gefragt und die hatten noch was im Keller...", Mag trank geistesabwesend an ihrem Kaffee, ihr war die Lüge gar nicht aufgefallen, sie log in solchen Situationen automatisch, Unschuld war eine Frage von guten Lügen... außerdem war ihr Hirn grade mit anderen Dingen beschäftigt.
Laiza akzeptierte diese Aussage, nicht dass sie den Fehler gemacht hätte ihr zu glauben, aber sie hatte keine Lust sich zu streiten.
"Warst du die ganze Nacht unterwegs?"
"Nein. Bin erst um drei los und hab nicht mehr schlafen können als ich wieder kam", sie trank ihren Kaffee aus und ging sich dann einen neuen holen. Nach einigen Minuten des Schweigens, sagte Laiza: "Wir sollten nicht als erstes mit den Zielscheiben anfangen, die sind sicher noch nicht trocken..."
"Das kannste laut sagen, die stinken noch immer höllisch nach Ankh", Mag zog verächtlich die Nase kraus und warf schwungvoll drei Stücke Zucker in ihren Kaffee, was zur Folge hatte, dass eine kleine Pfütze rund um die Tasse entstand.
"Es war dein Leimrezept..."
"Das ändert nichts am Gestank -- Knochi meinte er würde dieses Büro erst hundert Jahre lüften müssen, bevor er darin wieder arbeiten könne. Der Hauptmann wird ausrasten wenn er das riecht", nachdem Mag ihren Kaffee getrunken und auch Laiza endlich gefrühstückt hatte zogen sich die Beiden dicke Mäntel (und warme Handschuhe) an und gingen wieder raus auf den Hof. Wieder war alles schneebedeckt (und es schneite weiter...), schemenhaft konnten sie die nächste Herausforderung erkennen: Strohpuppen flicken.
Sie sahen aus wie Schneemänner, waren aber viel weniger kooperativ. Die Rekrutinnen fegten die Schwertkampfspäringspartner ab, was schier endlos lange dauerte, da der Nachschub an Schnee ja nicht nachließ. Als sie endlich damit fertig waren stellten sie fest, dass es kaum was zu tun gab, die Strohpuppen waren in weitaus besserem Zustand als vermutet.
"Was sollen wir daran tun?"
"Daran gibt es nichts zu tun... die sind in Ordnung", Mag bückte sich und hob eine Hand voll Schnee auf, formte daraus einen Schneeball und warf ihn in den fünf Meter entfernt hängenden Eimer ohne Boden... Laiza sah dem Schneeball ungläubig hinterher.
"Was soll das denn?"
"Ich hatte die Idee, dass mir das Spaß machen könnte...", eine weitere Kugel flog auf den Eimer zu, verfehlte ihn aber knapp... "Mistundver..."
"Oh ja, es macht dir Spaß, ich sehe es", Laiza ging grinsend zum Übungsparcours hinüber um ihn sich genauer anzusehen, sie versuchte eins der Seile zu bewegen, "hier ist alles total festgefroren, hier könn..." in diesem Moment erwischte sie ein Schneeball im Nacken.
"Ja, es macht mir Spaß, aber ich hab dich wirklich nicht tre..." Laizas Antwort war kalt und nass. Obwohl sie einander noch immer nicht leiden konnten amüsierten sie sich bei der folgenden Schneeballschlacht, die allerdings nicht sehr lange dauerte, da es einfach viel zu kalt war um sich länger mit solchen Dingen zu beschäftigen.
Sie befreiten sich oberflächlich von dem an ihnen klebendem Schnee und kehrten ins Wachhaus zurück.
Sie gingen ohne sich durch irgendetwas aufhalten zu lassen zurück in das Büro, das sich Magane mit Knochenlos teilte, er war unter lautem Protest für die Dauer des Gestankes aus dem Büro ausgezogen und teilte sich nun im Nebenraum einen Schreibtisch mit Alessia, die wiederum gar nicht begeistert davon war, ihren ohnehin schon dürftigen Platz auch noch mit einer übelgelaunten Mumie zu teilen.
Wider Erwarten waren die Scheiben trocken -- sogar der Geruch hatte sich etwas verzogen -- die Leimschichten waren fast steinern, die Scheiben waren perfekt... fast zu schade zum lackieren...
Sie taten es trotzdem, nachdem sie sich kurz über das Lähiaut gestritten hatten (muss das innere grün oder rot sein, sie hatten sich, sehr zu Mags Missvergnügen auf rot geeinigt). Danach mussten die Zielscheiben wieder trocknen -- eine gute Gelegenheit den Leim vom Boden abzukratzen -- bevor sie eine schützende Klarlackschicht bekamen und dann noch mal trocknen mussten.
Am späten Abend gingen die beiden Rekrutinnen raus auf den Hof, nagelten die neuen Scheiben an und probierten sie mit mehr oder minder gut gezielten Schneebällen aus.

Epilog


Als sich Mag am nächsten Morgen, glücklich über die nun hinter ihr liegende Strafe, für den Streifendienst fertig machte, ging sie natürlich davon aus das alles vorbei war, offensichtlich hatte niemand erfahren was sie getan hatte. Aber noch während sie ihre Uniform (oder besser: das was sie anstelle einer Uniform trug, sie hatte sich noch immer nicht mit einem Kettenhemd anfreunden können und Helme waren einfach nur unpraktisch) anzog bemerkte sie, dass etwas Entscheidendes fehlte.
Zwei Stunden und eine erfolglose Suche später klopfte sie an die Tür von Hauptmann Humph MeckDwarf's Büro. Nachdem sie das zwar gedämpft, aber dennoch genervt klingende "Herein!" abgewartet hatte öffnete sie zögerlich die Tür. Der Hauptmann saß wie erwartet an seinem Schreibtisch und arbeitete an Akten. Sie trat vorsichtig ein, wünschte sich nicht geboren zu sein, oder wenigstens längst gestorben und sagte grade so laut dass es eben noch verständlich war: "ähm... guten Morgen, Sör."
"Hallo", der angesprochene sah nicht auf, scheinbar ruhte sein ganzes Interesse auf den Akten, "Was kann ich für dich tun?"
Mag straffte sich. "Ich hab da ein Problem..."
"Ja?"
"Ich scheine meine Marke verloren zu haben..."
"Dann würde ich sie suchen", er sah noch immer nicht auf, können diese Akten so wichtig sein, dass du mich noch nicht mal ansiehst? Mag begann unruhig mit den Füßen zuscharren und brummte: "... ja..."
Nun schien sie doch sein Interesse geweckt zu haben, zumindest blickte er leicht hoch, wobei er über seine Brille lugte, und fragte: "Gibt es irgendein Problem dabei?"
"Naja... wir waren bei unserer Suche nach Holz und Farben fast überall in der Stadt... ich habe also keinen blassen Schimmer, wo sie sein könnte", sie versuchte weniger ängstlich als aufrichtig verzweifelt zu klingen, aber tief in ihrem Innern wusste sie, dass sie doch nur ängstlich wirkte.
Der Blick des Hauptmannes kehrte zu seinen Akten zurück, "Es ist eine große Stadt... Hast du auch schon im Wachhaus gesucht?"
"Schon fast überall."
"Was heißt fast?"
Fast heißt, dass ich alles durchsucht habe, bis auf die Ausbilderbüros, den verdammten Taubenschlag und die I.A.- Büros, die nun mal abgeschlossen sind, in der Hoffnung dass ich dieses Sch**ßteil hier finde, dachte sie, aber das zu antworten wäre ihr nie in den Sinn gekommen, stattdessen sagte sie: "Ich habe den Schlafsaal, die Kantine, das Büro und den Hof durchsucht... woanders war ich hier ja in den letzten Tagen nicht."
Als der Hauptmann sie nun zum ersten mal im Laufe des Gesprächs genau ansah, fragte Mag sich ernsthaft ob sie wirklich so viel Aufmerksamkeit hatte haben wollen, und während er sich mit einem leisen Seufzer zurücklehnte und die Brille absetzte, wünschte sie sich Ankh Morpork nie betreten zu haben.
"Worauf soll uns dieses Gespräch jetzt führen?"
Sie versuchte ihn mit einem schiefen und entschuldigenden Lächeln abzulenken, "Ich wollte das eigentlich nur mitteilen..."
"Aha, und du meinst mitteilen reicht? Hast du vielleicht einen Lösungsvorschlag deine Marke betreffend?" Ablenkungsmanöver glanzvoll missglückt!
"Suchen... ich muss sie auf jeden Fall weiter suchen..."
"Ja, allerdings", sein Blick bohrte und verursachte Kopfschmerzen, sie hatte gar nicht gewusst, dass er zu so was im Stande war, auf Blicke wie diese musste man sich beim Patrizier einstellen... "und was ist, wenn du sie nicht findest?"
"Dann... ich weiß nicht... was passiert dann?"
Er zog eine Augenbraue hoch und antwortete: "Dann hast du Wache-Eigentum verschmissen."
Sie geriet leicht in Panik, was bedeutete das wohl, worauf wollte er nur hinaus, in wie viel Mist durfte man wohl während der Grundausbildung geraten...
"Sag mal, wo trägt man eine Dienstmarke normalerweise?" Mit dieser Frage hatte der Hauptmann sie eiskalt erwischt, Wo tragen die anderen ihre Marke? -- Nicht lose in der Hosentasche, soviel stand fest, Mag schluckte hart und zuckte mit den Schultern. Sein Blick war fast unerträglich, sie hatte das Gefühl total durchschaut zu werden, normalerweise hätte sie wohl aggressiv und gewalttätig reagiert, aber als er den Kopf schief legte wusste sie, dass sie in diesem Fall den Kürzeren ziehen musste. Er hatte lange genug auf eine Antwort gewartet und beantwortete die Frage selbst: "Auf jeden Fall an einer Stelle, wo man sie nicht verliert!"
"Klar... ich muss sie da wohl in der Hosentasche gehabt haben...", sie versuchte selbstsicher zu wirken -- es misslang kläglich, "und... und ich hab vorher noch nie was verloren", es klang mehr nach der Argumentation eines trotzigen Kindes, denn nach einer selbstsicheren jungen Frau.
"Nun, was machen wir, wenn du sie nicht mehr findest?"
Ja, was ist dann? wenn er doch nur endlich Klartext reden würde...
"Ich... ich w... weiß es nicht...", stotterte sie und sah den Hauptmann unsicher an, er beugte sich wieder vor und sah sie fest an:
"Also gut, ich sag dir was: Entweder du findest sie wieder... oder du bekommst eine Neue, die aber von deinem Sold abgezogen wird!"
Mag brummelte etwas unverständliches, während sie sich fragte wie teuer so ein kleines Stück Metall wohl sein konnte.
"Und noch was: Sollten wir irgendeinen Stümper verhaften, der deine Dienstmarke hat, dann schmeiß ich sie dir nach!" Angst schlich sich in ihren Blick, während sie leise "in Ordnung" zischte, wenn alles gut ging würde sie bald andern Offizieren in Bewerbungsgesprächen gegenüberstehen, sie sollte schnell lernen ihre Gefühle zu kontrollieren...
"Du kannst jetzt gehen und weiter suchen!"
"Ja Sör...", Mag wandte sich leise gegen sich und die Welt fluchend zur Tür und war schon fast draußen, als er ihr nachrief: "Ich an deiner Stelle würde sie finden."
Sie drehte sich noch mal um und salutierte zackig.
"Ja... Sör!"
Als sie sah, dass der Hauptmann seine Brille aufsetzte um sich wieder den Akten zuzuwenden machte sie sich daran möglichst leise zu verschwinden.

ENDE
[1] oder anderen Formen der Existenz

[2] Obwohl das Phänomen eines plötzlichen Redeschwalls auch sie immer wieder heimsuchte

[3] hierbei handelte es sich um die auf der Scheibenwelt schon lange sprichwörtlich gewordenen Kämpfe des alten Lord Kirschtorte, der so bescheuert war jede Windmühle anzugreifen die ihm vor die Füße kam

[4] der Friede war kurz da gewesen und hatte versucht zu verhandeln, musste sich dann aber aus Angst vor den hasserfüllten Träumen, die zwischen den nebeneinanderstehenden Betten verbissen kämpften, schnell wieder zurück ziehen

[5] Wir befinden uns in Teer Pentins Traum, er verarbeitet in solchen Träumen unter anderem die Tatsache, dass er eigentlich hatte Schneider werden wollen -- aber unbefriedigte sexuelle Fantasien spielen wohl auch eine große Rolle...

[6] die meisten Leute die um diese Zeit mit jungen Frauen sprachen sagten andere Dinge, etwa "Na Süße, wie wär's denn mit uns beiden?" oder "So spät nachts noch so allein?"




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